Nein, nicht wir, zum Glück!
Aber auch wenn es nicht unser LandCruiser war, so waren wir voll mittendrin, mit dabei und mit beteiligt.
Es war auf dem Weg rein in die Serengeti. Die Nacht hatten wir nochmals im Olaado Camp verbracht und waren morgens nach einer herzhaften Hühnerbrühe mit Reis losgefahren. In der Ndutu Region, in der südlichen Serengeti hatten wir bereits viele Löwen sehen können, aber wie so oft, es geht immer noch mehr!
Serengeti, Weite, Felsen, Wasserstellen – Löwen zum Mittag
Nun ging es also los in die Serengeti. Weite, nichts als Weite und ab und zu ein paar Felsformationen. Gegen Mittag gab es dann die ersten Wasserstellen. Wasserstellen mit Löwen zum Mittag. Vorher und nachher nichts als Weite und nun ein Löwenrudel. Oberhalb der Wasserstelle lagen die Jungtiere mit ihren Müttern unter einer Felsplatte. Ganz unscheinbar. Sie dösten in der Mittagssonne. Unterhalb der Felsplatte war es voll. Sie lagen alle zusammengeknuddelt unter dieser Platte. Ab und zu stand eine Löwin auf, blickte in die Weite, ging ein paar Meter und legte sich dann wieder unter die Felsplatte. Kurz bevor die Löwin sich wieder hinlegte wurde gegrummelt, die kleinen Löwen-Jungen wurden zur Seite geknufft und Schwupps lag auch wieder die Löwin. Unten am Wasserloch lagen zwei erwachsene Löwen-Männchen. Auch sie dösten in der Mittagssonne. Wir hatten uns erst die jungen Tiere angesehen, wie auch ein paar andere LandCruiser. Unten bei den Löwen stand auch schon ein Fahrzeug und da wollten wir uns dann auch noch dazu gesellen.
Dösende Löwen-Männchen
Die Fahrspur ging durch eine Senke gefüllt mit Wasser. Mit Ach und Krach ging es durch, in voller Schieflage. „Jetzt bloß nicht stehen und stecken bleiben“, dachte ich bei mir. Es ging alles gut. Elly fuhr in voller Schieflage hindurch und ehe wir uns versahen standen wir mit dem LandCruiser in unmittelbarer Nähe bei den Löwen-Männchen. Die Löwen dösten und wir machten unsere Fotos. Es waren zwei ältere Löwen-Männchen. Beide Löwen hatten bereits ihre volle Löwen-Mähne und eben die schwarze Schnauze. Die Schnauze, welche sich aufgrund einer Pigmentierung über die Jahre schwarz verfärbt. Die Löwen-Männchen lagen Rücken an Rücken in der Ebene. Auf wenn sie dösten hatten sie so liegend doch die gesamte Ebene im Blick. Hatten uns im Blick, hatten die obere Felsplatte mit den anderen Löwen im Blick. Die Augen geschlossen, die Ohren nach hinten geklappt, so sahen sie dösend aus. Über das Maul wurde gehechelt, gesabbert und geträumt von der nächsten Mahlzeit!
Im Schlamm festgefahren – Unforgettable
Als wir nun zurück wollten durch die Wasserrille mussten wir erst einmal warten. Von vorne kam ein anderes Fahrzeug. Er hatte nun weniger Glück mit der Furche, mit dem Schlamm. Voll mit den Vorderrädern rein, gerade noch mit der Schnauze raus. Mit den Hinterrädern rein in den Schlamm und dann ging nichts mehr. Elly meinte „Mehr Gas geben, in Bewegung bleiben“. Aber die Räder drehten durch und schon saß der LandCruiser fest. Er saß fest inmitten der vielen Löwen. Es ging nichts mehr. Vor, zurück und er hing nun fest. Elly gab ihm dann Zeichen. Elly wollte ihn von vorne anschieben und wieder rückwärts raus aus dem Schlamm drücken. Aber der Guide hatte es nicht kapiert und gab eher nach vorne Gas als zurück. „Mist nun steckt er so richtig fest“. Mein Blick ging auf die beiden jungen Frauen im Fahrzeug. Sie lachten. Na, dann ist ja alles gut. Ich nehme an sie dachten, das gehört alles zur Safari dazu. Das hatten hier alle dazu gebucht. Auch der Schriftzug auf dem LandCruiser war passend. In großer Schrift stand etwas wie „Unforgettable Safari Tours“ drauf, wie passend! Klar, das war eine Extra-Buchung!
LandCruiser-Wand für Löwen
Aber Spaß beiseite. Alle Tour-Guides wussten nun, was zu tun war. Oberhalb vom Löwen-Rudel hatten sich die dortigen LandCruiser als Wand zu uns aufgestellt. OK, das Rudel kann uns schon einmal nicht mehr sehen. Dann gab es noch zwei LandCruiser hier unten bei den Löwen-Männchen. Auch diese LandCruiser hatten sich als Wand zusammengestellt. Der Blick auf unsere beiden LandCruiser hier beim Schlamm war schon einmal versperrt. Und jetzt?
Musik und Abschleppseil für Löwen
Jetzt kommt Elly. Er machte in unserem Fahrzeug seine Musik an, sehr laut machte er sie an. OK, klar. „Mit Musik geht alles leichter!“ Aber wieso? Die Löwen haben solch ein feines Gehör das an ihnen einfach nichts vorbei geht. Sie haben einfach die besten Ohren. Und die Musik soll sie nun darin hindern, die nun folgenden Tätigkeiten um die Schlamm-Cruiser wahrzunehmen. Elly war ausgestiegen und auch der arme Schlamm-Guide-Festfahrer war nun aus seinem Cruiser geklettert. Er hatte schon sein Abschleppseil in der Hand und dann hantierten beide vorne an seinem Fahrzeug. Die beiden großen Karabiner aufschrauben und an beiden Fahrzeugen befestigen.
Es dauerte lange, sehr lange, eine Ewigkeit. Und so dachte auch einer der LandCruiser hier bei den Löwen-Männchen. Der hatte einfach keine Lust mehr und ist kurzer Hand abgefahren. Toll! Jetzt kann sich der einzelne noch verbliebene LandCruiser dick machen. Er rangierte vor und zurück, dann passte es wieder. Man war das aufregend und unser Guide mittendrin. Klar waren wir am Filmen, am Fotografieren. Aber irgendwie ging auch mein Puls in die Höhe. „Vielleicht wollen die Löwen-Männchen auch mal schauen? Vielleicht will eine der Löwinnen auch mal schauen?“
Schlammschlacht bei Löwen
Nachdem sie es endlich geschafft hatten die Fahrzeuge zu verbinden gingen beide zurück in ihre Cruiser und dann ging es wieder los. Erst sehr zaghaft gab Elly Gas und auch der andere Guide, aber nichts tat sich. Dann etwas mehr, noch mehr und viel mehr. Die beiden Fahrzeuge fingen an zu qualmen.
Und der Schlamm flog um beide Fahrzeuge. Dann endlich hatten sie es geschafft. Das Fahrzeug war raus aus dem Schlamm. Nun noch schnell wieder das Abschleppseil entfernen.
Für uns war es eine Ausnahmesituation, für die Guides totale Normalität. Die Hilfe untereinander ist einfach unverzichtbar. Hier in der Wildnis kann man sich keine Ellbogen erlauben. Großes Lob an Elly. Er ist in allem einfach unschlagbar.










