Assuan & Abu Simbel: Monumentale Geschichte

Insel-Tempel & Wüsten-Giganten: Dein 1-3-Tages-Plan für Assuan und Abu Simbel

Vergiss das hektische Hupkonzert Kairos oder den Trubel von Luxor. Sobald du im tiefen Süden Ägyptens ankommst, spürst du es sofort: Hier ticken die Uhren anders. Assuan ist nicht einfach nur eine Stadt am Nil – es ist ein Lebensgefühl. Hier windet sich der Fluss tiefblau zwischen goldenen Granitfelsen hindurch, während die weißen Segel der Felukken wie Schmetterlinge im Abendwind tanzen.

Doch Assuan ist auch dein Tor zu einem der spektakulärsten Bauwerke der Menschheit: Abu Simbel. Tief in der nubischen Wüste thronen die Kolossalstatuen von Ramses II. und warten darauf, dich mit ihrer schieren Größe und ihrer unglaublichen Geschichte zu verzaubern.

In diesem Guide nehmen wir dich mit auf eine Reise durch den magischen Süden. Wir erkunden die bunten Gassen von Elephantine Island, segeln lautlos in den Sonnenuntergang und machen uns auf den Weg zu den Tempeln am Rande der Welt. Komm mit nach Assuan und Abu Simbel – dort, wo Ägypten am authentischsten und vielleicht am schönsten ist.

Welcome to our blog! While the full article is in German, here are the key takeaways for your Aswan adventure.

Aswan, Egypt’s southernmost city, is a serene and picturesque oasis where the Nile flows through dramatic granite rocks and golden desert dunes. Rich in Nubian culture and offering a much slower, more relaxed pace than Cairo or Luxor, Aswan is also the ultimate gateway to the breathtaking sun temples of Abu Simbel, located deep in the desert near the Sudanese border.

Must-See Highlights

Abu Simbel Temples: The colossal rock-cut temples of Ramesses II and Queen Nefertari, miraculously salvaged from rising Nile waters.

Philae Temple: A beautiful temple complex dedicated to the goddess Isis, stunningly located on its own island.

The Unfinished Obelisk: A fascinating look into ancient stone-quarrying techniques.

Nubian Village: Vibrant, colorful villages on Elephantine Island or the West Bank, offering insight into unique local traditions and hospitality.

Suggested Itineraries: 1, 2, or 3 Days

1 Day: Dedicate your morning to a day trip to Abu Simbel (via a short flight or a 3-hour desert drive). In the afternoon, return to Aswan for a relaxing sunset felucca sailboat cruise around Elephantine Island.

2 Days: Explore Aswan’s historic sites. On day two, take a boat to Philae Temple in the morning, visit the High Dam and the Unfinished Obelisk, and spend the afternoon wandering through the colorful spices of the Aswan Souk.

3 Days: Immerse yourself in the local atmosphere. Spend the third day visiting the Nubian Museum, taking a water taxi to a traditional Nubian Village for lunch, and enjoying high tea at the historic Old Cataract Hotel.

Best Time

The ideal visiting window is from October to April. Winter temperatures are perfect, with warm days and pleasantly cool desert nights. Summer (May to September) is incredibly hot, with temperatures frequently soaring past 45°C (113°F).

Where to stay

For a luxurious, historic experience, the iconic Sofitel Legend Old Cataract is legendary. For travelers seeking peace and authentic cultural immersion, the guesthouses on Elephantine Island or the West Bankare highly recommended.

How to get there

Aswan International Airport (ASW) connects to Cairo and Luxor. You can also arrive via a Nile cruise boat from Luxor or the scenic overnight sleeper train. To reach Abu Simbel from Aswan, you can either book a quick 45-minute domestic flight or join an early-morning tourist convoy by minibus.

What to bring

Light, loose clothing, a wide-brimmed hat, high-SPF sunscreen, and sunglasses are non-negotiable. Bring a light jacket or sweater for early morning departures to Abu Simbel, as the desert can be surprisingly chilly before sunrise.

Cultural Pro Tips

Aswan is the heart of Nubian culture—take the time to learn about their distinct language, music, and history. When booking a felucca or motorboat ride, always agree on the final price and duration beforestepping onto the boat. While tipping (Baksheesh) is expected here as well, the vendors in Aswan are generally much more relaxed and less aggressive than those in Cairo or Luxor.

Quick-Facts & Beste Reisezeit

  • Lage & Region: Ägypten, Südägypten, am Ostufer des Nils gelegen, nahe dem Nassersee.

  • Einwohner: Ca. 370.000.

  • Sprache: Arabisch. Englisch ist in Hotels, auf Nilkreuzfahrtschiffen und bei touristischen Attraktionen weit verbreitet.

  • Währung: Ägyptisches Pfund (EGP). Bargeld ist für Märkte (Souks), kleine Händler und Taxis unverzichtbar, Kartenzahlung ist in großen Hotels/Restaurants möglich.

  • Beste Reisezeit: Oktober bis April. Die Wintermonate bieten tagsüber angenehm warme Temperaturen, während die Nächte kühl sein können. Der Sommer ist extrem heiß und trocken.

  • Anreise: Flughafen Assuan (ASW). Regelmäßige Inlandsflüge von Kairo oder Luxor. Auch per Zug oder im Rahmen einer Nilkreuzfahrt erreichbar.

  • Preisniveau: Günstig bis Mittelklasse. Assuan bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

  • Unser Vibe-Check: Assuan ist entspannter und ruhiger als Kairo oder Luxor. Die Stadt versprüht nubischen Charme, ist geprägt vom langsamen Fluss des Nils und bietet spektakuläre Sonnenuntergänge.

  • 3 Dinge, die in den Koffer müssen:

    • Sonnenbrille & hoher Lichtschutzfaktor: Die Sonne in Südägypten ist extrem intensiv.

    • Leichte, atmungsaktive Kleidung: Vorzugsweise aus Baumwolle oder Leinen, um die Hitze erträglich zu machen.

    • Bequeme Schuhe: Für die Besichtigung der Tempelanlagen und Spaziergänge am Nilufer.

Für Kairo sowie die touristischen Gebiete am Roten Meer, in Luxor und Assuan gibt es zurzeit keine speziellen Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt (AA). Das AA rät aber, auch in diesen Gebieten, zu besonderer Vorsicht. Aktuelle Infos erhaltet ihr hier:

https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/aegyptensicherheit-212622

Wir schätzen die maximale Freiheit von Individualreisen. Aber wenn wir Individual- und Pauschalreise unter Risikogesichtspunkten betrachten, gewinnt die Pauschalreise haushoch.

Für einen Badeurlaub am Roten Meer oder eine Gruppenreise empfehlen wir daher eine Pauschalreise. Du findest bei unserem Affiliate-Partner Check24 günstige Pauschalreisen.

Die Highlights: Was du in Assuan gesehen haben musst

Der Tempel von Philae – Das Juwel auf der Insel

Der wunderschöne Tempel der Göttin Isis stand ursprünglich auf der Insel Philae, die jedoch nach dem Bau des alten Staudamms bereits regelmäßig überflutet wurde. Da er durch den Bau des neuen Staudamms endgültig zu versinken drohte, wurde er in einer gigantischen Rettungsaktion Stein für Stein abgetragen und auf der höheren Insel Agilkia originalgetreu wieder aufgebaut.

Der Philae-Tempel gilt als einer der romantischsten Orte Ägyptens. Vor allem am späten Nachmittag, wenn die Steine im warmen Licht leuchten, ist die Atmosphäre absolut magisch und unterscheidet sich deutlich von der flirrenden Hitze des Vormittags. Die Schatten der massiven Pylone werden dann länger und betonen die filigranen Reliefs der Göttin Isis so stark, dass sie fast lebendig wirken. Der Kontrast zwischen dem goldgelben Stein und dem tiefen Blau des Nils, der die Insel Agilkia umschließt, ist zu dieser Zeit am intensivsten – ein Traum für jeden Fotografen.

Die Ruhe auf dem Wasser

Da die meisten großen Reisegruppen den Tempel bereits am Vormittag besuchen, wird es nachmittags spürbar ruhiger. Die Fahrt mit dem kleinen Motorboot zur Insel ist jetzt viel entspannter. Das Tuckern des Motors und das sanfte Klatschen der Wellen gegen den Rumpf sind oft die einzigen Geräusche, während du auf die majestätischen Säulen zufährst, die aus dem Wasser zu ragen scheinen.

Die Energie des Ortes

In den Säulenhallen ist es am Nachmittag angenehm kühl. Ein leichter Wind weht meist vom Nil herüber durch die offenen Durchgänge. Es herrscht eine fast andächtige Stille, die es dir ermöglicht, dir vorzustellen, wie Pilger vor Tausenden von Jahren diesen Ort betreten haben. Man hat das Gefühl, den Tempel fast für sich allein zu haben, was dieses „Juwel des Nils“ noch viel mystischer wirken lässt.

Tipp: Setz dich nach der Besichtigung einfach mal für zehn Minuten auf die Terrassen am Rand der Insel. Der Blick über den Nassersee, während die Sonne langsam tiefer sinkt, ist einer der friedlichsten Momente, die man in Ägypten erleben kann.

Der Unvollendete Obelisk – Ein Blick in die Werkstatt der Pharaonen

 Dieses Monument ist das größte bekannte Steinobjekt der Antike, das direkt aus dem Felsen geschlagen wurde. Der Obelisk wurde wahrscheinlich im Auftrag von Königin Hatschepsut (für den Karnak-Tempel in Luxor) angefertigt. Er bietet uns heute einen einzigartigen Blick in die „Werkstatt“ der alten Ägypter, da man hier alle Arbeitsschritte noch genau nachvollziehen kann.

Warum wurde er nicht fertiggestellt?

Die Antwort ist so simpel wie tragisch: Materialfehler. Während die Arbeiter den Obelisken bereits auf drei Seiten aus dem harten Rosengranit herausgemeißelt hatten, traten plötzlich tiefe Risse im Stein auf.

Wahrscheinlich war der Druck im Gestein zu groß oder man stieß auf eine versteckte Gesteinsader.

Da ein Obelisk nur dann seine spirituelle Kraft entfalten konnte, wenn er aus einem einzigen, makellosen Stück bestand, wurde das Projekt sofort abgebrochen. Man ließ ihn einfach liegen, wo er war – ein Glücksfall für die heutige Archäologie.

Das unvorstellbare Gewicht

Die Zahlen sind fast surreal. Der Obelisk ist 42 Meter lang. Wäre er fertiggestellt worden, hätte er etwa 1.168 Tonnen gewogen. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von drei vollbesetzten Boeing 747-Passagierflugzeugen!

Dabei haben die Ägypter keine Meißel aus Metall benutzt (Kupfer ist zu weich für Granit), sondern Diorit-Steine. Das sind tennisballgroße, extrem harte Gesteinskugeln.

Die Arbeiter schlugen unermüdlich mit diesen Kugeln auf den Granit ein, um ihn Millimeter für Millimeter zu „zerstampfen“. An den Seiten des Obelisken kannst du heute noch die runden Gräben sehen, die durch diese Technik entstanden sind.

Der Assuan-Staudamm – Ein Wunderwerk der Moderne

Im krassen Gegensatz zu den Jahrtausende alten Tempeln steht der Hochdamm (Sadd el-Ali). Er ist ein massives Monument der Ingenieurskunst des 20. Jahrhunderts. Von der Krone des Damms hast du einen surrealen Ausblick: Auf der einen Seite der riesige Nassersee, der sich bis in den Sudan erstreckt, und auf der anderen Seite der tiefblaue Nil, der sich seinen Weg nach Norden bahnt.

Er ist zwar weniger „fotogen“ als ein Tempel, aber für das Verständnis des modernen Ägypten unverzichtbar. Ohne diesen Damm gäbe es heute weder den konstanten Wasserfluss noch den Strom, der das Land versorgt.

Die nubische Seele: Das Leben auf Elephantine Island

Wer Assuan verstehen will, muss auf die Inseln. Während das Festland geschäftig und modern wirkt, tauchst du auf Elephantine Island in eine völlig andere Welt ein. Die Insel ist nicht nur eine archäologische Fundgrube, sondern vor allem die Heimat zweier lebendiger nubischer Dörfer: Koti und Siou.

Warum Elephantine so besonders ist

Die Insel wirkt wie ein friedliches Labyrinth. Es gibt keine Autos, keine breiten Straßen – nur schmale Lehmgassen, die sich zwischen bunt bemalten Häusern hindurchwinden. Die Häuser selbst sind oft in leuchtendem Blau, Gelb und Weiß gestrichen und mit kunstvollen Mustern oder Szenen von der Pilgerreise nach Mekka verziert. Zwischen den Häusern wachsen Palmen, Mango- und Bananenbäume. Es ist eine grüne Oase der Ruhe.

Das Volk der Nubier hat eine eigene Sprache, eigene Musik und eine Geschichte, die bis in die Zeit der schwarzen Pharaonen zurückreicht. Ihre Gastfreundschaft ist legendär.

Elephantine ist der perfekte Ort, um den Kontrast zwischen Geschichte und Alltag zu spüren.

Am Südzipfel der Insel liegen Tempelreste aus verschiedenen Epochen und das berühmte Nilometer, mit dem schon vor Jahrtausenden der Wasserstand des Flusses gemessen wurde.

Wenn du durch die Dörfer spazieren gehst, lass dich einfach treiben. Du wirst spielende Kinder sehen, Frauen, die handgewebte Körbe verkaufen, und immer wieder den Blick auf den tiefblauen Nil zwischen den Häuserlücken erhaschen.

Der Unterschied zum „Touristen-Dorf“ (Gharb Soheil)

 Die meisten Touristen werden zum „Nubian Village“ (Gharb Soheil) am Westufer gefahren. Das ist zwar sehr fotogen und bunt, aber auch kommerziell. Elephantine Island hingegen ist authentischer, ruhiger und zeigt das echte, unaufgeregte Leben der Nubier.

Tipp: Nimm die lokale Fähre (die öffentliche Felukke). Sie kostet nur ein paar ägyptische Pfund und du sitzt direkt zwischen den Einheimischen, die ihre Einkäufe oder Fahrräder transportieren.

Tipp: Wer das Nubian Village besucht sollte auf jeden Fall mit dem Tuk-Tuk zum AbDogo Panorama Nile View fahren. Von dort oben hat man einen fantastischen Blick auf den Nil und Assuan.

Kitchener’s Island: Der Botanische Garten im Nil

Mitten im Fluss, gegenüber der Stadt, liegt eine grüne Oase, die man nur mit dem Boot erreichen kann: Kitchener’s Island. Die gesamte Insel ist ein einziger botanischer Garten und bietet eine Ruhe, die man in ägyptischen Städten selten findet.

Die Insel wurde Lord Kitchener in den 1890er Jahren geschenkt, der dort Pflanzen aus der ganzen Welt – von Indien bis Afrika – ansiedeln ließ. Wenn du hier spazieren gehst, läufst du unter riesigen Schatten spendenden Palmen, vorbei an exotischen Hibiskusblüten und Bougainvillea, während Vögel zwitschern, die man am Festland kaum hört. Es ist ein Ort der absoluten Entschleunigung.

Lass dich am besten mit einer Felukke zur Insel segeln. Das sanfte Gleiten auf dem Wasser bereitet dich perfekt auf die friedliche Stimmung im Garten vor.

Tipp: Besuche die Insel am späten Nachmittag. Wenn man nach dem Spaziergang am Nordzipfel der Insel steht und zusieht, wie die Sonne hinter den Gräbern der Nomaden am Westufer untergeht, ist das Gänsehaut pur.

Das ultimative Highlight: Abu Simbel

Die Tempelanlage von Abu Simbel besteht aus zwei gewaltigen Felsentempeln, die Pharao Ramses II. im 13. Jahrhundert v. Chr. erbauen ließ. Sie dienten nicht nur der Verehrung der Götter, sondern vor allem dazu, die Macht Ägyptens gegenüber den südlichen Nachbarn (Nubien) zu demonstrieren.

Der Große Tempel von Ramses II.

Dies ist der Haupttempel, der dem Pharao selbst und den Göttern Amun-Re, Re-Harachte und Ptah gewidmet ist.

Vier kolossale, ca. 20 Meter hohe Sitzstatuen von Ramses II., thronen vor dem Eingang. Im Inneren erwarten dich eine riesige Halle sowie viele kleinere Räume, alle über und über mit Inschriften übersät.

Der Tempel ist so ausgerichtet, dass zweimal im Jahr (22. Februar und 22. Oktober) die Sonnenstrahlen bis ins hinterste Allerheiligste dringen und dort drei der vier Götterstatuen beleuchten (nur der Gott der Unterwelt, Ptah, bleibt im Dunkeln).

Der Kleine Tempel der Nefertari

Dieser Tempel ist der Göttin Hathor und Ramses’ Lieblingsfrau Nefertari gewidmet. Es war damals höchst ungewöhnlich, dass eine Königin an der Fassade in der gleichen Größe wie der Pharao dargestellt wurde – ein Zeichen für die besondere Stellung Nefertaris.

Die spektakuläre Rettung

In den 1960er Jahren drohten die Tempel durch den Bau des Assuan-Staudamms im Nassersee zu versinken. In einer beispiellosen internationalen Rettungsaktion der UNESCO wurde die gesamte Anlage in über 1.000 Blöcke zersägt und 64 Meter höher auf einer künstlichen Hügelkonstruktion originalgetreu wieder aufgebaut.

Da Abu Simbel recht isoliert liegt, hast du im Wesentlichen drei Möglichkeiten für deinen Ausflug:

Bus (Der Klassiker)

Die meisten Reisenden wählen den organisierten Bustransport, da dies die günstigste Variante ist. Dabei wirst du sehr früh (meist schon um 4:00 oder 5:00 Uhr) vom Hotel abgeholt. Die Fahrt dauert ca. 3 bis 3,5 Stunden pro Strecke quer durch die Wüste.

Flugzeug

Es gibt eine kurze Flugverbindung von Assuan direkt nach Abu Simbel. Der Flug dauert nur etwa 45 Minuten. Vor Ort gibt es kostenlose Shuttlebusse vom Flughafen zu den Tempeln. Dies ist weniger anstrengend als die lange Busfahrt, allerdings auch deutlich teurer.

Schiff (Nassersee-Kreuzfahrt)

Eine exklusivere Art, Abu Simbel zu erreichen, ist eine mehrtägige Kreuzfahrt auf dem Nassersee (nicht zu verwechseln mit der klassischen Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan).

Du startest in Assuan und fährst mehrere Tage Richtung Süden. Das Schiff legt direkt bei den Tempeln an. Dabei siehst du auch andere, entlegene nubische Tempel, die nur vom Wasser aus erreichbar sind, und erlebst Abu Simbel oft abends bei der Licht-und-Ton-Show, wenn die Tagestouristen längst weg sind.

Je nachdem, welche Art von Nilkreuzfahrt du buchst, kann auch ein Ausflug nach Abu Simbel im privaten Minibus enthalten sein.

Assuan & Abu Simbel 1-3-Tages-Cheat-Sheet

Tag 1: Das Wunder von Abu Simbel & Sonnenuntergang auf dem Nil

Vormittag: Sehr früher Aufbruch (meist gegen 4:00 Uhr morgens) für den Ausflug zu den monumentalen Tempeln von Abu Simbel. Die dreistündige Fahrt durch die Sahara belohnt dich mit dem unvergesslichen Anblick der kolossalen Statuen von Ramses II. direkt am Nassersee.

Nachmittag: Rückkehr nach Assuan und Zeit zum Durchatmen. Setze mit dem Boot über nach Elephantine Island, um durch die ruhigen Gassen der traditionellen nubischen Dörfer zu schlendern.

Abend: Unser Tipp: Miete dir eine traditionelle Feluke (Segelboot) und genieße den malerischen Sonnenuntergang auf dem Nil, während die Wüstenhügel in goldenes Licht getaucht werden.

Tag 2: Inseltempel, gigantische Dämme & nubische Farben

Vormittag: Fahrt zum wunderschönen Philae-Tempel, der idyllisch auf einer Insel liegt und nur per Motorboot erreichbar ist. Danach geht es weiter zum monumentalen Assuan-Staudamm, einem der größten technischen Bauwerke des 20. Jahrhunderts.

Nachmittag: Besuche das farbenfrohe, lebendige Nubian Village am Westufer des Nils. Die blau-weiß bemallten Häuser, gastfreundlichen Cafés und Gewürzstände bieten die perfekte Kulisse für den Nachmittag.

Abend: Tauche ein in das geschäftige Treiben des Assuan Souk. Hier kannst du exzellente Gewürze, Hibiskustee (Karkadeh) und handgemachte nubische Körbe kaufen.

Tag 3: Auf den Spuren der Geschichte & High Tea im Palast

Vormittag: Besichtigung des Unfinished Obelisk (Unvollendeter Obelisk) in den antiken Granitsteinbrüchen, um zu verstehen, wie die alten Ägypter diese gigantischen Monolithen aus dem Stein schlugen. Danach lohnt sich ein Besuch im modernen Nubischen Museum.

Nachmittag: Gönn dir ein wenig Luxus und Entschleunigung. Besuche das legendäre Old Cataract Hotel für den berühmten High Tea auf der Terrasse mit Blick auf den Nil und die Gräber der Nomarchen – genau hier schrieb Agatha Christie ihren weltberühmten Roman „Tod auf dem Nil“.

Abend: Genieße ein letztes authentisches, nubisches Abendessen mit frischem Fisch und landestypischen Mezze direkt am Flussufer.

Das Nubische Museum

Dieses Museum ist ein absolutes Muss, wenn du die Geschichte der Region verstehen willst. Es ist architektonisch preisgekrönt und fügt sich perfekt in die Landschaft ein. Im Inneren erwartet dich eine Reise durch die nubische Kultur – von der Prähistorie bis hin zum Bau des Hochdamms, der viele nubische Dörfer untergehen ließ. Besonders beeindruckend ist der Außenbereich mit seinen nachgebauten Höhlen und traditionellen Bauten.

Das Mausoleum von Aga Khan

Hoch oben auf einem Hügel am Westufer thront dieses elegante Bauwerk aus rosa Sandstein. Es ist das Grabmal von Sir Sultan Mahomed Shah, dem Aga Khan III. Das Gebäude ist schlicht, strahlt aber eine unglaubliche Ruhe und Würde aus. Obwohl man das Mausoleum heute meist nur noch von außen bewundern kann, lohnt sich der Blick darauf (besonders vom Nil aus bei Sonnenuntergang), da es wie eine Festung der Stille über dem Fluss wacht.

 

Der Souq von Assuan (Sharia el-Souq)

Hier erlebst du das pulsierende Herz der Stadt. Im Gegensatz zu den oft stressigen Märkten in Kairo ist der Souq in Assuan etwas entspannter. Du läufst durch Gassen voller Düfte: frischer Hibiskus (Karkadeh), hochwertiger Safran, duftendes Sandelholz und natürlich die berühmten nubischen Gewürze. Es ist der perfekte Ort, um handgewebte Schals oder Körbe zu finden und das lokale Treiben bei einem Glas Tee zu beobachten.

 

Das Old Cataract Hotel

Dieses Hotel ist eine Legende. Wenn du durch die Lobby gehst, fühlst du dich sofort in die Ära von Agatha Christie zurückversetzt, die hier angeblich Teile von Tod auf dem Nil schrieb. Die viktorianische Architektur kombiniert mit orientalischem Luxus ist atemberaubend.
Tipp: Gönn dir einen „Afternoon Tea“ auf der Terrasse. Der Blick von dort über den Nil, die Feluken und die Insel Elephantine ist wohl einer der schönsten Aussichtspunkte in ganz Ägypten.

Praktische Tipps für Assuan

Die Anreise: So kommst du nach Assuan

Die meisten Reisenden kombinieren Luxor und Assuan. Du hast vier Hauptoptionen, um nach Assuan zu reisen.

Mit dem Zug dauert die Fahrt von Luxor dauert etwa 3 bis 3,5 Stunden. Die Züge sind günstig und verkehren mehrmals täglich. Es ist eine entspannte Art, die vorbeiziehende Landschaft zu sehen.
Du kannst auch den Nachtzug von Kairo aus nehmen. Dann dauert die Fahrt gut 10 Stunden.

Tipp: Versuche einen Sitzplatz auf der rechten Seite (in Fahrtrichtung) zu ergattern – so hast du fast die ganze Fahrt über einen fantastischen Blick auf den Nil.

Eine Nilkreuzfahrt ist die klassische Art, von Luxor nach Assuan (oder umgekehrt) zu reisen. Die Tour dauert meist 3- bis 4 Tage und endet (oder beginnt) in Assuan. Wenn du es exklusiver und ruhiger magst, buche eine Dahabeya (ein traditionelles Segelschiff), die an kleineren Inseln anlegen kann.

Mit dem Flugzeug bist von Kairo (CAI) in ca. 1,5 Stunden am Flughafen Assuan (ASW).

Das Auto gibt dir die Möglickeit, auf dem Weg von Luxor nach Assuan die Tempel von Edfu und Kom Ombo zu besuchen. Das macht Sinn, wenn du keine Nilkreuzfahrt machst.

Transport vor Ort: Das Boot ist dein Taxi

In Assuan spielt sich das Leben am und auf dem Wasser ab.

Feluken & Motorboote: Um zu den Inseln (Elephantine, Kitchener) oder zum Philae-Tempel zu kommen, bist du auf Boote angewiesen. Verhandle den Preis immer vor dem Einsteigen.

Taxis & Pferdekutschen: Diese bringen dich zum Staudamm oder zum Unvollendeten Obelisken. In der Stadt selbst ist vieles fußläufig erreichbar.

Wichtige Tipps

Bargeld ist König. Geldautomaten gibt es an der Corniche (Uferpromenade).

Im Hinblick auf Kleidung ist Assuan traditioneller als Kairo. In den nubischen Dörfern und auf den Märkten ist respektvolle, die Schultern und Knie bedeckende Kleidung gern gesehen.

Trinke nur Wasser aus Flaschen und bedenke, dass die Sonne brennt hier stärker brennt. Deshalb brauchst du mehr, als du denkst.

Die beste Reisezeit für Assuan

Assuan ist eine der trockensten und sonnigsten Städte der Welt.

Winter (November – Februar) ist die absolute Bestzeit. Strahlend blauer Himmel bei etwa 25°C. Die Nächte können jedoch überraschend kühl werden (bis zu 10°C), also nimm eine Jacke mit!

Im Sommer (Mai – September) wird es extrem heiß, oft über 45°C. Da die Luft sehr trocken ist, ist es erträglicher als in feuchter Hitze, aber Besichtigungen sind nur in den frühen Morgenstunden möglich.

Hotels in Assuan

Wir waren im Mövenpick Resort Assuan. Da es auf Elephantine Island liegt, setzt man mit dem Boot über. Da sind die letzten Meter schon etwas sehr Besonderes. Abgesehen davon ist das Hotel selbst erstklassig. Die Zimmer, das Frühstücksbuffet … alles absolut top. Das ultimative Highlight war unser Abendessen im Turm-Restaurant mit Rundum-Blick auf den Nil und die City.

Für Agatha Christie Fans ist zumindest ein Besuch des Sofitel Legend Old Cataract ein Muss. Hier soll sie Tod auf dem Nil geschrieben haben.
Tipp: Ein Tee auf der Terrasse mit Blick auf den Nil.

Es gibt aber noch viele weitere Hotels in Assuan.

Ähnliche Beiträge