Kairo: Die Stadt der tausend Minarette
Willkommen in einer der lebendigsten Metropolen der Welt! Kairo ist kein Ort, den man einfach nur besucht – Kairo ist ein Erlebnis, das alle Sinne gleichzeitig fordert. Zwischen dem zeitlosen Echo der Pharaonen und dem hupenden Chaos der modernen Megacity entfaltet sich ein faszinierendes Panorama aus 5.000 Jahren Menschheitsgeschichte.
Hier, am Ufer des Nils, verschmelzen die goldenen Wüstenränder mit grünen Ufern und staubigen Gassen voller Leben. Du wirst majestätische Pyramiden bestaunen, die seit Jahrtausenden über die Stadt wachen, dich im Labyrinth mittelalterlicher Basare verlieren und die herzliche Gastfreundschaft der Ägypter bei einem Glas zuckersüßem Tee kennenlernen.
Kairo ist laut, staubig und manchmal überwältigend – aber wer sich auf ihren Rhythmus einlässt, entdeckt eine Stadt voller Magie, verborgener Schätze und einer Energie, die man nirgendwo sonst auf der Welt findet. Dieser Reiseführer hilft dir dabei, dich im „um al-dunya“ – der Mutter der Welt – zurechtzufinden und die besten Seiten dieser beeindruckenden Wüstenstadt zu entdecken.
Vorbereitung und Ankunft
Kairo ist eine Herausforderung für die Sinne. Damit dein Abenteuer entspannt beginnt, solltest du die folgenden Basics kennen.
Visum, Währung und beste Reisezeit
Visum: Als Tourist aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz benötigst du ein Visum. Du kannst es entweder vorab als e-Visa online beantragen oder ganz klassisch als „Visa on Arrival“ direkt am Flughafen am Bankschalter kaufen (25 USD, passend in bar mitnehmen ist am einfachsten).
Währung: In Ägypten zahlst du mit dem Ägyptischen Pfund (EGP). In Hotels oder für große Touren werden oft Euro oder Dollar akzeptiert, aber für den Alltag, Street Food und Cafés brauchst du unbedingt lokales Bargeld. Kartenzahlung nimmt zu, ist aber in den Gassen von Kairo noch nicht Standard.
Beste Reisezeit: Die ideale Zeit ist von Oktober bis April. Dann sind die Temperaturen angenehm (20–25 °C). Im Sommer (Juni bis August) kann es extrem heiß und drückend werden, was Sightseeing zum Beispiel bei den Pyramiden sehr anstrengend macht.
Transport vom Flughafen (CAI) ins Zentrum
Der Flughafen Kairo liegt etwa 20 km nordöstlich vom Stadtzentrum. Du hast drei Hauptoptionen:
Uber / Careem: Die entspannteste Variante. Du hast einen Festpreis in der App und musst nicht verhandeln. Es gibt am Flughafen spezielle Treffpunkte für Uber-Fahrer.
Offizielle Taxis: Die weiß-blauen Taxis warten vor den Terminals. Wichtig: Handle den Preis unbedingt vor der Abfahrt aus, wenn kein Taxameter genutzt wird.
Hotel-Pick-up: Viele Hotels bieten einen Pick-up-Service an. Das ist oft teurer, aber nach einem langen Flug die stressfreieste Methode.
Fortbewegung in der Stadt: Uber, Metro und das Verkehrschaos
Der Verkehr in Kairo ist legendär und folgt seinen eigenen Regeln.
Uber: Auch innerhalb der Stadt ist Uber unser Favorit, sofern du keine Tour mit Fahrer gebucht hast. Uber ist günstig, klimatisiert und erspart dir Preisdiskussionen.
Metro: Kairo hat ein gut ausgebautes Metrosystem. Es ist die schnellste Art, den Stau zu umfahren, besonders wenn du vom Tahrir-Platz in Richtung Alt-Kairo oder Maadi willst. Es gibt übrigens spezielle Wagen nur für Frauen.
Zu Fuß: In Vierteln wie Downtown oder dem islamischen Kairo kannst du viel erlaufen, aber sei vorsichtig beim Überqueren der Straßen – Ampeln sind eher Dekoration. Schließ dich am besten Einheimischen an, wenn sie die Straße überqueren. Und
Die monumentalen Highlights: Im Schatten der Ewigkeit
Nichts bereitet dich auf den Moment vor, in dem du zum ersten Mal die Silhouette der Pyramiden am Ende einer ganz normalen Stadtstraße auftauchen siehst. Sie sind nicht nur Grabstätten, sondern mathematische und logistische Wunderwerke.
Das Gizeh-Plateau: Tipps für den perfekten Besuch
Das Gizeh-Plateau ist weit mehr als nur der Standort der Pyramiden und der Sphinx. Es ist ein riesiges Areal am Rande von Kairo, das als die bedeutendste Nekropole (Totenstadt) des Alten Reiches gilt. Wenn du dort stehst, spürst du förmlich das Gewicht von über 4.500 Jahren Geschichte.
Die drei großen Pyramiden: Cheops, Chephren und Mykerinos
Die Cheops-Pyramide ist das einzige noch erhaltene Weltwunder der Antike. Sie besteht aus etwa 2,3 Millionen Steinblöcken und war jahrtausendelang das höchste Bauwerk der Welt. Sie ist aktuell etwa 138 Meter hoch. Ursprünglich war sie mit ca. 146,6 Metern noch ein ganzes Stück imposanter.
Weil Sie auf einem etwa 10 Meter höheren Felssockel steht, wirkt die Chephren-Pyramide oft höher als die des Cheops. Sie misst heute rund 136 Meter bei einer ursprünglichen Höhe von ca. 143,5 Metern. Du erkennst die Chephren-Pyramide leicht an den Resten der Kalksteinverkleidung an ihrer Spitze.
Die Mykerinos-Pyramide ist die kleinste der drei Hauptpyramiden. Sie ist bekannt für ihre Verkleidung aus rotem Granit im unteren Bereich und heute etwa 62 Meter hoch. Ihr ursprüngliches Maß lag bei ca. 65 bis 66 Metern.
Zusätzlich findest du auf dem Plateau die Große Sphinx, mehrere kleinere „Königinnen-Pyramiden“, die Überreste von Totentempeln und weite Grabfelder (Mastabas) für hohe Beamte.
Die Große Sphinx:
Die Große Sphinx von Gizeh ist eines der beeindruckendsten und geheimnisvollsten Monumente der Menschheitsgeschichte. Sie thront am Westufer des Nils und bewacht seit Jahrtausenden das Plateau von Gizeh.
Die Sphinx stellt einen liegenden Löwen mit einem Menschenkopf dar. Diese Kombination symbolisiert im alten Ägypten die Vereinigung von physischer Kraft (Löwe) und geistiger Überlegenheit sowie göttlicher Macht (Pharao).
Mit einer Länge von etwa 73 Metern und einer Höhe von rund 20 Metern gehört sie zu den größten monolithischen Statuen der Welt. Sie wurde nicht aus einzelnen Steinen gemauert, sondern direkt aus dem anstehenden Kalksteinfelsen des Plateaus gehauen. Das ist auch der Grund für ihre starke Erosion, da die verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich hart sind.
Das Ägyptische Museum (Tahrir) und das Grand Egyptian Museum (GEM)
Das Ägyptische Museum (Tahrir) – Ein Hauch von Indiana Jones
Das klassische Museum am Tahrir-Platz, ein wunderschöner, dunkelroter Kolonialbau, wirkt fast wie ein riesiges Antiquitätenlager. Hier spürst du den Charme vergangener Entdeckerzeiten. Auch wenn viele Stücke ins neue Museum umgezogen sind, lohnt sich ein Besuch wegen der einzigartigen Atmosphäre. Die schiere Menge an Statuen, Sarkophagen und Alltagsgegenständen ist überwältigend. Es fühlt sich an wie eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert der Archäologie.
Das Grand Egyptian Museum (GEM) – Die Zukunft der Geschichte
Dieses Milliardenprojekt ist ein Statement. Es liegt direkt bei den Pyramiden und ist das größte archäologische Museum der Welt.
Schon die Fassade mit ihren Motiven ist beeindruckend. In der Haupthalle wirst du von einer gigantischen Statue von Ramses II. begrüßt.
Das absolute Highlight ist natürlich die Ausstellung der Tutanchamun-Sammlung, die in den neuen Räumlichkeiten wesentlich großzügiger präsentiert wird als vorher am Tahrir-Platz.
Die Zitadelle von Saladin und die Alabastermoschee
Hoch über der Stadt thront die mittelalterliche Festung, die über 700 Jahre lang der Regierungssitz Ägyptens war.
Die Mohammed-Ali-Moschee
Wegen ihrer Innenverkleidung wird sie auch Alabastermoschee genannt. Ihre gewaltige Kuppel und die spitzen Minarette prägen die Skyline Kairos. Vergiss nicht, deine Schuhe am Eingang auszuziehen oder Plastiküberzieher anzuziehen.
Von den Terrassen der Zitadelle hast du den wohl besten Panoramablick über ganz Kairo. An klaren Tagen kannst du in der Ferne sogar die Pyramiden von Gizeh am Horizont erkennen.
Das historische und islamische Kairo
In diesem Viertel schlägt das kulturelle Herz der Stadt. Es ist weniger ein Ort für klassisches Sightseeing, sondern eher ein Ort, den man mit allen Sinnen erleben muss.
Khan el-Khalili: Überleben auf dem größten Basar des Orients
Dieser Basar ist legendär und existiert bereits seit dem 14. Jahrhundert.
Hier findest du alles – von Gewürzen, Parfümölen und handgefertigten Lampen bis hin zu Souvenirs. Es ist laut, eng und bunt.
Handeln ist Pflicht. Der erste Preis, den man dir nennt, ist meistens viel zu hoch. Bleib freundlich, lächle und versuche, etwa auf die Hälfte oder zwei Drittel des Preises zu kommen.
Die Al-Muizz-Straße: Ein Freilichtmuseum islamischer Architektur
Gleich neben dem Basar beginnt die Shari’ al-Muizz. Sie gilt als eine der Straßen mit der höchsten Dichte an mittelalterlichen Monumenten in der islamischen Welt.
Baudenkmäler: Du läufst vorbei an prächtigen Moscheen, Madrasas (Schulen) und Sabils (historische Trinkbrunnen). Besonders beeindruckend ist der Komplex von Qalawun mit seinen filigranen Steinmetzarbeiten.
Abendstimmung: Wenn die Sonne untergeht und die Gebäude kunstvoll beleuchtet werden, entfaltet die Straße eine fast magische Atmosphäre.
Café El Fishawy
Das berühmteste Kaffeehaus Kairos. Es ist über 200 Jahre alt und hat 24 Stunden am Tag geöffnet. Gönn dir dort einen Minztee oder einen starken arabischen Kaffee und beobachte das Treiben.
Al-Azhar-Moschee
Sie ist eine der ältesten und bedeutendsten islamischen Institutionen weltweit. Gegründet im Jahr 970, dient sie gleichzeitig als Moschee und Universität. Der weiße Marmorhof ist ein Ort tiefer Ruhe inmitten des Stadtlärms.
Al-Azhar Park
Wenn dir der Trubel zu viel wird, ist dieser Park die perfekte Rettung. Er wurde auf einer ehemaligen Schutthalde errichtet und ist heute eine wunderschöne Gartenanlage.
Von hier aus hast du zum Sonnenuntergang einen fantastischen Blick auf die Zitadelle und hörst den Gebetsruf von Hunderten Minaretten gleichzeitig über die Stadt schallen – Gänsehaut garantiert!
Das koptische Viertel (Alt-Kairo)
Dieser Teil der Stadt ist für Christen, Muslime und Geschichtsinteressierte gleichermaßen bedeutend, da er auf den Ruinen der römischen Festung Babylon erbaut wurde.
Die Hängende Kirche (Al-Muallaqa)
Sie ist die berühmteste Kirche Kairos und trägt ihren Namen nicht ohne Grund: Sie wurde über den Torbauten der römischen Festung errichtet.
Wenn du die Treppen hinaufsteigst, kannst du durch Glasböden im Inneren sehen, wie die Kirche förmlich über den alten Mauern „hängt“. Die kunstvollen Ikonenwände aus Ebenholz und Elfenbein sowie die hölzerne Decke, die an die Form der Arche Noah erinnert, sind bewundernswert.
Die koptischen Klöster und das Koptische Museum
Um die tiefe Geschichte der ägyptischen Christen zu verstehen, ist dieses Museum ein Muss.
Das Museum beherbergt die weltweit bedeutendste Sammlung koptischer Kunst. Du siehst hier wunderschöne Textilien, Handschriften und filigrane Holzschnitzereien, die zeigen, wie sich altägyptische Symbole (wie das Ankh) mit dem christlichen Kreuz vermischten.
In der Nachbarschaft befinden sich mehrere aktive Klöster. Oft darfst du einen Blick in die Höfe werfen, die kleine Oasen der Ruhe sind.
Ein Ort des Friedens: Die St. Sergius und Bacchus Kirche
Diese Kirche ist für viele Pilger der wichtigste Punkt im Viertel.
Nach der Überlieferung soll die Heilige Familie (Maria, Josef und das Jesuskind) während ihrer Flucht nach Ägypten genau hier in einer Krypta Zuflucht gefunden haben. Du kannst in die kleine Kapelle hinuntersteigen, die sich direkt unter dem Altarraum befindet. Die Atmosphäre dort unten ist unglaublich andächtig und kühl, egal wie heiß es draußen ist.
Das moderne Leben und Kulinarik
Downtown Kairo: Koloniales Flair und Pariser Architektur
Das Zentrum von Kairo (Wast el-Balad) wurde im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild von Paris entworfen.
Schlendere durch die Straßen rund um den Talaat Harb Square. Du wirst beeindruckende Fassaden im Art-déco- und Beaux-Arts-Stil sehen, die zwar etwas verstaubt sind, aber immer noch einen gewaltigen Charme versprühen.
Besuche das berühmte Café Riche. Hier trafen sich früher Revolutionäre, Schriftsteller und Künstler. Es ist der perfekte Ort, um bei einem Kaffee die Geschichte der Stadt einzuatmen.
Street Food Guide: Koshary, Falafel und Ful Medames
Du kannst Kairo nicht verlassen, ohne die lokalen Spezialitäten probiert zu haben. Das Essen ist günstig, sättigend und unglaublich würzig.
Koshary: Das Nationalgericht! Eine wilde, aber köstliche Mischung aus Reis, Nudeln, Linsen und Kichererbsen, getoppt mit einer scharfen Tomatensauce und Röstzwiebeln. Such dir eine Koshary-Kette wie Abou Tarek – dort ist es ein Erlebnis für sich.
Ta’ameya (Ägyptische Falafel): Im Gegensatz zu den libanesischen Falafel werden sie in Ägypten aus getrockneten Saubohnen (Fava-Bohnen) statt Kichererbsen gemacht. Sie sind innen grüner und fluffiger.
Ful Medames: Ein Brei aus Saubohnen, oft mit Olivenöl, Knoblauch und Zitrone verfeinert. Das klassische Frühstück der Ägypter, das dich den ganzen Tag über satt hält.
Die besten Rooftop-Bars mit Blick auf den Nil
Wenn die Sonne untergeht, zeigt sich Kairo von seiner glamourösen Seite.
Zamalek: Dieses Viertel auf einer Insel im Nil ist das „hippe“ Kairo. Hier findest du viele schicke Cafés und Bars.
Es gibt zahlreiche Rooftop-Bars (z.B. im Ritz-Carlton, im Novotel oder in kleineren Boutique-Hotels in Zamalek), von denen aus du den Nil und das Lichtermeer der Stadt überblicken kannst. Ein kühles Getränk bei dieser Aussicht ist der perfekte Abschluss für einen chaotischen Tag.
Ausflüge in die Umgebung
Saqqara und Memphis: Die ältesten Bauwerke der Menschheit
Bevor die großen Pyramiden von Gizeh gebaut wurden, war Saqqara der Ort des Geschehens. Es ist die riesige Totenstadt der alten Hauptstadt Memphis.
Die Stufenpyramide des Djoser
Sie ist das erste große Steinbauwerk der Weltgeschichte. Erst vor wenigen Jahren wurde sie nach langer Restaurierung wieder für Besucher geöffnet.
Die Unas-Pyramide
Von außen eher unscheinbar, beherbergt sie im Inneren die ältesten „Pyramidentexte“ – wunderschöne Hieroglyphen, die wie frisch gemeißelt wirken.
Memphis
Hier kannst du die Ruinen der einstigen Hauptstadt besichtigen, darunter eine gigantische, liegende Statue von Ramses II., die dich allein durch ihre Größe sprachlos machen wird.
Dahshur: Die Knickpyramide und die Rote Pyramide
Die Knickpyramide zeigt den spannenden Moment, als die Architekten merkten, dass der Winkel zu steil war und sie ihn mitten im Bau anpassen mussten.
Da das Ergebnis Pharao Snofru offensichtlich nicht zufrieden stellte, gab er nur 2 km weiter nördlich eine weitere Pyramide in Auftrag. So wurde die Rote Pyramide die erste geometrisch „wahre“ Pyramide der Welt. Sie ist zwar nicht so steil und hoch wie die spätere Cheops-Pyramide, dafür aber bautechnisch extrem solide.
Hier darfst du oft fast allein in die Grabkammer hinabsteigen. Es ist ein echtes Abenteuer-Feeling, wenn man durch die langen, tiefen Gänge kriecht.
Ein Abend auf einer Feluke: Segeln auf dem Nil
Das ist der ultimative Kontrast zum Stadtlärm. Eine Feluke ist ein traditionelles ägyptisches Segelboot aus Holz. Es gibt keinen Motor. Du gleitest nur mit der Kraft des Windes über den Nil, während die Skyline von Kairo langsam an dir vorbeizieht.
Die beste Zeit ist kurz vor Sonnenuntergang. Du kannst dir einfach am Nilufer (besonders in Garden City oder Maadi) ein Boot für eine Stunde mieten. Bring dir am besten ein paar Snacks und Getränke mit und genieße die Ruhe auf dem Wasser.
Praktische Tipps & Verhaltensregeln
Kairo ist gastfreundlich, folgt aber kulturell anderen Regeln als Europa. Wenn du diese Tipps beherzigst, wirst du überall mit einem Lächeln empfangen.
Kleidung und Etikette in einer islamischen Megacity
Ägypten ist ein konservatives Land. In Kairo ist die Kleiderordnung zwar entspannter als in ländlichen Regionen, aber Respekt ist der Schlüssel.
Bezüglich der Kleidung gilt als Faustregel: Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Das gilt für alle Geschlechter. Frauen fahren mit lockeren Leinenhosen oder langen Röcken und einem T-Shirt am besten.
Für Moscheebesuche sollten Frauen immer einen leichten Schal dabeihaben, um die Haare beim Betreten einer Moschee zu bedecken. Die Schuhe werden am Eingang abgegeben (oft gegen ein kleines Trinkgeld) oder in die Hand genommen.
Händchenhalten ist bei Paaren meist okay, aber Küssen oder intensives Kuscheln in der Öffentlichkeit wird ungern gesehen und sollte vermieden werden.
Trinkgeld (Bakschisch) und Handeln: Ein kleiner Knigge
Das Wort Bakschisch wirst du oft hören. Es ist eine Mischung aus Trinkgeld, Almosen und einer Gebühr für kleine Gefälligkeiten.
Ob für den Toilettenwärter, den Mann, der dir im Museum den Weg zeigt, oder den Kofferträger – hab immer ein paar kleine Scheine (5, 10 oder 20 EGP) parat.
Auf dem Basar ist Handeln ein Sport. Bleib immer höflich und humorvoll. Wenn der Preis dir zu hoch ist, sag freundlich „La, shukran“ (Nein, danke) und geh weiter. Oft wird dir der Verkäufer dann mit einem besseren Preis hinterherlaufen.
Sicherheit und Gesundheit: Worauf du achten solltest
Trink niemals Leitungswasser! Nutze es auch nicht zum Zähneputzen, wenn du einen empfindlichen Magen hast. Eiswürfel in touristischen Restaurants sind meist sicher, aber im Zweifelsfall lieber „without ice“.
Ansonsten gilt: Cook it, peel it or forget it.
Kairo ist für Touristen grundsätzlich sicher, besonders in Bezug auf Gewaltkriminalität. Taschendiebe gibt es in Menschenmengen (wie überall auf der Welt). Die größte Gefahr in Kairo ist tatsächlich der Straßenverkehr – schau lieber dreimal, bevor du die Straße überquerst!
Alleinreisende Frauen: Du wirst wahrscheinlich öfter angesprochen („Hello, welcome!“). Ein höfliches, aber bestimmtes Ignorieren oder ein kurzes Kopfnicken reicht meistens aus, um weiterzugehen.
Hotels in Kairo
In Kairo kommt es bei der Hotelwahl sehr darauf an, was du erleben möchtest. Suchst du das pulsierende Stadtleben am Nil oder möchtest du morgens mit Blick auf die Pyramiden aufwachen?
Luxus & Zentral (Nil-Blick)
Wenn du mitten im Geschehen sein willst, sind die Hotels direkt am Nil oder am Tahrir-Platz ideal. Von dort aus kannst du das Ägyptische Museum oft zu Fuß erreichen.
Steigenberger Hotel El Tahrir Cairo: Ein modernes 4-Sterne-Haus (mit 4,8 Sternen hervorragend bewertet). Es liegt direkt am Tahrir-Platz, ist sehr elegant und bietet einen Außenpool sowie einen tollen Blick auf die Stadt.
Ramses Hilton: Ein klassisches 5-Sterne-Hotel direkt am Nilufer. Es ist groß, bietet viel Komfort und eine beeindruckende Aussicht auf den Fluss.
Es gibt aber noch viele andere Hotels in Kairo.
Tipp für Pyramiden-Fans (Gizeh)
Falls dein Fokus auf den Pyramiden liegt, solltest du für ein oder zwei Nächte nach Gizeh ziehen:
Marriott Mena House: Das ist das legendärste Hotel direkt am Fuße der Pyramiden. Wenn du dort auf der Terrasse frühstückst, hast du das Gefühl, die Cheops-Pyramide fast berühren zu können. Leider hat das auch seinen Preis.
Es gibt noch viele weitere Hotels in Pyramiden-Nähe.




























