Pirschfahrt im Arusha NP
Noch mit den Gedanken ganz beim Zähneputzen mit Sodomsapfel sind wir wieder beim Momella Gate angekommen. Safari und Zähneputzen, auch das geht zusammen. Ich bin immer wieder begeistert von der Natur, der Heilkunde und seinen Bewohnern, ob Mensch oder Tier. Am Momella Gate saßen viele der anderen Ranger gemeinsam mit Elly im Schatten und genossen noch den letzten Kaffee. Elly hatte gerade diese zwei Stunden dazu genutzt wieder mehr über den Arusha NP zu erfahren, wo sich aktuell die Giraffen aufhalten, wo die vielen Affen-Familien anzutreffen sind und ob viele Flamingos an den Momella Seen anzutreffen sind. Nun noch einmal schnell auf die Toilette und dann ging es auch schon weiter im LandCruiser ab zu den Momella Seen.
Vom Momella Gate zu den Momella Seen
Vom Momella Gate ging es nun nach rechts ab zu den Seen. Für einen kurzen Moment konnten wir links die Hatari Lodgeerkennen. Aber ohne Elly hätte ich kein Foto gemacht und hätten es auch nie erfahren. Aber so wurde es neben vieler anderer auch ein Highlight. Kennen wir doch den Hatari Film und eben den Schauspieler Hardy Krüger. Gerade dieser Film, man mag ihn mögen oder nicht, hatte damals Afrika in unsere Wohnzimmer gebracht. Bei einem unserer nächsten Reisen nach Tansania werden wir auch die Hatari Lodge mit einplanen. Unser Weg führte uns nun direkt an den großen Wegweiser für die vielen Seen. Wir sind dann nach links abgebogen hin zum großen Momella See. Die große Attraktion an den Momella Seen sind die vielen Flamingos. In einem meiner anderen Artikel hatte ich bereits einmal über Flamingos berichtet. Hier bietet sich den Flamingos ein sehr guter Lebensraum. Die Seen sind alkalisch, salzhaltig und werden auch mit Grundwasser gespeist. Das Nahrungsangebot ist hier sehr groß und auch die variierende Wassertiefe ermöglicht es den Flamingos gut an ihre Nahrung zu kommen. Im flacheren Teil sind sie permanent mit dem Schnabel vorn über gebeugt im Wasser und suchen nach Krebsen und Algen. Aber sie stehen nicht einfach ruhig da. Sie sind durchgehend in Bewegung.
Steppende Flamingos
Die Flamingos waren permanent in Bewegung. Zu zweit oder in kleinen Gruppen aber immer rhythmisch. Und klar, der Kopf nach unten und der Schnabel durchgehend im Wasser. Unsere heimischen Störche machen es auch mehr oder weniger, aber so extrem eben dann doch nicht. „Damit wirbeln sie die Krebse und Algen auf und nehmen sie dann mit ihren großen Schnäbeln auf“ so erzählte es uns Elly. Die Flamingos hatten es Elly angetan. So saß er eher still vorne am Steuer und blickte rüber auf den See. Die ersten Flamingos waren weiter hinten auf dem See und nur mit unserem guten Zoom konnten wir gute Fotos und Videos machen. Mit einem Handy eher schwierig. Und dann ging es los. Elly zückte sein Handy und sein Fernglas. Im Autoradio lief bereits ein afrikanischer Song, ganz nach „König der Löwen“ und dann ging es los. Er stellte sein Fernglas auf die Flamingos ein und dann hielt er sein Handy an das Fernglas und machte eine Aufnahme. Faszinierend. Steppende, tanzende Flamingos nach afrikanischer Musik.
Nach der Musik wirkten die Flamingos nun ganz anders. Zu den Rhythmen führten sie ihre Bewegungen aus. Sie steppten alleine, sie steppten zu zweit und in Gruppen. Beeindruckender wurde es dann noch durch vielen Spiegelungen im Wasser. Die ersten Flamingos hatten nur eine schwache rosa Färbung. Im „Big Momella Lake“ war die Färbung schon sehr viel stärker. Und dann wieder standen die Flamingos nur ganz ruhig im Wasser. Nur auf einem Bein. Durch das ruhige Wasser und die starke Rosa-Färbung wirkten die Wasserspiegelungen noch imposanter. Und ganz unscheinbar gab es an den Ufern einige Reiher. Auf einem Zweig nur mit einem Bein stehend, das ist schon eine Kunst.
Zurück durch die kleine Serengeti
Und wieder waren dort die Giraffen. Sie trotteten ganz langsam vor uns über die Schotterpiste. Sie standen inmitten der vielen Sträucher und nur die langen Hälse ragten hinaus. Dann kam ganz langsam ein Giraffenweibchen über den Weg getrottet. Als sie zwischen den Sträuchern verschwand sahen wir links einen kleinen Giraffen-Kopf. Ein kleiner Kopf zwischen den Sträuchern. Es war eine noch sehr junge Giraffe. Klein und knuddelig gegenüber der 5 Meter Gigantin.
Und einen Moment später kam „Radio Afrika“ hinterhergelaufen. Genau das macht „Small Serengeti“ aus, die kleine Tierwelt inmitten der großen. Dann wieder die vielen Diadem-Meerkatzen und Paviane. Auch sie gehören hier in die kleine Serengeti.
Im Zwiegespräch mit Affen
Direkt am Wegesrand in Baumwipfeln entdeckte Elly einige Diadem-Meerkatzen. Elly entgeht eben nichts. Einer der Affen saß sehr imposant auf einem der Zweige. Elly hielt den Landcruiser an und wir machten unsere Fotos. Ok, es sind halt Affen, so dachte ich nur bei mir. Jetzt können wir auch weiterfahren, ist nicht so spannend. Aber da habe ich die Rechnung ohne Elly gemacht. Elly drehte das Fenster vom Beifahrersitz runter und dann legte er los.
Er fing an zu Unken. Ja, du liest richtig. Elly, der Allrounder fing an zu Unken.
Der Affe war ganz irritiert und blickte nach links, nach rechts, nach vorne und hielt inne. Wo, wo ist der Kontrahent? Wo ist der Kollege? Dann legte auch der Affe los und antwortete. Über was sie sich nun unterhalten hatten, ich glaube das wusste Elly auch nicht so genau. Elly und der Affe im Zwiegespräch und genau das funktionierte. Und wir machten Videos. Es war einfach so beeindruckend. Elly erzählte uns dann später „nur diese Diadem-Meerkatzen können so unterschiedliche Laute von sich geben und einige Laute klingen sogar wie menschliche Schreie. So habe ich mir die Laute auch angeeignet. Und es funktioniert!“, sagte Elly. Ja, es funktionierte. Ab sofort sah ich diese Diadem-Meerkatzen mit anderen Augen und so bleiben sie im Kopf.
Stau auf der Schotterpiste
Wir sahen es schon von weitem. Die Schotterpiste ist belegt. Vor uns saß nun eine ganze Pavian-Familie auf der Piste. Ganz genügsam kümmerten sie sich umeinander. Die Älteren machten Fellpflege bei den Kleinen. Einige Ältere saßen in Habachtstellung mit Blick in alle Richtungen. Als wir uns nun der Gruppe näherten passierte nichts. Ja es passierte Nichts. Die Paviane hatten gelernt, die vielen LandCruiser mit ihren Touristen sind keine Bedrohung. Und so blieben sie sitzen und wir standen im Stau. Aber irgendwie musste es ja weiter gehen und so fuhr Elly im Stotter-Tempo an die Paviane heran und Pavian für Pavian versuchte er so dazu zu überreden, doch den Weg frei zugeben. Auch wenn es lange dauerte für uns war es die Gelegenheit die Paviane genauer zu studieren und zu fotografieren.
Dann kam auch schon das Ngongongare Gate und auf dem direkten Wege ging es zurück in die Arumeru River Lodge.
Den Abend ließen wir dann bei dem guten Abendessen ausklingen.






