Tansania hat mehr als 60 Millionen Einwohner, sehr viele Fortbewegungsmittel und natürlich noch viel mehr Tiere.
Diese vielen Fortbewegungsmittel mit ihren Menschen machen das Straßenbild hier zu etwas ganz besonderem. Dieses Straßenbild unterscheidet sich ganz stark von dem unseren. Die Straße ist aufgeteilt in linke und rechte Spuren, klar so wie bei uns. Dann ganz außen jeweils ein kleiner Streifen für langsam fahrende Fahrzeuge. An allen Seitenstreifen in der Stadt und den umliegenden Regionen bieten Händler ihre Waren an. So herrscht hier immer ein reges Treiben an den Straßen. Die Menschen tummeln sich direkt neben den stark befahrenden Straßen. Innerorts und außerorts kommen dann noch die vielen Hirten mit ihren Rinder- und Ziegenherden dazu.
Erlebe Tansania hautnah
Neben der Straße bewegen sich auch viele Menschen zu Fuß vorwärts. Ein buntes Bild gerade am Nachmittag wenn die vielen Kinder aus der Schule kommen. Kinder in ihren Schuluniformen, Männer und Frauen in ihrer Massai-Tracht und alle tragen zu dem kunterbunten Straßenbild bei.
Dazu kommen nun auch noch die vielen verschiedenen Fortbewegungsmittel, die sich alle auf den Straßen tummeln. LKWs, LandCruiser der Safari-Touren und auch normale Autos. Dann die vielen Motorrad-Taxis, die vielen Dala-Dala’s und ein permanentes Gewusele der Bajaji’s oder Tuk-Tuk’s. Das sind dreirädrige, motorisierte Gefährte, die auch als Autorikscha bekannt sind. Sie nutzen meistens die Schleichspur. Fahrräder? Fehlanzeige. Und E-Bikes und E-Roller gibt es gar nicht.
Die Dala-Dala’s in Tansania
Ihr werdet jetzt denken „Was sind bloß Dala-Dala?“ Ein Dala-Dala ist ein Kleinbus in denen bis zu x Personen Platz nehmen können. Die modernen haben einen seitlichen Einstieg, wie unsere Busse in Europa auch. Die historischen, welche wir auf dieser Reise noch viel auf Sansibar zu sehen bekommen hatten, haben ihren Ein- und Ausstieg hinten. Alle paar Minuten oder sogar im Sekundentakt taucht ein Dala-Dala auf. Jeder Dala-Dala möchte der schnellste sein im Aufsammeln der Fahrgäste. Zeit ist Geld und Fahrgäste bringen Money. Nur ein aufgesammelter Fahrgast ist ein guter Fahrgast! Es gibt keine festen Haltestellen, dort wo du stehst und die Hand hebst ist auch die Haltestelle und die Dala-Dala’s werden, ganz egal wo auch immer, halten und dich dann mitnehmen.
Aber wo später angehalten wird zum Aussteigen bestimmt der Fahrer vom Dala-Dala. Du kannst deinen Wunsch äußern, aber wenn in unmittelbarer Nähe schon wieder Fahrgäste warten dann wird er dich nicht vorher rauslassen, sondern du musst mit zu diesem Stopp fahren. Denn der nächste Dala-Dala lässt ja nicht auf sich warten und jeder möchte der erste sein und so schnell wie möglich so viele wie möglich aufsammeln.
Neben den normalen Dala-Dala’s gibt es auch große und auch welche die längere Strecken, wie zum Beispiel von Arusha nach Karatu, fahren.
Tansania – auch Regeln müssen sein
Jetzt könnte man glauben es läuft hier alles unkontrolliert ab, aber weit gefehlt. Es gibt Verkehrsregeln wie bei uns und diese werden auch überwacht. Die Polizeipräsenz ist hier sehr hoch. Immer wieder gibt es Polizeikontrollen an den Straßen zur Kontrolle der Fahrzeuge und das Anhalten wegen einer Geschwindigkeitsübertretung. So werden auch Radargeräte wie Radarpistole genutzt, aber nicht einfach aus dem Auto oder gar Polizeiauto heraus. Hier kann es sein dass ein – ich nehme an – Polizist in Massai-Tracht am Straßenrand die Geschwindigkeit überwacht. Das ist dann wirklich kaum vorher zu erkennen. Jedenfalls nicht für ungeübte, europäische Augen. Und wie in Deutschland auch warnt man sich gegenseitig vor den Kontrolleuren. Es wird per Funk gewarnt, es werden Handzeichen durchs Fenster gegeben, es werden durchs Fenster Worte auf Swahili geschmettert und es wird per Lichthupe gewarnt.
In jeder noch so kleinen Stadt wird das Straßenbild ganz besonders durch die vielen, ich sage mal, Verkaufsstände geprägt. Es wird einfach alles angeboten, ob Obst und Gemüse, ob selbst gefertigte Möbel, ob Kleidung jeglicher Art. Ob in festen Verkaufshütten, ob auf Tischen oder auf Decken ausgebreitet. Jeder hat hier irgendwie seinen Platz gefunden und will seine Waren an die Frau oder den Mann bringen. Dann gehören auch die vielen Tiere, Rinder, Ziegen, Schafe und Hunde zum Straßenbild. Rinder, welche angebunden sind, Ziegen, welche nach dem letzten Grashalm suchen und Massai, ob Groß und Klein, gehören natürlich auch dazu.
Während Elly, unser Guide, sich im Straßenverkehr orientiert hatte erzählte er ganz nebenbei auch etwas über Tansania. So lehnte ich mich zwischen die Sitze nach vorne um seinen Worten besser lauschen zu können und um auch schnell ein paar Fotos durch Frontscheibe machen zu können.








