Giraffen in der Savanne der Tarangire
Nach der Mittagspause in der Tarangire Safari Lodge ging es wieder runter und dann rechts rum in Richtung Tarangire Fluss. Wie wir schon von oben einen einsamen Giraffen-Bullen den Tarangire Fluss durchqueren gesehen hatten, so war jetzt natürlich klar, da sind auch Giraffen-Herden. Kurz bevor wir nun zum Tarangire Fluss kamen wurden viele Giraffen auf der Gras-Savanne unsere Begleiter.
Giraffen-Bulle leckt seine Wunden oder?
Nicht weit von uns stand ein Giraffen-Bulle, ein Bulle mit vielen Begleitern. Der Giraffen-Bulle war von seinen Begleitern sichtlich genervt. Und jetzt denkt ihr bestimmt, welche Begleiter nur?
Der Giraffen-Bulle wurde umschwärmt von Fliegen, Mücken. Er drehte den Hals hin und her, machte seine Augen zu, versuchte seine Ohren zu schließen. Ja, Giraffen können ihre Ohren einklappen. Echt interessant.
Aber der Bulle tat mir bei so vielen Fliegen-Plagegeister richtig leid. Und dann war klar, was hier so los gewesen sein musste. Warum die vielen Fliegen den Bullen aktuell so abgöttisch liebten.
Der Giraffen-Bulle war wohl noch sehr geschwächt von seinem letzten Kampf mit einem Kontrahenten. Und ja, einige Verletzungen hatte er auch davongetragen. Aus einer Wunde an der linken Schulter blutete er sogar noch.
Das rief dann auch die anderen Begleiter, die Madenhacker, auf den Plan. Die Madenhacker waren auf dem Hals und dem Rücken regelrecht aufgereiht. Und in der offenen Wunde hatte sich auch ein Madenhacker genüsslich zu schaffen gemacht.
Bei so vielen Madenhackern können die Wunden echt schlecht abheilen. Denn die Madenhacker sind auch dafür bekannt in offenen Wunden das Blut zu genießen und so versuchten die Madenhacker immer die Wunden offen zu halten.
Minuten später hatte sich der Giraffen-Bulle doch wieder erholt und trottete wieder zurück in den Schutz der vielen Bäume und Sträucher. Das ist Natur, nicht immer kuschelig.
Das Haar-Büschel macht den Giraffen-Unterschied
Elly hatte uns die Zeit gegeben diese Giraffen genauestens zu beobachten. Der Giraffen-Bulle war schon einmal sehr interessant. Er ist zwar schon ein wenig weiter getrottet, aber sehen konnten wir ihn der Ferne doch noch. Jetzt stand ganz bei uns in der Nähe noch eine zierliche Giraffe.
Ein süßes kleines zierliches Giraffenweibchen. Alles sah an ihr besonders aus. Die besondere Fellzeichnung in gefransten klaren dunkelbraunen Flecken, welche durch die hellen Umrandungen in einer klaren Struktur erscheinen. Dann die volle hellbraune Mähne, welche über den gesamten Hals verlief. Diese volle Mähne lässt doch das Herz eines jeden Pferde-Liebhabers höherschlagen. Und nun ging unser Blick auf die wichtigen Haarbüschel auf die es, ob weiblich oder männlich, ankommt. Dieses Giraffen-Weibchen hatte so wunderschöne buschige Haarbüschel auf den Hörnern. „So kann ich aus der Ferne schon das Geschlecht schnell erkennen. Mit Haarbüschel eben weiblich!“, lachte Elly.
So wie bei den Löwen die Löwenmähne ein Männchen ausmacht so ist es bei den Giraffen genau anders herum. Die fehlenden Haarbüschel auf den Hörnern machen ein Männchen aus. Über die vielen Kämpfe mit Kontrahenten nutzen sich die buschigen Haarbüschel auf den Hörnern ab. Und klar, so kann man bereits von weitem erkennen, ob Männlein oder Weiblein. Aber natürlich ist auch der Körperbau bei den weiblichen Giraffen viel graziöser und sie werden auch nicht so groß wie ihre männlichen Verwandten.
Zwei Giraffen-Bullen kämpfen
Der große Giraffen-Bulle trottete davon, das kleine Giraffen-Weibchen blieb, aber der Blick ging jetzt rüber zu zwei Giraffen-Bullen. Für uns sahen sie sehr süß aus, so eng standen sie beieinander.
„Das ist nicht harmlos, die kämpfen“ meinte Elly.
Ähhh, die kämpfen, ach quatsch, dachte ich. Aber ich wurde wieder eines Besseren belehrt.
„Sie müssen mit ihren Körpern haushalten. Sie müssen auf ihren hohen Blutdruck achten“, Elly war nun in seinem Element und ließ uns wieder an seinen Erfahrungen teilhaben. Es sah alles sehr slow-motion aus. Wir hatten nun Zeit diese beiden Giraffen-Bullen zu beobachten, Fotos und Videos zu machen und natürlich den Ausführungen von Elly zu lauschen. „Schaut, der Hieb von dem rechten Bullen, der saß“. Mit dem langen Hals mit den scharfen Hörner ging der Hieb rum um den anderen Bullen an die rechte Schulter. „Wenn sie mal einen richtigen Hieb setzen können, dann kann es auch zu richtigen Rissen kommen und im schlimmsten Fall auch zu Knochenbrüchen“.
Die Bullen, umarmend, herzlich anzusehen, slow-motion, aber so gefährlich!










