Der Arusha Nationalpark ist ein malerisches Schutzgebiet im Norden Tansanias. Er bietet eine Vielzahl von Landschaften, die von üppigen Wäldern über Seen bis hin zu grasbewachsenen Savannen reichen. Obwohl der Park weniger bekannt ist als die Serengeti oder der Ngorongoro-Krater, ist er ein verstecktes Juwel für Naturliebhaber, Wanderer und Abenteuerlustige.

Der Park liegt etwa 25 km nordöstlich von Arusha und 60 km vom Kilimandscharo entfernt.

Seine Größe beträgt 552 km².

Der majestätische Mount Meru (4.566 m), der zweithöchste Berg Tansanias, ist das Herzstück des Parks und eine großartige Alternative zum Kilimandscharo. Die Besteigung des Mount Meru dauert 3–4 Tage und bietet spektakuläre Ausblicke auf den Kilimandscharo.

Der Mount Meru ist ein aktiver Vulkan, dessen letzter Ausbruch vor etwa 100 Jahren stattfand. Sein asymmetrischer Krater ist durch eine Explosion entstanden, die die Ostflanke des Berges abgetragen hat, was zu einer halbkreisförmigen Formation führte. Diese Struktur ist besonders bei der Besteigung eindrucksvoll sichtbar.

Der Berg bietet eine beeindruckende Vielfalt an Vegetation, die sich je nach Höhe verändert:

Savannen und offenes Buschland (1.500–2.000 m)
An den unteren Hängen gibt es Graslandschaften und Akazienwälder, in denen Tiere wie Giraffen, Zebras und Warzenschweine häufig anzutreffen sind.

Dichter Bergwald (2.000–3.000 m)
Dieser Bereich ist geprägt von tropischem Regenwald mit Moos, Farnen und Orchideen. Colobusaffen und Blauaffen sind hier oft zu sehen.

Heide- und Moorland (3.000–3.500 m)
Die Vegetation wird spärlicher, mit Heidekraut und Bergblumen wie Lobelien und Senecien. Nebel und kühle Temperaturen prägen diese Zone.

Alpine Wüste (ab 3.500 m)
Hier dominieren Felsen und kahle Flächen. Nur robuste Pflanzen und Flechten überleben in diesem harschen Klima.

Der Mount Meru und seine Umgebung sind ein Paradies für Wildtiere: Büffel, Elefanten, Giraffen und Leoparden kann man hier sehen. Besonders während der Wanderung sind Büffel häufig anzutreffen.
Schwarz-weiße Colobusaffen und Blauaffen schwingen sich durch die Bäume des Waldes.
Über 400 Vogelarten, darunter Turakos, Nashornvögel und Adler, machen die Region zu einem Traum für Vogelbeobachter.

Die Besteigung des Mount Meru ist anspruchsvoll, aber lohnend. Der Trek führt durch verschiedene Vegetationszonen und bietet spektakuläre Aussichten auf den Kilimandscharo. Die Wanderung dauert in der Regel 3–4 Tage. Führer und Ranger sind für Wanderungen erforderlich, besonders bei der Besteigung des Mount Meru.

Die häufigste Route ist die Momella-Route, die am Momella-Tor beginnt. Übernachtungen erfolgen in Berghütten wie der Miriakamba-Hütte (2.500 m) und der Saddle-Hütte (3.570 m).

Der Gipfel heißt Socialist Peak und bietet einen unvergesslichen Sonnenaufgang.

Im dichten Wald am Fuß des Mount Meru liegt der Tululusia-Wasserfall, der von Wanderern häufig besucht wird.

Die Region rund um den Mount Meru wird von den Maasai und anderen indigenen Gemeinschaften bewohnt. Kulturelle Begegnungen bieten Einblicke in traditionelle Lebensweisen.

Die Momella-Seen sind eine Gruppe von sieben flachen, alkalischen Seen im östlichen Teil des Arusha Nationalparks. Sie sind bekannt für ihre malerische Schönheit und die Vielfalt an Vogelarten, die sie beheimaten. Diese Seen bieten Besuchern eine friedliche und einzigartige Kulisse, eingerahmt von der imposanten Silhouette des Mount Meru im Hintergrund.

Die Momella-Seen sind vulkanischen Ursprungs und unterscheiden sich stark in ihrer Größe und Farbe. Die Farben der Seen können von türkisblau bis hin zu grün variieren, abhängig von den Mineralien im Wasser und dem Licht. Die Alkalinität der Seen macht sie ungeeignet für die meisten Fischarten, doch sie sind ein Paradies für Vogelarten und andere Wildtiere.

Die sieben Seen

Kleiner und großer Momella-See: Die größten Seen der Gruppe, die häufig von Flamingos besucht werden. Der Große Momella-See ist besonders bekannt für Bootsfahrten.
Tulusia-See: Klein, aber oft von Tierherden umgeben.
Lekandiro- und Kusare-See: Sie ziehen vor allem Wasservögel an.
El Kekhotoito- und Rishateni-See: Die kleinsten Seen, die besonders malerisch sind.

Die Momella-Seen sind ein Hotspot für Wildtiere, insbesondere Vögel. Große Kolonien von Zwerg- und Rosaflamingos kommen hierher, um Algen zu fressen. Pelikane, Kormorane, Gänse und Reiher sind häufig zu sehen. Selten sind der afrikanische Fischadler und der Graukopfliest zu sehen.

Zebras und Büffel grasen oft in der Nähe der Seen. Warzenschweine und Giraffen können in den umliegenden Graslandschaften gesichtet werden.

Die Momella-Seen bieten zahlreiche Möglichkeiten, die natürliche Schönheit der Region zu erleben, u.a. Bootsfahrten auf dem Großen Momella-See.

Besonders in den Morgen- und Abendstunden ist die Vielfalt an Vögeln atemberaubend.

Rund um die Seen führen geführte Wanderungen durch die Savanne und das Grasland. Diese ermöglichen Begegnungen mit Wildtieren und eine Erkundung der Umgebung.

Die Spiegelung der Berge in den ruhigen Gewässern der Seen ist ein Traum für Fotografen. Die wechselnden Farben der Seen bei Sonnenauf- und -untergang sind besonders eindrucksvoll.

Der Ngurdoto-Krater, oft als „kleiner Ngorongoro“ bezeichnet, ist ein beeindruckendes geologisches Naturphänomen. Er entstand vermutlich durch vulkanische Aktivitäten und den anschließenden Einsturz eines Magmakessels. Diese Formation unterscheidet ihn von anderen großen Kratern wie den benachbarten Ngorongoro-Krater, der ein (eingestürztes) Kaldera-System darstellt.

Der Krater hat eine nahezu kreisrunde Form mit einem Durchmesser von etwa 3 Kilometern. Seine steilen Wände fallen in eine sumpfige, bewaldete Talsohle ab, die von kleinen Wasserläufen und üppiger Vegetation durchzogen wird. Die gesamte Kraterlandschaft ist von dichten Bergwäldern umgeben, die eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten beherbergen.

Der Kraterboden liegt auf einer Höhe von etwa 1.700 Metern über dem Meeresspiegel, während der Kraterrand bis zu 2.300 Meter erreicht. Die steilen Hänge und das feuchte Klima schaffen einzigartige Bedingungen für die Flora und Fauna.

Im Inneren des Kraters dominieren Sumpfgebiete, Graslandschaften und immergrüne Wälder. Der äußere Bereich ist von Bergwald geprägt, der von dichtem Buschwerk durchzogen ist.

Der Ngurdoto-Krater ist Heimat vieler Tierarten, darunter Büffel, Paviane, schwarz-weiße Stummelaffen und eine Vielzahl von Vogelarten. Elefanten und Leoparden können in der umliegenden Region ebenfalls beobachtet werden.

Besucher können den Krater von verschiedenen Aussichtspunkten am Rand aus bewundern, da der Zugang zum Kraterboden aus Naturschutzgründen nicht erlaubt ist. Geführte Wanderungen im umliegenden Wald und Pirschfahrten im Arusha-Nationalpark machen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.

Im Rahmen einer organisierten Safari sind die Unterkünfte in der Regel vorgegeben und nicht wählbar.

Wer „auf eigene Faust“ reist, übernachtet am besten in einer der zahlreichen Unterkünfte in Arusha und Umgebung.

Für die ca. 35 km vom Kilimanjaro International Airport bis zum Arusha NP braucht man ca. 45 Min.
Für lokale Flüge steht auch der Arusha Airport zur Verfügung. Er ist ein wenig weiter entfernt. 60 Min. Fahrzeit sollten eingeplant werden.
Straßenverbindung: Von Arusha aus gut erreichbar, ca. 45 Minuten Fahrzeit.
Im Park sind Safari-Fahrzeuge mit Allradantrieb empfehlenswert.
Bequeme Wanderschuhe, warme Kleidung für die Nächte und den Aufstieg auf den Mount Meru, Sonnenschutz (Hut, Sonnencreme), Fernglas für die Tier- und Vogelbeobachtung und eine Kamera mit Teleobjektiv sollten eingepackt werden.
Führer und Ranger sind für Wanderungen erforderlich, besonders bei der Besteigung des Mount Meru.
Man kann den Arusha NP sehr gut in eine mehrtägige Safari integrieren.
Generell lässt sich der Park das ganze Jahr über besuchen, da er durch sein mildes Klima und die ganzjährig hohe Tierdichte besticht. Beachtenswert ist, dass es zwei Regenzeiten gibt, da der Park in der tropischen Klimazone nahe dem Äquator liegt. Diese unterscheiden sich in ihrer Intensität und Dauer:

Kurze Regenzeit („Vuli“):

Zeitraum: Ende Oktober bis Dezember.
Kurze, leichte und oft sporadische Regenfälle, meist nachmittags oder abends.
Landschaft wird grün und die Vegetation erholt sich.
Aktivitäten wie Pirschfahrten oder Wanderungen sind gut möglich.

Lange Regenzeit („Masika“):

Zeitraum: März bis Mai.
Stärkere und häufigere Regenfälle, oft mit langen, anhaltenden Schauern.
Die Landschaft ist sehr üppig und sattgrün.
Wege können schlammig und schwer passierbar sein, was Wanderungen und Pirschfahrten erschweren kann.
Weniger Touristen, wodurch es ruhiger im Park ist.

Zwischen den Regenzeiten gibt es zwei Trockenperioden:

Lange Trockenzeit: Juni bis Oktober.

Beste Zeit für Pirschfahrten und Tierbeobachtungen, da sich die Tiere an den wenigen verbleibenden Wasserstellen sammeln.
Klarer Himmel und wenig Regen sind ideal für spektakuläre Ausblicke auf den Mount Meru und den Kilimandscharo.
Wanderungen (z. B. zum Ngurdoto-Krater oder auf den Mount Meru) sind angenehmer, da die Wege trockener und weniger rutschig sind.
Geringeres Malariarisiko durch reduzierte Anzahl von Mücken.

Die Vegetation ist allerdings weniger üppig und tendenziell sind die Landschaften weniger spektakulär.
Es kann kühler sein, besonders in den höheren Lagen (z. B. am Mount Meru).

Kurze Trockenzeit: Januar bis Februar.

Die kurze Trockenzeit, die üblicherweise von Januar bis Februar dauert, ist eine Übergangsphase zwischen der kurzen Regenzeit (Vuli, Oktober bis Dezember) und der langen Regenzeit (Masika, März bis Mai). Während dieser Zeit ist das Wetter relativ stabil, und die Landschaft zeigt eine Mischung aus üppigem Grün und beginnender Trockenheit.

Die Temperaturen sind tagsüber angenehm warm, meist zwischen 20–30 °C, nachts können die Temperaturen auf etwa 10–15 °C sinken, besonders in höheren Lagen.
Es gibt kaum oder nur sehr leichte, sporadische Regenfälle, überwiegend ist es sonnig oder leicht bewölkt.
Die Luftfeuchtigkeit ist mäßig und weniger drückend als während der Regenzeiten.

Die Vegetation ist noch grün und üppig, da sie sich während der kurzen Regenzeit regeneriert hat. Flüsse, Bäche und Wasserlöcher führen ausreichend Wasser, was die Landschaft lebendig erscheinen lässt. Blumen und frische Triebe verleihen der Umgebung zusätzliche Farbtupfer.

Tiere sind gut sichtbar, da sie sich häufig in der Nähe von Wasserquellen aufhalten.
Die kurze Trockenzeit bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, Pflanzenfresser wie Büffel, Giraffen und Antilopen zu beobachten.
Raubtiere wie Leoparden und Hyänen sind oft in den Morgen- und Abendstunden aktiv.
Viele Zugvögel sind noch anwesend, was diese Zeit für Vogelbeobachter besonders interessant macht.

Die kurzen Regenfälle haben die Straßen nicht so stark beeinträchtigt, sodass die meisten Wege gut befahrbar sind.
Klare Pfade und mildes Wetter machen Wanderungen zum Ngurdoto-Krater, den Momella-Seen oder sogar den Mount Meru angenehm.
Das Zusammenspiel von grünem Landschaftsbild, Tierwelt und oft klarer Sicht auf den Mount Meru und den Kilimandscharo macht diese Zeit ideal für Fotografen.

Arusha Nationalpark Galerie

Ähnliche Beiträge