Die ersten Stunden im Tarangire National Park

Nach zweieinhalb Stunden Autofahrt war es ganz erholsam nun auch einmal wieder die Beine vertreten zu können und klar, auch einmal die Toiletten aufzusuchen. Elly war in der Zwischenzeit mit den Unterlagen losgegangen. Wie für jeden Park muss er sich die Erlaubnis einholen und zudem wird registriert, wer alles sich im Park aufhält. „Nicht das wir mal verloren gehen“, meinte Elly mal scherzhaft.

Auf dem Parkplatz vor dem Gate tummelten sich so einige Vögel. Nein, keine kleinen grauen Spatzen, keine Stare mit schwarzem Gefieder. Aber eben doch Stare. Es waren Vögel mit vielen Farben. Im Schatten sahen sie auf dem Rücken schwarz aus und in der Sonne glänzten sie metallisch Blau. Und die Unterseite in einem Orange Ton. Der Name der Stare war jetzt doch nicht außergewöhnlich oder speziell, sondern eher naheliegend, es waren Dreifarben-Glanz-Stare. Diesen Staren sollten wir auf der Safari noch oft begegnen, denn überall, wo Menschen sich zur Pause, zum Mittagessen treffen, dort sind auch diese Stare.

Tarangire und die Affenbrotbäume

Nach einer guten halben Stunde war es dann endlich soweit. Wir konnten in den Tarangire starten.

„Tarangire und die Affenbrotbäume gehören zusammen“ meinte Elly und gleich nach einigen Kilometern konnte uns Elly einen dieser Exemplare zeigen. Es war ein sehr alter Affenbrotbaum „Er ist bestimmt mehr als 200 Jahre alt“, so meinte Elly weiter. Elly nahm sich Zeit um uns einiges zu den Affenbrotbäumen zu erzählen: „Bei uns heißt der Baum Baobab“. Bei seiner vielfältigen Nutzung der Früchte auch im medizinischen Bereich wird er auch umgangssprachlich Apothekerbaum genannt. „Ich trinke morgens immer einen Smoothie mit dem Pulver der Affenbrotbaum-Frucht“. Wow, Elly lebt gesund. Die Früchte sollen viel Vitamin C, Calcium und andere Inhaltsstoffe haben.

Viele Affenbrotbäume hier in der Tarangire haben eine eingerissene Rinde an den Stämmen. Wobei es hier jetzt nicht nach frisch zerstörter Rinde aussieht. „Das waren die Elefanten. Sie scheuern sich mit ihren Stoßzähnen an den Bäumen“ erzählte uns Elly. „Das machen sie zur Körperpflege, zur Schärfung ihrer Stoßzähne und in der der langen Trockenzeit, um an das Wasser unter Rinde ranzukommen.“

Snake-Eagle

Elly hat gelernt während seiner Fahrten durch die National Parks Tansanias seine Augen und Ohren überall zu haben. Seinem geschulten Auge und seinem guten Gehör entgeht einfach nichts. Bestimmt ist es so! „Elly is the best!“ „Schaut mal, dort auf dem Baum sitzt ein Snake-Eagle“ und im gleichen Moment hielt er den Land-Cruiser an. „Wo, ich sehe nichts“ Und dann sahen wir ihn auch. Ganz klein, ganz unscheinbar dort ganz hinten, ganz oben im Baum. Ja gut, eben ein Snake-Eagle, dachte ich nur. Aber Elly blieb weiter mit dem Land-Cruiser stehen und wartete. „Der Snake-Eagle hat so gute Augen, dem entgeht einfach nichts“, so meinte Elly. Ich lachte und wir warteten weiter. „Achtet weiter auf den Snake-Eagle, gleich wird er losschlagen“ Und so legte ich also an und wartete mit der Kamera. Und dann auf einmal ging es los. Der Snake-Eagle war blitzschnell in der Luft und dann im Sturzflug runter auf den Boden. Dort saß er nun mit ausgebreiteten Flügeln. Wir sahen erst einmal nichts. Nur wie er da so auf dem Boden saß. Aber dann auf einmal drehte er doch seinen Kopf zu uns und jetzt war klar, er hatte tatsächlich eine kleine Schlange erwischt.

Der Snake-Eagle macht also seinem Namen alle Ehre.

Faszinierende Sehschärfe, pfeilschneller Flug, blitzschnelles Zuschlagen und zielgenaues Fangen.

Er drehte sich dann wieder von uns weg, als wenn er einfach in aller Ruhe sich seinem Snack hingeben wollte. Nur so zwischen seinen Beinen sahen wir immer noch die Schlange. Aber dann war sie auch schon verputzt. Aber der Snake-Eagle tat uns zum Schluss noch einmal den Gefallen und drehte sich zu uns. So konnten wir ihn noch einmal sehr gut von vorne fotografieren. Zwar nicht mehr mit Schlange aber dann mit seinen tollen Augen und mit seinem extremen Schnabel.

Unser erster Elefant im Tarangire

Die Landschaft hier im Tarangire hatte sich jetzt im Januar von ihrer besten Seite gezeigt. Viel frisches, hohes Gras, viele grüne Sträucher und Bäume mit sehr viel Grün. Dann tolles Wetter und keine Mücken. Wir waren schon am zweiten Tag einfach nur begeistert von dem Klima im Januar hier in Tansania. Erholung pur.

Und dann ging es los, mit dem wofür der Tarangire steht: Der erste Elefant tauchte zwischen den Bäumen, zwischen den Sträuchern auf. Wir konnten nicht viel vom Elefanten sehen. Nur den Kopf. Die Sträucher und das sehr hohe grüne Gras verdeckten seinen ganzen Körper. Aber der Kopf, der hindurchragte, war einfach genug, war imposant. Er war dabei, genüsslich zu fressen. Grasbüschel nach Grasbüschel wurde verputzt. „Das Gras wächst jetzt in dieser Jahreszeit sehr schnell. Die Regenzeit liegt noch nicht lange zurück. Aber das Gras ist dadurch leider nicht so nährstoffreich. Die Elefanten brauchen nun sehr viel von dem Gras und fressen so durchgehend“, erzählte uns Elly.

Es war nun unser erster Elefant und gerade dieser Elefant wurde mit Fotos nur so bombardiert. Grasbüschel abgerissen, Wurzelballen an der Brust ausgeschüttelt, Gras gefuttert und die Wurzeln wieder auf den Boden fallen lassen. Dann wieder von vorne. „Und ganz nebenbei wurde mit den Ohren gefächert“ lachte ich so aus mir heraus.

„So ganz nebenbei wird nicht einfach mit den Ohren gefächert!“ korrigierte mich Elly. „Es ist sehr wichtig! Elefanten können nicht schwitzen. Und über die vielen Äderchen in den Ohren und im Kopf wird das gesamte Blut einmal hindurch gepumpt. Und durch das Fächern wird dabei das gesamte Blut herunter gekühlt und damit der gesamte Körper“. Die Elefanten sind einfach so genial.

Hohe Bäume und Giraffen

Ja, hier in Tarangire gibt es hohe Bäume, wie Affenbrotbäume, Palmen und Wurstbäume. Jetzt werdet ihr denken, eh, Wurstbäume, was sind das denn für Bäume. Den Namen haben sie durch ihre Früchte bekommen. Denn die Früchte hängen von den Bäumen wie Würste runter. Für uns Menschen haben die Bäume keinen großen mehr wert, aber für die vielen Elefanten und Giraffen sind die Bäume und vor allem die Früchte eine gute Nahrungsquelle. Aber auch Paviane essen die Früchte sehr gerne.

Noch während wir auf die vielen hohen Bäume schauten sahen wir ganz unscheinbar neben den hohen Stämmen auf einmal Giraffenhälse. Giraffenhälse, die in die Bäume ragten und sich ganz genüsslich an den frischen Blättern zu schaffen machten. Dann zeigten sich die Giraffen in ihrer vollen Schönheit mit ihrem gesamten Körper. Es waren einige Giraffen-Bullen, welche sich hier unter den Bäumen aufhielten. Es war also eine kleine Boy-Group, die zusammen unterwegs war.

Zu den Giraffen hatten sich einige Rotschnabel-Madenhacker gesellt. Die Madenhacker saßen überall auf den Giraffen. Sie saßen auf dem Hals, auf dem Rücken, zwischen den Hörnern und auch an den Bauchseiten. Die Giraffen erdulden ganz ruhig diese kleinen Gäste. Erfüllen diese kleinen Gäste doch eher einen positiven Zweck. Gehen so die Giraffen und die Madenhacker eine sinnvolle Symbiose ein. Für die Madenhacker gibt es Nahrung durch Parasiten, Schutz vor Angreifern und die Giraffen nutzen die Madenhacker als Frühwarnsystem und als Parasitenlöser. „Wenn die Giraffen keine Lust mehr auf die Madenhacker haben dann können sie auch durch ein Schütteln abwehren. Aber das ist meistens nicht von langer Dauer“, so meine Elly.

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