Im Arusha NP unterwegs
Vor unserem Start zur ersten Fahrt im Arusha NP hatte unserer Guide, Elly, noch einige Formalitäten mit uns zu klären. So wie der Haftungsausschluss für die Safari. Es findet halt alles auf eigene Gefahr statt. War für uns OK, wobei wir die Gefährlichkeit der Tiere, die Offroad-Wege und vieles mehr noch gar nicht abschätzen konnten. Es war einfach nicht mit einer Offroad-Tour in den USA vergleichbar. Aber genau deshalb hatten wir uns ja für eine Safari mit Guide und einer genau festgelegten Tour entschieden.
Für diesen ersten Ankunfts-Tag war eine Pirschfahrt mit Elly und dann ein Pirschgang mit einem Ranger vorgesehen.
Nachdem wir uns in der Arumeru River Lodge eingerichtet hatten und ein Mittagessen genossen hatten ging es los.
Aufbruch zum Arusha NP
Elly erwartete uns am Hoteleingang und wir, bepackt mit unseren Kameras, nahmen Platz im LandCruiser. Von der Lodge aus ging es zurück auf die Arusha-Himo-Road (A23) durch USA-River (Ussa). Kurz hinter dem Ort ging es dann nach links in die Momela Road. Die Momela-Road unterscheidet sich sehr stark von der A23. Gerade eben noch auf der Hauptstraße und nun weiter auf der Nebenstraße. Und so zeigte sich auch das gesamte Straßenbild. Es wirkte jetzt alles viel ländlicher. Rechts und links neben der Road gab es große Sandwege, viele Hütten und ab und an auch noch Verkaufsstände. Klar hatten wir unsere Blicke auch hier schweifen lassen, aber die Fahrt war dann doch viel zu kurz. Nach 20 Minuten waren wir bereits am Arusha National Park Gate, das Ngongongare Gate.
Am Gate war nichts los. Auch auf dem großen Parkplatz waren nicht viele Fahrzeuge. Elly schnappte sich seine Unterlagen und erledigte die Formalitäten. Rechts vom großen hölzernen Eingangstor zum Arusha NP gab es eine täuschend echte Statue eines Elefanten. Einige der Safari-Touristen nutzen hier die Wartezeit um ein Selfie mit diesem Giganten zu schießen. Wir hatten es bei einem Foto ohne uns belassen.
Nach knapp 10 Minuten kam Elly wieder und wir starteten in unser Abenteuer Safari. Vor uns der erste Nationalpark, der Arusha NP und unsere Freude stieg bis ins Unermessliche. Noch in diese Gedanken vertieft, drehte sich Elly kurz zu uns um während er durch den Torbogen fuhr.
„Karibu sana“ und wir erwiderten „Asante sana“ und nun ging es los.
Vom Ngongongare Gate zum Momela Gate
Das Treffen mit dem Ranger war eigentlich zu 16:00 am Gate zu dem Pirschgang geplant gewesen. Aber kurz vor unserem Start an der Arumeru River Lodge hatte Elly die Info bekommen, der Ranger wartet schon kurz nach 14:00 auf uns.
Also Planung hin oder her, eine Planänderung musste her.
Also hieß es eine direkte Fahrt zum Momela Gate zu starten um dort den Ranger rechtzeitig zu treffen. Von Gate zu Gate nur knapp 20 Minuten und doch noch genug Zeit um Stopps einzuplanen. Elly beruhigte uns „Wir werden heute noch so viele Tiere sehen, seid gespannt!“ Er wusste schließlich wovon er redet, kennt er sich doch hier gut aus. Ein paar Minuten später war es dann soweit.
Es ging nun weiter die Momela Road entlang. Entlang einer guten gefestigten Sand- und Schotterstraße. Jetzt meint man, ok, entlang solcher Straße durch den Arusha NP, da kann man doch nichts sehen. Aber weit gefehlt. Gleich von Anfang an war es einfach gigantisch.
Es tauchte rechts von uns eine große Lichtung auf. Für uns war eine große Lichtung, für die Kenner und in den nächsten Tagen auch für uns war es nur eine kleine Savanne. Elly stoppte und fing an zu erzählen. „Diese Savanne wird auch kleine Serengeti genannt“.
Small Serengeti
Kleine Serengeti, uns wurde dann auch gleich klar warum.
Eine Savanne mit Zebras, Giraffen und Warzenschweinen und weiter im Arusha NP gibt es auch Elefanten, Kaffernbüffeln, Wasserböcken, Flamingos, Affen und viele andere Tiere. Der Arusha NP, ein Kleinod gleich zum Start in eine große Safari. Ein Stück unberührte Natur.
Elly hielt den Wagen an und wir blickten in die Ferne, zückten unsere Kameras. Staunen und Fotoklicken wechselten sich ab!
Die Warzenschweine grasten in Gruppen. Einige blickten in unsere Richtung. Klar, die Warzenschweine immer in Habachtstellung.
Und noch weiter hinten gab es eine weitere Gruppe, welche dort graste und unter den vielen Bäumen im Schatten lagen. Es war eine sehr große Gruppe von Büffeln. So viele Büffel, die Kaffernbüffel, so toll. Die Büffel wirkten aus der Ferne so unscheinbar, wirkten so friedlich. Aber wir werden noch viel über die Büffel erfahren. Elly meinte bei diesem Stopp nur kurz „Kaffernbüffel sind mit die gefährlichsten Tiere hier in Afrika. So wie auch die Hippos!“
Auf der gesamten Lichtung waren sie nun alle gemeinsam so friedlich am Grasen. Kaffernbüffel, Warzenschweine, Zebras und auch Giraffen. Ein Farbenspiel inmitten dem satten Grün. Grau, grau bis Schwarz, braun-weißes Fleckenmuster und die weiß-schwarzen Streifenmuster. Grau für die Warzenschweine, grau-schwarz für die Büffel, braun-weiß für die Giraffen und weiß-schwarz für die Zebras. Unsere ersten Stunden hier in Afrika, in Arusha und wir sind überwältigt von der Natur. Und ach ja, neben diesen vielen Farben immer wieder ein weißer Tupfer von den vielen, vielen Kuhreihern.
An vielen anderen Bäumen sahen wir auch in der Ferne bereits Giraffen. Giraffenhälse ragten in den Himmel. Und dann das Außergewöhnliche – liegende, wiederkäuende Giraffen ebenfalls auf der Grasebene. Es war mit der erste erhabenste Anblick.
Grüne Savanne, blauer Himmel mit weißen Wolken, der Kilimandscharo und mittendrin ein Giraffenhals.
Fotomontage? Nein, es ist echt! Einfach die perfekten Fotomomente!
Und Zebras, die sich, wie die Warzenschweine, wie die Kaffernbüffel an dem frischen Gras genüsslich bedienten. „Es sind Steppenzebras“, so meinte Elly. „Wir werden noch so viele Zebras hier auf der Safari antreffen, freut euch drauf“.
Nur einen Stopp später dann viele Giraffen in unmittelbarer Nähe auf der Lichtung. Sie lagen im Gras, genossen die Ruhe und waren am Wiederkäuen. Selbst liegend ragen sie mit ihren langen Hälsen weit über die vielen Sträucher in der kleinen Serengeti hinweg. Elly konnte das dann auch bestätigen. „Es sind Massai-Giraffen und eine der größten Giraffen-Arten hier in Afrika!“
Wie Fingerabrücke in der Natur
Diese Massai-Giraffen haben ein sehr interessantes Fleckenmuster, gezackt und unregelmäßig. Wie viele andere Tierarten hier im Tierreich kann man anhand der Fleckenmuster jede Giraffe von jeder anderen Giraffe unterscheiden. Das Fleckenmuster ähnlich unserem menschlichem Fingerabdruck.
Etwas ähnliches hatten wir vor Jahren bei einer Walbeobachtung von Buckelwalen erfahren. Jeder Buckelwal hat eine eindeutige Musterung an der Unterseite der Schwanzflosse. Die Buckelwale sind so sogar alle in einem Katalog registriert!
Und auch die Zebras haben eine eindeutige Fleckenmusterung und diese ist besonders für Zebrastute und Zebrafohlen überlebenswichtig.








