Der Serengeti Nationalpark, UNESCO-Welterbe seit 1981, erstreckt sich über eine Fläche von rund 14.750 km² (zum Vergleich: Schleswig-Holstein: 15.800 km²) im Norden Tansanias und grenzt an die Masai Mara in Kenia. Die Landschaft ist von weiten, offenen Savannen, Akazienwäldern, Flusslandschaften und felsigen Kopjes (Granithügeln) geprägt. Der Name „Serengeti“ stammt aus der Sprache der Massai und bedeutet „das endlose Land“ – eine treffende Beschreibung für die unendlich scheinende Wildnis.

Die Serengeti ist berühmt für ihre unglaubliche Artenvielfalt. Hier leben Millionen von Gnus, Zebras, Gazellen, sowie zahlreiche Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Geparden und Hyänen. Auch Elefanten, Giraffen, Nilpferde und Krokodile zählen zu den Bewohnern des Parks. Die Vogelwelt ist ebenfalls beeindruckend, mit über 500 Arten, darunter Strauße, Kronenkraniche und Marabus.

Eines der spektakulärsten Naturschauspiele der Welt ist die jährliche Große Tierwanderung, bei der Millionen von Gnus, Zebras und Gazellen auf der Suche nach frischem Weideland hunderte Kilometer zurücklegen. Diese Migration ist nicht nur ein Highlight für Besucher, sondern auch eine entscheidende Lebensader für das Ökosystem der Serengeti.

Darüber hinaus sind die eindrucksvollen Kopjes beliebte Aufenthaltsorte für Raubkatzen und bieten einzigartige Fotomotive. Flüsse wie der Grumeti und der Mara sind Lebensadern der Region und Heimat vieler Flusspferde und Krokodile.

Der Serengeti-Nationalpark ist das Herzstück des größeren Serengeti-Ökosystems. Während der Nationalpark streng geschützt ist, umfasst das Ökosystem auch angrenzende Gebiete mit teilweiser Nutzung durch Menschen.

Das Serengeti-Ökosystem und der Serengeti-Nationalpark sind eng miteinander verbunden, aber sie sind eben nicht identisch. Hier sind die wichtigsten Unterschiede:

Das Serengeti-Ökosystem umfasst mit seiner Größe von ca. 30.000 km² neben dem Serengeti-Nationalpark auch angrenzende Schutzgebiete wie das Ngorongoro-Schutzgebiet, die Maswa-Wildreservate und die kenianische Masai Mara.

Das Ökosystem beinhaltet sowohl geschützte als auch genutzte Flächen. In einigen Gebieten leben und wirtschaften Menschen, vor allem Massai.

Das Ökosystem ist die Heimat der berühmten Großen Migration von Gnus und Zebras, sowie zahlreicher Raubtiere und anderer Wildtiere.

Der Serengeti-Nationalpark hat eine Größe von ca. 14.750 km². Er ist ein streng geschützter Nationalpark, d. h. dauerhafte menschliche Besiedlung oder landwirtschaftliche Nutzung sind nicht erlaubt.

Aufgrund seines Schutzstatus als UNESCO-Weltnaturerbe gelten strikte Regeln für Tourismus und Naturschutz. Das Hauptziel ist der Schutz der Wildtiere und Erhalt der natürlichen Landschaften.

Die Große Tierwanderung („Great Migration“) ist eines der beeindruckendsten Naturereignisse weltweit. Jedes Jahr ziehen rund 1,5 Millionen Gnus, begleitet von etwa 300.000 Zebras und einer Vielzahl von Gazellen, durch die Serengeti und die angrenzende Masai Mara. Dieser Zyklus wird durch den Wechsel von Regen- und Trockenzeiten bestimmt und ist ein endloser Kreislauf, der den Tieren frisches Weideland sichert.

Die Wanderung beginnt meist im Januar und Februar in der Ndutu-Region im südlichen Serengeti-Nationalpark, wo die Tiere ihre Jungen zur Welt bringen. Im Mai setzt sich die Herde Richtung Westen in Bewegung, überquert die Flüsse Grumeti und Mara – ein spektakuläres und oft gefährliches Ereignis, bei dem viele Tiere von Krokodilen angegriffen werden. Im Juli und August erreichen sie die Masai Mara in Kenia. Im Oktober kehren die Herden in die Serengeti zurück.

Die besten Beobachtungsorte sind die Ndutu-Region, die Grumeti-Region und der Mara-Fluss.

Ndutu-Region: Für die Geburt der Kälber (Januar bis März).

Die Ndutu-Region liegt im südöstlichen Teil des Serengeti-Ökosystems und grenzt an das Ngorongoro-Schutzgebiet. Diese Gegend ist besonders bekannt für ihre saisonalen Seen, wie den Ndutu- und Masek-See, die durch Regenwasser gespeist werden. Die Landschaft zeichnet sich durch offene Graslandschaften, Akazienwälder und sanfte Hügel aus, die ideale Bedingungen für Wildbeobachtungen bieten.

Die Ndutu-Region ist ein Hotspot für Tierliebhaber, besonders während der Kalbungszeit zwischen Januar und März. In dieser Phase bringen Hunderttausende Gnus, Zebras und Gazellen ihre Jungen zur Welt, was nicht nur ein faszinierendes Naturschauspiel ist, sondern auch viele Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Geparden und Hyänen anzieht. Die hohe Konzentration von Tieren macht Ndutu zu einem der besten Orte, um das Zusammenspiel von Beute und Raubtier zu beobachten.

Die beste Zeit für einen Besuch in der Ndutu-Region ist zwischen Dezember und März, wenn sich die Große Tierwanderung in diesem Gebiet aufhält. Die temporären Seen und das frische Weideland ziehen die riesigen Herden in dieser Zeit an.

Die Region ist bekannt für ihre exzellenten Bedingungen für Pirschfahrten. Anders als in anderen Teilen der Serengeti ist hier das Offroad-Fahren erlaubt, was den Besuchern die Möglichkeit gibt, näher an die Tiere heranzukommen.

In der Ndutu-Region gibt es verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten, darunter mobile Camps, die den Wanderbewegungen der Tiere folgen, sowie feste Lodges wie die Ndutu Safari Lodge.

Mit ihrer atemberaubenden Natur, den spektakulären Wildbeobachtungen und der Nähe zu den Tieren ist die Ndutu-Region ein Muss für jeden Serengeti-Besucher.

Grumeti-Region: Für die Flussüberquerungen (Mai bis Juli).

Die Grumeti-Region liegt im westlichen Korridor der Serengeti und ist bekannt für ihre beeindruckenden Flusslandschaften, dichten Wälder und weiten Ebenen. Dieses Gebiet bietet eine einzigartige Mischung aus üppiger Vegetation und offenen Savannen und wird durch den Grumeti-Fluss geprägt, der eine Lebensader für die Tierwelt der Region darstellt.

Der Grumeti-Fluss zieht eine Vielzahl von Wildtieren an. Flusspferde und Krokodile sind hier häufig anzutreffen, ebenso wie Elefanten, Giraffen und Büffel, die die Flusslandschaften als Wasser- und Nahrungsquelle nutzen. Während der Großen Tierwanderung spielt die Grumeti-Region eine zentrale Rolle, da sie ein entscheidender Zwischenstopp für die wandernden Gnu- und Zebraherden ist. Besonders beeindruckend sind die dramatischen Flussüberquerungen, bei denen die Tiere Krokodilen und starken Strömungen trotzen müssen.

Die beste Zeit, um die Grumeti-Region zu besuchen, ist von Mai bis Juli, wenn die Große Tierwanderung die Gegend erreicht.

Die Grumeti-Region bietet einige der luxuriösesten Safari-Unterkünfte in der Serengeti, wie etwa die Singita Grumeti Reserves. Diese exklusiven Lodges kombinieren Komfort mit Nachhaltigkeit und bieten personalisierte Safari-Erlebnisse.

Mara-Fluss: Für dramatische Szenen bei der Überquerung (Juli bis September).

Die Überquerung des Mara-Flusses ist eines der spektakulärsten und dramatischsten Highlights der Großen Tierwanderung. Sie findet zwischen Juli und September statt, wenn Millionen von Gnus, Zebras und Gazellen von der Serengeti in die Masai Mara in Kenia ziehen, um dort frisches Weideland zu finden. Diese Etappe der Migration ist bekannt für ihre Intensität, da sie für die Tiere mit erheblichen Gefahren verbunden ist.

Der Mara-Fluss schlängelt sich durch den nördlichen Teil der Serengeti und den Süden der Masai Mara. Er ist nicht nur eine wichtige Wasserquelle für zahlreiche Tiere, sondern auch eine natürliche Barriere auf der Route der Tierwanderung. Die Ufer des Flusses sind oft steil und mit Vegetation bewachsen, während der Fluss selbst von Krokodilen und Flusspferden bewohnt wird.

Die Tiere sammeln sich in riesigen Herden an den Ufern des Mara-Flusses, bevor sie sich schließlich ins Wasser stürzen. Dabei kommt es zu chaotischen Szenen: Die Herden drängen sich zusammen, während einige Tiere zögern und andere bereits den gefährlichen Fluss überqueren.

Die Überquerung birgt viele Gefahren:
Krokodile lauern im Wasser und greifen die schwächeren oder langsamen Tiere an.
Der Fluss hat eine starke Strömung, die vor allem für Jungtiere oder geschwächte Tiere eine Herausforderung darstellt.
Die enge Ansammlung der Tiere führt oft zu Gedränge, bei dem einige Tiere stürzen oder ertrinken.

Trotz der Gefahren ist die Flussüberquerung ein Symbol für die Widerstandsfähigkeit und den Instinkt der Wildtiere. Der Anblick tausender Tiere, die die natürliche Barriere überwinden, ist ein emotionales und packendes Erlebnis für Beobachter.

Beste Orte zur Beobachtung

Kogatende: Diese Region im nördlichen Teil der Serengeti ist einer der besten Orte, um die Überquerung zu beobachten. Viele mobile Camps werden in dieser Zeit in der Nähe aufgestellt.
Lamai-Dreieck: Ein weiteres großartiges Gebiet, das hervorragende Aussichtspunkte auf den Fluss bietet.

Tipps für Besucher

Sei geduldig. Die Tiere können stundenlang an den Ufern verweilen, bevor sie den Mut zur Überquerung fassen.
Beobachte das Spektakel aus sicherer Entfernung und respektiere die Wildtiere.
Buche eine geführte Safari: Ein erfahrener Guide kann dir die besten Plätze und Zeiten zur Beobachtung zeigen.

Die Rückwanderung der Tiere ist der letzte Abschnitt der Großen Tierwanderung und findet in den Monaten Oktober und November statt. Während dieser Zeit ziehen die Gnus, Zebras und Gazellen von der Masai Mara in Kenia zurück in die südliche Serengeti, insbesondere in die Ndutu-Region und die angrenzenden Ebenen. Dieser Abschnitt der Wanderung wird durch den Beginn der kurzen Regenzeit ausgelöst, die neues Weideland und frisches Wasser bringt.

Die Herden verlassen die überweideten Gebiete der Masai Mara und wandern entlang der westlichen und östlichen Korridore der Serengeti in Richtung Süden. Auf ihrem Weg durchqueren sie erneut gefährliche Flüsse wie den Mara-Fluss und den Grumeti-Fluss, wobei auch hier viele Tiere Opfer von Krokodilen oder den Herausforderungen des Flusses werden.

Die Rückkehr in die südliche Serengeti markiert den Beginn eines neuen Lebenszyklus. Sobald die Tiere die Ndutu-Region erreichen, beginnen die Gnus und Zebras, ihre Jungen zur Welt zu bringen, da das Gebiet fruchtbares Land und optimale Bedingungen für die Geburt bietet.

Beobachtungstipps

Die besten Orte für Tierbebachtungen sind die zentrale und südliche Serengeti, insbesondere die Ebenen rund um die Ndutu-Region.
Neben den wandernden Herden sind auch Raubtiere wie Löwen, Hyänen und Geparden aktiv, die von der erhöhten Beutedichte profitieren.

Die Rückwanderung ist weniger bekannt als die dramatischen Flussüberquerungen, bietet jedoch eine wunderbare Gelegenheit, die friedlicheren Aspekte der Tierwanderung zu erleben.

Ob du die Serengeti auf eigene Faust erkunden oder an einer geführten Safari teilnehmen solltest, hängt von deinen Erfahrungen und Vorlieben ab.

Geführte Safari:

Professionelle Guides mit Fachwissen über Tiere und Ökosysteme.
Sicherer, da die Guides die Verhaltensweisen der Tiere kennen und Risiken einschätzen können.
Ideal für Einsteiger oder diejenigen, die möglichst viel in kurzer Zeit erleben möchten.
Höhere Chance, schwieriger zu entdeckende Tiere (z.B. Leoparden) zu sehen, da die Guides untereinander per Funk in Kontakt stehen und sich gegenseitig über Tiersichtungen informieren.
Kein Aufwand für Planung oder Orientierung.

Weniger Flexibilität in der Gestaltung der Route und der Tageszeit.
Höhere Kosten als bei Selbstfahrer-Touren.

Auf eigene Faust:

Maximale Flexibilität in der Planung und im Zeitmanagement.
Authentisches Abenteuergefühl.
Günstiger, wenn ein geeignetes Fahrzeug vorhanden ist.

Erfordert viel Vorbereitung, wie z. B. Kenntnisse der Region und der Sicherheit.
Höheres Risiko bei unvorhergesehenen Situationen (z. B. Begegnung mit Wildtieren).
Einschränkungen bei Zugangsberechtigungen oder Routen.
Geringere Chance auf (seltene) Tierbeobachtungen.

Für Erstbesucher oder Reisende ohne Erfahrung in afrikanischen Nationalparks sind geführte Safaris die beste Wahl.

Die meisten Anbieter nutzen 6-sitzige, speziell für die afrikanischen Bedingungen umgebaute, Toyota Land Cruiser. In der Nebensaison (Jan – Mrz) kann man seine „eigene“ Safari auch zu zweit buchen, so dass man hinsichtlich Route und Zeiten flexibler ist als bei einer „Standard-Safari“.

In der Hauptsaison (Mai – Juli) ist der Andrang so groß, dass die Anbieter die Fahrzeuge mit jeweils 6 Gästen füllen, um die Nachfrage zu befriedigen.

Selbstfahrer-Touren eignen sich eher für erfahrene Abenteurer, die die Herausforderungen und Risiken gut einschätzen können.

Auf einer Safari sorgt der Anbieter für alle Unterkünfte und die Verpflegung.

Für Selbstfahrer stehen eine Vielzahl von Unterkunftsmöglichkeiten für unterschiedliche Budgets zur Verfügung, z.B.

  • Four Seasons Safari Lodge Serengeti
  • Singita Grumeti Reserves
  • Serengeti Serena Safari Lodge
  • Kati Kati Tented Camp

Praktische Tipps

Für internationale Anreisen ist der Flughafen Kilimanjaro International Airport (Arusha) eine gute Wahl. Zudem lassen sich von hier aus andere Nationalparks wie Arusha NP, Tarangire NP, Lake Manyara NP und Ngorongoro NP sehr gut in einen Roadtrip bzw. eine Safari integrieren.

Für Flüge in die Serengeti bietet sich der Seronera Airstrip als Ziel an.
Mit dem Auto braucht man von Arusha ca. 6-8 Stunden.

Für Tansania ist ein Visum erforderlich (vorab oder bei der Einreise).

Informiere Dich über Malariaprophylaxe und Gelbfieberimpfung.
Trinke nur abgepacktes oder gefiltertes Wasser.
Folge stets den Anweisungen der Ranger.

Fernglas und Kamera mit Teleobjektiv, Sonnenschutz, Hut und bequeme Kleidung sowie Insektenschutzmittel sollten auf jeden Fall eingepackt sein.

Achte darauf, deinen Besuch umweltfreundlich zu gestalten.

Die Serengeti kann das ganze Jahr über besucht werden, aber die beste Zeit hängt, wie oben ausführlich beschrieben, von deinen Interessen ab:

Januar bis März: Ideal, um Kälber in der Ndutu-Region zu sehen, da viele Tiere in dieser Zeit Junge bekommen.

Mai bis Juli: Beste Zeit, um die spektakuläre Große Migration (Wanderung von Gnus und Zebras) zu erleben.

Oktober bis November: Perfekt, um die Rückwanderung der Tiere von der Masai Mara zur Serengeti zu beobachten.

Serengeti Galerie

Ähnliche Beiträge