Unterwegs in Kairo

Unterwegs in Kairo

Kairo und Ägypten werden häufig mit den Pyramiden, den Tempeln und der Sphinx in Verbindung gebracht – aber da geht noch mehr. Gerade zu Kairo gehört so sehr viel mehr. Hier ein erster Einblick vom ersten Tag rund um Kairo fernab der Pyramiden.

Das Straßenbild in Kairo

Die Nacht hatten wir eher unruhig geschlafen, aber das kennen wir schon. Auch wenn wir die letzten Jahre viel unterwegs waren hat sich an der ersten Nacht nichts geändert.

Nach dem Frühstück waren wir zu 9:00 Uhr mit unserem Guide in der Lobby verabredet. Dann ging es gemeinsam mit Fardos und unserem Fahrer los – ab zu den Pyramiden.

In Kairo leben mehr als 20 Millionen Menschen und jeden Tag kommen von außerhalb noch mehr als 5 Millionen Menschen hinzu. Hierzu gehören nicht die vielen Touristen. Diese kommen on top dazu. Und viele davon sind motorisiert. Es gibt nur den Freitag und den Samstag, wo es hier ein wenig entspannter abläuft. Aber hier in Ägypten wird bereits am Sonntag wieder voll gearbeitet und so sind sonntags die Straßen schon wieder voll.

Eine Million Autos auf den Straßen

An fast allen Tagen tummeln sich mehr als eine Million Autos auf den Straßen Kairos. So gibt es auf den Straßen ein permanentes Gedrängel. Es wird dicht aufgefahren und sehr eng aneinander vorbeigefahren. Dann werden mal schnell ein paar zusätzliche Fahrspuren kreiert, schließlich passen auch ein oder zwei Autos mehr nebeneinander. Gehupt wird auch. Permanent. Und die Spur wird gewechselt, denn die andere Spur geht doch immer schneller. Oder doch nicht? Dann wieder die andere oder eine ganz andere.

Das Straßenbild in Kairo ist nun neben den vielen Autos auch noch Pferde-Karren, Esel-Karren, Tuk-Tuk’s und Mini-Bussen geprägt.

Und damit nicht genug, es wuseln auch noch sehr viele Straßen-Hunde durch die vielen kleinen Straßen.

Ja, und dann Menschen, so viele Menschen in nur einer Stadt – einfach nur gigantisch.

Zu dem Straßenbild gehört leider auch sehr viel Plastik-Abfall. „Irgendwie bekommen wir das nicht hin. Es fehlt an einem guten Abfallsystem. Bisher konnte kein vernünftiges Müllsammelsystem etabliert werden“ so meinte Fardos. Mein Tipp: Blendet es einfach aus und genießt die schönen Seiten von Kairo, von Ägypten.

Papyrus – Vorreiter unseres heutigen Papier

Wir sind mit Fardos zum „old cairo papyrus museum Ayman Kamel“ gefahren. Wenn Papyrus, dann Papyrus aus diesem Geschäft, so hatten wir es wahrgenommen.

Wie das Papier hergestellt wird ist legendär und natürlich ist es z.B. auch unter Wikipedia nachlesbar. Aber es hier vor Ort kurz gezeigt zu bekommen ist um einiges interessanter.

Als wir in diesen kleinen Verkaufs- und Schauraum kamen war bereits alles für die Vorführung vorbereitet.

Dieses Papier wird aus dem „Echten Papyrus“ hergestellt. Im Querschnitt, so zeigte man es uns, entspricht es dem Grundriss einer Pyramide. „Also klar, Pyramiden-Grundriss und so passt doch diese Pflanze voll dazu!“, dachte ich so bei mir.

Bei der Vorführung zur Papyrus-Herstellung wurde uns eine Schnittart der Stängel vorgeführt. Sie erwähnten, dass es mehrere Techniken gibt. Die  Streifen werden dann in Wasser eingeweicht. Die Einweichzeit ergibt dann die typische spätere Farbe vom Papier. Helles Papier – kurze Einweichzeit, dunkles Papier – lange Einweichzeit! Nach dem Einweichen werden die Streifen in einer bestimmten, kreuzweisen Technik und auch ein wenig überlappend zu einem Papier gelegt. Diese gesamte Papierschicht wird dann gepresst. Bei der Vorführung wurde das nur kurz mit einer kleinen mechanischen Presse angedeutet.

Wir haben dann am nächsten Tag im „Grand Egyptian Museum (GEM)“ viele der gefundenen Papyrus Schriftstücke bewundern können. Hier im Verkaufsraum sind es natürlich nur neuzeitliche Stücke, aber trotz allemal lohnend, ein Stück für zu Hause zu erstehen.

Traditionelle Teppich-Fertigungen in Kairo

In einer kleinen Werkstatt wurden uns die ägyptischen Techniken gezeigt. Im Erdgeschoss ist also ein großer Werkraum und im ersten Stock dann der Verkaufsraum mit vielen, vielen Teppichen.

Es wurden uns zwei Arten gezeigt. Die Knüpfung und das Weben. Für die Knüpfung wurden zwei Arten von Baumwoll-Fäden verwendet. Mit dem etwas robusteren Faden wird ganz normal geknüpft und mit dem weicheren Faden wird nach dem Knüpfen noch die Oberfläche glatt geschnitten. Dadurch entsteht eine sehr weiche Teppich-Struktur.

Für das Weben wird der Rahmen mit Baumwollfäden gespannt und der Querfaden ist hier aus Schafwolle. Diese Art Webtechnik kennen wir natürlich auch in Deutschland. Hier zeichnen sich natürlich die künstlerischen, farbenprächtigen Bildteppiche aus.

Gerade anhand der vielen Motive, oben im Verkaufsraum, auf den unterschiedlichsten Teppichen zeigt sich die ägyptische Kunst verbunden mit regionalem Flair.

Öle und Parfüm

Am späten Nachmittag des ersten Tages hat uns Fardos noch zu einem kleinen Händler, kasr el sheikh perfumes, von hochwertigen Duftölen und Parfums geführt. „Kairo ist ein historisches Zentrum für gute Öle. Unsere Öle hier aus Ägypten sind viel intensiver als eure westlichen Düfte. Seid gespannt“, meinte Fardos.

„Die Herstellung von Duftölen und Parfums in Ägypten, insbesondere in Kairo, blickt auf eine jahrtausendealte Tradition seit dem Alten Reich zurück“, erzählte sie uns weiter. Wir waren also sehr gespannt. Für Parfüme hatten wir uns nicht interessiert, sondern nur für die natürlichen Essenzen. So wurden uns Rosenöl und Sandelholzöl präsentiert.

Rosenöl für gutes Schlafen, ein paar Tropfen vor dem Schlafengehen auf die Schläfen gehben, so soll das Rosenöl für einen guten Schlaf sorgen.

Sandelholzöl für eine Hautpflege, ein Öl für eine gute Haut. Dabei will ich es mal belassen. Viel kann man im Internet dazu googlen.

Wir hatten uns mit diesen zwei Ölen eingedeckt. Aber es gibt natürlich noch sehr viel mehr. Lasst es euch zeigen.

Gewürze aus Kairo

Zusammen mit Fardos waren wir an unserem letzten Tag nach einem Besuch von Old Cairo noch im Kenouz Spice House. „Gute Gewürze gibt es nur hier bei uns in Kairo“ meinte Fardos.

Klar, im Orient gibt es Gewürze. Schon beim Eintreten ins Kenouz Spice House nahmen wir die intensiven Düfte wahr. Es war ein Mix aus so vielen Gewürzen. „Wir Ägypter lieben Kreuzkümmel, Koriander und Kardamon“, meine Fardos. „Von diesen Gewürzen kann man gar nicht genug in der Küche haben“, meinte sie weiter scherzhaft. Sie wusste ja schon durch ein Gespräch mit uns, dass dieses nicht für uns galt. Wir waren auf der Suche nach einem guten Pfeffer und vielleicht nach einigen Gewürzmischungen.

„Gewürze haben bei uns eine lange Tradition und sind aus unserer Küche nicht wegzudenken“ meinte Fardos während sie mit uns an den Gewürzregalen vorbei ging. „Die Ägypter genießen auch das Dufterlebnis in den vielen ägyptischen Gerichten“. Dazu gibt es auch eine Vorliebe für aromatische, duftende Tees.

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