Vom Ngorongoro Krater zur Olduvai Schlucht
Erst am frühen Nachmittag ging es für uns im Ngorongoro Krater zum Mittagessen. Jetzt fragst du dich bestimmt, wo denn nur?
Im Hauptrevier der weisen alten Elefantenbullen
Es war im Lerai-Wald. Hier wurde für uns Gäste einzelner Safari-Touren ein großes Camp aufgebaut. Als wir dort ankamen, war schon alles vorbereitet.
Im Schatten der vielen gelbrindigen Akazien waren die Zeltplätze mit den Tischen und Stühlen darunter aufgebaut. Inmitten der Wildnis bei den Fieberbäumen gab es Tische, hübsch eingedeckt mit weißer Decke, einer Bordüre, Salz und Pfeffer. Dann die vielen Grillstellen und die Köche bei der Arbeit. Ein üppig aufgebautes Buffet und viele Kühlboxen mit Getränken.
Das Buffet war sehr lecker. Es gab viel Gegrilltes, frische Salate und kühle Getränke. Im Dickicht liefen Perlhelmhühner herum, von oben beäugte uns ein Gelbschnabel-Milan und viele Dreifarben-Glanzstare warteten auf einen kleinen Happen. Es war hier ein ganz besonderer Platz. Und auch neugierige Paviane konnten wir in den hohen Bäumen ausmachen.
Die Lieblingsbäume der Riesen und das Prinzip „Leave no Trace“
Aber der Platz war noch einiges mehr: Es war der Lieblingsplatz der riesigen alten Elefantenbullen. Die Elefanten lieben diese Akazien, denn der Saft unter der Rinde ist besonders nahrhaft und saftig. Die knorrigen Stämme der Fieberbäume zeugen davon. Viele Baobabs hatten wir schon gesehen, die von den Elefanten bearbeitet worden waren, aber solche wulstigen Verdickungen, die sich nach einer Elefantenverletzung gebildet hatten, waren uns noch schier unbekannt.
Während wir noch unseren Nachtisch genossen, fingen die Mitarbeiter schon an, Teile vom Camp abzubauen. Ja, es muss abgebaut werden – und das täglich. Es ist eine der Auflagen vom Nationalpark. Für unser exklusives Bush-Lunch hatte auch unser Safari-Anbieter eine Sondergenehmigung. Und so hieß es streng nach dem Motto: Leave no Trace!
Der Lake Magadi und die vielen Vögel
Nach dem Mittagessen ging es nun wieder los, hinaus aus dem Lerai-Wald über die Schotterpiste entlang des Lake Magadi. Wir bekamen erneut einen wunderbaren Blick auf die Vogelwelt im Wasser. Weiße und rosa Tupfen, wohin du auch sahst – und natürlich auch graue Tupfen auf der Wasseroberfläche. Graue Tupfen, die uns mit großen Augen ansahen und über dem Wasser mit den Ohren wackelten. Die Hippos zeigten nicht viel von sich, aber doch noch genug, um zu erahnen, dass unter Wasser viel los war. Nochmals vorbei an den Dagga-Boys, vorbei an zwei dösenden Löwen. Links von uns zeigte sich eine Schar aus Regenstörchen und Kronenkranichen. Sie landeten, sie starteten, es war ein ständiges Kommen und Gehen. Dann noch ein großer Gnu-Bulle und eine Elenantilope. Einfach faszinierend.
Thomson-Gazelle als Einhorn
Neben unserem Land Cruiser wanderte eine kleine Gazelle vorbei. Während ich noch überlegte, ob Grant oder Thomson, fing Elly an zu erzählen. Es ist ein kleines Männchen, eine Thomson-Gazelle. „Seht ihr den dicken schwarzen Streifen an der Seite? Das ist genau das beste Merkmal“, erklärte uns Elly. „Was fällt euch denn noch an der Gazelle auf?“, fragte er. Wir überlegten, und dann fiel es uns wie Schuppen von den Augen.
„Oh, ein Einhorn, wie faszinierend! Ist das sehr selten?“, kam es aus mir heraus. „Es ist gar nicht so selten, es gibt sehr viele solche Einhörner hier im Krater“, erzählte Elly weiter. Er berichtete dann, dass sich die Tiere sehr oft die Hörner bei Revierkämpfen oder beim Kämpfen um ein Weibchen verletzen und dass es im schlimmsten Fall sogar abbricht so wie hier. Sie sind dadurch in keiner Weise beeinträchtigt und können damit trotzdem noch gut rennen.
Vorbei an einer Boma hin zur Olduvai-Gorge
Für diese Safari sagen wir Tschüss zum Ngorongoro Krater. Für eine nächste Reise werden wir uns für den Krater definitiv mehr Zeit nehmen, denn es gibt so unglaublich viel mehr zu erleben.
Aber nun ging es erst einmal wieder hinaus aus dem Krater. Während Elly den Schotterweg, die Einbahnstraße, nach oben fuhr, stand ich noch im Wagen und schaute oben aus dem Dach zurück in den Krater. Ich schaute zurück in eine grüne Oase. Unser Weg führte uns am Kraterrand entlang und wir konnten noch einmal den Lerai-Wald, den Magadi-See und den gesamten Talkessel überblicken. Einfach faszinierend.
Bei unserer Fahrt auf dem Kraterrand und durch den Nationalpark kamen wir an einem Maasai-Dorf vorbei. Von Weitem konnte ich sehen, dass gerade ein Land Cruiser dort gehalten hatte und die Insassen von den Maasai begrüßt wurden. Einige Maasai-Dörfer bieten gerne auch Einblicke in ihre Boma und ihr Leben an. Das Dorf war rund aufgebaut und außen mit trockenen Akazienstämmen umzäunt. Im Inneren befanden sich die vielen Hütten der Dorfbewohner sowie ein extra abgezäunter Bereich für die Tiere. Jeden Abend werden Rinder und Ziegen dorthin geholt – als sicherer Schutz vor Raubtieren in der Nacht.

















