Ankunft und Windhoek
Der Start ins Abenteuer Namibia & Botswana
Erst im letzten November hatten wir uns kurzfristig dazu entschlossen: Im Juni soll es ab nach Namibia gehen! Genau 28 Tage pure Weite – das war unsere Vorstellung. Für die Planung mit den entsprechenden Buchungen waren wir allerdings schon sehr spät dran, weshalb es eine kleine Herausforderung wurde.
Einige Lodges waren leider nicht mehr verfügbar, aber Lifestyle Travel Tours hat uns schlussendlich eine traumhafte Tour zusammengestellt. Von vielen Touristen auf unseren bisherigen Fahrten in Afrika hatten wir immer wieder gehört: „Namibia ist das beste Selbstfahrer-Land!“ Wir hatten uns dann aber doch dagegen entschieden, selbst zu fahren. Wir wollten uns voll und ganz auf unsere Reise, auf unsere Fotos, Videos und Berichte konzentrieren können. Wir planten also nicht nur für uns zwei, sondern auch für einen Dritten im Bunde: unseren Guide Wolfgang, den uns Lifestyle vermittelt hatte. Ende November war schließlich alles eingetütet. Auch die Flüge waren gebucht, und seitdem stieg die Vorfreude von Tag zu Tag. Mitte Juni ging es dann endlich los!
Der Flug und die Ankunft in Windhoek
Es ist Mitte Juni und in Namibia herrscht tiefster Winter. In Windhoek hat es morgens meistens um die 0 Grad, gelegentlich sogar Fost. Am Tage steigen die Temperaturen nicht allzu hoch. Einzig die strahlende Sonne lässt erahnen, wie heiß es hier im afrikanischen Sommer sein muss – ihre Strahlen wärmen tagsüber nämlich auch im Winter spürbar.
Wir saßen eben noch im Flieger, hatten unsere Sachen zusammengeräumt, als ich im Flug über den Wolken mit der Kamera ein Pilot’s Glory aufnehmen konnte. Glückselig und vollkommen fasziniert, dieses seltene optische Phänomen wieder einmal eingefangen zu haben, war ich einfach nur happy.
Dann kam die Durchsage aus dem Cockpit: „We are ready for landing!“ Mein Blick ging durch das kleine Fenster nach draußen. Ich sah nichts als unberührte Natur, die unendliche Savanne und nirgends auch nur einen Hauch von Zivilisation. Wir glitten mit der Maschine regelrecht über die Savanne hinweg – gefühlt auf Tuchfühlung mit jedem Tier.
TIA – „This Is Africa!“
Das ist eben Namibia! „This Is Africa“ – und zum Glück keine Notlandung! Aber wo um alles in der Welt war der Airport? Ich versuchte angestrengt, aus dem Bullauge Tiere im Busch zu erhaschen, doch da bogen wir auch schon in einen umzäunten Bereich ein. Die Reifen quietschten, und der Flug war zu Ende.
Der Flughafen erinnerte mich sofort an die kleinen Insel-Flugplätze auf den Kanaren. Meine Vorstellung von der Hauptstadt Windhoek war vorher eine ganz andere gewesen. Aber so ist es eben im Leben: Du musst es einfach selbst erlebt haben – TIA!
Dass dieser Flugplatz so weit außerhalb von Windhoek in der absoluten Einsamkeit liegt, hat ganz pragmatische und physikalische Gründe: Rund um Windhoek gibt es starke Luftturbulenzen, und die umliegenden Berge würden den großen Langstreckenmaschinen das Landen extrem erschweren. Es gibt zwar einen stadtnahen Flugplatz, dieser ist jedoch nur für kleine Maschinen geeignet.
Eros-Berge: Das Wetter-Phänomen in Windhoek
Habe ich eben davon gesprochen, dass es nachts rund um Windhoek um die Null Grad hat? Wer sich über die Namibia Temperaturen im Juni informiert, wird überrascht sein: Genau zwischen dem Flughafen und der Stadt liegt eine Bergkette, an der das Thermometer in der Nacht sogar auf bis zu -10 Grad fallen kann! Wir saßen zusammen mit Wolfgang im Auto, als er uns von diesem Phänomen erzählte.
Der Grund dafür ist ein Kaltluftstau (eine sogenannte Inversionswetterlage): Kalte Luft ist schwerer als warme und fließt nachts in die Täler und Becken ab, während die wärmere Luft nach oben steigt. In den Senken sammelt sich die Kälte und kühlt extrem ab.
Auf unserer Rundreise in den nächsten vier Wochen sollten uns also sowohl warme als auch eiskalte Temperaturen erwarten. Dafür hatten wir natürlich die passende Kleidung eingepackt. „Zwiebellook ist hier angesagt!“ – mit diesem Satz wurde ich von Wolfgang empfangen, und ich war bestens vorbereitet.
Namibia und ein Stück deutsche Lebenskultur – ja, auch das ist Namibia, und wir sollten es in den kommenden Wochen hautnah erleben.
Deutsch-Namibier: Kultur und Traditionen
Viele deutschstämmige Familien leben hier in Namibia – sie machen etwa 1 % der Gesamtbevölkerung aus. Auch wenn das nach einem verschwindend kleinen Anteil klingt, ist vieles im Land durch diese Vorfahren geprägt. Die Familiengeschichten reichen oft viele Generationen zurück; die Ur-Ur-Großeltern sind einst aus Deutschland ausgewandert.
Ein Zurück gab es für die meisten nie, aber das „Deutschsein“ ist geblieben: sei es beim Essen, in der Sprache, im kulturellen Leben oder beim deutschen Pass. Ein Loslassen von den deutschen Wurzeln soll es auch für zukünftige Generationen nicht geben. Die Traditionen werden sorgfältig gepflegt, und man versucht weiterhin, den deutschen Pass zu behalten, um sich alle Möglichkeiten für die Zukunft offenzuhalten.
Sicher im Netz: Die MTC Mobilfunkkarte für Namibia
Am Flughafen angekommen, ging es zuerst durch die Passkontrolle inklusive Visa-Erfassung. Danach machten wir uns sogleich auf die Suche nach einer passenden Namibia SIM-Karte und wählten zwei Mobilfunkkarten des Anbieters MTC. Damit hat man selbst in den entlegensten Winkeln des Landes überraschend gute LTE-Verbindungen – alles andere macht schlichtweg keinen Sinn!
Nun gut, ich hatte zwei Handys dabei: mein Zweit-Handy für die MTC-Karte und mein Haupt-Handy mit Telekom-Vertrag, für das ich mir vorab einen SurfPass dazugebucht hatte. Spoiler: Letzterer brachte fast im gesamten Land überhaupt nichts.
Windhoek: Sehenswürdigkeiten & Einkaufen
Allzu viele klassische Sehenswürdigkeiten gibt es in Windhoek nicht zu sehen. Sie waren schnell abgefahren, abfotografiert und die Geschichte dazu schnell erzählt. Man landet nach einem Nachtflug am Morgen in Windhoek, verbringt den ersten Tag in der Stadt, aber das eigentliche Abenteuer beginnt erst am nächsten Tag. Das ist eben Namibia!
Auch das war mir vorher nicht bewusst gewesen, da ich mir unter der Hauptstadt etwas völlig Anderes vorgestellt hatte. Windhoek ist in erster Linie ein Ort zum Ankommen – mehr nicht. Dennoch hat die Stadt ihren ganz eigenen Charme.
An der berühmten Christuskirche lagen im Grunde alle wichtigen Sehenswürdigkeiten auf einem Fleck, die wir sogleich bestaunten und fotografierten.
Für die nächsten vier Wochen brauchten wir außerdem noch einige Zutaten für unser geliebtes Superfood am Morgen. Ganz in der Nähe unseres Hotels wurden wir im „Zero Waste Store“ fündig. Ein kleiner, feiner Laden, der für unser gesundes Frühstück einfach alles hatte. Eine Beratung auf Deutsch machte den Einkauf umso angenehmer!
Anschließend ging es noch in die „The Grove Mall of Namibia“, ein modernes Einkaufszentrum. Hier herrschte buntes Treiben und alle Geschäfte waren belebt – ganz anders als das triste Einzelhandelssterben, das man mittlerweile aus vielen deutschen Innenstädten kennt.
Schon an diesem ersten Tag in Windhoek wurde uns klar: Namibia ist kein reines Kolonialland einer einzelnen Nation, sondern ein faszinierendes Mosaik aus vielen Kulturen. Es gibt Linksverkehr nach britischem Vorbild, gepaart mit Straßenschildern in deutscher Sprache.
Linksverkehr nach britischem Vorbild, gepaart mit Straßenschildern in deutscher Sprache.
Und jetzt geht unsere große Tour erst richtig los! Genau 28 Tage pure Weite liegen vor uns – eine gewaltige 4-Wochen-Rundreise durch Namibia, die uns später auch bis nach Botswana und zu den majestätischen Victoriafällen nach Simbabwe führen wird.
Seid gespannt auf die nächsten Wochen!









