Redwood National and State Parks – Dein ultimativer Reiseführer zu den Giganten der Küste

Willkommen im Reich der Riesen

Stell dir vor, du stehst am Fuß eines Lebewesens, das bereits wuchs, als das Römische Reich noch existierte. Die Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens) sind die unangefochtenen Wolkenkratzer der Natur. Mit einer Höhe von bis zu 115 Metern überragen sie alles andere auf diesem Planeten.

Doch es ist nicht nur die schiere Größe, die diesen Ort so besonders macht. Es ist die Stille, die nur durch das ferne Rauschen des Pazifiks oder den Ruf eines Raben unterbrochen wird. Der Duft nach feuchter Erde, das weiche Moos unter den Füßen und das Licht, das in Strahlen durch den ewigen Nebel bricht, erschaffen eine fast kathedralenartige Stimmung. Hier im Norden Kaliforniens findest du die letzten 5 % des ursprünglichen Bestandes dieser Urwälder – ein lebendiges Erbe unserer Erdgeschichte.

Die vier Parks im Überblick (National Park & State Parks)

Was viele Reisende nicht wissen: Das Gebiet ist ein weltweit einzigartiges Kooperationsprojekt zwischen dem US-National Park Service und den California State Parks. Insgesamt besteht das geschützte Areal aus vier Parks, die nahtlos ineinander übergehen:

Redwood National Park: Er bildet das Herzstück im südlichen Teil und beherbergt einige der entlegensten und höchsten Bäume der Welt.

Jedediah Smith Redwoods State Park: Ganz im Norden gelegen, wirkt er besonders urzeitlich. Die riesigen Stämme stehen hier sehr dicht beieinander.

Del Norte Coast Redwoods State Park: Hier triffst du auf die dramatische Kombination aus steilen Küstenklippen und dichtem Wald.

Prairie Creek Redwoods State Park: Dieser Park ist berühmt für seine weiten Wiesen, auf denen Wapitis grasen, und den magischen Fern Canyon.

Die beste Reisezeit und das magische Küstenwetter

In den Redwoods gibt es kein „schlechtes“ Wetter, sondern nur unterschiedliche Stimmungen. Da die Bäume einen Großteil ihres Wassers aus dem Nebel beziehen, ist Feuchtigkeit hier die Lebensader.

Frühling (März bis Mai): Die Farne leuchten in sattem Grün, und die Rhododendren blühen zwischen den dunklen Stämmen. Es regnet häufiger, aber die Wasserfälle sind spektakulär.

Sommer (Juni bis August): Die beliebteste Zeit. Der dichte Küstennebel sorgt am Morgen für eine mystische Ruhe, während sich am Nachmittag oft die Sonne durchsetzt. Die Temperaturen bleiben angenehm kühl, meist um 15 bis 20 Grad.

Herbst (September bis November): Oft die stabilste Wetterlage mit viel klarem Sonnenschein. Die Parks sind weniger überlaufen, und die Brunftzeit der Wapitis beginnt.

Winter (Dezember bis Februar): Es ist die Zeit der heftigen Regenfälle und Stürme. Wenn du jedoch Einsamkeit suchst und das Trommeln des Regens auf den riesigen Blättern magst, ist dies eine sehr meditative Zeit.

Vorbereitung und Anreise

So kommst du hin: Flughäfen und Mietwagen

Die Redwoods liegen recht abgelegen an der Grenze zwischen Kalifornien und Oregon. Du hast drei Hauptoptionen für die Anreise:

Die kleine Lösung (Regionalflughafen): Der California Redwood Coast-Humboldt County Airport (ACV) in McKinleyville liegt direkt im Geschehen. Er wird meist von San Francisco oder Los Angeles aus angeflogen. Von dort bist du in 20–30 Minuten mitten im Park.

Der Roadtrip-Klassiker ab San Francisco (SFO): Die Fahrt über den legendären Highway 101 dauert etwa 5 bis 6 Stunden (ca. 450 km). Es ist eine wunderschöne Strecke, die dich durch das Weinland von Sonoma und die „Avenue of the Giants“ führt.

Die Route über Oregon: Du kannst auch nach Medford (MFR) fliegen und von Norden her über den Highway 199 in den Jedediah Smith State Park einfahren. Die Fahrt dauert etwa 2 Stunden.

Mietwagen-Tipp: Ein Allradantrieb (AWD/4WD) ist nicht zwingend erforderlich, da die Hauptstraßen sehr gut ausgebaut sind. Wenn du jedoch vorhast, Schotterpisten wie die Howland Hill Road zu fahren, ist ein Fahrzeug mit etwas mehr Bodenfreiheit (SUV) komfortabler.

Packliste: Was in deinem Rucksack nicht fehlen darf

Das Wetter im gemäßigten Regenwald ist unberechenbar. Selbst wenn es in San Francisco heiß ist, kann es im Schatten der Giganten feucht und kühl sein.

Schichten, Schichten, Schichten: Ein feuchtigkeitsableitendes T-Shirt, ein Fleece oder ein leichter Pulli und eine wasser- sowie winddichte Regenjacke sind essenziell.

Festes Schuhwerk: Die Wanderwege können durch den Nebel und Regen oft rutschig oder matschig sein. Wanderschuhe mit gutem Profil sind Gold wert.

Fernglas: Nicht nur für Vögel, sondern auch, um die Baumkronen in 100 Metern Höhe oder Wale an der Küste besser beobachten zu können.

Offline-Karten: Der Handyempfang in den Parks ist extrem lückenhaft bis gar nicht vorhanden. Lade dir Google Maps-Ausschnitte vorab herunter oder nutze eine klassische Faltkarte.

Genehmigungen und Reservierungen (Tall Trees Grove & Co.)

Hier ist Planung alles, denn die Parkverwaltung schützt die empfindlichsten Bereiche durch Zugangsbeschränkungen.

Tall Trees Grove

Für diese Wanderung musst du dich mindestens 48 Stunden (bis zu 90 Tage) im Voraus online um eine kostenlose Genehmigung bemühen. Es werden nur sehr wenige Plätze pro Tag vergeben. Ohne den Code für das verschlossene Tor kommst du nicht zum Trailhead.

Fern Canyon

Während der Hauptsaison (Mai bis September) benötigst du auch für den Gold Bluffs Beach und den Fern Canyon eine Vorab-Reservierung für den Parkplatz.

Camping

Die Plätze in den State Parks (wie Jedediah Smith oder Prairie Creek) sind oft Monate im Voraus ausgebucht. Buche über ReserveCalifornia so früh wie möglich.

Die spektakulärsten Wanderwege

Egal, ob du nur 20 Minuten Zeit hast oder einen ganzen Tag im Wald verbringen möchtest – hier sind die besten Routen, sortiert nach Anspruch.

Kurze Spaziergänge für Einsteiger

Diese Wege sind fast völlig eben und eignen sich perfekt, um die Dimensionen der Bäume ohne große Anstrengung zu begreifen.

Big Tree Wayside (Prairie Creek)

Ein extrem kurzer, barrierefreier Weg direkt am Parkway, der dich zu einem der massivsten Bäume des Parks führt. Ideal für einen schnellen Fotostopp.

Lady Bird Johnson Grove Trail

Der etwa 2,4 km lange Rundweg ist ein beliebter Einstieg in die faszinierende Welt der Redwood-Bäume. Dieser leicht begehbare Pfad ist ideal für Familien und Besucher, die einen ersten Eindruck von diesen beeindruckenden Riesen erhalten möchten. Da er auf einem Bergrücken liegt, hängen hier oft dichte Nebelschwaden in den Kronen, was für eine unglaublich mystische Stimmung sorgt.

Entlang des Weges findest du informative Tafeln, die dir Wissenswertes über die Redwood-Bäume, die Geschichte des Parks und die Bedeutung des Naturschutzes vermitteln. Der Trailhead ist leicht zu erreichen und der Parkplatz ist gut ausgeschildert. Die Wanderung dauert etwa 45-60 Minuten und ist somit auch für kurze Aufenthalte im Park geeignet.

Stout Memorial Grove (Jedediah Smith)

Ein etwa 1 km langer Rundweg durch einen „reinen“ Redwood-Hain. Da es hier kaum Unterholz gibt, wirken die Stämme wie die Säulen einer riesigen Kathedrale.

Tageswanderungen durch Urwälder und Schluchten

Wenn du etwas mehr Zeit mitbringst (3 bis 5 Stunden), kannst du tief in das Ökosystem eintauchen.

James Irvine Trail zum Fern Canyon

Dies ist wohl die ultimative Redwood-Wanderung. Du startest am Visitor Center von Prairie Creek und wanderst ca. 14,5 km (hin und zurück) durch dichten Urwald, bis du schließlich im berühmten Fern Canyon landest.

Boy Scout Tree Trail

Ein 8,5 km langer Pfad im Jedediah Smith Park. Er gilt als einer der schönsten Wege weltweit, weil er dich tief in unberührte Wildnis führt. Am Ende wartet ein riesiger Doppelstamm-Baum auf dich.

Tall Trees Grove Trail

Nach der Anfahrt über die gesperrte Forststraße (Genehmigung erforderlich!) wanderst du steil bergab zum Ufer des Redwood Creek. Hier stehen einige der höchsten Bäume der Erde in einem abgeschiedenen Hain.

Küstenpfade mit Meerblick

In den Redwoods trifft der Wald oft direkt auf den Ozean. Diese Wege bieten eine tolle Abwechslung zum tiefen Grün des Waldes.

Coastal Drive & Hidden Beach

Ein mittelschwerer Weg, der dich zu einer versteckten Bucht führt. Hier kannst du oft Treibholz am Strand finden und mit etwas Glück Wale am Horizont entdecken.

Yurok Loop Trail

Ein kurzer Rundweg (ca. 1,6 km) am Lagoon Creek. Er bietet dramatische Ausblicke auf die zerklüftete Küste und ist kulturell bedeutsam, da er durch das Land der Yurok-Ureinwohner führt.

Tipp: Die Distanzen wirken auf dem Papier oft kurz, aber man braucht meist länger, weil man alle paar Meter stehen bleibt, um nach oben zu schauen oder die winzigen Details am Waldboden zu bewundern. Plane also immer etwas Pufferzeit ein!

Unvergessliche Roadtrip-Routen

Hier sind die drei Fahrstrecken, die du auf keinen Fall auslassen solltest:

Der Newton B. Drury Scenic Parkway

Dies ist die entspannte Alternative zum Highway 101. Die Straße schlängelt sich über etwa 16 Kilometer direkt durch das Herz des Prairie Creek Redwoods State Park.

Was dich erwartet: Du fährst durch einen Tunnel aus riesigen Bäumen. Es gibt zahlreiche Haltebuchten, um für Fotos auszusteigen oder spontan einen der kurzen Wanderwege (wie den Big Tree) zu nehmen.

Highlight: Halte am Südende des Parkways an den Elk Prairie Wiesen Ausschau. Dort stehen oft große Herden von Roosevelt-Wapitis direkt am Straßenrand.

Abenteuer auf der Howland Hill Road

Diese Strecke im Jedediah Smith Redwoods State Park ist ein absolutes Erlebnis, aber nichts für frisch gewaschene Autos! Es ist eine schmale, unbefestigte Schotterstraße.

Was dich erwartet: Die Straße ist so eng in den Wald gebaut, dass du das Gefühl hast, die Bäume würden das Auto berühren. Es ist eines der intimsten Fahrerlebnisse, die du in einem Nationalpark haben kannst.

Wichtiger Hinweis: Die Straße ist für Wohnmobile (RVs) und Anhänger nicht befahrbar. Mit einem normalen PKW solltest du langsam fahren und bei Gegenverkehr frühzeitig Ausweichstellen nutzen.

Der Coastal Drive: Wo der Wald auf den Ozean trifft

Dieser etwa 14 Kilometer lange Weg (teilweise Schotter, teilweise Einbahnstraße) führt dich entlang der Klippen nördlich des Klamath River.

Was dich erwartet: Atemberaubende Ausblicke auf den Pazifik. Es gibt dort einen alten Radar-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der als Bauernhaus getarnt war (B-71 Radar Station).

Highlight: Der High Bluff Overlook ist ein perfekter Ort für ein Picknick. Mit einem Fernglas kannst du hier im Frühjahr und Herbst oft Grauwale auf ihrer Wanderung beobachten.

Ein kurzer Routen-Vorschlag für einen Tag:

Vormittag: Fahrt über die Howland Hill Road und Wanderung auf dem Boy Scout Tree Trail.

Mittag: Picknick am Smith River (dem saubersten Fluss Kaliforniens).

Nachmittag: Fahrt Richtung Süden über den Newton B. Drury Scenic Parkway und Stopp bei den Wapitis.

Abend: Sonnenuntergang am High Bluff Overlook am Coastal Drive.

Naturwunder abseits der Bäume

Fern Canyon: Ein prähistorisches Paradies

Der Fern Canyon im Prairie Creek Redwoods State Park ist ein Ort, der so unwirklich aussieht, dass man fast erwartet, ein Dinosaurier würde um die Ecke biegen. Tatsächlich war er genau deshalb Drehort für Jurassic Park: Vergessene Welt.

Das Erlebnis: Du läufst durch ein schmales Bachbett, während links und rechts von dir 15 bis 25 Meter hohe, senkrechte Wände aufragen. Diese Wände sind komplett mit fünf verschiedenen Farnarten bewachsen, aus denen ständig Wasser sickert – ein vertikaler, hängender Garten.

Wichtiger Tipp: Du wirst nasse Füße bekommen! Der Weg führt direkt durch das flache Wasser des Home Creek. Nimm entweder wasserfeste Sandalen (mit gutem Profil) mit oder trage wasserdichte Stiefel.

Logistik: Denk an die Reservierung für den Parkplatz (Gold Bluffs Beach), die in der Hauptsaison nötig ist.

Wildbeobachtung: Roosevelt-Wapitis und Grauwale

Die Parks schützen nicht nur Flora, sondern auch eine beeindruckende Fauna.

Roosevelt-Wapitis (Elks)

Diese beeindruckenden Tiere sind viel größer als das typische Rotwild in Europa. Du findest sie fast garantiert auf der Elk Prairie oder direkt am Gold Bluffs Beach.

Sicherheit: Halte mindestens 25 bis 50 Meter Abstand. Besonders während der Brunft (Herbst) oder wenn Kälber dabei sind, können sie sehr ungemütlich werden.

Wale und Seelöwen

An Aussichtspunkten wie dem Klamath River Overlook kannst du von Dezember bis Mai Grauwale beobachten. Seelöwen und Seehunde liegen oft auf den vorgelagerten Felsen im Meer.

Bananenschnecken: Halte den Blick am Boden! Diese leuchtend gelben Schnecken sind das inoffizielle Maskottchen der Redwoods. Sie können bis zu 25 cm lang werden.

Die einsamen Strände von Gold Bluffs Beach

Dieser Küstenabschnitt ist dramatisch und wild. Hier treffen die bewaldeten Klippen direkt auf den grauen Sand des Pazifiks.

Was ihn auszeichnet: Anders als die sonnigen Badestrände in Südkalifornien ist es hier oft windig, neblig und rau. Es ist der perfekte Ort für lange Spaziergänge, bei denen man riesige Stämme von Treibholz findet, die der Ozean wie Streichhölzer an Land geworfen hat.

Aktivität: Such nach den kleinen Bachläufen, die aus dem Wald in den Ozean fließen – oft bilden sich dort kleine Lagunen, in denen sich das Leben tummelt.

Übernachtung und Verpflegung

Klamath, ein kleiner Ort am gleichnamigen Fluss, liegt „mittendrin“. Jedediah Smith Redwoods State Park und Del Norte Coast Redwoods State Park liegen nördlich von Klamth. Prairie Creek Redwoods State Park und Redwood National Park liegen südlich. Daher unsere Empfehlung: Übernachtet im Holiday Inn Express Redwood National Park, an IHG Hotel.

Weitere Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Trinidad und Crescent City.

Trinidad: Ein malerisches kleines Fischerdorf südlich der Parks. Hier gibt es wunderschöne Ferienhäuser mit Meerblick und kleine Gasthöfe. Perfekt für einen romantischen Ausklang des Tages.

Crescent City: Die größte Stadt im Norden. Hier findest du klassische Motels, Supermärkte und Restaurants. Es ist der praktischste Ausgangspunkt für den Jedediah Smith Park. Besuche hier unbedingt den Battery Point Lighthouse.

Camping

In den Parks gibt es vier Haupt-Campingplätze:

Jedediah Smith Campground: Er liegt direkt am kristallklaren Smith River. Du zeltest buchstäblich zwischen gigantischen Redwoods. Es ist der beliebteste Platz, also buche Monate im Voraus!

Prairie Creek Campground: Hier hast du eine gute Chance, morgens Wapitis direkt vor deinem Zelt auf der Wiese zu sehen. Er ist sehr zentral gelegen.

Gold Bluffs Beach Campground: Für alle, die das Meer lieben. Du schläfst in den Dünen, mit dem Wald im Rücken und dem Pazifik vor der Nase. Beachte: Die Zufahrt über die Schotterpiste ist für große Wohnmobile gesperrt.

Mill Creek Campground: Etwas tiefer im Wald des Del Norte Coast Parks gelegen und oft eine gute Ausweichmöglichkeit, wenn die anderen voll sind.

Picknick-Tipps und lokale Kulinarik

Da du viel Zeit im Wald verbringen wirst, ist die Selbstverpflegung wichtig. Deck dich in Crescent City oder McKinleyville in den großen Supermärkten ein. Im Park selbst gibt es keine Geschäfte oder Restaurants.

Lokale Spezialitäten: Probier unbedingt den frischen geräucherten Lachs der Yurok-Ureinwohner (oft an kleinen Verkaufsständen entlang des Highway 101 in Klamath zu finden).

Kulinarischer Tipp: In Trinidad solltest du die Clam Chowder (Muschelsuppe) probieren – ein Klassiker an der Pazifikküste, der nach einem kühlen Tag im Nebelwald besonders gut tut.

 

Wichtige Sicherheitshinweise und Etikette

Respektvoller Umgang mit den sanften Riesen

Obwohl die Redwoods massiv und unzerstörbar wirken, haben sie eine Achillesferse: ihr Wurzelsystem.

Ein Redwood hat keine tiefe Pfahlwurzel. Sein gesamtes Stabilitätssystem breitet sich nur etwa 3 bis 4 Meter tief, aber dafür hunderte Meter weit aus. Wenn du direkt an den Fuß eines Baumes trittst, verdichtest du den Boden. Das nimmt den Wurzeln den Sauerstoff und kann den Baum langfristig schwächen oder sogar zum Umstürzen bringen. Bleib daher auf den Wegen.

Die Rinde schützt den Baum vor Feuer und Insekten. Schnitzereien oder das Abbrechen von Rinde schaden dem Baum direkt.

Verhalten bei Begegnungen mit Wildtieren

Du teilst dir den Park mit einigen beeindruckenden Bewohnern.

Wapitis (Elks): Unterschätze sie niemals. Sie sehen friedlich aus, können aber extrem schnell und aggressiv werden, besonders wenn du ihnen zu nahe kommst. Ein Abstand von mindestens zwei Buslängen ist ein guter Richtwert.

Schwarzbären: Sie sind scheu, aber verfressen. Lass niemals Essen oder duftende Gegenstände (Zahnpasta, Deo) im Auto oder offen im Camp liegen. Nutze die „Bear Lockers“.

Berglöwen (Pumas): Sichtungen sind extrem selten. Falls du doch einem begegnest: Lauf nicht weg! Mach dich groß, hebe die Arme und mache Lärm.

„Leave No Trace“: Den Park für die Zukunft bewahren

Die Redwoods sind ein UNESCO-Welterbe. Hilf mit, sie sauber zu halten:

Müll: Was du mit hineinnimmst, nimmst du auch wieder mit heraus. Selbst organische Abfälle wie Bananenschalen gehören nicht in den Wald, da sie Tiere anlocken.

Drohnen: Das Fliegen von Drohnen ist in den National- und State Parks streng verboten. Die Ruhe der Tiere und anderer Besucher hat Vorrang.

Sammeln: Es ist verboten, Pflanzen, Steine oder gar kleine Redwood-Setzlinge mitzunehmen. Das einzige, was du mitnehmen darfst, sind Fotos und Erinnerungen.

Fazit: Eine Reise zu den Zeugen der Zeit

Ein Besuch der Redwood National and State Parks ist mehr als nur ein gewöhnlicher Natururlaub – es ist eine Begegnung mit der Ewigkeit. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, bieten die Redwoods einen Ort der absoluten Beständigkeit. Wenn du zwischen diesen Giganten stehst, relativieren sich die Alltagssorgen ganz von allein.

Warum du die Redwoods besuchen solltest:

Perspektivwechsel: Nichts lehrt uns Demut so sehr wie der Anblick eines Baumes, der bereits ein Riese war, als unsere Ur-Ur-Großeltern noch nicht einmal geboren waren.

Vielfalt: Die Kombination aus mystischen Nebelwäldern, prähistorischen Farnschluchten und der wilden Pazifikküste ist weltweit einzigartig.

Echte Wildnis: Trotz der guten Erreichbarkeit findest du hier noch Stille und unberührte Natur, die in unserem modernen Leben selten geworden ist.

Die Redwoods fordern von ihren Besuchern nicht viel: nur ein wenig Planung, festes Schuhwerk und eine große Portion Respekt vor der Natur. Wer sich darauf einlässt, kehrt nicht nur mit beeindruckenden Fotos zurück, sondern mit einer tiefen inneren Ruhe, die man so schnell nirgendwo anders findet.

Pack deine Regenjacke ein, lass das Handy im Rucksack und begib dich auf die Reise zu den höchsten Lebewesen unserer Erde. Sie warten schon seit Jahrhunderten auf dich.

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