New Orleans: Jazz, Voodoo und Lebensfreude im Big Easy

Du biegst um eine Straßenecke im French Quarter. In der Luft liegt der Duft von frisch frittierten Beignets und starkem Chicorée-Kaffee, während aus einer offenen Bar die tiefen Töne einer Posaune zu dir herüberschallen. Über dir hängen schmiedeeiserne Balkone voller Farne, und unter deinen Füßen spürst du das Kopfsteinpflaster, das seit über 300 Jahren Geschichten erzählt.

New Orleans – oder „The Big Easy“, wie die Einheimischen es liebevoll nennen – ist kein gewöhnliches Reiseziel. Es ist ein Gefühl. Hier vermischen sich französische Eleganz, spanisches Temperament, afrikanische Rhythmen und karibische Lebensfreude zu einem Cocktail, den du so nirgendwo anders auf der Welt finden wirst.

In dieser Stadt ist das Leben ein einziges Fest. Ob beim weltberühmten Mardi Gras, bei einer spontanen „Second Line“-Parade durch die Nachbarschaft oder einfach bei einem Drink im „Go-Cup“ in der Hand, während du dich von der Musik durch die Nacht treiben lässt. New Orleans fordert dich auf, den Alltag hinter dir zu lassen, tief durchzuatmen und nach dem Motto der Stadt zu leben: „Laissez les bons temps rouler“ – lass die guten Zeiten rollen!

Dieser Reiseführer nimmt dich an die Hand: Wir zeigen dir die legendäre Bourbon Street (und wo du den besten Jazz abseits der Touristenpfade findest), führen dich zu den mystischen „Cities of the Dead“ und verraten dir, wo das Gumbo am authentischsten schmeckt.

Vorbereitung: Den Rhythmus der Stadt verstehen

Reisezeit: Von Mardi Gras bis zur Hurricane-Season

Das Klima bestimmt in New Orleans alles. Die Stadt liegt unter dem Meeresspiegel und die Luftfeuchtigkeit ist legendär.

Frühling (Februar bis Mai): Die absolute Top-Reisezeit. Das Wetter ist angenehm, die Magnolien blühen und natürlich fällt der Mardi Gras (Fasching) in diese Zeit. Aber Achtung: Zu Mardi Gras ist die Stadt im Ausnahmezustand, die Preise verdoppeln sich und man muss Monate im Voraus buchen.

Sommer (Juni bis September): Es ist heiß, extrem schwül und es ist Hurricane-Saison. Viele Locals verlassen die Stadt, wenn sie können. Der Vorteil: Die Hotelpreise sind im Keller.

Herbst (Oktober bis November): Eine tolle Alternative. Es wird kühler, die Luft wird trockener und Events wie das Voodoo Experience Festival locken Besucher an.

Ankunft & Fortbewegung: Streetcars und die Kunst des Flanierens

New Orleans ist für US-Verhältnisse sehr kompakt und lässt sich wunderbar zu Fuß oder mit historischen Mitteln erkunden.

Die Streetcars: Ein absolutes Muss! Die grünen Wagen der St. Charles Line sind die ältesten der Welt. Eine Fahrt unter den riesigen Eichen kostet nur 1,25 $ (passendes Kleingeld oder die Le Pass App nutzen).

Zu Fuß: Das French Quarter erkundest du am besten zu Fuß. Jede Ecke bietet ein neues Fotomotiv oder eine versteckte Terrasse.

Fahrräder: In den flachen Vierteln wie dem Marigny oder Bywater ist das Fahrrad das ideale Fortbewegungsmittel.

Die Wahl des Viertels: Wo schlägt dein Herz?

Jedes Viertel in NOLA (New Orleans, Louisiana) hat eine völlig andere Energie:

French Quarter: Das historische Zentrum. Du bist mitten im Geschehen, hörst überall Musik, aber es ist auch laut und sehr touristisch.

Faubourg Marigny: Direkt östlich des Quarters. Hier wohnen die Künstler und Musiker. Es ist etwas authentischer, hip und die Heimat der besten Jazzclubs (Frenchmen Street).

Garden District: Hier stehen die prachtvollen Villen unter uralten Eichen. Es ist ruhig, elegant und perfekt, wenn du den Trubel des Zentrums nur dosiert genießen möchtest.

Übernachtungstipp:

Wir können das Canopy by Hilton New Orleans Downtown empfehlen. Es liegt nur ca. 550 m von der Bourbon-Street entfernt und ist recht ruhig. Das moderne Design-Hotel bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Sehr gut sieht auch das Maison Metier, in the Unbound Collection by Hyatt aus. Ist aber natürlich auch eine Preisfrage. Es gibt aber noch viele andere Hotels in New Orleans.

Tipp für den Start: Besorge dir direkt nach der Ankunft die „Le Pass“ App. Damit kannst du digitale Tickets für die Streetcars und Busse kaufen, ohne nach Kleingeld suchen zu müssen. Und noch etwas Wichtiges: In New Orleans ist es legal, Alkohol auf der Straße in Plastikbechern (Go-Cups) zu trinken. Das gehört hier zum Lebensgefühl, aber übertreibe es nicht – die Stadt ist ein Marathon, kein Sprint!

Das Herz der Stadt: Das French Quarter (Vieux Carré)

Jackson Square & St. Louis Cathedral: Das historische Zentrum

Dieser Platz ist das Postkartenmotiv von New Orleans. Einst der Ort für öffentliche Hinrichtungen und Paraden, ist er heute ein Treffpunkt für Künstler und Musiker.

Die weiße St. Louis Cathedral mit ihren drei spitzen Türmen ist die älteste durchgehend genutzte Kathedrale der USA. Ihr Anblick vor dem blauen Himmel ist spektakulär. Rund um den Zaun des Platzes stellen Maler ihre Werke aus, und Handleser sowie Tarot-Experten bieten ihre Dienste an. Setz dich auf eine Bank und lass die Atmosphäre auf dich wirken.

Bourbon Street vs. Royal Street: Party-Exzess trifft Antiquitäten-Eleganz

Nur zwei Parallelstraßen voneinander entfernt, zeigen sie zwei völlig verschiedene Gesichter der Stadt.

In der Bourbon Street regiert der Exzess. Neonlichter, laute Musik aus jeder Tür und die berühmten „Hand Grenade“-Drinks in grünen Plastikbechern. Es ist laut und touristisch, aber man muss es einmal gesehen (und gerochen) haben.

Die Royal Street bietet das absolute Kontrastprogramm. Hier findest du wunderschöne Antiquitätenläden, exklusive Kunstgalerien und einige der am besten erhaltenen historischen Fassaden der Stadt. Tagsüber ist die Straße für Autos gesperrt, und Weltklasse-Straßenmusiker geben hier improvisierte Konzerte.

Tour durch das französische Viertel mit Geschichtenerzählen
French Quarter Foodtour Rundgang mit Verkostungen

Die Geister der Stadt: Voodoo-Shops und Friedhofsführungen

New Orleans gilt als die Stadt mit den meisten Spukgeschichten in den USA. Die Nähe zum Tod und der Voodoo-Glaube gehören hier zum Alltag.

Besuche das New Orleans Historic Voodoo Museum oder authentische Läden wie Marie Laveau’s House of Voodoo. Es geht dabei weniger um Puppen mit Nadeln, sondern um eine tief verwurzelte Religion und Ahnenkult.

Da die Stadt unter dem Meeresspiegel liegt, werden die Toten in prunkvollen, oberirdischen Mausoleen bestattet – den „Cities of the Dead“. Hier liegt auch die legendäre Voodoo-Königin Marie Laveau begraben. St. Louis Cemetery No. 1 ist der älteste erhaltene Friedhof in New Orleans und wurde 1789 gegründet. Zum Schutz des historischen Ortes kann er nur im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden.

Weitere Friedhöfe sind der Lafayette Cemetery No. 1 im Garden District mit einer beeindruckenden Architektur und üppiger Vegetation, der St. Louis Cemetery No. 3 als größter der drei St. Louis Friedhöfe sowie der Metairie Cemetery. Er hebt sich durch seine großen, oft extravaganten Mausoleen ab und ist die letzte Ruhestätte vieler prominenter Persönlichkeiten von New Orleans.

Tipp für das French Quarter: Such dir ein Restaurant oder eine Bar mit einem Balkon im ersten Stock (z. B. am frühen Abend). Es gibt nichts Besseres, als mit einem Drink in der Hand von oben auf das bunte Treiben und die vorbeiziehenden Jazz-Paraden hinunterzublicken. Und vergiss nicht, in die Innenhöfe (Courtyards) zu spähen – hinter unscheinbaren Holztoren verbergen sich oft die schönsten Gärten der Stadt.

French Quarter

Das French Quarter, auch bekannt als Vieux Carré, ist das älteste und kulturell vielfältigste Viertel von New Orleans. Es besticht durch seine einzigartige Mischung aus französischem und spanischem Kolonialerbe, was sich in der Architektur, den schmalen Gassen, historischen Gebäuden und lebhaften Innenhöfen widerspiegelt.

Das Viertel wurde im 18. Jahrhundert gegründet und bewahrt bis heute den Charme vergangener Zeiten. Die malerischen Häuser mit schmiedeeisernen Balkonen und kunstvollen Verzierungen verleihen dem French Quarter seinen unverwechselbaren Charakter. Die Architektur erzählt von einer bewegten Geschichte, in der französische und spanische Einflüsse harmonisch zusammenkamen.

Das French Quarter ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein pulsierendes Zentrum des Lebens in New Orleans. Die Straßen sind erfüllt von Musik, vor allem Jazz, und bieten zahlreiche Live-Performances. In den vielen kleinen Bars, Restaurants und Cafés trifft man auf eine lebhafte Mischung aus Einheimischen und Touristen, was dem Viertel eine besondere, fast schon magische Atmosphäre verleiht.

Einige der bekanntesten Attraktionen sind der Jackson Square mit seiner imposanten St. Louis Cathedral und die lebendige Bourbon Street, die für ihr reges Nachtleben berühmt ist. Neben historischen Plätzen und Museen laden auch zahlreiche Boutiquen, Kunstgalerien und Theater zu Erkundungen ein. Hier spürt man den Geist von New Orleans in jeder Ecke – sei es durch die Straßenkünstler, die lokalen Köstlichkeiten oder die geschichtsträchtigen Gebäude.

Insgesamt bietet das French Quarter eine faszinierende Reise in die Vergangenheit und Gegenwart zugleich, wo Geschichte, Musik und kulinarische Genüsse in perfekter Harmonie zusammenfließen.

Bourbon Street

Die Bourbon Street ist eine der berühmtesten Straßen im French Quarter von New Orleans und steht sinnbildlich für das pulsierende Nachtleben der Stadt. Die Straße ist bekannt für ihre durchgehende Energie – von früh am Morgen bis in die späten Stunden der Nacht herrscht hier ein nie endendes Treiben. Bars, Clubs und Restaurants reihen sich dicht aneinander, und überall kann man Live-Musik hören, von Jazz bis hin zu Rock und Blues.

Die Architektur entlang der Bourbon Street zeugt von der reichen Geschichte New Orleans‘. Die historischen Gebäude mit ihren charmanten Fassaden und schmalen Gassen bilden den Kontrast zur modernen, dynamischen Partyszene. Dieser Mix macht die Straße zu einem einzigartigen Erlebnis. Neben dem bekannten Partyimage bietet die Bourbon Street auch kulturelle Highlights. Straßenkünstler, Musiker und Performances sorgen für eine bunte Vielfalt. Hier spürt man den Geist von New Orleans – eine Stadt, in der Geschichte, Musik und Lebensfreude aufeinander treffen.

Die Bourbon Street verkörpert das Herz und die Seele von New Orleans. Sie ist ein Ort, an dem Tradition und Moderne aufeinandertreffen und an dem Besucher unvergessliche Nächte erleben können, geprägt von Musik, Tanz und einer einzigartigen Atmosphäre.

Jackson Square

Der Jackson Square ist ein historisches und kulturelles Herzstück des French Quarter in New Orleans. Gelegen am Fuße der St. Louis Cathedral, bildet der Platz einen lebendigen Treffpunkt für Einheimische und Besucher gleichermaßen.

Der Platz wurde im 19. Jahrhundert benannt und diente ursprünglich als Marktplatz und Versammlungsort. Seine zentrale Lage im French Quarter macht ihn zu einem idealen Ausgangspunkt für die Erkundung der umliegenden historischen Gassen und Sehenswürdigkeiten.

Heute ist der Jackson Square ein lebendiger Ort, an dem Straßenkünstler, Musiker und Maler ihre Kunst darbieten. Zahlreiche Galerien, Boutiquen und Cafés säumen die umliegenden Straßen und verleihen dem Platz eine einzigartige, kreative Atmosphäre.

Die beeindruckende St. Louis Cathedral, die den Platz überragt, verleiht dem Jackson Square nicht nur einen majestätischen Anblick, sondern erinnert auch an die reiche religiöse und koloniale Geschichte der Stadt. Die umliegenden historischen Gebäude tragen zur authentischen, fast schon malerischen Kulisse bei.

St. Louis Cathedral

Die St. Louis Cathedral ist eines der markantesten Wahrzeichen von New Orleans und prägt das Stadtbild mit ihrer beeindruckenden Silhouette. Gelegen am östlichen Rand des Jackson Square, symbolisiert sie nicht nur den religiösen Glauben, sondern auch die reiche Geschichte und kulturelle Vielfalt der Stadt.

Die Kathedrale wurde erstmals im 18. Jahrhundert errichtet und mehrfach renoviert, wobei ihre heutige Erscheinung vor allem aus dem 19. Jahrhundert stammt. Ihr klassizistischer Stil vereint Elemente des französischen Kolonialbaus mit gotischen und neoklassizistischen Einflüssen. Die markanten Türme und der prächtige Innenraum mit kunstvollen Altären und Glasfenstern zeugen von der langen Tradition und Bedeutung der Kirche.

Als Sitz der römisch-katholischen Diözese von New Orleans ist die St. Louis Cathedral ein lebendiger Ort des Glaubens und der Gemeinschaft. Neben religiösen Zeremonien zieht sie auch zahlreiche Besucher an, die die spirituelle und historische Atmosphäre erleben möchten. Ihre zentrale Lage macht sie zu einem wichtigen Treffpunkt und Symbol der Stadt.

Historic French Market

Der historische French Market gilt als der älteste öffentliche Markt in den USA. Ursprünglich war er ein Handelsposten für amerikanische Ureinwohner, französische Siedler und afrikanische Sklaven. Im Laufe der Jahre hat er sich zu einem wichtigen kulturellen und kommerziellen Zentrum entwickelt.

Der Markt bietet eine vielfältige Auswahl an Waren, darunter frische Produkte, Kunsthandwerk, Souvenirs und Speisen. Besucher können die einzigartige Atmosphäre genießen, die von Straßenmusikern, lokalen Künstlern und dem geschäftigen Treiben geprägt ist. Es gibt eine Vielzahl von Restaurants und Cafés, die traditionelle kreolische und Cajun-Küche servieren. Das bekannte „Café du Monde“ befindet sich ebenfalls dort.

Der French Market erstreckt sich über mehrere Blocks und ist in verschiedene Bereiche unterteilt, darunter einen Bauernmarkt, einen Flohmarkt und einen Gastronomiebereich.
Jeder Bereich hat seinen eigenen Charme und bietet unterschiedliche Einkaufserlebnisse.

Royal Street

Die Royal Street ist eine der bekanntesten und charmantesten Straßen im French Quarter von New Orleans. Sie besticht durch eine harmonische Mischung aus Geschichte, Kunst und zeitloser Eleganz. Sie ist gesäumt von prächtigen historischen Gebäuden, die den kolonialen Stil vergangener Zeiten widerspiegeln. Die restaurierten Fassaden und kunstvollen Balkone zeugen von einer reichen Geschichte, die eng mit der Entwicklung von New Orleans verknüpft ist.

Die Straße ist besonders beliebt bei Kunstliebhabern, denn zahlreiche Galerien und Antiquitätengeschäfte laden dazu ein, Schätze vergangener Zeiten zu entdecken. Musiker, Straßenkünstler und lebhafte Cafés verleihen der Royal Street eine kreative und gleichzeitig entspannte Atmosphäre, die Besucher zu jeder Tageszeit fasziniert.

Tagsüber bietet die Royal Street ein ruhigeres und eleganteres Ambiente als die benachbarte Bourbon Street, was sie zu einem idealen Ort für einen entspannten Bummel macht. Abends verwandelt sich die Straße in einen Ort, an dem Kunst und Kultur noch stärker zum Tragen kommen und wo sich Einheimische und Touristen gleichermaßen begegnen.

Frenchmen Street

Die Frenchmen Street befindet sich im Faubourg Marigny Viertel, in der Nähe des French Quarter. Die Straße ist belebt, aber nicht so überfüllt wie die Bourbon Street. Sie ist bekannt für ihre zahlreichen Musikclubs und Bars, in denen jeden Abend Live-Musik gespielt wird. Hier findest Du eine Vielzahl von Musikrichtungen, darunter Jazz, Blues, Funk, Reggae und mehr.

Neben der Musik gibt es auf der Frenchmen Street auch viele Kunstgalerien und Kunsthandwerksläden. Zudem ist die Frenchmen Street ein beliebtes Ziel für das Nachtleben in New Orleans. Es gibt eine große Auswahl an Restaurants und die Bars und Clubs sind bis spät in die Nacht geöffnet.

Die Seele der Musik: Wo der Jazz zu Hause ist

Frenchmen Street: Die authentische Alternative

Wenn du die Einheimischen fragst, wo sie Musik hören, schicken sie dich in die Frenchmen Street im Viertel Faubourg Marigny (nur einen kurzen Spaziergang vom French Quarter entfernt).

In Clubs wie dem The Spotted Cat, Snug Harbor oder d.b.a. gibt es fast rund um die Uhr Live-Jazz, Blues und Funk. Das Beste: Oft musst du keinen Eintritt zahlen, sondern nur ein Getränk kaufen und den Musikern ein großzügiges Trinkgeld in den „Tip Jar“ werfen.

Zwischen den Clubs gibt es einen nächtlichen Kunstmarkt unter freiem Himmel, auf dem lokale Künstler handgefertigten Schmuck und Bilder verkaufen – perfekt für ein authentisches Souvenir.

Preservation Hall: Ein Tempel für den traditionellen Jazz

In einer unscheinbaren, leicht heruntergekommenen Holzhalle im French Quarter verbirgt sich das Herz des Traditional Jazz.

In der Preservation Hall gibt es keine Bar, keine Klimaanlage und keine Mikrofone. Du sitzt auf Holzbänken oder stehst ganz nah bei den Musikern. Es ist eine fast religiöse Erfahrung für Musikliebhaber.

Tipp: Die Schlangen sind lang! Buche deine Tickets unbedingt Wochen im Voraus online, wenn du einen Sitzplatz möchtest, oder stell dich frühzeitig für die Stehplätze an.

Second Lines & Brass Bands: Wenn die Straße zur Bühne wird

Du musst in New Orleans nicht einmal einen Club betreten, um Weltklasse-Musik zu hören.

Brass Bands: Blechbläsergruppen ziehen oft spontan durch die Straßen. Der Sound ist laut, energiegeladen und bringt jeden zum Tanzen.

Second Line Paraden: Das ist eine der schönsten Traditionen. Ursprünglich Teil von Beerdigungen (Jazz Funerals), sind es heute fröhliche Paraden, die von Vereinen organisiert werden. Die „First Line“ ist die Band, die „Second Line“ sind die Menschen, die tanzend folgen. Wenn du eine siehst: Schließ dich einfach an!

Tipp für Musikfans: Bevor du losziehst, schau in den WWOZ Livewire Music Calendar (online oder als App). Das ist die Bibel für Live-Musik in NOLA. Dort steht tagesaktuell, welche Band in welchem Club spielt. So verpasst du garantiert keinen Geheimtipp.

Kulinarik: Eine Liebeserklärung an die kreolische Küche

Beignets & Café au Lait: Der Pflichtstopp im Café Du Monde

Man war nicht wirklich in New Orleans, wenn man nicht einmal mit Puderzucker auf dem Hemd das Café Du Monde verlassen hat.

Beignets: Diese frittierten Teigkissen werden im Dreierpack serviert und sind unter einem Berg aus Puderzucker begraben.

Café au Lait: Er wird traditionell mit Zichorie (Wegwarte) gemischt, was dem Kaffee eine erdige, leicht schokoladige Note verleiht.

Tipp: Das Café am Jackson Square hat 24 Stunden am Tag geöffnet. Geh am besten spät nachts oder sehr früh morgens, um die langen Schlangen am Nachmittag zu vermeiden.

Gumbo, Jambalaya & Po‘ Boys: Die Klassiker

Das sind die Gerichte, die die Seele von Louisiana ausmachen:

Gumbo: Ein dicker Eintopf auf Basis einer dunklen Mehlschwitze (Roux), meist mit Okra, Meeresfrüchten oder würziger Andouille-Wurst serviert.

Jambalaya: Ein herzhaftes Reisgericht, ähnlich einer Paella, aber kräftiger gewürzt.

Po‘ Boys: Das Sandwich der Stadt. Es besteht aus fluffigem französischem Brot, meist belegt mit frittierten Garnelen oder Austern. Wenn du gefragt wirst: „Do you want it dressed?“, sag ja! Das bedeutet mit Mayo, Salat, Tomaten und Gurken.

Fine Dining: Die Grande Dames der Südstaaten-Küche

New Orleans beherbergt einige der ältesten Familienrestaurants der USA, in denen Kellner noch in Frack und weißen Handschuhen servieren.

Antoine’s: Hier wurden die Oysters Rockefeller erfunden. Ein Labyrinth aus Speiseräumen voller Geschichte.

Brennan’s: Berühmt für das Gericht Bananas Foster (flambierte Bananen), das direkt am Tisch zubereitet wird. Das Frühstück hier ist eine Institution – nimm dir Zeit für ein ausgiebiges „Breakfast at Brennan’s“.

Tipp für Genießer: Probiere unbedingt eine Muffuletta beim Central Grocery & Deli. Dieses riesige, runde Sandwich mit italienischem Aufschnitt und einem speziellen Olivensalat wurde von sizilianischen Einwanderern in New Orleans erfunden. Ein ganzes Sandwich reicht locker für zwei bis drei Personen!

Eleganz unter Eichen: Der Garden District

St. Charles Streetcar: Die Zeitreise auf Schienen

Der beste Weg in den Garden District ist die Fahrt mit der historischen St. Charles Streetcar. Die hölzernen Sitze und die offenen Fenster lassen dich den Wind spüren, während die Bahn unter einem Tunnel aus riesigen, moosbehangenen Eichen hindurchgleitet.

Tipp: Steig an der Kreuzung Washington Avenue aus – das ist der perfekte Startpunkt für einen Spaziergang.

Prachtvolle Villen: Südstaaten-Architektur zum Träumen

Im Gegensatz zu den spanisch-französischen Einflüssen des Quarters bauten hier im 19. Jahrhundert wohlhabende Amerikaner ihre Paläste im griechischen und italienischen Stil. Achte auf die filigranen gusseisernen Zäune (oft in Form von Maiskolben – ein Symbol für Gastfreundschaft) und die riesigen Veranden.

Viele Stars besitzen hier Häuser. Das berühmte „Buckner Mansion“ diente beispielsweise als Kulisse für American Horror Story: Coven. Sandra Bullock und John Goodman haben hier ebenfalls ihr Zuhause.

Lafayette Cemetery No. 1: Ein Labyrinth aus oberirdischen Gräbern

Direkt gegenüber vom berühmten Restaurant Commander’s Palace liegt einer der fotogensten Friedhöfe der Welt.

Die oberirdischen Grüfte sind hier oft von Efeu und Wurzeln überwuchert, was dem Ort eine friedliche, fast mystische Atmosphäre verleiht. Du wirst dich wie in einem Film von Anne Rice (Interview mit einem Vampir) fühlen – viele ihrer Geschichten spielen genau hier.

Tipp für den Garden District: Gönn dir ein Mittagessen im legendären Commander’s Palace. Es gilt als eines der besten Restaurants der Welt. Der Clou: Unter der Woche gibt es dort zum Lunch den berühmten „25-Cent-Martini“. Ja, richtig gelesen – drei Martinis für insgesamt 75 Cent (bei Bestellung eines Hauptgerichts). Ein wunderbar dekadenter Start in den Nachmittag!

Abenteuer am Mississippi: Sümpfe und Plantagen

Swamp Tours: Alligatoren und mystische Zypressen-Sümpfe

Nur etwa 30 bis 45 Minuten außerhalb der Stadt beginnt eine völlig andere Welt. Eine Sumpftour ist ein absolutes Muss, um das Ökosystem Louisianas zu verstehen.

Airboat vs. Covered Boat: Wenn du Action willst, nimm das Airboat (laut und schnell). Wenn du Tiere beobachten und den Erklärungen des Guides lauschen willst, ist das langsamere Covered Boat besser.

Wildlife: Du wirst fast garantiert Alligatoren sehen, aber auch Schildkröten, Reiher und mit etwas Glück sogar Waschbären, die im Sumpf nach Futter suchen.

Die Geschichte der Plantagen: Ein kritischer Blick

Entlang des Mississippi (der River Road) liegen prachtvolle Anwesen, deren Schönheit eng mit der dunklen Geschichte der Sklaverei verknüpft ist.

Oak Alley Plantation: Berühmt für ihre 28 gigantischen Eichen, die eine Allee zum Haus bilden. Es ist das „Postkarten-Motiv“ der Südstaaten.

Whitney Plantation: Wenn du die wahre Geschichte erfahren willst, besuche diese Plantage. Sie ist die einzige, die sich voll und ganz auf die Perspektive der versklavten Menschen konzentriert. Es ist eine sehr bewegende und wichtige Erfahrung.

Steamboat Natchez: Eine Fahrt auf dem mächtigen Mississippi

Du musst die Stadt nicht weit verlassen, um dem Fluss nah zu kommen. Das ikonische Schaufelraddampfer Natchez startet direkt am Rande des French Quarter.

Das Stampfen der Dampfmaschine und der Sound der Calliope (Dampforgel) versetzen dich direkt in das 19. Jahrhundert. Besonders die „Jazz Dinner Cruise“ bei Sonnenuntergang ist wunderschön, wenn die Lichter der Skyline von New Orleans langsam angehen.

Dampfer Natchez Jazz Cruise mit Mittagessen Option
Abendliche Jazz-Kreuzfahrt auf dem Dampfschiff Natchez

Tipp für den Ausflug: Kombiniere eine Plantagen-Tour mit einer Sumpf-Tour. Viele Anbieter in New Orleans bieten „Combo-Tickets“ an, inklusive Abholung vom Hotel. Das spart Geld und du siehst an einem Tag beide Seiten des ländlichen Louisianas.

Oak Alley Plantation & Airboat Swamp Combo Tour

Dein 3-Tage-Programm für New Orleans

Tag 1: Das historische Herz & Voodoo-Zauber

Vormittag: Starte mit Beignets und Café au Lait im Café Du Monde. Danach ein Spaziergang über den Jackson Squareund ein Besuch der St. Louis Cathedral.

Mittag: Erkunde die Royal Street (Antiquitäten und Straßenmusik) und hol dir eine Muffuletta beim Central Grocery.

Nachmittag: Schließe dich einer geführten Voodoo- oder Geister-Tour an, die dich zum St. Louis Cemetery No. 1 führt.

Abend: Abendessen im French Quarter. Danach geht es direkt zur Frenchmen Street im Marigny, um in Clubs wie dem The Spotted Cat authentischen Jazz zu hören.

Tag 2: Villen-Eleganz & Jazz-Tradition

Vormittag: Steig in die grüne St. Charles Streetcar und fahre in den Garden District. Bewundere die herrschaftlichen Villen bei einem Spaziergang.

Mittag: Gönn dir einen „25-Cent-Martini“ beim Lunch im Commander’s Palace (Reservierung und Dresscode beachten!).

Nachmittag: Besuche das National WWII Museum (eines der besten Museen der USA) oder schlendere durch die Galerien im Warehouse District.

Abend: Ein absolutes Highlight: Eine Show in der Preservation Hall (unbedingt vorab reservieren). Danach kannst du dich in das bunte Treiben der Bourbon Street stürzen, um das Spektakel einmal live zu erleben.

Tag 3: Sümpfe, Plantagen & der Mississippi

Vormittag: Mach einen Halbtagesausflug vor die Tore der Stadt. Wähle eine Kombination aus einer Swamp Tour (Alligatoren beobachten) und einem Besuch der Whitney Plantation, um mehr über die Geschichte der Region zu erfahren.

Nachmittag: Zurück in der Stadt hast du Zeit für ein spätes Mittagessen – probiere einen Po‘ Boy bei Killer Poboys. Danach bleibt Zeit für Souvenir-Shopping am French Market.

Abend: Zum krönenden Abschluss gehst du an Bord des Steamboat Natchez. Genieße die Jazz-Cruise bei Sonnenuntergang auf dem Mississippi und blicke ein letztes Mal auf die Skyline des „Big Easy“.

Tipp: New Orleans ist eine Stadt des Genusses. Lass dich nicht stressen, wenn du mal eine Stunde länger in einem Jazz-Club hängen bleibst oder bei einem Gumbo die Zeit vergisst. Das „Laissez-faire“-Gefühl ist das wichtigste Souvenir, das du mit nach Hause nehmen kannst.

Die Mardi Gras World bietet einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen der berühmten Mardi Gras-Paraden. Hier können Besucher den Künstlern bei der Arbeit zusehen und erfahren, wie die aufwendigen Wagen und Requisiten entstehen.

Die Mardi Gras World beherbergt eine riesige Sammlung von Wagen und Requisiten, darunter einige wirklich beeindruckende Stücke. Es gibt geführte Touren, die den Besuchern helfen, die Geschichte und den Prozess der Wagenherstellung zu verstehen.

Die Mardi Gras World befindet sich am Mississippi River, in der Nähe des New Orleans Morial Convention Center.

Der New Orleans City Park ist ein riesiger und lebendiger öffentlicher Park, der ein breites Spektrum an Freizeit- und Kulturangeboten bietet. Mit einer Fläche von 5,3 Quadratkilometern ist der City Park einer der größten städtischen Parks in den Vereinigten Staaten. Er wurde 1854 gegründet und hat sich im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens von New Orleans entwickelt.

Der Park beherbergt den New Orleans Botanical Garden, der eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzen und Gärten zeigt. Der Carousel Gardens Amusement Park bietet Fahrgeschäfte und Unterhaltung für Familien. Storyland ist ein Märchenspielplatz, der Kinder jeden Alters begeistert. Der Park bietet auch Golfplätze, Tennisplätze, Wander- und Radwege sowie Möglichkeiten zum Angeln und Bootfahren. Das New Orleans Museum of Art (NOMA) befindet sich ebenfalls im Park.

Der City Park ist bekannt für seine alten Eichen, von denen einige über 600 Jahre alt sind. Daneben umfasst der Park auch Lagunen, Bayous und Wälder, die eine vielfältige Tierwelt beherbergen.

Im Park finden Festivals, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt.

Das NOMA ist das älteste Kunstmuseum in New Orleans und wurde 1911 gegründet.
Ursprünglich hieß es Delgado Museum of Art, benannt nach dem Philanthropen Isaac Delgado, der die Gründung des Museums ermöglichte. Das Museum beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Kunstwerken aus verschiedenen Epochen und Kulturen. Besonders hervorzuheben sind die Sammlungen französischer und amerikanischer Kunst, Fotografie, Glas sowie afrikanischer und japanischer Werke.

Zum Museum gehört der Besthoff Sculpture Garden, ein wunderschöner Skulpturenpark im Freien, der Werke moderner und zeitgenössischer Bildhauer zeigt. Der Skulpturengarten ist für jeden Besucher kostenlos zugänglich.

Das National WWII Museum ist ein weltweit anerkanntes Museum, das sich ganz dem Zweiten Weltkrieg widmet. Es bietet eine umfassende und eindrucksvolle Darstellung der globalen Auswirkungen dieses Konflikts.

Das Museum beleuchtet die verschiedenen Facetten des Krieges – von den Schlachtfeldern in Europa bis hin zu den weit entfernten Schauplätzen im Pazifik. Mit einer Vielzahl von Exponaten, interaktiven Displays und multimedialen Präsentationen wird der historische Kontext greifbar gemacht. Besucher können authentische Artefakte wie Waffen, Uniformen, Fahrzeuge und persönliche Gegenstände in Augenschein nehmen, die die Geschichten derer erzählen, die den Krieg erlebt haben.

Eine der Stärken des Museums liegt in seinen immersiven Erlebnissen, zum Beispiel zum D-Day: Hier wird der Besucher direkt in die dramatischen Ereignisse des D-Day hineingezogen.
Moderne Technologien ermöglichen es, Geschichte aus der Perspektive der Betroffenen nachzuvollziehen. Persönliche Geschichten und audiovisuelle Berichte bieten einen emotionalen Zugang zur Vergangenheit.

Das National WWII Museum versteht sich nicht nur als Ausstellungsort, sondern als lebendiger Raum der Erinnerung und Aufklärung. Es dokumentiert die strategischen, politischen und menschlichen Dimensionen des Krieges und verdeutlicht so die weitreichenden Konsequenzen dieses globalen Konflikts. Gleichzeitig fördert das Museum das Gedenken an die Opfer und Helden des Zweiten Weltkriegs und leistet einen wichtigen Beitrag zur historischen Bildung.

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