Mojave National Preserve – Entdecke die Faszination der Wüste
Vergiss, was du über die Wüste zu wissen glaubst. Zwischen Los Angeles und Las Vegas liegt ein magischer Ort, der oft übersehen wird, aber eine wilde Schönheit von epischen Ausmaßen verbirgt: das Mojave National Preserve in Kalifornien. Dieses riesige Schutzgebiet ist kein leerer Raum, sondern ein faszinierendes Ökosystem, das von vulkanischen Bergen, singenden Sanddünen und dem weltweit größten Wald der ikonischen Joshua Trees geprägt wird.
Im Gegensatz zu seinen berühmten Nachbarn (Death Valley und Joshua Tree National Park) bietet das Mojave National Preserve eine selten besuchte, raue Wildnis, in der du das Gefühl hast, der Zivilisation entflohen zu sein. Es ist ein Land der extremen Kontraste: sengende Sommertage, eisige Winternächte und spektakuläre Sternenhimmel, die dir den Atem rauben werden.
Dieser ultimative Reiseführer bereitet dich auf ein echtes Wüstenabenteuer vor. Wir zeigen dir, wie du die majestätischen Kelso Dunes erklimmst, die Krater der Cinder Cones erkundest und historische Stätten wie das charmante Kelso Depot entdeckst. Vor allem aber geben wir dir die notwendigen Sicherheitstipps an die Hand, um diese spektakuläre, aber herausfordernde Umgebung verantwortungsvoll zu genießen.
Mach dich bereit für die Ruhe und die ungezähmte Schönheit der Mojave-Wüste – ein Erlebnis, das dich die Stärke und Zerbrechlichkeit der Natur neu bewundern lässt.
Top-Sehenswürdigkeiten: Die Highlights der Mojave-Wüste
Das Mojave National Preserve ist riesig und bietet eine unglaubliche Vielfalt an Wüstenlandschaften. Da es keine großen Besucherzentren gibt, musst du die Stopps gut planen. Hier sind die absoluten Höhepunkte, die du nicht verpassen darfst:
Kelso Dunes: Die singenden Sanddünen der Mojave
Die Kelso Dunes sind die bekannteste Attraktion des Preserve und ein echtes Naturwunder. Mit einer Höhe von fast 200 Metern erstrecken sie sich über eine Fläche von 115 Quadratkilometern. Mit etwas Glück kannst du das seltene Phänomen des „singenden Sands“ erleben. Wenn der Sand bei optimaler Trockenheit über die steilen Hänge rutscht, erzeugt er einen tiefen, resonanten Ton.
Der Aufstieg ist anspruchsvoll, da der lose Sand jeden Schritt erschwert. Die Wanderung zum Hauptgipfel ist etwa 6,5 Kilometer (4 Meilen) lang hin und zurück. Starte früh, um die Mittagshitze zu vermeiden!
Cinder Cones National Natural Landmark: Vulkankegel in der Wüste
Die Cinder Cones und Lava Beds im nördlichen Teil des Parks zeugen von der vulkanischen Vergangenheit der Mojave. Diese Landschaft ist von Dutzenden perfekter Vulkankegel und Lavafeldern geprägt. Die Hole-in-the-Wall Road führt dich direkt an diesen dunklen, dramatischen Kegeln vorbei.
Du kannst den Amboy Crater (obwohl technisch außerhalb der Preserve-Grenzen) oder andere kleinere Kegel besteigen, um einen atemberaubenden Blick über die weite Lava-Landschaft zu erhalten.
Der größte Joshua Tree Wald der Welt
Obwohl der bekanntere Nationalpark seinen Namen trägt, beherbergt das Mojave National Preserve tatsächlich den größten und dichtesten Bestand an Joshua Trees (Yucca brevifolia). Die Bäume wachsen hauptsächlich in den höheren Lagen des Parks, besonders entlang der Cima Road.
Besonders schön ist dieser Abschnitt bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, wenn die bizarren Silhouetten der Bäume gegen den farbigen Himmel leuchten.
Kelso Depot: Das historische Besucherzentrum der Eisenbahn
Das prächtige, spanisch-koloniale Kelso Depot ist eine historische Eisenbahnstation aus dem Jahr 1924, die heute als Hauptbesucherzentrum dient.
Das Depot war einst eine wichtige Versorgungs- und Wasserstelle für die Union Pacific Eisenbahnlinie und das Zentrum der kleinen Gemeinde Kelso. Im Inneren findest du Ausstellungen zur Geschichte der Mojave, Informationen zur Ökologie und die einzigen Toiletten und Trinkwasserstellen im weiten Umkreis.
Hole-in-the-Wall und Banshee Canyon
Das Gebiet um Hole-in-the-Wall ist ein faszinierendes Labyrinth aus steilen, rotbraunen Tuffstein-Klippen, das durch Erosion geformt wurde.
Der Banshee Canyon Trail ist ein Muss. Hier musst du dich mithilfe von Metallringen durch einen engen, gewundenen Slot Canyon hinablassen – ein spannendes, wenn auch kurzes, Klettererlebnis.
In der Nähe liegt der beliebte Hole-in-the-Wall Campground, ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen.
Aktivitäten: Scenic Drives, Backcountry und Sternenhimmel
Das Mojave National Preserve ist ein Paradies für alle, die gerne abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sind. Da die Entfernungen groß sind, spielen das Fahren und die Selbstversorgung eine zentrale Rolle.
Scenic Drives: Die besten Routen für atemberaubende Ausblicke
Die beste Möglichkeit, das Preserve zu sehen, ist das Auto. Die gut instand gehaltenen asphaltierten Straßen bieten beeindruckende Panoramen.
Die Mojave Road ist die berühmteste Route. Der historische Pfad ist größtenteils eine unbefestigte Backcountry-Strecke, die den Park von Ost nach West durchquert. Er ist nur für erfahrene Fahrer mit geländegängigen 4×4-Fahrzeugen zu empfehlen.
Die Kelso Cima Road verbindet als Hauptstraße die I-15 und die I-40 und führt direkt am Kelso Depot vorbei. Sie bietet fantastische Ausblicke auf die Kelso Dunes und den großen Joshua Tree Forest.
Eine landschaftlich reizvolle Stichstraße ist die Hole-in-the-Wall Road. Sie führt zu den gleichnamigen Klippen und zum Campingplatz.
Wandern: Kurze Pfade und anspruchsvolle Bergtouren
Die Wanderungen im Mojave National Preserve sind aufgrund der extremen Bedingungen und der Höhe anspruchsvoll.
Kelso Dunes
Die anspruchsvolle Wanderung zum Gipfel der singenden Dünen erfordert viel Kraft und Wasser, besonders im Sand.
Rings Loop Trail
Dieser mittelschwere, beliebte Pfad (ca. 2,4 km) am Hole-in-the-Wall bietet die aufregende Kletterei durch den Banshee Canyon mithilfe der Metallringe.
Mid Hills und Clark Mountain Range
Für erfahrene Wanderer bieten die Bergketten (wie die Clark Mountains) anspruchsvolle, lange Wanderungen und spektakuläre Ausblicke in die Ferne. Denke daran, dass viele dieser Wege unmarkiert sind – Navigation ist entscheidend.
Dark Sky Park: Astronomie und Sternenbeobachtung
Das Mojave National Preserve ist als International Dark Sky Sanctuary ausgewiesen, was es zu einem der besten Orte in den USA für Astronomie macht. Aufgrund seiner Abgeschiedenheit gibt es fast keine künstlichen Lichter.
Geschichte und Ökologie: Die Geheimnisse der Mojave-Wüste
Die Mojave ist nicht leer, sondern voller Geschichten und einzigartiger Lebensformen, die sich perfekt an die extreme Umgebung angepasst haben. Das Verständnis dieser Aspekte vertieft dein Erleben des Preserve.
Die Ära der Eisenbahn und das historische Kelso Depot
Die modernen Anfänge der Mojave sind eng mit der Eisenbahn verbunden. Die Route der Union Pacific (früher San Pedro, Los Angeles and Salt Lake Railroad) durchquerte das Herz des heutigen Preserve. Die Eisenbahn war der Grund, warum sich in der Mitte der Wüste überhaupt Siedlungen entwickelten.
Das 1924 erbaute Depot in Kelso ist das wichtigste Zeugnis dieser Ära. Es diente nicht nur als Bahnhof, sondern auch als Restaurant und Wohnheim für die Eisenbahner. Es sicherte die Wasserversorgung in dieser trockenen Region, was lebensnotwendig war.
Bergbau und Geisterstädte: Auf den Spuren der Goldsucher
Lange vor der Eisenbahn und bis ins 20. Jahrhundert hinein war die Mojave ein Magnet für Goldsucher und Miner. In den Bergregionen des Preserve gab es reiche Vorkommen an Gold, Silber und Eisen.
Überall im Park findest du Spuren des Bergbaus, von verlassenen Minenschächten (bitte niemals betreten!) bis hin zu Geisterstädten und Ruinen. Die Überreste von Providence oder Nipton erzählen von der kurzen, intensiven Ära des Wüsten-Booms.
Die einzigartige Ökologie: Anpassung von Tieren und Pflanzen
Die Mojave-Wüste ist ein komplexes Ökosystem, das sich von der heißeren Colorado Desert (Teil der Sonoran-Wüste) und der kälteren Great Basin Desert unterscheidet.
Der ikonische Joshua Tree ist das Wahrzeichen der Mojave. Seine bizarren Formen entstehen durch die Anpassung an die Höhe und das trockene, heiße Klima.
Viele Tiere sind nachtaktiv (nokturnal), um der mörderischen Tageshitze zu entgehen. Halte Ausschau nach dem Wüstenschildkröten (Desert Tortoise), dem Dickhornschaf (Bighorn Sheep) in den höheren Lagen und dem Mojave Yucca.
Die Wüstenpflanzen sind wahre Überlebenskünstler. Die tiefen Wurzeln, wachsartigen Oberflächen und die Fähigkeit, Wasser zu speichern, ermöglichen es ihnen, in einer der trockensten Regionen Nordamerikas zu gedeihen.
Sicherheit und Notfall: Tipps für die Wildnis der Mojave
Das Mojave National Preserve ist wunderschön, aber es ist eine ungezähmte Wildnis, die keinerlei Fehler verzeiht. Deine Sicherheit hängt von deiner Vorbereitung und deinem Respekt vor den extremen Bedingungen ab.
Extreme Hitze und Dehydration: Überlebenstipps für den Sommer
Die größte Gefahr im Mojave ist die Hitze, besonders von Juni bis September. Trinke deutlich mehr Wasser, als du denkst. Der Wind und die niedrige Luftfeuchtigkeit können dich dehydrieren, bevor du Durst spürst. Nimm mindestens 4 bis 8 Liter Wasser pro Person pro Tag mit, wenn du wanderst.
Lasse immer jemanden wissen, wohin du gehst und wann du zurückerwartet wirst.
Vermeide jegliche anstrengende Aktivität zwischen 10 Uhr morgens und 16 Uhr nachmittags. Wandere nur in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend.
Fahren auf unbefestigten Straßen: Vorbereitung und Ausrüstung
Viele der schönsten Orte sind nur über unbefestigte Backcountry-Straßen erreichbar. Überprüfe den Zustand deiner Reifen und stelle sicher, dass du ein vollwertiges Ersatzrad und das nötige Werkzeug hast. Platten sind auf Schotterstraßen häufig.
Ein 4×4 ist nicht immer notwendig, aber eine hohe Bodenfreiheit ist oft entscheidend, um den Unterboden des Autos vor Steinen und Sand zu schützen.
Verlasse dich nicht auf GPS-Systeme, die dich möglicherweise auf gesperrte oder gefährliche Wege leiten. Nutze immer eine gedruckte Karte des Preserve.
Mobilfunkempfang und Notfallplanung in der Wildnis
Der Empfang von Mobiltelefonen ist im gesamten Preserve extrem schlecht oder gar nicht vorhanden. Du kannst dich stundenlang ohne jeglichen Kontakt zu anderen Menschen oder zur Außenwelt befinden.
Wenn du in Schwierigkeiten gerätst, bleibe bei deinem Fahrzeug – es bietet Schutz und ist aus der Luft leichter zu finden als eine Person. Warte auf Hilfe.
Starte jede Fahrt mit vollem Tank und vollen Wasservorräten. Auch wenn du nur eine kurze Fahrt planst, können unerwartete Straßensperrungen oder Pannen deinen Aufenthalt verlängern.
Planung deines Abenteuers: Basiswissen für das Mojave National Preserve
Das Mojave National Preserve ist ein Ort der Abgeschiedenheit. Im Gegensatz zu den meisten Nationalparks gibt es hier nur sehr begrenzte Dienstleistungen. Gute Vorbereitung ist der Schlüssel zu einem sicheren und angenehmen Besuch.
Die beste Reisezeit: Hitze, Wüstenblumen und mildes Klima
Die Wahl der Jahreszeit ist entscheidend, da die Temperaturen extrem schwanken.
Herbst bis Frühling (Oktober bis Mai) bieten das angenehmste Klima. Die Temperaturen sind mild und perfekt zum Wandern. Im Frühling (März/April) hast du die beste Chance, die berühmte Wüstenblüte zu erleben.
Im Sommer (Juni bis September) klettern die Temperaturen regelmäßig auf 40°C und mehr. Intensive Wanderungen oder längere Aufenthalte im Freien sind lebensgefährlich. Besuche in dieser Zeit sollten auf kurze Fahrten und schattige Aussichtspunkte beschränkt werden.
Anreise und Straßen: Was du über die abgelegene Lage wissen musst
Das Preserve liegt strategisch günstig zwischen zwei Metropolen, ist aber selbst sehr abgelegen. Das Gebiet wird von der Interstate 15 (I-15) im Nordwesten (Richtung Las Vegas) und der Interstate 40 (I-40) im Süden (Richtung Needles) begrenzt. Die Hauptzufahrtsstraßen, wie die Kelso Cima Road, sind in der Regel asphaltiert und in gutem Zustand.
Viele Sehenswürdigkeiten sind aber nur über unbefestigte Schotterstraßen erreichbar. Ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit (High Clearance) und Allradantrieb (4×4) wird für diese Strecken dringend empfohlen, besonders nach Unwettern.
Tanken, Verpflegung und Unterkünfte im Preserve und der Umgebung
Die Infrastruktur innerhalb des Parks ist minimal.
Es gibt keine Tankstellen im Park. Tanke unbedingt in den umliegenden Städten (z. B. Baker, Barstow oder Needles), bevor du ins Preserve fährst. Die Strecken sind lang.
Es gibt keine Restaurants oder Lebensmittelgeschäfte im gesamten Preserve. Bringe alle Speisen und Getränke für deinen gesamten Aufenthalt mit. Lediglich im Kelso Depot gibt es einen kleinen Buchladen und Souvenirs.
Es gibt zwei entwickelte Campingplätze (Hole-in-the-Wall und Mid Hills), die oft Reservierungen erfordern. Ansonsten ist das Backcountry-Campen (Wildcampen) mit Genehmigung und unter strengen Regeln erlaubt. Hotels findest du nur in den umliegenden Städten.
Öffnungszeiten und Eintritt: Der Zugang ist offen, aber die Dienste sind begrenzt
Das Mojave National Preserve ist einzigartig in seiner Zugänglichkeit. Es gibt keine offiziellen Eingangsportale und daher keine Gebühren für die Einfahrt in das Preserve.
Das Besucherzentrum im Kelso Depot hat geregelte Öffnungszeiten, oft nur von Donnerstag bis Montag. Dies ist der einzige Ort, an dem du aktuelles Kartenmaterial, Informationen und Unterstützung erhältst.
Hotels in der Nähe des Mojave National Preserve
Je nach Reiseroute kann man z.B. von Las Vegas oder Bastrow aus starten und das Movjave National Preserve von Nord nach Süd durchqueren.
Wer von Nord nach Süd plant und anschließend den Joshua Tree NP besuchen will, für den ist Twentynine Palms das optimale Tagesziel.
Unsere Hotelempfehlungen
Barstow: Holiday Inn & Suites – Barstow, an IHG Hotel
Las Vegas: Holiday Inn Club Vacations at Desert Club Resort, an IHG Hotel
Twentynine Palms: Holiday Inn Express Hotel & Suites Twentynine Palms, an IHG Hotel

















