Glen Canyon National Recreation Area: Dein Reiseführer zum Lake Powell & Horseshoe Bend

Träumst du von einem Ort, an dem sich azurblaues Wasser in dramatische rote Sandsteinschluchten schmiegt? Dann hör auf zu suchen! Die Glen Canyon National Recreation Area (NRA), eingebettet in die majestätischen Landschaften von Arizona und Utah, ist ein wahres Juwel des amerikanischen Westens. Dieses über 1,2 Millionen Hektar große Erholungsgebiet ist mehr als nur ein Nationalpark – es ist ein gigantischer Spielplatz für Abenteurer, Naturliebhaber und Fotografen.

Im Zentrum steht der legendäre Lake Powell, der mit seinen endlosen Verzweigungen das ultimative Ziel für Hausboote, Kajakfahren und puren Wasserspaß darstellt. Doch die Region hat weit mehr zu bieten als nur Wassersport: Wir sprechen über den weltberühmten, hufeisenförmigen Ausblick am Horseshoe Bend, die gewaltige Ingenieursleistung des Glen Canyon Dam und die Nähe zum magischen Antelope Canyon.

Bist du bereit, die Geheimnisse dieser spektakulären Wildnis zu lüften? In diesem ultimativen Glen Canyon Reiseführer erfährst du alles, was du für deinen unvergesslichen Trip benötigst – von den besten Aussichtspunkten über versteckte Canyons bis hin zu wichtigen Reisetipps für deine Abenteuer in Page, Arizona!

Die Top-Sehenswürdigkeiten, Erlebnisse und Fotospots in der Glen Canyon NRA

Die Glen Canyon National Recreation Area ist ein Ort unendlicher Weite, der die raue Wildheit des amerikanischen Südwestens perfekt mit dem Spaß am Wassersport verbindet. Pack deine Wanderschuhe, dein Kajak und vor allem deine Kamera ein – dieses Gebiet hat für jeden etwas zu bieten.

Fotografen kommen hier besonders auf ihre Kosten: Die scharfen Kontraste zwischen dem tiefroten Navajo-Sandstein und dem satten Blau des Lake Powell machen die Glen Canyon Recreation Area zu einem Traumziel für Landschaftsfotografen. Halte deine Kamera bereit – diese Orte garantieren dir unvergessliche Aufnahmen.

Lake Powell: Bootfahren und Kajaktouren auf dem Lake Powell

Der Lake Powell ist das Herzstück der Glen Canyon NRA und bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, die spektakuläre Landschaft vom Wasser aus zu erleben. Mit über 3.000 Kilometern Uferlinie, die sich in unzählige versteckte Seiten-Canyons verzweigt, ist das Mieten eines Bootes fast schon Pflicht.

 Hausboot-Abenteuer: Dein Zuhause auf dem Wasser

Wenn du die Wildnis wirklich tief erleben möchtest, ist ein Hausboot die beste Option. Du kannst wochenlang auf dem See verbringen, an abgelegenen Stränden ankern und die Sonnenuntergänge in absoluter Stille genießen.
Wichtig: Reservierungen sind, besonders in der Hochsaison (Mai bis September), oft ein Jahr im Voraus notwendig.

Motorboote und Tagescharter

Für kürzere Aufenthalte kannst du an den Marinas (wie Wahweap oder Antelope Point) Motorboote mieten. Diese eignen sich perfekt für Tagesausflüge zu berühmten Zielen wie der Rainbow Bridge National Monument oder um Wasserski und Tubing zu betreiben.

Kajak- und SUP-Erkundungen: Nah dran am Sandstein

Für ein intimeres Naturerlebnis solltest du ein Kajak oder ein Stand-Up-Paddleboard (SUP) mieten. Diese ermöglichen es dir, in die schmalsten Slot Canyons zu paddeln, die für Motorboote unerreichbar sind.
Die besten Spots sind die Canyons in der Nähe der Antelope Point Marina, der Paddelausflug zur Lone Rock Beach und die Erkundung der Antelope Canyon Entrance vom Wasser aus.
Achtung: Der See kann plötzlich rau werden. Trage immer eine Schwimmweste und informiere dich vorab über das Wetter und die Windverhältnisse.

Antelope Canyon Lake Powell: Geführte Kajak- und Wandertour
Antelope Canyon Fotobootstour 2 Stunden

Flussfahrt auf dem Colorado River

Von Lees Ferry aus beginnen geführte Rafting- oder Bootsfahrten auf dem Colorado River.

Angeln am Lake Powell

Der See ist auch ein Paradies für Angler, bekannt für Schwarzbarsche, Welse und Streifenbarsche.

Horseshoe Bend: Das Ikonische Naturwunder

Der Horseshoe Bend (deutsch: Hufeisenkurve) ist das berühmteste Wahrzeichen außerhalb des Lake Powell. An diesem Ort hat sich der mächtige Colorado River über Jahrmillionen durch den Navajo-Sandstein gegraben und eine perfekt geschwungene, 270-Grad-Schleife hinterlassen. Der Horseshoe Bend liegt nur wenige Autominuten südlich von Page, AZ.

Der Wanderweg beginnt am Horseshoe Bend Parkplatz, direkt am US Highway 89. Der breite, gut ausgebaute Sandweg führt über eine Länge von ca. 2,4 km (hin und zurück) und einer leichten bis moderaten Schwierigkeit zunächst leicht bergauf und dann sanft hinunter zum spektakulären Aussichtspunkt auf die 300 Meter tiefe Schlucht. Die Strecke ist komplett ungeschützt, daher sind Sonnenhut, Sonnencreme und ausreichend Wasser essenziell.

Sonnenauf- und -untergänge bieten die besten Fotomotive. Beim Sonnenaufgang liegt der Schatten der Klippe noch im Graben und gibt dir weiches Licht auf den Felswänden. Zu dieser Zeit sind auch weniger Besucher am Horseshoe Bend und die Temperaturen sind angenehmer. Am Nachmittag ist die Beleuchtung stärker, aber es ist oft sehr heiß (vor allem im Sommer). Besonders eindrucksvoll ist das Farbenspiel am Himmel beim Sonnenuntergang. Dann herrscht aber auch oftmals großes Gedränge, so dass es sich empfiehlt, rechtzeitig vor Ort zu sein.

Glen Canyon Dam & Carl Hayden Visitor Center

Der Glen Canyon Dam ist nicht nur ein beeindruckendes technisches Bauwerk, das den Lake Powell geschaffen hat, sondern auch ein wichtiger Ort, um die Geschichte und Geologie der Region zu verstehen. Der Staudamm, fertiggestellt 1966, dient der Wasserregulierung und der Stromerzeugung für weite Teile des amerikanischen Westens. Die gewaltige Staumauer ist fast 220 Meter hoch.

Das Carl Hayden Visitor Center bietet informative Ausstellungen über die Geologie des Canyons, die Konstruktion des Damms und die Ökologie des Lake Powell. Der Blick von den Aussichtsplattformen auf den Damm und die Glen Canyon Bridge ist fantastisch. Tipp: Informiere dich vor deinem Besuch über geführte Damm-Touren. Diese bieten einen einmaligen Blick hinter die Kulissen.

Antelope Canyon

Der Antelope Canyon – unterteilt in Upper und Lower – ist der meistbesuchte und berühmteste Slot Canyon der Welt. Er befindet sich auf dem Land der Navajo Nation und bietet eine fast surreale Erfahrung.

Die tanzenden Lichtstrahlen, die durch die schmalen Öffnungen der Slot Canyons fallen, sind weltweit einzigartig. Der beste Zeitpunkt dafür ist die Mittagszeit (ca. 11:00 bis 13:00 Uhr) im Sommer, da die Sonne dann direkt über dem Canyon steht und die berühmten Lichtstrahlen am stärksten sind.

Wichtig: Der Besuch ist ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour mit einem Navajo-Guide gestattet. Buche deine Tour (besonders zur Mittagszeit) weit im Voraus!

Rainbow Bridge National Monument

Das Rainbow Bridge National Monument ist eines der beeindruckendsten Naturdenkmäler in den USA. Die stetige Einwirkung fließenden Wassers in Rissen und Spalten hat diesen imposanten Bogen entstehen lassen, der heute als einer der größten und ältesten seiner Art gilt. Mit einer Höhe von ungefähr 80 bis 90 Metern (rund 275 Fuß) und einer ebenso beachtlichen Spannweite präsentiert sich der Bogen als ein architektonisches Wunderwerk der Natur.

Für viele indigene Völker der Region – darunter die Navajo, Hopi und Ute – besitzt Rainbow Bridge eine tiefe spirituelle und kulturelle Bedeutung. Der Bogen wird als heiliger Ort verehrt, der in zahlreichen Mythen, Legenden und traditionellen Erzählungen der amerikanischen Ureinwohner seinen Platz hat.

Um zur Rainbow Bridge zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die meistgewählte ist eine Bootstour von Wahweap Marina oder Antelope Point Marina in der Nähe von Page. Die Bootsfahrt dauert ca. 2 Stunden. Je nach Wasserstand des Lake Powell ist die anschließende Wanderung ca. 2 km lang.

Man kann die Rainbow Bridge auch zu Fuß über den Rainbow Bridge North Trail oder den South Trail erreichen. Allerdings braucht man für die ca. 32–48 km (pro Strecke) lange Wanderung  eine Genehmigung der Navajo-Nation. Die Wanderung ist wegen schwieriger Bedingungen selten genutzt.

Wahweap Overlook (Panoramablick auf Lake Powell)

Dieser leicht erreichbare Aussichtspunkt, der sich auf einer Anhöhe westlich des Glen Canyon Dam befindet, bietet einen unvergleichlichen Panoramablick. Hier kannst du eine weite Aufnahme des glitzernden Lake Powell, der Wahweap Marina und der zerklüfteten roten Felsformationen in der Ferne machen.

Der Spätnachmittag, wenn die Sonne die Felswelsen mit warmem, goldenem Licht beleuchtet, ist der beste Zeitpunkt.

Lone Rock Beach – Sternenfotografie

Suchst du nach Bildern, die über den Tag hinausgehen? Der Lone Rock Beach (oder andere abgelegene Strände am Lake Powell) bietet dir einen ungestörten, dunklen Himmel. Hier kannst Du spektakuläre Aufnahmen der Milchstraße oder von Sternspuren über den markanten Felsformationen der NRA machen.

Wandern und Wildnis-Erkundung

Obwohl der Lake Powell die meisten Blicke auf sich zieht, bietet die Glen Canyon National Recreation Area auch spektakuläre Möglichkeiten für alle, die lieber festen Boden unter den Füßen haben. Die Wanderwege führen dich zu unglaublichen Aussichten, historischen Stätten und durch die unberührte Wüstenlandschaft.

Die besten Wanderwege für einen Tagesausflug

Hanging Gardens Trail (Page, Arizona)

Länge: ca. 1,2 km hin und zurück. Leicht.
Ein leichter Spaziergang zu einer Oase im Felsen. Durch das beständige Sickerwasser wächst hier eine grüne „hängende“ Landschaft, ein toller Kontrast zum trockenen Wüstenklima.

Spencer Trail (Lees Ferry)

Länge: ca. 6 km hin und zurück. Anspruchsvoll.
Eine intensive Wanderung mit steilen Serpentinen. Sie belohnt dich mit einem atemberaubenden Panoramablick auf den Colorado River und die gesamte Glen Canyon-Schlucht bei Lees Ferry. Eine tolle Alternative zum belebten Horseshoe Bend.

Cathedral Wash Trail

Länge: ca. 4 km, Moderat anspruchsvoll.
Der Cathedral Wash Trail ist eine atemberaubende Slot-Canyon-Wanderung. Die moderat anspruchsvolle Route führt durch einen beeindruckenden Canyon mit spektakulären Felsformationen und endet am Colorado River. Sie ist ideal für Abenteurer, die eine Mischung aus leichter Kletterei, beeindruckender Geologie und spektakulären Wüstenlandschaften suchen.

Der Trailhead befindet sich direkt an der Lees Ferry Road, ca. 1,6 km nordöstlich von Lees Ferry.

Die Wanderung beginnt als breiter, sandiger Pfad, der langsam in einen engen, von hohen Felswänden flankierten Canyon übergeht. Während des Abstiegs müssen einige Felsstufen überwunden werden – nichts für absolute Anfänger, aber für geübte Wanderer gut machbar. Im mittleren Abschnitt wird der Canyon enger, und es gibt einige kleine Kletterstellen (Class 2-3). Hier ist Trittsicherheit gefragt. Nach ca. 2 km öffnet sich der Canyon und gibt den Blick auf den beeindruckenden Colorado River frei – ein perfekter Ort zum Rasten und Genießen der Landschaft.

 

Toadstool Hoodoos Trail (Utah/Arizona Grenze)

Länge: ca. 2,5 km hin und zurück. Mittelschwer.
Ein Muss für Geologie-Fans. Der Weg führt zu den faszinierenden Hoodoos, pilzförmigen Felsformationen, die durch Erosion entstanden sind.

  

Wildnis-Campen und Backcountry-Abenteuer

Die Glen Canyon NRA erlaubt das Wildnis-Campen (Backpacking) in vielen Gebieten, was ein tiefes Eintauchen in die Stille der Wüste ermöglicht. Für das Campen im Backcountry (abseits der Marinas und ausgewiesenen Campingplätze) benötigst du in der Regel eine Genehmigung (Permit). Informiere dich beim National Park Service vor Ort.

Wichtige Regel: Beachte das Prinzip „Leave No Trace“ (Hinterlasse keine Spuren). Nimm deinen gesamten Müll mit und halte dich an die Vorschriften, um diese empfindliche Wüstenumgebung zu schützen.

Anreise und Tipps

Der ideale Ausgangspunkt ist die Stadt Page in Arizona. Sie liegt strategisch günstig und ist die Anlaufstelle für Besuche des Horseshoe Bend, des Antelope Canyon und der Hauptmarinas des Lake Powell (Wahweap und Antelope Point).

Die Region ist am besten mit dem Mietwagen von größeren Städten wie Las Vegas (ca. 4,5 Stunden), Phoenix (ca. 4,5 Stunden) oder Salt Lake City (ca. 7 Stunden) zu erreichen.

Wandere in den Sommermonaten nur in den kühleren Morgenstunden und nimm deutlich mehr Wasser mit, als du schätzt (mindestens 3-4 Liter pro Person für längere Touren). Trage vor allem im Sommer stets Sonnencreme, eine Kopfbedeckung und leichte, langärmelige Kleidung, um Dich vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen.

In den Canyons (auch am Ufer des Lake Powell) besteht bei starken Regenfällen die Gefahr von Sturzfluten (Flash Floods). Prüfe immer die Wettervorhersage.

Nutze Karten oder GPS-Geräte, besonders wenn Du in abgelegenen Bereichen oder auf dem Wasser unterwegs bist. Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set sowie Kenntnisse in Erster Hilfe sind in der oft abgelegenen Umgebung von großem Vorteil.

Einige Aktivitäten (wie Angeln oder bestimmte Campingplätze) erfordern spezielle Genehmigungen. Informiere Dich vorab über die aktuellen Bestimmungen.

Hotels in Page

 Page ist der ideale Ort für Übernachtungen, um die Glen Canyon NRA und weitere, nahe gelegene Attraktionen wie Antelope Canyon oder das Vermilion Cliffs National Monument mit White Pocket und den beiden Coyote Buttes (North und South) zu besuchen.

Unter den zahlreichen Hotels in Page hat sich bei uns mittlerweile das Courtyard Page at Lake Powell als Lieblingshotel in Page herauskristallisiert. Es liegt verkehrsgünstig aber doch ruhig, hat einen tollen Pool und zahlreiche Sitzgelegenheiten im Außenbereich, um die langen Sommerabende zu genießen.

Die beste Reisezeit für die Glen Canyon NRA

 Im Frühling (März bis Mai) sind die Temperaturen angenehm mild (17-29°C). Die Landschaft erwacht zum Leben, Wildblumen blühen und bieten tolle Fotomotive. Jetzt kann man die Natur in vollen Zügen genießen.

In den Sommermonaten (Juni bis August) können die Temperaturen sehr hoch (35–38°C) werden – was insbesondere für Wanderungen und andere Outdoor-Aktivitäten eine Herausforderung darstellt. Egal ob Du Wassersport am Lake Powell oder eine Aktivität an Land planst: Aufgrund der Hitze sollten die Startzeiten für die Aktivitäten am frühen Vormittag liegen.

Im Herbst (September bis November) sind die Temperaturen moderat (16–31°C) und die sommerliche Hitze hat bereits nachgelassen. Zudem ist oft weniger los als in der Hochsaison.

Der Winter (Dezember bis Februar) kommt mit kalten Temperaturen (-3–13°C) und vor allem nachts kann es frostig sein. Dafür gibt es weniger Touristen.

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