Black Canyon of the Gunnison: Dein ultimativer Reiseführer
Was macht den Black Canyon of the Gunnison so besonders?
Stell dir eine Schlucht vor, die so tief, so schmal und so steil ist, dass die Sonne ihren Grund nur für wenige Stunden am Tag erreicht. Das ist der Black Canyon of the Gunnison National Park in Colorado – ein Ort der Superlative und rauer Schönheit.
Dieser Nationalpark ist anders als der Grand Canyon. Er besticht nicht durch seine Weite, sondern durch seine dramatische Vertikale. Über Jahrmillionen hat sich der Gunnison Rive
r in einige der ältesten Gesteine Nordamerikas – hartnäckigen Gneis und Schiefer – hineingegraben. Das Ergebnis ist eine geologische Meisterleistung: Ein Canyon, der stellenweise nur 335 Meter breit, aber über 600 Meter tief ist. Die Felswände stürzen so senkrecht ab, dass sie oft im Schatten liegen und den Schluchten ihren berühmten, dunklen Namen gaben.
Ob du die ikonische „Painted Wall“ bewundern, über die schwindelerregenden Ränder blicken oder einfach die Ruhe fernab der überfüllten Parks genießen möchtest: Der Black Canyon ist ein Muss für jeden Naturliebhaber.
Dieser ultimative Reiseführer liefert dir alle wichtigen Informationen – von den besten Aussichtspunkten über die Unterschiede zwischen der Nord- und Südseite bis hin zu Genehmigungen für den Abstieg in den „Inner Canyon“.
Geologische Besonderheiten: Die Geburt des schwarzen Canyons
Der Black Canyon of the Gunnison ist nicht nur tief, er ist auch unglaublich alt. Seine Geologie erzählt eine Geschichte von Jahrmillionen extremer Kräfte und langsamster Erosion.
Das Gestein: Hart und Uralt
Die markant dunkle Farbe und die steilen Wände des Canyons sind auf das Gestein zurückzuführen, das der Gunnison River durchschnitten hat: Schiefer und Gneis: Der Canyon besteht hauptsächlich aus präkambrischen Gneis (ein metamorphes Gestein) und Schiefer. Diese Gesteine sind bis zu 1,7 Milliarden Jahre alt und gehören damit zu den ältesten Gesteinsformationen Nordamerikas.
Diese metamorphen Gesteine sind extrem hart und widerstandsfähig. Der Fluss musste sich daher nicht nur tief, sondern auch langsam und mühsam durch sie hindurcharbeiten – was zu den ungewöhnlich engen und steilen Schluchten führte.
Die „Painted Wall“: Magmatische Adern
Eines der auffälligsten Merkmale des Canyons ist die Painted Wall (Bemalte Wand), die mit 738 Metern die höchste Klippe Colorados ist. Ihre einzigartige Optik verdankt sie dem sogenannten Pegmatit.
Vor Millionen von Jahren drang helles, geschmolzenes Magma in die Risse des dunklen, alten Gneises ein und erkaltete dort. Diese hellen, zickzackförmigen Pegmatitgänge bilden die charakteristischen weißen und rosa „Streifen“, die wie ein Kunstwerk auf die dunkle Oberfläche gemalt erscheinen – daher der Name „Painted Wall“.
Die Entstehung: Uplift und Erosion
Die dramatische Tiefe des Canyons ist das Ergebnis von zwei Prozessen, die gleichzeitig abliefen, Hebung (Uplift) und Erosion.
Vor etwa 5 bis 10 Millionen Jahren begann die gesamte Region aufgrund tektonischer Kräfte, sich langsam aufzuwölben und anzuheben. Gleichzeitig dazu behielt der Gunnison River seinen Lauf bei. Da das umliegende Land sich hob, musste der Fluss seine Erosionskraft massiv erhöhen, um mit der Hebung Schritt zu halten. Man spricht hier von Antezedenz (der Fluss war „vor“ der Hebung da).
Der Fluss schnitt sich dadurch extrem schnell und tief in das harte Gestein ein – fast wie eine Kreissäge. Da das Gestein so widerstandsfähig ist, konnten die Seitenwände nicht so schnell nachrutschen oder abflachen, was zu den heute sichtbaren, fast senkrechten Felswänden führte.
Die Tiefe und die Enge
Der Name „Black Canyon“ kommt daher, dass das Licht der Sonne aufgrund der Kombination von Tiefe und Enge den Grund an manchen Stellen nur für Minuten erreicht.
Die engste Stelle ist am Flussbett nur 12 Meter breit. Die schmalste Stelle am Rand nur ca. 335 m.
South vs. North Rim: Die zwei Canyon-Seiten im Vergleich
Die Südseite (South Rim) – Der Klassiker
Die Südseite ist die Wahl der meisten Besucher und gilt als die Standardsicht auf den Black Canyon. Sie ist das ganze Jahr über geöffnet und leicht über geteerte Straßen von der Basis-Stadt Montrose aus erreichbar. Hier findest du das große Besucherzentrum, Ranger-Programme, den größten Campingplatz und befestigte Wege zu den berühmtesten Aussichtspunkten (wie der Painted Wall).
Das Erlebnis ist komfortabler und familienfreundlicher, aber auch der Besucherandrang ist deutlich höher.
Die Nordseite (North Rim) – Das Abenteuer
Die Nordseite bietet ein abgeschiedeneres und rustikaleres Erlebnis für jene, die Ruhe suchen. Sie ist saisonal geöffnet (typischerweise von April bis November). Die Anfahrt erfolgt über eine längere, unbefestigte Schotterstraße nahe der kleineren Stadt Crawford. Die Infrastruktur ist minimal; es gibt nur eine einfache Ranger Station und man muss sein Wasser oft selbst mitbringen.
Du erlebst hier eine deutlich geringere Besucherzahl und fühlst dich oft, als würdest du näher am Canyon-Rand stehen.
Wählst du den South Rim, bekommst du die ikonischen, leicht zugänglichen Blicke. Wählst du den North Rim, bekommst du Stille und Abgeschiedenheit.
Die spektakulären Aussichtspunkte am South Rim
Der South Rim Drive verläuft am Südrand des Black Canyon of the Gunnison National Park. Er verbindet das Besucherzentrum des Parks mit den spektakulären Aussichtspunkten in der nachstehenden Reihenfolge.
Tomichi Point
Für viele Besucher ist der Tomichi Point der erste Halt entlang des South Rim Drive. Er bietet einen hervorragenden ersten Eindruck von der Tiefe und Dramatik des Black Canyon. Von hier aus hat man einen weiten Blick in den Canyon, der die steilen, dunklen Wände und den Verlauf des Gunnison River zeigt. Der Tomichi Point ist leicht zugänglich und liegt, vom Parkeingang betrachtet, noch vor dem South Rim Visitor Center.
Der Tomichi Point ist auch der Startpunkt für die „Tomichi Route“, welche eine sehr steile Route in den Canyon hinab darstellt. Diese Route ist sehr anspruchsvoll und nur für erfahrene Wanderer geeignet. Die Tomichi Route ist bekannt als die steilste Route vom Südrand in den Canyon.
Gunnison Point
Der Gunnison Point liegt direkt hinter dem South Rim Visitor Center. Dies macht ihn zu einem der am leichtesten erreichbaren Aussichtspunkte im Park. Der Weg zum Aussichtspunkt ist kurz und relativ eben, was ihn für Besucher aller Altersgruppen und Fähigkeiten zugänglich macht. Man kann den Aussichtspunkt durch das Besucherzentrum oder von der Veranda auf der Westseite des Gebäudes erreichen.
Vom Gunnison Point aus bekommst Du sofort einen überwältigenden Überblick über die Tiefe und Enge des Canyons. Er ist ideal, um sich zu orientieren, und bietet einen fantastischen Blick auf den Gunnison River unten.
Pulpit Rock Overlook
Der Pulpit Rock Overlook bietet eine atemberaubende, schwindelerregende Aussicht, die dich spüren lässt, wie nah du dem Abgrund wirklich bist. Der Name „Pulpit Rock“ bedeutet auf Deutsch „Kanzelfelsen“. Der Name leitet sich von der Felsformation ab, die wie eine massive Kanzel in den Canyon hineinragt, von der aus du auf die dramatische Schlucht hinunterblickst.
Der Weg vom Parkplatz ist kurz (ca. 400 m), aber auch etwas steiler. Der Pfad ist befestigt und gut gesichert, aber du solltest festes Schuhwerk tragen.
Wenn du Pulpit Rock erreichst, stehst du auf einer schmalen Klippe, die einen hervorragenden Blick auf die extrem steilen, dunklen Wände der Schlucht bietet. Hier kannst du besonders gut die senkrechten Wände und die Tiefe des Canyons einschätzen. Das Gefühl, in diesen gewaltigen Raum zu blicken, ist intensiver als an manch anderem, breiteren Aussichtspunkt.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht erblickst du die North Rim und die raue, unberührte Wildnis des Parks. Da dieser Aussichtspunkt etwas mehr Mühe erfordert als der Gunnison Point, ist er oft ein wenig ruhiger, bietet aber eine der besten Perspektiven für beeindruckende Fotos.
Chasm View
Chasm View ist ein weiterer, spektakulärer Aussichtspunkt. Hier, an der Grenze zwischen dem wilden Canyon und den umliegenden Landschaften, wird die rohe Kraft der Natur eindrucksvoll sichtbar.
Besonders in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden, wenn das Licht sanft über die Felsen gleitet, verwandelt sich der Punkt in ein lebendiges Farbenspiel.
Painted Wall View
Die „Painted Wall“ (bemalte Wand) im Black Canyon of the Gunnison National Park ist die höchste vertikale Felswand in Colorado, mit einer Höhe von etwa 738 Metern (2.422 Fuß). Diese schiere Höhe macht sie zu einem dramatischen Anblick. Der Name stammt von den auffälligen, hellen Bändern aus Pegmatit, die sich über die dunklen Canyonwände ziehen. Diese Bänder sind das Ergebnis von uraltem geschmolzenem Gestein, das in Spalten eindrang und erstarrte, wodurch der „bemalte“ Effekt entstand.
Der Painted Wall View bietet Besuchern einen einfachen Zugang, um diese atemberaubende Stelle zu erleben. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sind besonders beliebte Zeiten, um die Wand zu betrachten, da das wechselnde Licht die Farben und Texturen verstärkt.
Die Painted Wall ist auch ein Ort, der sehr erfahrene Kletterer anzieht.
Sunset View
Der Sunset View ist, wie der Name schon sagt, ein idealer Ort, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Er ist so gelegen, dass er einen unverstellten Blick auf den westlichen Horizont bietet. Dies macht ihn zum perfekten Ort, um zu sehen, wie die Sonne hinter den Canyonwänden untergeht.
Bei Sonnenuntergang werden die steilen, dunklen Wände des Black Canyon in ein faszinierendes Farbenspiel getaucht. Die warmen Töne des Sonnenuntergangs erzeugen einen wunderschönen Kontrast zu den dunklen Felsen und schaffen so eine magische Atmosphäre. Dieser Aussichtspunkt ist ein Paradies für Fotografen. Die sich ständig verändernden Lichtverhältnisse und die dramatische Landschaft bieten unzählige Möglichkeiten, atemberaubende Fotos zu machen.
Der Sonnenuntergang am Black Canyon ist auch ein unvergessliches Erlebnis, das besonders romantisch ist. Viele Paare kommen hierher, um den Sonnenuntergang gemeinsam zu genießen.
High Point
Der High Point ist der höchste zugängliche Punkt am South Rim. Von diesem Aussichtspunkt aus kannst du die unglaubliche Tiefe und Weite des Canyons in ihrer ganzen Pracht erleben.
Die Aussicht erstreckt sich über weite Teile des Canyons und bietet einen umfassenden Blick auf die dramatischen Felswände und den Verlauf des Gunnison River.
Die besten Wanderwege am South Rim
Die Wanderwege am South Rim sind gut gepflegt und bieten die beste Balance zwischen Zugänglichkeit und atemberaubenden Ausblicken.
Rim Rock Trail
Der leichte bis mäßig schwierige Rim Rock Trail führt auf einer Länge von ca. 2,4 km entlang des Südrandes (South Rim) und bietet einige der besten Ausblicke auf den Black Canyon. Der Trailhead (Startpunkt) befindet sich in der Nähe des South Rim Visitor Centers. Der Weg kann allein begangen werden, oder mit dem Uplands Trail zu einem Rundweg kombiniert werden.
Warner Point Trail
Der moderate und 2,4 km (Hin und Rück) lange Warner Point Nature Trail beginnt direkt am High Point, der bereits einen atemberaubenden Blick über den Black Canyon bietet. Du wanderst durch eine faszinierende Landschaft aus schroffen Felsformationen, üppiger Vegetation und offenen Ausblicken.
Vom Warner Point eröffnet sich ein Panorama aus steilen, schroffen Felswänden, tief eingeschnittenen Schluchten und dem sich windenden Fluss, der den Canyon durchzieht. Die einzigartige Geologie lässt die Felsformationen in einem ganz besonderen Licht erstrahlen, insbesondere während der magischen Stunden bei Sonnenauf- und -untergang.
Dieser Ort ist nicht nur ein beliebtes Ziel für Wanderer und Fotografen, sondern auch ein Platz der Ruhe und Inspiration, an dem man die rohe, ungezähmte Natur hautnah erleben kann. Informiere Dich aber vorher über das Wetter, da es in solch exponierten Lagen schnell umschlagen kann.
Oak Flat Loop Trail
Der mäßig anspruchsvolle Rundweg Oak Flat Loop Trail führt mit einer Gesamtlänge von etwa 2,6 Kilometern (1,6 Meilen) durch abwechslungsreiche Vegetation unterhalb des Canyons.
Obwohl der Trail nicht die gleichen dramatischen Ausblicke wie die Aussichtspunkte am Canyonrand bietet, ermöglicht er es den Wanderern, den Canyon aus einer anderen, spannenden Perspektive zu erleben.
Der Trailhead befindet sich in der Nähe des South Rim Visitor Centers.
Inner Canyon Routes
Bei den Inner Canyon Routes, wie z.B. der Gunnison Route oder der Slickrock Route, handelt es sich nicht um Wanderwege, sondern extrem anspruchsvolle Wander- und Kletterherausforderungen. Diese Routen bedürfen einer Genehmigung und entsprechender Ausrüstung.
Ruhe und Einsamkeit an der North Rim
Die Nordseite des Black Canyon of the Gunnison bietet ein viel rustikaleres und wilderes Erlebnis. Da sie schwieriger zu erreichen ist, triffst du hier auf deutlich weniger Menschenmassen, aber auf ebenso spektakuläre Ausblicke.
Die Nordseite liegt näher an der kleinen Stadt Crawford. Der Zugang erfolgt über eine unbefestigte Schotterstraße (East Portal Road), die von der County Road 865 abgeht. Die Straße ist in der Regel gut befahrbar, aber du solltest mit langsamer Geschwindigkeit rechnen.
Der North Rim ist saisonal geschlossen. Typischerweise sind die Straßen nur von Mitte April bis Mitte November zugänglich. Im Winter sind sie wegen Schnee und Schlamm komplett gesperrt.
Die Aussichtspunkte am North Rim sind oft weniger befestigt, aber sie bieten das Gefühl, näher am Canyon-Rand zu stehen.
Die besten Aussichtspunkte und Wanderwege am North Rim
Chasm View Nature Trail
Der Chasm View ist der Höhepunkt eines kurzen Rundwegs und gilt oft als der beste Aussichtspunkt des gesamten Parks, da er einen Blick auf die engste und steilste Stelle der Schlucht bietet.
Du erreichst den Aussichtspunkt über den Chasm View Nature Trail, einen leichten 0,8 Kilometer (etwa 0,5 Meilen) langen Rundweg. Der Trail beginnt in der Nähe des North Rim Campgrounds. Er führt dich durch einen Pinien-Wacholder-Wald, bevor er dich plötzlich an den Rand des Abgrunds bringt. Entlang des Weges gibt es informative Schilder zur Ökologie und Geologie.
Der Name „Chasm View“ (Abgrund-Blick) ist hier Programm. Du stehst auf einer Klippe und blickst direkt in das „Schwarze Loch“ des Canyons. Dies ist eine der engsten Stellen des Canyons auf Höhe des Randes. Er ist hier nur etwa 335 Meter (ca. 1.100 Fuß) breit, während die Canyonwände fast vertikal 547 Meter (ca. 1.800 Fuß) in die Tiefe stürzen. Der Gunnison River hat hier ein extremes Gefälle und rauscht mit einer der höchsten Fallraten Nordamerikas durch die Schlucht.
Blick zur „Painted Wall“
Vom Chasm View aus hast du auch einen hervorragenden Blick auf die berühmte Painted Wall (Bemalte Wand) am gegenüberliegenden South Rim.
Der Chasm View Nature Trail ist ideal, um die immensen, fast vertikalen Dimensionen des Black Canyon zu erfassen. Du blickst nicht in eine weite, terrassenförmige Schlucht wie beim Grand Canyon, sondern in einen schmalen, V-förmigen Einschnitt, dessen steile Wände dich fast schwindelig machen.
Es ist auch ein großartiger Ort, um Kletterer zu beobachten, die sich an den extrem anspruchsvollen, bröseligen Wänden des Canyons versuchen (was nur sehr erfahrenen Kletterern gestattet ist).
Exclamation Point und North Vista Trail
Der Exclamation Point ist einer der spektakulärsten Aussichtspunkte an der North Rim. Er bietet dir einen dramatischen und nahezu ungehinderten Blick in die tiefen Schluchten des Black Canyon. Du schaust vom Exclamation Point aus in den engsten Teil der Schlucht, direkt über den Gunnison River, der etwa 570 Meter (ca. 1.870 Fuß) tiefer fließt. Der Blick geht flussaufwärts in den Canyon hinein und bietet eine beeindruckende Perspektive auf die steilen, dunklen Felswände.
Der Name „Exclamation Point“ (Ausrufezeichen) passt perfekt, da die Aussicht oft als überwältigend und atemberaubend beschrieben wird – ein Ort, an dem du unwillkürlich „Wow!“ ausrufen möchtest.
Der Aussichtspunkt ist über den beliebten North Vista Trail erreichbar. Der Wanderweg beginnt an der North Rim Ranger Station. Für die ca. 2,5 km lange Strecke (einfach) solltest Du ca. 1,5 Stunden rechnen, wobei der Weg einfach bis mittelschwer ist, und das bei geringem Höhenunterschied.
Der North Vista Trail führt dich zunächst durch eine offene Landschaft mit Salbei und Wacholderbäumen, bevor er dich zu der Abzweigung zum Exclamation Point bringt, der auf einer kleinen Schleife entlang der Canyon-Kante liegt.
Wichtig: Der Exclamation Point ist ein natürlicher Aussichtspunkt ohne Geländer. Besondere Vorsicht ist geboten, da die Klippen sehr steil sind.
Klettern, Kajakfahren und Astrofotografie am Black Canyon
Klettern im Black Canyon
Felsklettern im Black Canyon ist nichts für Anfänger, sondern etwas für erfahrene Kletterer, die Abenteuer, Isolation und eine große Herausforderung suchen.
Der Canyon ist extrem tief und eng. Die Wände sind bis zu 686 Meter (2.250 Fuß, die Painted Wall) hoch und fallen fast senkrecht ab.
Der Black Canyon ist ein „Full-on Adventure Climbing Area“. Das bedeutet, die Routen sind oft nur schwer zu finden, die Felsqualität kann stark variieren (von festem Gneis bis zu losem Gestein, „Choss“ genannt), und die Absicherung ist oft spärlich.
Fast alle Routen sind Mehrseillängen-Routen (Multi-Pitch) und erfordern traditionelles Klettern (Trad-Climbing), bei dem du deine eigenen, mobilen Sicherungsmittel (Keile, Klemmgeräte, Schlingen) platzierst und nach der Begehung wieder entfernst.
Im Gegensatz zu den meisten Klettergebieten beginnt die Herausforderung hier mit einem steilen und oft gefährlichen Abstieg vom Canyon-Rand (Rim) bis zum Einstieg der Route, meist ganz unten am Gunnison River. Die Abstiege zu den Routen sind oft sogenannte „Gullies“ (steile Rinnen) und erfordern meist mehrere Abseilvorgänge (Rappels), was die Tour zusätzlich bindend (committing) macht. Wenn du einmal unten bist, ist der einzige Ausweg der Aufstieg.
Einige der bekanntesten und beliebtesten Routen sind Maiden Voyage, Scenic Cruise und Comic Relief.
Um in den Canyon hinabzusteigen und zu klettern, benötigst du eine Wilderness Permit vom National Park Service.
Kajakfahren im Black Canyon
Im Gegensatz zu einer gemütlichen Kanufahrt ist das Kajakfahren im Black Canyon eine extrem anspruchsvolle und gefährliche Unternehmung. Es ist ausschließlich für sehr erfahrene Wildwasser-Kajaker gedacht.
Der Gunnison River fällt in diesem Abschnitt sehr schnell ab, was zu mächtigen Stromschnellen, unumgänglichen Walzen und Wasserfällen führt. Auf der Strecke durch den Canyon verliert der Fluss an manchen Stellen über 30 Meter pro Meile an Höhe.
Zudem ist das Wasser, das aus dem Blue Mesa Reservoir oberhalb des Canyons kommt, das ganze Jahr über sehr kalt, was die Gefahr einer Unterkühlung bei Kenterungen erhöht.
Wie beim Klettern erfordert die Befahrung einen langen, steilen und anstrengenden Abstieg vom Canyon-Rand zum Fluss. Der Zugang zum Flussbett ist selbst eine Herausforderung und erfolgt über ausgewiesene und oft kaum sichtbare Wilderness Routes (z.B. der Gunnison Route an der South Rim).
Wenn du erst einmal unten bist, gibt es keinen einfachen Ausstieg. Ein erfolgreicher Abschluss der Fahrt oder eine Selbst-Rettung durch Aufstieg an den Canyon-Rand sind die einzigen Optionen. Rettungen durch den National Park Service sind extrem schwierig und nicht garantiert.
Für das Befahren der Wildwasserstrecke im Inner Canyon benötigst du eine Wilderness Permit vom National Park Service.
Paddeln in ruhigeren Gewässern am Black Canyon
Für die meisten Besucher ist der Hauptteil der Schlucht mit dem Kajak tabu. Es gibt aber außerhalb der Schlucht Möglichkeiten, um in ruhigen Gewässern zu paddeln.
Blue Mesa Reservoir (oberhalb): Hier kannst du Kajakfahren und Paddeln
Gunnison River (unterhalb): Nach dem Verlassen des Black Canyon, stromabwärts des Pleasant Valley, wird der Gunnison River zugänglicher und bietet mittelschweres Wildwasser der Klasse II und III, das für erfahrene Paddler mit entsprechender Ausrüstung machbar ist.
Sternenhimmel und Astrofotografie
Das Thema Sternenhimmel und Astrofotografie spielt im Black Canyon of the Gunnison National Park eine herausragende Rolle, da der Park offiziell als International Dark Sky Park ausgewiesen ist. Er gilt als einer der besten Orte in den Vereinigten Staaten, um die Milchstraße und eine enorme Anzahl von Sternen zu sehen.
Der Park ist ein Traumziel für Astrofotografen, da die extrem dunklen Himmel perfekte Bedingungen für die Aufnahme von Deep-Sky-Objekten und insbesondere der Milchstraße bieten. Die dramatischen Schluchtränder bieten zudem spektakuläre Silhouetten und einen einzigartigen Vordergrund.
Die Milchstraße ist am hellsten und am höchsten im Sommer sichtbar, wenn wir dem Zentrum unserer Galaxie zugewandt sind. Im Herbst steht sie früher am Abend direkt über dir. Die besten Nächte sind um die Neumond-Phase, da das helle Mondlicht die Sichtbarkeit schwächerer Sterne reduziert.
Die besten Punkte für Sternenbeobachtung und Astrofotografie im Black Canyon
Du kannst den Nachthimmel von allen Overlooks aus beobachten, aber die folgenden Orte sind besonders gut für Sternenbeobachtung und Astrofotografie geeignet, da sie weiter von der Straße und damit von Autoscheinwerfern entfernt sind:
South Rim (Südrand):
Chasm View Overlook: Bietet dramatische Tiefblicke, die sich gut als dunkler Vordergrund eignen.
Dragon Point Overlook
Sunset View Overlook
North Rim (Nordrand):
Chasm View Nature Trail
Kneeling Camel Overlook
Der Canyonboden (wie z.B. am East Portal) ist für Beobachtungen weniger geeignet, da die tiefen Wände das Sichtfeld zum Himmel stark einschränken.
Der Park bietet im Sommer regelmäßig Astronomie-Programme an, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Amateur-Astronomie-Gesellschaften, die Führungen, Teleskop-Beobachtungen und Aufklärung zur Lichtverschmutzung beinhalten.
Die Tierwelt am Black Canyon of the Gunnison
Obwohl der Canyon auf den ersten Blick karg und unwirtlich erscheint, beherbergt er eine reiche Vielfalt an Pflanzen und Tieren.
Halte Ausschau nach Wanderfalken, die hier nisten. Ebenso siehst du oft Steinadler und Habichte über den Klippen kreisen. Der Amerikanische Dipper (Cinclus mexicanus), ein kleiner, brauner Singvogel, ist oft im eiskalten Gunnison River zu beobachten, wo er unter Wasser nach Insekten sucht. Raben und Krähen sind häufige Begleiter entlang des Rim.
Die Vegetation am Rande des Canyons (Pinyon-Kiefern und Wacholder) bietet Nahrung und Schutz für verschiedene Säugetiere. Maultierhirsche sind häufige Besucher an den Rändern und auf den Campingplätzen, besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden. Auch Elche (Cervus canadensis) durchstreifen die höher gelegenen Gebiete des Parks.
Du wirst wahrscheinlich Streifenhörnchen und verschiedene Arten von Eichhörnchen sehen. Achte auch auf Erdmännchen (Ground Squirrels) in der Nähe der Aussichtspunkte.
Obwohl Sichtungen selten sind, ist der Park die Heimat von größeren Raubtieren, wie Pumas und Schwarzbären. Achte darauf, alle Lebensmittel sicher zu verstauen (bear-proof containers verwenden), insbesondere beim Campen.
Hotels und Camping am Black Canyon of the Gunnison
Die South Rim ist die weiter entwickelte und beliebtere Seite des Parks und bietet daher die beste Infrastruktur direkt im Park.
Im Black Canyon National Park selbst gibt keine Hotels oder Lodges. Die einzige Übernachtungsmöglichkeit direkt an der South Rim ist der South Rim Campground. Der Campingplatz liegt etwa 1,6 km vom South Rim Visitor Center entfernt auf einer Höhe von rund 2.560 Metern (8.400 Fuß). Er verfügt über insgesamt 88 Stellplätze, die im Voraus reserviert werden müssen. Dies ist besonders in der Hochsaison (Mitte Mai bis Mitte September) dringend erforderlich. Du kannst die Reservierungen über Recreation.gov vornehmen.
Wenn du keine Lust auf Camping hast ist Montrose die nächstgelegene Stadt an der South Rim (etwa 20-30 Minuten Fahrt). Hier findest du eine große Auswahl Hotels und Motels.
Wir können das Holiday Inn Express Hotel & Suites Montrose – Black Canyon Area by IHG empfehlen.
Infrastruktur und Camping am Black Canyon North Rim
Die Einrichtungen am North Rim sind bewusst minimal gehalten, um den wilden Charakter des Gebiets zu bewahren. Es gibt eine kleine Ranger-Station (die oft nicht besetzt ist) und einfache Toiletten (Plumpsklos).
Es gibt kein fließendes Trinkwasser. Du musst dein gesamtes Wasser selbst mitbringen.
Der North Rim Campground ist ein kleiner, rustikaler Campingplatz mit nur 13 Stellplätzen, die nicht reserviert werden können (first-come, first-served).
Wenn Du in der Nähe der North Rim übernachten willst, bietet sich in Gunnison das The Wanderlust Hostel an.
Die beste Reisezeit für den Black Canyon of the Gunnison
Im Frühling (April – Juni) sorgt die Schneeschmelze für spektakuläre, temporäre Wasserfälle, die über die steilen Klippen in den Canyon hinabstürzen. Da es sich hierbei um saisonale Wasserfälle handelt, ist es schwer vorherzusagen, wann diese am besten zu sehen sind.
Die Temperaturen sind milder und die Besucherzahlen geringer als im Sommer. Wanderungen und Erkundungen können in dieser Zeit in einer ruhigeren Atmosphäre im Vergleich zum Sommer unternommen werden.
Im Sommer (Juli – August) kann es recht heiß (bis zu 30°C ) werden, vor allem in den tieferen Bereichen des Canyon. Alle Straßen und Wanderwege sind in der Regel geöffnet, so dass Wanderungen, Klettern und andere Outdoor-Aktivitäten durchgeführt werden können. Jetzt finden die meisten Rangerprogramme statt.
Leider sind in der Hauptsaison die Besucherzahlen höher, vor allem im Juli und August. Im Juli und August ist am Nachmittag mit Gewittern zu rechnen.
Im Herbst (September – Oktober) sind die Temperaturen wieder milder und die Besucherzahlen geringer. Es ist eine ideale Zeit für Wanderungen und Erkundungen. Die Farben des Herbstlaubs können im September und Oktober spektakulär sein.
Im Winter (November – März) gibt es sehr wenige Besucher, was ein ruhiges Erlebnis ermöglicht. Die Zeit ist ideal für Schneeschuhwanderungen und Winterfotografie. Die Bedingungen zur Sternenbeobachtung sind sehr gut. Das Wetter ist kalt mit möglichen Schneefällen und Eis. Die South Rim bleibt teilweise zugänglich, aber viele Straßen, Einrichtungen und Wanderwege sind geschlossen. Die North Rim ist meist von November bis April wegen Schnee gesperrt.













