Grand Canyon Nationalpark: Planung, beste Aussichtspunkte und Tipps für Deinen Besuch
Es gibt Orte auf dieser Welt, die man auf Fotos nicht einfangen kann – der Grand Canyon Nationalpark ist einer davon. Keine Aufnahme, keine Beschreibung und kein Video wird Dich jemals auf den Moment vorbereiten, in dem Du zum ersten Mal an der Kante dieser gigantischen Schlucht stehst. Ein Blick auf die 1.800 Meter tiefe, schier endlose Weite aus Sandstein und Millionen von Jahren Erdgeschichte lässt den Atem stocken und die eigene Existenz winzig erscheinen. Wenn Du bereit bist für dieses monumentale Naturwunder, bist Du hier genau richtig.
Dieser Grand Canyon Reiseführer hilft Dir bei der Planung Deines perfekten Trips. Egal, ob Du nur einen Tag Zeit hast oder eine mehrtägige Wanderung in die Tiefe wagen möchtest – wir liefern alle wichtigen Informationen. Wir beantworten die entscheidenden Fragen: Wann ist die beste Reisezeit? Welche sind die besten Aussichtspunkte am beliebten South Rim? Und wie kommst Du sicher und entspannt durch den Nationalpark?
Mach Dich bereit, in die geologische Wunderwelt Arizonas einzutauchen. Von der Wahl zwischen North Rim vs. South Rim bis hin zu den besten Hubschrauberflügen und Übernachtungsmöglichkeiten – lies weiter und lass Deinen Traum vom Grand Canyon Wirklichkeit werden.
North Rim oder South Rim: Wo erlebst Du den Grand Canyon am besten?
Obwohl nur ca. 16 km Luftlinie zwischen beiden Rändern liegen, sollte für die 350 km lange Fahrt vom Grand Canyon Village am South Rim zum North Rim ca. 4 Stunden einplanen. Auf einer Rundreise und mit einer Übernachtung in Page (und des Besuchs weiterer Highlights dort in der Nähe) ist das kein Problem, so dass man auch beide Rims auf einer Reise besuchen kann. Wenn aber Zeit ein Faktor ist, muss man sich häufig für eine Rim entscheiden.
Der South Rim ist der beliebteste und am besten zugängliche Teil des Grand Canyons, der das ganze Jahr über geöffnet ist. Hier befinden sich zahlreiche Aussichtspunkte wie Mather Point, Yavapai Point und Hopi Point, die spektakuläre Ausblicke auf den Canyon bieten.
North Rim oder South Rim – unsere Entscheidungshilfe
Wähle den South Rim, wenn…
- …Du zum ersten Mal am Grand Canyon bist. Er bietet die ikonischen Aussichten, die Du aus Filmen kennst.
- …Du nur wenig Zeit hast (z.B. nur einen Tagesausflug).
- …Du im Winter reist. Der South Rim ist ganzjährig geöffnet und zugänglich.
- …Du die komplette Infrastruktur (mehr Restaurants, Hotels, Shuttles) und mehr Freizeitangebote suchst.
Wähle den North Rim, wenn…
- …Du den Grand Canyon in Ruhe erleben willst und Massentourismus meiden möchtest.
- …Du eine Rundreise durch Utahs Nationalparks (Zion, Bryce Canyon) machst.
- …Du bereit bist, länger zu fahren und die Wanderwege im Wald bevorzugst.
- …Deine Reisezeit zwischen Ende Mai und Mitte Oktober liegt.
Die besten Grand Canyon Aussichtspunkte: North Rim und South Rim
Die Must-See-Punkte am South Rim: Deine Aussichtsplattformen
Der South Rim ist in drei Hauptbereiche unterteilt: die östliche Zufahrtsstraße (Desert View Drive), die zentrale Zone (Village) und die westliche Rim Road (Hermit Road).
Mather Point
Der Mather Point liegt in der Nähe des Haupteingangs und des Visitor Centers. Dies ist für viele der erste, atemberaubende Blick. Er bietet ein weites Panorama und ist perfekt für beeindruckende Fotos. Du stehst hier quasi mittendrin. Aufgrund der einfachen Erreichbarkeit ist dieser Punkt sehr belebt. Am besten besuchst Du ihn früh morgens zum Sonnenaufgang oder später zum Sonnenuntergang. Da beleuchtet die untergehende Sonne dann einzelne Felspartien, was besondere Fotos ermöglicht.
Yavapai Point & Geology Museum
Der Yavapai Point ist vom Village aus leicht erreichbar. Er gilt als einer der besten Aussichtspunkte zur geologischen Erklärung des Canyons. Das angeschlossene Museum hat große Fenster, die einen direkten Blick auf die Felsschichten bieten, während Du ihre Entstehung erklärt bekommst. Ideal für alle, die mehr über die Milliarden Jahre alte Geschichte des Canyons erfahren möchten.
Bright Angel Trailhead
Direkt beim Grand Canyon Village und der historischen Bright Angel Lodge liegt der Bright Angel Trailhead. Er ist kein Aussichtspunkt im klassischen Sinne, aber die beste Stelle, um in den Canyon hineinzuschauen. Hier beginnt der berühmte Bright Angel Trail. Von oben siehst Du die ersten Serpentinen des Weges und bekommst einen Eindruck von der Tiefe und den Anstrengungen einer Wanderung hinunter. Perfekt, um Wanderer zu beobachten und ein Gefühl für die Dimensionen der Trails zu bekommen.
Desert View Watchtower
Der Desert View Watchtower liegt am östlichsten Ende des South Rim. Der ikonische, von Mary Colter entworfene Steinturm bietet Dir eine 360-Grad-Sicht. Von hier aus siehst Du den Colorado River in einer großen Schleife fließen. Absolut empfehlenswert für alle, die über den Osteingang in den Park fahren oder ihn darüber verlassen.
Hopi Point
Der Hopi Point liegt an der Hermit Road. Diese ist von März bis November für Privatfahrzeuge gesperrt und während dieser Zeit nur mit dem Shuttlebus befahrbar. Vom Village bis zum Hopi-Point sind es ca. 3 km, für die Du zu Fuß ungefähr 40 Minuten einplanen solltest. Der Hopi-Point der beste Ort am South Rim für Sonnenauf- und Sonnenuntergänge! Die Weite ist beeindruckend und die Farben spielen phänomenal mit dem Canyon. Sei früh oder bleibe lange, aber beachte die Shuttle-Fahrpläne, besonders bei Sonnenuntergang.
Powell Point
Der Powell Point liegt ca. 500 m westlich vom Hopi Point. Er bietet einen hervorragenden Blick auf den Hopi Point und ist der Gedenkpunkt für Major John Wesley Powell, den ersten Weißen, der den Colorado River durch den Canyon befuhr.
Pima Point
Der Pima Point ist die letzte Station, die der Shuttlebus auf der Hermit Road in Richtung Westen anfährt. Daher ist es hier in der Regel deutlich ruhiger als an den beliebten Punkten in der Nähe des Villages. An ruhigen Tagen kannst Du hier sogar das Rauschen des Colorado River in der Tiefe hören.
Die Juwelen des North Rim: Ruhe und unberührte Natur
Der North Rim liegt etwa 300 Meter höher als der South Rim und ist von ausgedehnten Kiefernwäldern umgeben. Die Aussichten sind intimer und vermitteln oft ein tieferes Gefühl für die Schlucht. Die Hauptaussichtspunkte sind von der Grand Canyon Lodge North Rim aus leicht zugänglich.
Bright Angel Point
Ein kurzer, befestigter Spaziergang führt Dich von der Lodge zum Bright Angel Point. Dies ist der ikonische Ausblick des North Rim und der leicht erreichbarste Aussichtspunkt. Die Aussicht ist dramatisch und bietet einen fantastischen Blick auf die Schlucht, die Lodge-Struktur und die gegenüberliegenden Mauern des South Rim. Da es der zentrale Aussichtspunkt ist, ist es hier am belebtesten, aber immer noch wesentlich ruhiger als am South Rim.
Cape Royal
Am Ende des malerischen Cape Royal Drive (ca. 45 Minuten Fahrt von der Lodge) hast Du hier eine der weitläufigsten und vielfältigsten Aussichten. Hier siehst Du den Angels Window, einen natürlichen Steinbogen, sowie den Wotans Throne (ein markanter Tafelberg) und den Colorado River, der sich tief in der Schlucht schlängelt. Der Cape Royal ist der beste Ort am North Rim, um den Sonnenuntergang zu beobachten.
Point Imperial
Den Point Imperial erreichst Du über den malerischen Cape Royal Drive. Er ist mit 2.680m der höchste Aussichtspunkt am North Rim. Von hier aus hast Du einen tollen Blick nach Osten und kannst die geologischen Formationen und Felsen aus einer einzigartigen Perspektive betrachten. Ideal für den Sonnenaufgang oder um die Weite des östlichen Canyons zu erfassen.
Roosevelt Point
Eine Abzweigung auf dem Weg zum Cape Royal bringt Dich zum Roosevelt Point. Er bietet einen weiteren Blick nach Osten und ist oft sehr ruhig. Benannt nach Theodore Roosevelt, der eine entscheidende Rolle beim Schutz des Grand Canyon spielte.
Widforss Point
Der Wildfross Point ist nur erreichbar über eine 10 Meilen (ca. 16 km) lange, landschaftlich reizvolle Wanderung (Hin- und Rückweg) über den Widforss Trailhead. Er ist nur für Wanderer mit entsprechender Fitness und Zeit geeignet. Wenn Du die Ruhe und Einsamkeit suchst, ist dies der perfekte Ort. Der Blick von hier gilt als einer der schönsten des gesamten Canyons, da er tiefe Einsichten in die Schlucht abseits der Touristenmassen bietet.
Grand Canyon Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten: Was Du erleben musst
Die beliebtesten Wanderungen am Grand Canyon
Das Wichtigste zuerst: Im Sommer (Juni – August) können die Temperaturen in der Schlucht 50°C erreichen. Daher rät der National Park Service dringend davon ab, im Sommer zwischen 10 und 16 Uhr in den Canyon zu wandern.
Generell werden für Wanderungen mindestens 4 Liter Wasser pro Person mit, salzige Snacks oder Elektrolyte sowie leichte Kleidung und ein Hut dringend empfohlen.
Nachstehend beschreiben wir kurz die 3 beliebtesten Wanderwege am Grand Canyon. Weitere Wanderwege findest Du weiter unten.
Bright Angel Trail
Länge: 15,6 km (hin und zurück zum Plateau Point) oder 30,6 km (hin und zurück zum Colorado River)
Schwierigkeit: Schwer
Beschreibung: Einer der beliebtesten Wanderwege am Grand Canyon, der vom Rand des Canyons hinunter zum Colorado River führt. Viele Wanderer gehen nur bis zum Indian Garden (14,5 km hin und zurück) oder zum Plateau Point (15,6 km hin und zurück) und genießen dort den Blick auf den Colorado River. Es ist ein steiler und anstrengender Weg, besonders auf dem Rückweg.
Tipp für Tagesausflügler: Gehe nur bis zum 1.5 oder maximal bis zum 3.0 Mile Resthouse und von dort aus wieder zurück.
South Kaibab Trail
Länge: 9,7 km (hin und zurück bis zum Skeleton Point) oder 20,9 km (hin und zurück zum Colorado River)
Schwierigkeit: Schwer
Beschreibung: Der South Kaibab Trail beginnt in der Nähe von Yaki Point und führt steil hinab in den Canyon. Ein beliebter Punkt ist der Ooh Aah Point (2,9 km hin und zurück), von dem aus du spektakuläre Aussichten auf den Canyon hast. Du kannst auch weitergehen zum Cedar Ridge (4,8 km hin und zurück) oder zum Skeleton Point. Dieser Weg bietet weniger Schatten und Wasserquellen, aber eine der besten Aussichten auf den Canyon.
Tipp für Tagesausflügler: Gehe nur bis zum Ooh Aah Point und von dort wieder zurück.
Rim Trail
Länge: 21,6 km (hin und zurück, von South Kaibab bis Hermits Rest)
Schwierigkeit: Leicht
Beschreibung: Der Rim Trail verläuft entlang des Canyon-Randes und bietet atemberaubende Aussichten ohne große Anstrengung. Der Trail ist flach und teilweise gepflastert, sodass er auch für weniger geübte Wanderer oder Familien geeignet ist. Du kannst kurze Abschnitte des Weges gehen, wie z. B. von Mather Point zu Yavapai Point (1,6 km) oder weiter zum Hermit’s Rest. Viele Aussichtspunkte entlang des Weges sind auch mit dem Shuttlebus erreichbar.
Mehrtagestouren
Wenn Du bis ganz nach unten zum Colorado River und zur Phantom Ranch wandern möchtest, brauchst Du entweder eine Reservierung in der Phantom Ranch oder ein Backcountry Permit zum Zelten. Diese Genehmigungen sind extrem schwer zu bekommen und müssen oft ein Jahr im Voraus über ein Lotterieverfahren beantragt werden.
Besondere Grand Canyon Erlebnisse: Mehr als nur Wandern
Atemberaubende Perspektiven: Hubschrauber- und Flugzeug-Touren
Für viele Besucher ist dies das absolute Highlight, da es eine unvergleichliche Sicht auf die riesigen Ausmaße des Canyons bietet.
Helikopterflüge sind die intensivste Art, den Canyon zu erleben. Die meisten Touren starten von Tusayan (kurz vor dem Südeingang) oder direkt von Las Vegas. Die Flüge von Tusayan sind kürzer, aber bieten Dir die besten Einblicke in den zentralen Nationalpark: Grand Canyon Village: Helikopter Tour & Hummer Tour Optionen
Flugzeug-Touren sind in der Regel günstiger als Helikopterflüge und dauern länger. Sie decken eine größere Distanz des Canyons ab und sind ideal, um die gesamte Weite zu erfassen: Grand Canyon Village: Grand Canyon South Rim Airplane Tour
Tipp: Buche diese Touren immer im Voraus, besonders in der Hochsaison, und plane sie für den frühen Morgen, da die Luft dann am ruhigsten und die Sicht am klarsten ist.
Abenteuer pur: Rafting Touren auf dem Colorado River
Eine Fahrt auf dem Colorado River am Grund des Canyons ist ein tiefgehendes, mehrtägiges Wildnis-Erlebnis, das mit komplexer Planung und hohen Kosten verbunden ist.
Die Touren dauern zwischen 3 und 18 Tagen und erfordern in der Regel die Buchung bei einem lizenzierten Outfitter (und oft eine Wartezeit von 1-2 Jahren oder das Glück in der jährlichen Lotterie).
Am West Rim (das ist das Skywalk-Gebiet, nicht der National Park – dazu unten mehr) werden oft kürzere, eintägige Rafting-Trips angeboten, die zugänglicher sind.
Historisch und einzigartig: Die berühmten Maultier-Ritte
Ein Ritt auf einem Maultier in die Schlucht hinein ist eine jahrhundertealte Tradition und eine bequeme Alternative zum Wandern. Die Ritte starten sowohl am South Rim als auch am North Rim.
Es gibt Tagesritte (bis zu einer Raststation) und Mehrtagesritte (bis zur Phantom Ranch am Flussgrund).
Wichtiger Hinweis: Diese Ritte sind extrem beliebt und werden oft ein Jahr im Voraus über ein Lotteriesystem gebucht. Du musst bestimmte Gewichts- und Fitnessanforderungen erfüllen.
Kostenlose Bildungsangebote: Ranger-Programme
Für die kostenbewussten und wissbegierigen Leser sind die kostenlosen Programme der Park-Ranger ein großer Mehrwert.
Ranger Talks sind tägliche, kostenlose Vorträge an verschiedenen Aussichtspunkten und Visitor Centers zu Themen wie Geologie, Wildtieren oder Canyon-Geschichte.
Das Junior Ranger Programm ist ideal für Familien mit Kindern, um auf spielerische Weise mehr über den Park zu lernen.
Sternenbeobachtung am Grand Canyon
Der Grand Canyon ist bekannt für seinen klaren Nachthimmel, besonders am North Rim. Bei klarer Sicht sind Tausende von Sternen sichtbar, und es werden regelmäßig geführte Sternenbeobachtungen angeboten.
Der Skywalk und der West Rim (Eine wichtige Unterscheidung)
Der Skywalk befindet sich am Grand Canyon West Rim und gehört zur Hualapai Indian Reservation. Er liegt über 400 Kilometer und etwa 4 bis 5 Autostunden vom South Rim des Nationalparks entfernt. Der berühmte Glassteg „Skywalk“ ist eine hufeisenförmige Brücke mit Glasboden, die über den Rand des Canyons hinausragt. Er ermöglicht es Dir, etwa 1.200 Meter über dem Grund zu stehen. Der America the Beautiful Pass gilt hier nicht. Es fällt eine Grundgebühr für den Eintritt in das Hualapai-Gebiet an. Zusätzlich kostet der Zugang zum Skywalk selbst eine Gebühr. Es ist nicht erlaubt, eigene Kameras oder Handys mit auf den Skywalk zu nehmen. Fotos müssen von professionellen Fotografen vor Ort gekauft werden.
Unsere Empfehlung: Wähle den West Rim (Skywalk), wenn
- Du direkt von Las Vegas aus einen Tagesausflug machen möchtest (er liegt am nächsten zu Las Vegas)
- Du unbedingt das Adrenalin erleben möchtest, direkt über der Schlucht auf Glas zu stehen
Wähle den South/North Rim (Nationalpark), wenn
- Du die klassischen, unendlichen Panoramen des Nationalparks erleben möchtest (die Aussichten am South Rim gelten als die beeindruckendsten)
- Du wandern, campen oder die historische Park-Infrastruktur nutzen möchtest
- Du Geld sparen möchtest, da die Nationalpark-Gebühren deutlich günstiger sind als die Einzeltickets für den Skywalk.
Anreise und Transport im Grand Canyon Nationalpark: So kommst Du hin und her
Der Grand Canyon liegt ziemlich abgelegen in Arizona, was die Anreiseplanung essenziell macht. Die meisten Besucher reisen mit dem Mietwagen an und besuchen den Grand Canyon im Rahmen eines Roadtrips. Vorschläge für wunderbare Routen findet ihr bei uns.
Anreise und die nächstgelegenen Flughäfen
Die Wahl des Flughafens hängt davon ab, ob Du eine lange Anreise mit vielen Stopps oder einen direkten Weg bevorzugst.
Las Vegas (LAS), Nevada: Der beliebteste Ausgangspunkt. Die Fahrt zum South Rim dauert etwa 4,5 bis 5 Stunden. Perfekt, wenn Du Las Vegas als Startpunkt Deiner USA-Westküsten-Tour nutzt.
Phoenix (PHX), Arizona: Die Fahrt zum South Rim dauert ca. 3,5 bis 4 Stunden. Dies ist oft die direkteste Option, wenn Du nur den Grand Canyon besuchen möchtest.
Flagstaff (FLG), Arizona: Der nächstgelegene Flughafen (ca. 1,5 Stunden Fahrt). Er ist klein, bietet aber die schnellste Anbindung.
Parken und Transport innerhalb des Parks
Sobald Du den Nationalpark erreicht hast, ist der Transport im Park selbst entscheidend. Am South Rim ist das Auto oft mehr Last als Hilfe. Das Parken ist limitiert und die beliebte Hermit Road (die zu den besten Aussichtspunkten wie Hopi Point führt) ist von März bis November für private Fahrzeuge gesperrt. Daher sind die Shuttlebusse Dein bester Freund. Sie verkehren auf vier Hauptrouten und verbinden alle wichtigen Visitor Centers, Aussichtspunkte und Trailheads.
Am North Rim ist die Infrastruktur kleiner. Es gibt zwar Shuttles zu bestimmten Wanderwegen, aber der Transport zwischen den Hauptaussichtspunkten (wie Cape Royal) erfolgt in der Regel mit dem eigenen Auto, da die Distanzen größer sind.
Alternative Anreisemöglichkeiten
Eine nostalgische und entspannte Art, von Williams, Arizona, direkt zum South Rim Village zu reisen bietet die Grand Canyon Railway. Wenn Du keine Lust auf Autofahren hast ist dies eine tolle Option.
Viele Unternehmen bieten organisierte Tagesausflüge von Las Vegas oder Phoenix aus an. Dies ist ideal, wenn Du Dich um nichts kümmern möchtest, aber es bedeutet, dass Du an einen straffen Zeitplan gebunden bist.
Übernachtung am Grand Canyon: Hotels, Lodges und Camping
Die Wahl der Unterkunft bestimmt maßgeblich Dein Grand Canyon Erlebnis. Willst Du den Sonnenuntergang direkt von Deinem Zimmer aus sehen oder bevorzugst Du ein Budget-freundliches Zimmer außerhalb?
Die Magie der Übernachtung im Grand Canyon Nationalpark
Das Schlafen innerhalb des Parks am South Rim (Grand Canyon Village) ist die beliebteste Option und bietet den besten Zugang zu den Aussichtspunkten. Du sparst Dir die tägliche Anfahrt und Parkplatzsuche und kannst frühmorgens oder spätabends (zum Sonnenuntergang und Sternschauen) direkt am Rand sein.
El Tovar Hotel: Das ikonische, luxuriöseste und historischste Hotel, gebaut 1905.
Bright Angel Lodge: Rustikal und charmant, bietet verschiedene Hütten und Zimmer direkt am Rim und dem Bright Angel Trailhead.
Maswik Lodge & Kachina Lodge: Modernere Optionen im Village-Bereich.
Grand Canyon Lodge: Die einzige feste Unterkunft am North Rim. Bietet eine atemberaubende Terrasse und rustikale Hütten.
Wichtigster Buchungstipp: Diese Lodges sind extrem begehrt. Du musst mindestens 9 bis 12 Monate im Voraus buchen, besonders wenn Du im Sommer reisen möchtest.
Hotels am Grand Canyon
Wenn die Unterkünfte im Park ausgebucht oder Dir zu teuer sind, ist für den South Rim die nahegelegene Stadt Tusayan die beste Wahl. Tusayan liegt nur ca. 15 Minuten (ca. 10 km) vom Südeingang entfernt.
Hier hast Du eine größere Auswahl an Kettenhotels, Restaurants und Tankstellen. Du kannst dort meist kostenfrei parken und den kostenlosen Tusayan Shuttle nutzen, um in den Park zu gelangen.
Aus eigener Erfahrung können wir das Holiday Inn Express & Suites Grand Canyon, an IHG Hotel und das Squire Resort at the Grand Canyon, BW Signature Collection empfehlen.
Es gibt aber noch weitere Hotels in Tusayan.
Wer den North Rim besuchen möchte, dem empfehlen wir in Kanab das Hampton Inn Kanab.
Die beste Reisezeit für den Grand Canyon: Wetter und Besucherandrang
Die Wahl der Jahreszeit beeinflusst nicht nur das Wetter, sondern auch, welche Teile des Parks zugänglich sind und wie voll es ist.
Hochsaison: Sommer (Juni – August)
Im Sommer ist alles geöffnet. Die Tage sind lang, was viel Zeit für Besichtigungen und Wanderungen lässt.
Im Canyon können die Temperaturen bis an die 50°C heranreichen, weshalb eine Wanderung in die Schlucht hinein (unter den Rand) wegen der Hitze lebensgefährlich sein kann. Nur erfahrene Wanderer sollten dies in den frühen Morgenstunden in Erwägung ziehen. Zudem ist es die vollste Zeit des Jahres, was bedeutet, dass die Hotels sehr teuer sind.
Die perfekte Zeit für den Grand Canyon: Frühling und Herbst
April, Mai, September und Oktober sind die idealen Monate für einen Besuch. Die Temperaturen sind moderat (perfekt zum Wandern), und die Farben des Sonnenuntergangs sind besonders intensiv.
Leider sind die Preise, vor allem im Herbst, immer noch hoch und die Wochenenden können belebt sein, besonders im Oktober. Buche daher Unterkünfte und Flüge für diese Zeit ebenfalls frühzeitig, da viele Besucher diesen Zeitraum bevorzugen
Hinweis: Der North Rim schließt Mitte/Ende Oktober.
Der Winter am Grand Canyon (November – März)
Stille und Einsamkeit! Die Hotelpreise sind am niedrigsten, und die Schneebedeckung auf den Felsen bietet eine atemberaubende, märchenhafte Fotokulisse.
Der North Rim ist geschlossen. Am South Rim sind viele Dienstleistungen reduziert und Straßen können aufgrund von Schnee kurzzeitig gesperrt sein. Wenn Du wanderst, musst Du Dich auf Eis einstellen – Grödel (Steigeisen) für die Schuhe sind auf den Trails wie dem Bright Angel unerlässlich.
Sicherheit geht vor: Die ultimative Grand Canyon Packliste und Checkliste
Die wichtigsten Sicherheitsregeln
Bevor Du packst, beachte diese drei goldenen Regeln, um Deinen Aufenthalt sicher zu gestalten:
- Bleib auf den Wegen: Gehe niemals hinter Absperrungen und sei besonders vorsichtig, wenn Du Fotos machst.
- Kenne Deine Grenzen: Beim Wandern in die Schlucht gilt: Umdrehen, bevor Du erschöpft bist. Hitze ist die größte Gefahr.
- Tierwelt: Füttere niemals die Wildtiere (z.B. Eichhörnchen oder Hirsche). Halte einen sicheren Abstand.
Deine Grand Canyon Packliste
Die Temperaturunterschiede zwischen dem Rim und dem Grund der Schlucht sowie zwischen Tag und Nacht sind extrem. Packe daher nach dem Zwiebelprinzip!
Unverzichtbar sind
- Wiederverwendbare Wasserflaschen (mindestens 2 Liter Fassungsvermögen).
- Elektrolyt-Pulver oder Salztabletten (essenziell, um Hitzekrämpfen vorzubeugen).
- Sonnencreme mit hohem LSF (die Höhe macht die Sonne intensiv).
- Lippenbalsam mit LSF.
- Breitkrempiger Hut oder Kappe.
- Sonnenbrille.
Zum Wandern sind feste, eingelaufene Wanderschuhe besser als neue Schuhe. In den Wanderrucksack gehören auch eine Stirnlampe/Taschenlampe (auch für den Rim-Walk bei Dunkelheit) sowie Kleidung nach dem Zwiebelprinzip: Atmungsaktive, schnell trocknende Schichten (keine Baumwolle), eine leichte Windjacke/Regenjacke (für Gewitter und kühle Abende) sowie eine dicke Jacke oder ein Fleece-Pullover (die Nächte sind kalt, auch im Sommer).
- Kamera und Fernglas (ein Fernglas ist ein Muss, um die Details im Canyon zu sehen).
- Bargeld/Kreditkarte (manche kleine Shops oder Vendors nehmen nur Bargeld).
- Ausdruck der Buchungen (Lodges, Permits) – der Handyempfang ist oft schlecht.





















