Turin, die elegante Hauptstadt des Piemont, ist eine Stadt voller Kontraste. Am Fuße der Alpen gelegen und durch den Fluss Po geteilt, verbindet sie königliche Pracht und barocke Eleganz mit industriellem Erbe und modernem Flair.

Turin war einst die erste Hauptstadt des vereinten Italiens und der Sitz des Hauses Savoyen, was sich in den prunkvollen Palästen, weitläufigen Plätzen und kilometerlangen Arkaden widerspiegelt. Die Stadt ist auch ein Zentrum für Kunst, Kultur und Kulinarik und bietet eine weniger überlaufene, aber ebenso faszinierende Alternative zu den bekannteren italienischen Metropolen.

Die Geschichte Turins ist reich und vielfältig, geprägt von keltischen Ursprüngen, römischer Herrschaft und der Blütezeit als königliche Hauptstadt.

Die Region, in der Turin liegt, wurde ursprünglich vom keltisch-ligurischen Stamm der Tauriner besiedelt. Im Jahr 218 v. Chr. wurde ihre Siedlung (Taurasia) von Hannibal während seines Feldzugs über die Alpen zerstört. Später, im Jahr 28 v. Chr., gründeten die Römer hier ein Militärlager, das den Namen Augusta Taurinorum erhielt. Die römische Stadt wurde mit einem charakteristischen rechtwinkligen Straßenraster angelegt, das bis heute im ältesten Teil der Stadt, dem „Quartiere Romano“, sichtbar ist. Überreste aus dieser Zeit, wie die Porta Palatina, sind noch erhalten.

Nach dem Fall des Römischen Reiches eroberten die Langobarden und später die Franken die Stadt. Ende des 13. Jahrhunderts gelangte Turin unter die Kontrolle des Hauses Savoyen. Im 15. Jahrhundert wählten die Savoyer Turin zu ihrem Regierungssitz und begannen, die Stadt grundlegend umzugestalten und prächtige Gärten und Paläste zu errichten.

Im 17. und 18. Jahrhundert erlebte Turin eine Blütezeit als Hauptstadt des Barock. Die Herzöge von Savoyen ließen zahlreiche Prachtbauten errichten, die das Stadtbild bis heute prägen. 1718 wurde Turin zur Hauptstadt des Königreichs Sardinien, was seine Rolle als politisches Machtzentrum in Italien weiter festigte.

Im 19. Jahrhundert spielte Turin eine entscheidende Rolle im Risorgimento, der italienischen Einigungsbewegung. Das Haus Savoyen war eine treibende Kraft hinter der nationalen Bewegung, und 1861 wurde Turin zur ersten Hauptstadt des neu gegründeten Königreichs Italien erklärt. Diese Position behielt die Stadt jedoch nur vier Jahre lang, bis die Hauptstadt nach Florenz und später nach Rom verlegt wurde.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Turin zu einem wichtigen industriellen Zentrum Italiens, insbesondere in der Automobilindustrie. Die Stadt wurde zur Heimat des Fiat-Konzerns und erlebte einen massiven wirtschaftlichen Aufschwung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Italien 1946 eine Republik, und die Wirtschaft Turins boomte weiter.

1997 wurden die Residenzen des Königshauses Savoyen zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, was die historische Bedeutung der Stadt unterstreicht. Heute ist Turin eine moderne Großstadt, die ihre reiche Geschichte und ihr kulturelles Erbe mit einer dynamischen Wirtschaft und einem Fokus auf Innovation verbindet.

Der Palazzo Reale di Torino (Königspalast von Turin) war über Jahrhunderte der Hauptsitz des Hauses Savoyen, der königlichen Familie von Italien. Er ist eine beeindruckende barocke Residenz und ein zentraler Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Der Palastkomplex, der sich über eine Fläche von 55.000 Quadratmetern erstreckt, liegt am nördlichen Ende der Piazza Castello. Die Fassade des Palastes ist elegant und streng, während das Innere eine Welt der Opulenz und Kunst ist. Er wurde im 17. Jahrhundert erbaut, aber im Laufe der Zeit durch die Arbeit mehrerer Architekten, darunter Ascanio Vittozzi, Carlo und Amedeo di Castellamonte, sowie später Filippo Juvarra und Benedetto Alfieri, erweitert und verschönert.

Ein Besuch des Palazzo Reale bietet einen tiefen Einblick in das Leben und die Geschichte der königlichen Familie.

Die königlichen Gemächer sind mit kunstvollen Wandteppichen, antiken Möbeln und luxuriösen Kronleuchtern ausgestattet.

Die königliche Waffenkammer (Armeria Reale) ist eine der größten und bedeutendsten Waffensammlungen der Welt, die eine beeindruckende Kollektion von Rüstungen und Waffen aus verschiedenen Epochen beherbergt.

Die königliche Bibliothek (Biblioteca Reale) beherbergt eine riesige Sammlung von Büchern und Manuskripten, darunter das berühmte Selbstporträt von Leonardo da Vinci.

Die Kapelle des Heiligen Grabtuchs (Cappella della Sacra Sindone) ist ein Meisterwerk der Barockarchitektur, das speziell zur Aufbewahrung des berühmten Turiner Grabtuchs erbaut wurde.

Die Galleria Sabauda beherbergt eine bedeutende Sammlung italienischer und europäischer Meisterwerke vom 15. bis zum 19. Jahrhundert, darunter Werke von Rembrandt und Botticelli.

Die königlichen Gärten (Giardini Reali) sind im französischen Stil angelegt. Die Gärten stellen eine harmonische Verbindung zwischen der barocken Architektur des Palastes und der Natur dar.

Der Dom San Giovanni Battista (Dom des Heiligen Johannes des Täufers) ist die Kathedrale der Stadt Turin und liegt in unmittelbarer Nähe zum Palazzo Reale. Obwohl der Dom selbst von außen eher schlicht wirkt, ist er von enormer historischer und religiöser Bedeutung, vor allem, weil er der Aufbewahrungsort des Turiner Grabtuchs ist.

Der Dom wurde zwischen 1491 und 1498 im Stil der Renaissance erbaut, was ihn von den vielen barocken Kirchen der Stadt unterscheidet. Er ist die einzige Kirche Turins, die vollständig in diesem Stil errichtet wurde. Der Architekt Amedeo de Francesco da Settignano schuf ein Gebäude mit klaren, harmonischen Linien, die an die Renaissance-Architektur der Toskana erinnern.

Die schlichte Fassade aus weißem Marmor und der freistehende Glockenturm (Campanile), der ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert stammt, prägen das äußere Erscheinungsbild.

Das berühmteste und historisch bedeutendste Element des Doms ist die Cappella della Sacra Sindone, die als Erweiterung an der Rückseite des Doms angebaut wurde. Diese Kapelle wurde vom Architekten Guarino Guarini im 17. Jahrhundert entworfen, um das Turiner Grabtuch, das der Überlieferung nach das Leichentuch Jesu Christi ist, aufzubewahren.

Die Kapelle gilt als ein Meisterwerk der Barockarchitektur. Ihre kuppelförmige Decke ist ein komplexes, geometrisches Muster, das eine spirituelle und himmlische Atmosphäre erzeugt. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1997, bei dem die Kapelle schwer beschädigt wurde, aber das Tuch unversehrt blieb, wurde sie aufwendig restauriert und 2018 wiedereröffnet.

Das Turiner Grabtuch selbst wird nur sehr selten öffentlich ausgestellt, aber eine Kopie ist in der Kapelle zu sehen.

Der Palazzo Madama ist eines der bedeutendsten und architektonisch faszinierendsten Gebäude Turins. Er liegt im Herzen der Piazza Castello und spiegelt die gesamte Geschichte der Stadt wider, da er im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Funktionen hatte und dementsprechend umgebaut wurde.

Die Geschichte des Palazzo Madama lässt sich an seinen verschiedenen architektonischen Schichten ablesen.

Ursprünglich im 1. Jahrhundert v. Chr. als Teil der römischen Stadtmauer erbaut, dienten die beiden Türme des römischen Tores an der Rückseite des heutigen Palastes als Osttor der römischen Siedlung Augusta Taurinorum.

Im 13. Jahrhundert wurde das römische Tor in eine befestigte Burg umgewandelt. Die mittelalterliche Rückfassade des Gebäudes mit den zinnenbewehrten Türmen und der massiven Struktur ist noch heute zu sehen.

Im 17. Jahrhundert wurde der Palast von Maria Christina von Frankreich, der Mutter des Herzogs von Savoyen, als ihre Residenz gewählt. Da sie als „Madama Reale“ (königliche Dame) bekannt war, erhielt das Gebäude seinen heutigen Namen. In dieser Zeit wurde das Gebäude im Inneren prunkvoll ausgestaltet.

Die heutige Hauptfassade, die zur Piazza Castello zeigt, wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von dem berühmten Architekten Filippo Juvarra im Barockstil entworfen. Mit ihrer eleganten Gestaltung und der imposanten Freitreppe verleiht sie dem Platz einen Hauch von Grandezza.

Seit 1934 beherbergt der Palazzo Madama das Museo Civico d’Arte Antica, das Städtische Museum für Alte Kunst. Es beherbergt eine umfangreiche Sammlung, die die Geschichte und die Kunst des Piemonts von der Antike bis zum 18. Jahrhundert dokumentiert.

Ein weiterer Höhepunkt des Palastes ist die monumentale Freitreppe von Juvarra im Inneren.

Von der Aussichtsterrasse auf den Türmen genießt man zudem einen fantastischen Panoramablick über die Stadt.

Die Piazza Castello ist das Herz und einer der wichtigsten Plätze Turins. Er ist ein zentraler Treffpunkt und ein Schaufenster der königlichen Pracht der Stadt.

Der Platz liegt im historischen Zentrum Turins und verbindet einige der wichtigsten Straßen der Stadt, darunter die Via Garibaldi, Via Po und Via Roma, die von langen, eleganten Arkaden gesäumt sind.

Die Piazza Castello ist auch der Ort, an dem die beiden Hauptpaläste der Stadt stehen: der Palazzo Reale (Königspalast) und der Palazzo Madama. Er war jahrhundertelang der Schauplatz von historischen Ereignissen und königlichen Feierlichkeiten.

Die Mole Antonelliana ist das unverkennbare Wahrzeichen Turins und eines der markantesten und höchsten Bauwerke Italiens. Ihre Geschichte und Architektur machen sie zu einem der einzigartigsten Gebäude der Stadt.

Die Bauarbeiten begannen 1863 unter der Leitung des Architekten Alessandro Antonelli, nach dem das Gebäude benannt wurde. Ursprünglich war die Mole als Synagoge für die jüdische Gemeinde Turins geplant. Antonelli hatte jedoch immer ehrgeizigere Pläne und änderte seine Entwürfe mehrmals, was die Bauzeit verlängerte und die Kosten in die Höhe trieb.

Die jüdische Gemeinde verkaufte das unvollendete Gebäude 1878 an die Stadt Turin, die es fertigstellte, um es als Denkmal der nationalen Einheit zu nutzen. Mit einer Höhe von 167,5 Metern war die Mole Antonelliana für lange Zeit das höchste Ziegelgebäude der Welt.

Heute beherbergt die Mole Antonelliana das Museo Nazionale del Cinema, eines der wichtigsten und größten Filmmuseen der Welt. Die Ausstellung ist nicht nur chronologisch aufgebaut, sondern auch thematisch und interaktiv. Die Besucher können durch verschiedene „Filmwelten“ wandern, die von den Anfängen des Films über die Stummfilm-Ära bis hin zu den modernen Spezialeffekten reichen.

Das Museum ist bekannt für seine spektakuläre Innenarchitektur, die den riesigen Hohlraum der Kuppel nutzt. Die Ausstellungsstücke sind auf verschiedenen Ebenen und in Nischen angeordnet, die in die Wände integriert sind, was ein immersives Erlebnis schafft.

Ein weiteres Highlight der Mole ist der Panorama-Aufzug. Ohne Wände oder Decke, nur durch eine gläserne Kabine, schwebt der Aufzug in der Mitte des Gebäudes langsam nach oben und bietet atemberaubende Blicke in den Inneraum und hinauf zur Kuppel. Oben angekommen, gelangt man auf die Aussichtsplattform, von der aus man einen spektakulären 360-Grad-Blick über ganz Turin und die majestätische Kulisse der Alpen hat.

Das Ägyptische Museum gilt als eines der wichtigsten Museen seiner Art weltweit. Es ist das älteste Museum, das ausschließlich der altägyptischen Zivilisation gewidmet ist, und beherbergt die zweitgrößte Sammlung ägyptischer Artefakte außerhalb Ägyptens selbst.

Die Sammlung des Museums geht auf das 17. Jahrhundert zurück, als die Savoyer-Dynastie begann, ägyptische Antiquitäten zu sammeln. Der offizielle Grundstein des Museums wurde jedoch 1824 von König Karl Felix von Sardinien-Piemont gelegt, als er eine riesige Sammlung von über 5.000 Objekten erwarb, die der französische Generalkonsul Bernardino Drovetti zusammengetragen hatte.

Im 20. Jahrhundert wurde die Sammlung durch zahlreiche weitere Funde aus den italienischen archäologischen Missionen in Ägypten erheblich erweitert. 2015 wurde das Museum nach einer umfassenden und aufwendigen Renovierung neu eröffnet, um die Exponate in einem modernen und beeindruckenden Rahmen zu präsentieren.

Das Museum erstreckt sich über mehrere Etagen und bietet einen chronologischen Rundgang durch die ägyptische Geschichte. Es beherbergt rund 32.500 Artefakte, von denen etwa 6.500 ständig ausgestellt sind.

In der Galerie der Könige (Galleria dei Re) ist die atemberaubende Sammlung von monumentalen Statuen von Pharaonen und Gottheiten, darunter eine beeindruckende Sitzstatue von Ramses II., zu sehen.

Die vollständige Grabausstattung des Architekten Kha und seiner Frau Merit stammen aus der 18. Dynastie. Sie geben einen einzigartigen Einblick in das Alltagsleben der alten Ägypter und umfassen Mumien, Sarkophage, Möbel, Geschirr und sogar Kleidung.

Das Museum besitzt eine der größten Sammlungen von Papyri.

Der Felsentempel von Ellesiya wurde aus Nubien verlegt, um ihn vor der Überflutung durch den Bau des Assuan-Staudamms zu retten.

Die Sammlung umfasst eine große Anzahl von Sarkophagen und Mumien, die einen tiefen Einblick in die ägyptischen Bestattungsrituale geben.

Die Basílica di Superga ist eine prachtvolle Barockkirche, die auf dem Superga-Hügel nordöstlich von Turin thront. Sie ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Ort von großer historischer Bedeutung und bietet einen der besten Ausblicke auf die Stadt und die Alpen.

Der Bau der Basilika geht auf ein Gelübde des Herzogs von Savoyen, Viktor Amadeus II., zurück. Während der Belagerung von Turin durch die Franzosen im Jahr 1706 schwor er, eine Kirche zu Ehren der Muttergottes zu errichten, falls die Stadt befreit würde. Nach dem siegreichen Ende der Belagerung beauftragte er den berühmten Architekten Filippo Juvarra mit dem Bau.

Juvarra entwarf ein Meisterwerk des Barocks, dessen Bau 1717 begann und 1731 abgeschlossen wurde. Die Basilika zeichnet sich durch ihre elegante, von der römischen Renaissance inspirierte Architektur mit einer markanten zentralen Kuppel aus, die von einer großen Kolonnade umgeben ist.

Die Basilika dient seit 1773 als königliche Grablege für die Mitglieder des Hauses Savoyen. In der Tombe Reali (königliche Gräber) unter dem Hauptaltar befinden sich die Sarkophage von Königen, Prinzen und Prinzessinnen, was die Basilika zu einem wichtigen Denkmal der italienischen Geschichte macht.

Der Ort ist auch untrennbar mit einem tragischen Ereignis verbunden: dem Flugzeugabsturz von Superga. Am 4. Mai 1949 prallte ein Flugzeug, das das gesamte Team des Fußballvereins Torino FC zurück nach Hause brachte, bei dichtem Nebel gegen die Rückwand der Basilika. Alle Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben. Eine Gedenkstätte mit einer Gedenktafel an der Unfallstelle erinnert an das tragische Unglück und die „Grande Torino“-Mannschaft.

Von der Terrasse vor der Basilika hat man einen spektakulären Panoramablick. An klaren Tagen reicht die Sicht über die gesamte Stadt Turin bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Alpen, was den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

Man kann die Basilika mit dem Auto erreichen, aber die historische Sassi-Superga-Zahnradbahn ist die schönste Art der Anfahrt. Sie schlängelt sich durch malerische Wälder hinauf und bietet bereits während der Fahrt herrliche Ausblicke.

Der Parco del Valentino ist eine der bekanntesten und schönsten Grünanlagen in Turin. Er liegt am Ufer des Po, nur wenige Kilometer südlich des Stadtzentrums und bietet eine perfekte Mischung aus Natur, Kultur und Erholung.

Das Borgo Medievale (Mittelalterliches Dorf) ist eine faszinierende Nachbildung eines piemontesischen Dorfes aus dem 15. Jahrhundert. Es wurde anlässlich der Italienischen Allgemeinen Ausstellung von 1884 errichtet. Hier könnt ihr eine mittelalterliche Festung, enge Gassen und Handwerksläden erkunden. Es ist ein Freilichtmuseum, das einen einzigartigen Einblick in die Vergangenheit bietet.

Das Castello del Valentino im Herzen des Parks war eine der Residenzen des Hauses Savoyen und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Heute beherbergt es die Fakultät für Architektur der Polytechnischen Universität Turin.

Der Fontana dei Dodici Mesi (Brunnen der zwölf Monate) ist ein architektonisches Meisterwerk aus dem 19. Jahrhundert ist. Er ist mit Statuen geschmückt, die die zwölf Monate des Jahres sowie die vier Flüsse Turins (Po, Stura, Dora und Sangone) symbolisieren.

Der Giardino Roccioso (Steingarten) wurde 1961 anlässlich des 100. Jahrestages der Vereinigung Italiens angelegt. Er ist ein malerischer Ort mit Wasserläufen, exotischen Pflanzen und Skulpturen, darunter die berühmte „Bank der verliebten Laternen“.

Turin ist eine Stadt der Museen, von denen einige von internationaler Bedeutung sind.

Ägyptisches Museum (Museo Egizio): Dies ist das wohl bekannteste Museum Turins und gilt als das bedeutendste Museum für ägyptische Kultur außerhalb von Kairo. Die Sammlung umfasst mehr als 30.000 Objekte, darunter Sarkophage, Papyri und Mumien.

Galleria Sabauda: In der Königlichen Pinakothek sind die beeindruckenden Kunstsammlungen der Familie Savoyen untergebracht. Hier finden Sie Meisterwerke von italienischen und flämischen Künstlern, darunter Werke von Jan van Eyck, Rembrandt, Tizian und Veronese.

Nationales Filmmuseum (Museo Nazionale del Cinema): Dieses Museum ist in der ikonischen Mole Antonelliana untergebracht, dem Wahrzeichen der Stadt. Es ist eines der bedeutendsten Filmmuseen weltweit und bietet eine interaktive Reise durch die Geschichte des Films.

Nationale Automobilmuseum (MAUTO – Museo Nazionale dell’Automobile): Turin ist die Heimat von FIAT und anderen berühmten Automarken. Das Museum zeigt eine faszinierende Sammlung von über 200 Originalautos aus der ganzen Welt und beleuchtet die Geschichte der Mobilität und des Designs.

Museum für orientalische Kunst (MAO): Dieses Museum präsentiert eine herausragende Sammlung asiatischer Kunst, darunter Werke aus China, Japan, Indien und dem islamischen Kulturraum.

Turin hat eine reiche Tradition an Veranstaltungen, die die Stadt zu einem kulturellen und sportlichen Zentrum machen.

Salone Internazionale del Libro (Mai): Der Internationale Buchsalon ist eine der größten Buchmessen in Italien und ein wichtiges Ereignis für Verleger, Autoren und Leser.

Torino Jazz Festival (April/Mai): Dieses Festival bringt internationale und italienische Jazzkünstler auf die Bühnen Turins.

Kappa FuturFestival (Juli): Ein großes Festival für elektronische Musik und Techno, das Tausende von Fans aus der ganzen Welt anzieht.

Maggio Musicale Fiorentino: Das berühmte Musikfestival mit Opern, Konzerten und Ballettaufführungen.

Terra Madre Salone del Gusto (September, alle zwei Jahre): Eine der wichtigsten internationalen Veranstaltungen für Lebensmittel und Wein, die sich auf Nachhaltigkeit und die Biodiversität von Lebensmitteln konzentriert.

Luci d’Artista (November bis Januar): Jedes Jahr wird Turin mit spektakulären Lichtinstallationen zeitgenössischer Kunstwerke von internationalen Künstlern beleuchtet. Die Installationen verteilen sich über Plätze und Straßen und verwandeln die Stadt in ein magisches Freilichtmuseum.

Torino Film Festival (November): Ein renommiertes internationales Filmfestival, das sich auf den unabhängigen und jungen Film konzentriert. Es zieht Filmliebhaber und Regisseure aus der ganzen Welt an.

Artissima (November): Eine der wichtigsten Messen für zeitgenössische Kunst in Europa, die Kunstsammler und Galeristen aus der ganzen Welt anzieht.

CioccolaTò (Februar/März): Ein großes Festival, das der Schokolade gewidmet ist. Die Stadt feiert ihre Tradition als Schokoladenhochburg mit Verkostungen, Ausstellungen und Workshops.

Turin ist ein Paradies für Feinschmecker. Die piemontesische Küche ist reich und vielseitig.

Probiere unbedingt Vitello Tonnato, hauchdünnes Kalbfleisch mit einer cremigen Thunfischsauce, oder Bagna Càuda, eine herzhafte Sauce aus Knoblauch, Öl und Sardellen, die traditionell mit Gemüse serviert wird.

Die Region ist berühmt für ihre frischen Eiernudeln. Zu den Spezialitäten gehören Agnolotti al Plin, kleine, gefüllte Nudelpakete, und Tajarin, dünne Eiernudeln, oft mit Trüffeln oder einem Ragù serviert.

Turin gilt als die Hauptstadt der Schokolade in Italien. Genieße den typischen Bicerin, ein Schichtgetränk aus Espresso, heißer Schokolade und Sahne. Probiere auch die berühmten Gianduiotto Pralinen aus Haselnuss-Schokolade und das traditionelle Dessert Bonet, ein Schokoladenpudding mit Amaretti.

Das Piemont ist eine der wichtigsten Weinregionen Italiens. Koste edle Tropfen wie Barolo und Barbaresco oder den spritzigen Moscato d’Asti.

Die knusprigen Brotstangen, bekannt als Grissini Torinesi, stammen aus Turin und sind eine perfekte Beilage zu jeder Mahlzeit.

In Turin gibt es verschiedene Möglichkeiten zum Einkaufen, von luxuriösen Einkaufsstraßen bis hin zu lebhaften Märkten.

Via Roma ist die eleganteste Einkaufsstraße Turins. Hier findet ihr Luxusmarken wie Gucci, Hermès und Louis Vuitton sowie mittelgroße Marken wie H&M und Bershka. Die Straße ist bekannt für ihre Arkaden, die auch bei Regen oder Sonne ein angenehmes Einkaufen ermöglichen.

Via Guiseppe Garibaldi ist eine der längsten Fußgängerzonen Europas. Hier gibt es eine große Auswahl an Geschäften für Kleidung, Schuhe, Schmuck und Haushaltswaren. Sie ist besonders an Samstagen belebt.

Via Lagrange ist eine beliebte Fußgängerzone, die sich zu einer wichtigen Modestraße entwickelt hat.

Porta Palazzo ist der größte Freiluftmarkt in Europa und findet täglich (außer sonntags) auf der Piazza della Repubblica statt. Er ist bekannt für seine multikulturelle Atmosphäre und bietet eine große Auswahl an frischen Lebensmitteln, aber auch Kleidung und Antiquitäten. An jedem zweiten Sonntag im Monat gibt es den Gran Balôn-Flohmarkt, der sich auf Antiquitäten und Handwerkskunst spezialisiert hat.

Der Balôn ist ein traditioneller Flohmarkt, der jeden Samstag in Borgo Dora stattfindet.

Zusätzlich gibt es auch große Kaufhäuser wie Rinascente und Feinkostläden wie Eataly, die sich auf italienische Spezialitäten konzentrieren.

In Turin gibt es zahlreiche Orte, die zur Erholung einladen und eine willkommene Abwechslung vom städtischen Treiben bieten.

Parco del Valentino: Dies ist der berühmteste und älteste öffentliche Park Turins und liegt direkt am Ufer des Flusses Po. Er bietet große Rasenflächen für Picknicks, Spazierwege, einen Botanischen Garten und das beeindruckende mittelalterliche Dorf (Borgo Medievale) sowie das Schloss Valentino.

Giardini Reali (Königliche Gärten): Diese Gärten befinden sich direkt hinter dem Königspalast und wurden im Stil der französischen Gärten angelegt. Sie sind ein ruhiger Ort für einen Spaziergang und bieten einen Blick auf die historischen Gebäude der Stadt.

Fluss Po: Der Po bietet entlang seiner Ufer viele Möglichkeiten für Spaziergänge, Joggen oder Radfahren. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Bootsfahrt zu unternehmen, um die Stadt vom Wasser aus zu sehen.

Monte dei Cappuccini: Ein kleiner Hügel in der Nähe des Po, der einen der besten Panoramablicke auf Turin, den Fluss und die majestätischen Alpen im Hintergrund bietet. Die Kirche Santa Maria auf dem Gipfel ist ein beliebter Ort für einen entspannten Besuch.

Parco della Mandria: Ein riesiger Naturpark, der an die königliche Residenz Venaria Reale grenzt. Er ist ideal für ausgedehnte Wanderungen, Radtouren und Tierbeobachtungen.

Für Ausflüge in die nähere Umgebung eignen sich auch Ziele wie die Abtei Sacra di San Michele, das Jagdschloss Stupinigi oder die vielen Wanderwege in den Tälern der umliegenden Alpen.

Anreise nach Turin

Der Flughafen Turin (TRN) wird von verschiedenen deutschen Städten aus angeflogen. Direkte Flugverbindungen gibt es unter anderem von Frankfurt, München und Berlin. Die Flugzeit beträgt in der Regel etwa 1,5 Stunden.

Zugreisen nach Turin sind eine umweltfreundliche Alternative, erfordern jedoch in der Regel mindestens einen Umstieg, meist in Mailand. Die Fahrzeit von größeren deutschen Städten wie Frankfurt beträgt etwa 8,5 bis 11 Stunden. Es gibt auch Verbindungen über die Schweiz, zum Beispiel von Basel oder Zürich.

Die Anreise mit dem Auto dauert von Süddeutschland aus etwa 6 bis 8 Stunden. Die schnellste Route führt in der Regel durch die Schweiz (Achtung, Vignette erforderlich) oder über Österreich und den Brennerpass (Mautgebühren). In Italien fallen ebenfalls Mautgebühren an. Parken ist in der Turiner Innenstadt oft schwierig und teuer.

Fortbewegung in Turin

Das öffentliche Verkehrsnetz in Turin wird von der Gruppo Torinese Trasporti (GTT) betrieben und ist gut ausgebaut. Es umfasst eine U-Bahn-Linie, zahlreiche Straßenbahnen und Busse, die das Stadtzentrum und die Vororte miteinander verbinden.

U-Bahn (Metropolitana): Turin verfügt über eine vollautomatisierte U-Bahn-Linie (Linie 1), die die Stadt von Norden (Fermi) nach Süden (Lingotto) durchquert. Sie ist schnell und effizient, ideal um wichtige Orte wie den Hauptbahnhof Porta Nuova, Porta Susa oder das Lingotto-Viertel zu erreichen.

Straßenbahnen: Das Straßenbahnnetz ist sehr dicht und deckt viele Gebiete ab. Die Straßenbahnen sind eine beliebte Möglichkeit, sich fortzubewegen. Die historische Linie 7 ist besonders für Touristen interessant, da sie mit alten Fahrzeugen auf einer Ringroute durch das historische Zentrum fährt.

Busse: Das Busnetz ist das umfangreichste System in Turin. Es gibt über 80 Buslinien, die auch die Viertel erreichen, die nicht von der U-Bahn oder der Straßenbahn bedient werden.

Tickets und Tarife

Einzelfahrschein: Ein Einzelticket ist 100 Minuten lang gültig und kann für Busse, Straßenbahnen und eine Fahrt mit der U-Bahn genutzt werden.

Tageskarten: Für Touristen sind Tageskarten eine gute Option, da sie unbegrenzte Fahrten am Tag der ersten Entwertung ermöglichen.

Carnet: Es gibt auch „MultiCity“-Tickets, die ein Paket von sechs Einzelfahrten enthalten und oft günstiger sind als der Einzelkauf.

Bezahlung: Tickets können an den GTT-Informationspunkten, in Tabakläden, Kiosken, an Automaten in den U-Bahn-Stationen oder über die App TO Move gekauft werden. An vielen Bussen und in der U-Bahn ist auch das kontaktlose Bezahlen per Kredit- oder Debitkarte direkt am Terminal möglich.

Wichtig: Entwerte Dein Ticket bei jedem Einstieg in den orangefarbenen Automaten, um Strafen zu vermeiden.

Bezahlen in Turin

Die Währung in Italien ist der Euro.

Kartenzahlung mit Kredit- und Debitkarten ist in den meisten Geschäften, Restaurants und
Hotels weit verbreitet und wird in der Regel akzeptiert. Es ist jedoch ratsam, immer etwas Bargeld für kleinere Ausgaben wie zum Beispiel in kleinen Cafés, auf Märkten oder für Trinkgelder dabei zu haben.

Sicherheit in Turin

Turin gilt allgemein als eine sichere Stadt für Touristen, besonders im Vergleich zu anderen italienischen Metropolen wie Rom oder Mailand. Dennoch ist es, wie in jeder größeren Stadt, ratsam, wachsam zu sein.

Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl kommt vor, besonders an belebten Orten wie Märkten (z. B. Porta Palazzo), an Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Achte darauf, Wertsachen sicher zu verstauen und trage nicht unnötig viel Bargeld bei dir.

Die Innenstadt und die belebten Plätze wie die Piazza Vittorio Veneto sind auch nachts gut besucht und fühlen sich sicher an. Es ist generell ratsam, beleuchtete und belebte Straßen zu bevorzugen.

Sei immer aufmerksam, besonders wenn dir eine Situation verdächtig vorkommt. Typische Betrugsmaschen, wie das Anbieten von Hilfe bei einer vermeintlichen Autopanne, können vorkommen.

Das Residenza Dell‘ Opera und das NH Torino Lingotto Congress liegen beide im historischen Zentrum.

Es gibt natürlich noch viele andere Hotels in Turin.

Der Frühling ist die perfekte Zeit, um Turin zu besuchen. Die Temperaturen sind angenehm mild (zwischen 15°C und 25°C), die Parks blühen und die Stadt erwacht zum Leben. Es ist die beste Zeit für Spaziergänge und Besichtigungen. Gelegentliche Regenschauer sind möglich, aber sie stören in der Regel nicht.

Die Sommer in Turin können sehr heiß und feucht sein, mit Temperaturen, die oft über 30°C steigen. Die Stadt ist in dieser Zeit sehr belebt, und viele Einheimische verlassen die Stadt für den Urlaub. Wenn Du Hitze gut verträgst und eine lebendige Atmosphäre magst, kann der Sommer eine gute Option sein.

Der Herbst in Turin ist ebenfalls wunderschön. Die Temperaturen sind immer noch mild, und die Landschaft um die Stadt zeigt sich in den schönsten Farben. Für Feinschmecker ist dies die beste Reisezeit, da die piemontesische Küche dann besonders im Fokus steht, vor allem mit den berühmten Trüffelsorten. Die Touristenmassen des Sommers haben sich bereits verzogen, was das Sightseeing angenehmer macht.

Die Winter sind in Turin oft kalt und feucht, mit Temperaturen, die manchmal unter den Gefrierpunkt fallen. Schnee ist möglich. Dennoch hat die Stadt in der Weihnachtszeit einen besonderen Charme mit festlichen Lichtern und Weihnachtsmärkten. Für Wintersportbegeisterte ist Turin ein idealer Ausgangspunkt, um die nahegelegenen Alpen-Skigebiete zu besuchen.

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