Genf Insider-Tipps für die weltoffene Friedensstadt zwischen Jet d’Eau und Alpenpanorama
Uhrmacherkunst & UN-Viertel: Top-Highlights und unser Tour-Plan durch die französische Schweiz
Stell dir vor, du stehst am Ufer des tiefblauen Genfersees, die kühle Gischt des majestätischen Jet d’Eau weht dir als feiner Nebel ins Gesicht und im Hintergrund glitzern die schneebedeckten Gipfel der Alpen in der Sonne. Genf ist eine Stadt, die auf den ersten Blick durch ihre Eleganz und ihren internationalen Glamour beeindruckt, doch wer genauer hinsieht, entdeckt weit mehr als nur Luxusuhren und Diplomaten-Viertel.
In kaum einer anderen Metropole verschmelzen Schweizer Beständigkeit und französisches Laissez-faire so harmonisch miteinander. Hier triffst du auf die Geschichte der Reformation in den verwinkelten Gassen der Altstadt, nur um ein paar Minuten später in einem alternativen Seebad bei einem Käsefondue die Weltpolitik zu diskutieren. Genf ist eine Weltstadt im Taschenformat – diskret, erstaunlich grün und voller Überraschungen.
In diesem Reiseführer nehmen wir dich mit auf eine Entdeckungstour durch die Stadt des Friedens. Wir zeigen dir, wo Genf am authentischsten ist, welches Viertel sich wie Italien anfühlt und wie du diesen exklusiven Ort erleben kannst, ohne dein Budget zu sprengen.
Quick-Facts & Beste Reisezeit
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Lage & Region: Westschweiz (Romandie), am südwestlichen Ende des Genfersees gelegen, umgeben von den Alpen und dem Jura-Gebirge. Hauptstadt des Kantons Genf.
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Einwohner: Ca. 205.000 (in der Agglomeration rund 600.000).
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Sprache: Französisch. Aufgrund der vielen internationalen Organisationen ist Englisch absolut üblich und weit verbreitet.
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Währung: Schweizer Franken (CHF). Kartenzahlung ist Standard. Euro (€) werden in touristischen Gegenden oft akzeptiert, aber der Wechselkurs ist meist schlecht.
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Beste Reisezeit: Mai bis September für das Leben am Seeufer und Fahrten mit den gelben „Mouettes“ (Fähren). Im Winter ist die Stadt ein guter Ausgangspunkt für Skiausflüge in die nahen französischen oder Schweizer Alpen.
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Anreise: Flughafen Genf (GVA) – liegt extrem nah am Zentrum (ca. 7 Minuten mit dem Zug zum Hauptbahnhof Cornavin). Exzellent an das Zugnetz angebunden.
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Preisniveau: Sehr gehoben. Genf gehört zu den teuersten Städten der Welt, besonders bei Unterkünften und Gastronomie.
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Unser Vibe-Check: Eine kosmopolitische, internationale Drehscheibe mit diplomatischem Flair, direkt am atemberaubenden Genfersee und dem Wahrzeichen, dem Jet d’Eau.
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3 Dinge, die in den Koffer müssen:
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Bequeme Schuhe: Für Spaziergänge entlang der Seepromenade und in der Altstadt.
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Sonnenbrille: Das Licht auf dem großen See ist intensiv.
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Adapter: In der Schweiz werden andere Steckdosen (Typ J) verwendet als in vielen anderen Ländern.
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Die Top Highlights
Der Jet d’Eau: Das flüssige Wahrzeichen
Nichts prägt die Skyline von Genf so sehr wie der Jet d’Eau. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit schießt die Wasserfontäne 140 Meter in den Himmel und bildet einen strahlend weißen Kontrast zum tiefblauen Genfersee. Wenn du auf der Jetée (der Steinmole) stehst und der Wind dreht, spürst du den feinen, kühlen Sprühnebel auf deiner Haut – ein herrlich erfrischendes Erlebnis, besonders an warmen Sommertagen. Am Abend, wenn die Fontäne beleuchtet ist, verleiht sie der Bucht eine fast magische, elegante Atmosphäre
Dabei begann seine Geschichte aus rein praktischen Gründen. Im Jahr 1886 wurde der erste Jet d’Eau als Überdruckventil für die Wasserleitungen einer Fabrik errichtet. Abends, wenn die Maschinen abgeschaltet wurden, schoss das überschüssige Wasser als 30 Meter hohe Fontäne in die Luft. Die Bewohner Genfs waren so begeistert von dem Anblick, dass beschlossen wurde, die Fontäne an einen prominenteren Ort im Seebecken zu verlegen.
Zum Schluß noch ein paar Fakten:
- Der Wasserstrahl erreicht eine beeindruckende Höhe von bis zu 140 Metern.
- Das Wasser verlässt die Düse mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h.
- Pro Sekunde werden 500 Liter Seewasser in die Höhe gepumpt.
- Das Gewicht des Wassers, das sich zu einem Zeitpunkt in der Luft befindet, beträgt etwa 7 Tonnen.
- Zwei leistungsstarke Pumpen mit einer Gesamtleistung von rund 1000 kW treiben die Fontäne an.
Die Altstadt (Vieille Ville) von Genf
Die Altstadt von Genf, auf Französisch „Vieille Ville“, ist das historische Herz der Stadt und ein faszinierendes Labyrinth aus engen Gassen, Kopfsteinpflaster, charmanten Plätzen und beeindruckenden historischen Gebäuden. Sie liegt auf einem Hügel über dem Genfersee und dem linken Ufer der Rhone.
St.-Pierre-Kathedrale (Cathédrale Saint-Pierre)
Die St.-Pierre-Kathedrale thront auf dem höchsten Punkt der Genfer Altstadt (Vieille Ville) und ist eines der wichtigsten historischen und religiösen Bauwerke der Schweiz. Ursprünglich eine römisch-katholische Bischofskirche, wurde sie im Zuge der Reformation im Jahr 1535 zu einem reformierten Gotteshaus.
Der Bau der dreischiffigen Pfeilerbasilika begann um 1160 im romanischen Stil und wurde später mit gotischen Elementen fertiggestellt. Im Inneren beherbergt sie die größte Anzahl romanischer und gotischer Kapitelle der Schweiz, deren kunstvolle Steinmetzarbeiten den reformatorischen Bildersturm überlebt haben. Im 18. Jahrhundert wurde der Hauptfassade ein imposanter neoklassizistischer Portikus mit korinthischen Säulen und einem Giebel vorgelagert, der stark vom römischen Pantheon inspiriert ist und einen starken Kontrast zum mittelalterlichen Kirchenschiff bildet.
Die Kathedrale ist untrennbar mit der Geschichte der protestantischen Reformation verbunden. Sie ist als die „Adoptivheimatkirche“ von Johannes Calvin bekannt, einem der bedeutendsten Reformatoren. Calvin predigte hier über 23 Jahre lang. Im Inneren ist der einfache „Stuhl Calvins“ zu sehen.
Der Aufstieg über die 157 Stufen des Nordturms belohnt Besucher mit einem atemberaubenden 360-Grad-Panoramablick über die Stadt, den Genfersee (Lac Léman) und die umliegenden Berge (Mont Salève und Jura).
Unter der Kathedrale befindet sich eine umfangreiche archäologische Stätte, die Überreste von religiösen und zivilen Bauten vom 4. Jahrhundert n. Chr. bis in die Römerzeit (darunter ein keltisches Häuptlingsgrab aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.) zeigt. Sie gilt als eine der größten archäologischen Stätten nördlich der Alpen.
Place du Bourg-de-Four
Der Place du Bourg-de-Four ist das Herz der Genfer Altstadt und gilt als ältester Platz der Stadt. Er ist ein malerischer, unregelmäßig geformter Platz, der Geschichte, Kultur und lebendiges Stadtleben auf charmante Weise miteinander verbindet. Seine Wurzeln reichen über 2.000 Jahre zurück. Der Platz war ursprünglich das Forum (der Hauptplatz) der römischen Siedlung.
Im 16. Jahrhundert spielte der Platz eine zentrale Rolle, da Genf unter Johannes Calvin zum Zufluchtsort für protestantische Flüchtlinge (insbesondere Hugenotten) wurde. Die angrenzenden Gassen und Häuser wurden aufgestockt, um die anwachsende Bevölkerung unterzubringen, was zur charakteristischen Architektur der Altstadt führte.
Heute herrscht auf dem Kopfsteinpflasterplatz dank der zahlreichen Straßencafés, Bistros und Restaurants ein entspanntes, fast mediterranes Flair. Besonders im Sommer und an warmen Abenden ist der Platz ein beliebter Treffpunkt.
Das Rathaus (Hôtel de Ville) von Genf
Das Genfer Rathaus ist ein bedeutendes historisches Denkmal im Herzen der Altstadt und ein zentraler Ort der internationalen Diplomatie und Geschichte. Im sogenannten „Salle de l’Alabama“ (Alabama-Saal) im Erdgeschoss wurde am 22. August 1864 die erste Genfer Konvention unterzeichnet, das Gründungsdokument des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK). Dieser Akt markierte die Geburt des modernen humanitären Völkerrechts.
Auch die erste Versammlung des Völkerbundes im Jahr 1920 fand in diesem historischen Gebäude statt, bevor der Völkerbund in den Völkerbundpalast (Palais des Nations) umzog.
Die Architektur des Rathauses ist eine Mischung aus verschiedenen Epochen. Der älteste Teil ist der wuchtige Tour Baudet (Baudet-Turm) aus dem 15. Jahrhundert. Der Hauptbau wurde später im Renaissance-Stil mit einem beeindruckenden Innenhof umgestaltet.
Escalier du Pas-de-l’Escalade
Die Escalier du Pas-de-l’Escalade ist keine einzelne, öffentliche Treppe, sondern bezieht sich vielmehr auf die historischen Gassen, Treppen und Durchgänge der Genfer Altstadt, die während des berühmten Escalade-Festes am 12. Dezember eine zentrale Rolle spielen oder symbolisch mit ihm verbunden sind.
Der Name „Escalade“ bedeutet wörtlich „Kletterei“ oder „Erstürmung“ und erinnert an den gescheiterten nächtlichen Angriff savoyardischer Truppen auf die Stadtmauern Genfs in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 1602.
Der Plan des Herzogs Karl Emanuel I. von Savoyen, das reformierte Genf im Handstreich zu nehmen, scheiterte, weil die Genfer Bürger, alarmiert durch eine Wache und die läutenden Kirchenglocken, schnell reagierten.
Untrennbar mit der Escalade verbunden ist die Legende der Catherine Cheynel, genannt „Mère Royaume“. Sie soll einen savoyardischen Soldaten erschlagen haben, indem sie einen Topf voller heißer Gemüsesuppe (marmite) aus dem Fenster auf ihn warf – ein Akt, der den Alarm mit ausgelöst haben soll.
Heute steht der Begriff „Escalier du Pas-de-l’Escalade“ im übertragenen Sinne für die mühevollen und entscheidenden Wege innerhalb der Altstadt, die während des jährlichen Gedenkens in den Mittelpunkt rücken.
Die Armory (Ancienne Arsenal)
Das Gebäude, das im Deutschen oft als Genfer Armory oder Altes Zeughaus bezeichnet wird, diente ursprünglich als Waffenlager und Artillerie-Depot der Stadt Genf.
Die Fassade ist relativ unscheinbar, doch Besucher werden sofort von den historischen Kanonen angezogen, die vor dem Gebäude auf der Straße ausgestellt sind. Die bemerkenswerteste moderne Besonderheit des L’Ancien Arsenal sind fünf wunderschöne Mosaiktafeln an der Fassade. Diese wurden viel später, im Jahr 1949, vom Künstler Alexandre Cingria hinzugefügt.
Maison Tavel
Das Maison Tavel ist eines der faszinierendsten historischen Gebäude in Genf, da es das älteste noch erhaltene private Wohnhaus der Stadt ist und heute als Museum für Stadtgeschichte dient. Es ist ein herausragendes Beispiel für die zivile Architektur des Mittelalters in der Schweiz. Es liegt in der Rue du Puits-Saint-Pierre 6.
Das ursprüngliche Haus der Adelsfamilie Tavel wurde 1334 bei einem Großbrand zerstört. Das heutige Gebäude wurde unmittelbar danach (14. Jahrhundert) als repräsentativer Stadtpalast und gleichzeitig als befestigtes Haus wiederaufgebaut.
Das absolute Highlight im Dachgeschoss ist das Relief Magnin. Dies ist ein großes, spektakuläres Stadtmodell (über 32 m²), das eine detailgetreue Rekonstruktion des gesamten Stadtbildes von Genf vor dem Abriss seiner Festungsanlagen im Jahr 1850 darstellt.
Palais des Nations: Wo Weltpolitik geschrieben wird
Genf ist die Stadt des Friedens, und nirgendwo wird das deutlicher als im Palais des Nations, dem europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen. Schon der Weg dorthin beeindruckt: Die berühmte „Allée des Nations“ mit den Flaggen fast aller Länder der Welt führt dich direkt zum monumentalen Gebäude. Direkt davor steht der „Broken Chair“ – eine riesige Holzskulptur eines Stuhls mit einem abgebrochenen Bein, die ein kraftvolles Statement gegen Landminen setzt. Es ist ein Ort, der Ehrfurcht einflößt und zum Nachdenken anregt
Jardin Anglais & die L’horloge fleurie
Direkt am Seeufer liegt der Englische Garten, ein Ort der Entspannung inmitten des urbanen Trubels. Das meistfotografierte Motiv hier ist zweifellos die L’horloge fleurie (die Blumenuhr). Sie ist nicht nur ein wunderschönes Kunstwerk aus Tausenden von saisonalen Blumen, sondern auch eine Hommage an die weltberühmte Genfer Uhrmachertradition. Das Faszinierende: Die Uhr läuft absolut präzise und wird per Satellit gesteuert.
Insider Tips & Neighborhoods
Carouge: Ein Hauch von Italien in der Schweiz
Wenn du die Brücke über die Arve überquerst, landest du in einer völlig anderen Welt. Carouge wurde im 18. Jahrhundert von italienischen Architekten im Auftrag des Königs von Sardinien entworfen. Das spürst du an jeder Ecke: Die Häuser haben bunte Fassaden, begrünte Innenhöfe und gemütliche Fensterläden.
Vormittags schländerst du hier über den Markt am Place du Marché, wo es nach frischen Kräutern und regionalem Käse duftet. Später verlierst du dich in den kleinen Kunsthandwerksläden und Boutiquen, die in diesem Viertel noch das Sagen haben. Am Abend verwandelt sich Carouge in eine lebendige Bühne mit Jazzclubs und urigen Weinbars – perfekt, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.
Les Pâquis: Bunt, laut und herrlich unangepasst
Ganz im Gegensatz zum glatten Image der Luxushotels steht das Viertel Les Pâquis. Es ist das multikulturelle Herz Genfs. Hier findest du Streetfood aus aller Welt, bunte Streetart und eine Energie, die fast schon an Berlin erinnert.
Unser Tipp: Die Bains des Pâquis. Diese Badeanstalt direkt im Genfersee ist eine Institution. Im Sommer springst du von hier aus ins kühle Nass, im Winter genießt du in der rustikalen Holzhütte eines der besten (und preiswertesten!) Fondues der Stadt. Der Blick auf den Jet d’Eau ist dabei inklusive und absolut unbezahlbar.
Plainpalais: Flohmärkte und alternatives Flair
Der riesige rautenförmige Platz Plaine de Plainpalais ist der Treffpunkt für alle, die das Authentische suchen. Mehrmals pro Woche findet hier einer der größten Flohmärkte der Schweiz statt. Du kannst zwischen Antiquitäten, alten Büchern und kuriosen Fundstücken stöbern. Das angrenzende Viertel ist geprägt von Studenten, kleinen Galerien und modernen Cafés. Es ist der perfekte Ort, um einfach mal in einer Kaffeerösterei zu sitzen und das bunte Treiben zu beobachten.
Quartier des Bains: Das Mekka für Kunstfans
Wenn du dich für zeitgenössische Kunst interessierst, ist dieses Viertel ein Muss. Rund um das MAMCO (Museum für moderne und zeitgenössische Kunst) haben sich zahlreiche Galerien angesiedelt. Mehrmals im Jahr gibt es die „Nuit des Bains“, eine Art Open-House-Event der Galerien, bei dem die ganze Nachbarschaft auf den Beinen ist und Kunst bei einem Glas Wein zelebriert wird.
Kulinarische Genüsse
Käsefondue: Das flüssige Gold der Alpen
Kein Besuch in Genf ist vollständig ohne ein echtes Schweizer Käsefondue. In den historischen Gassen der Altstadt oder direkt am Seeufer wird diese Tradition zelebriert. Die klassische Mischung besteht meist aus reifem Gruyère und Vacherin Fribourgeois.
Unser Tipp: Bestelle dein Fondue in den Bains des Pâquis. Dort herrscht eine herrlich unkomplizierte Atmosphäre, und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für Genfer Verhältnisse unschlagbar. Tunke dein Brot in den cremigen Käse, während du den Blick auf den Jet d’Eau genießt – ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.
Filets de Perche: Fangfrisch aus dem Genfersee
Wenn du Fisch liebst, führt kein Weg an den Eglifilets (Filets de Perche) vorbei. Die kleinen Barsche werden täglich frisch aus dem Genfersee gefischt. Klassischerweise werden sie „à la meunière“ – also in Butter gebraten und mit Zitrone und Petersilie verfeinert – serviert. Dazu gibt es meist eine Portion goldgelbe Pommes Frites oder Salzkartoffeln. Es ist das Sommergericht schlechthin, wenn du auf einer Terrasse am Ufer sitzt und die leichte Brise des Sees spürst.
Longeole: Die würzige Wursttradition
Für Fleischliebhaber ist die Longeole ein Muss. Diese traditionelle Genfer Saucisson ist mit Schweinefleisch und Fenchelsamen verfeinert, was ihr ein ganz besonderes, leicht würziges Aroma verleiht. Oft wird sie zusammen mit Kartoffeln und Linsen serviert – ein bodenständiges Gericht, das besonders an kühleren Tagen wunderbar wärmt und die rustikale Seite der Region zeigt.
Schokolade & Pralinés: Süße Handwerkskunst
Genf ist ein Paradies für Naschkatzen. Die Dichte an erstklassigen Chocolatiers ist beeindruckend. Ein besonderes Highlight ist das „Marmite de l’Escalade“. Das sind kleine Töpfe aus Schokolade, die mit Marzipangemüse gefüllt sind. Sie erinnern an die historische Verteidigung der Stadt im Jahr 1602, als eine mutige Bürgerin einen Kessel heißer Suppe über die Angreifer goss. Auch abseits der Festtage findest du bei Traditionsbetrieben wie Du Rhône oder Favarger Pralinen, die wie kleine Kunstwerke aussehen und auf der Zunge zergehen.
Genfer Weine: Die unterschätzten Schätze
Wusstest du, dass der Kanton Genf das drittgrößte Weinbaugebiet der Schweiz ist? Vor allem die Rebsorten Chasselas (Weißwein) und Gamay (Rotwein) gedeihen an den sonnigen Hängen rund um den See hervorragend. Ein Glas lokaler Wein zum Essen rundet das Genfer Kulinarik-Erlebnis perfekt ab.
Aktivitäten
Leinen los: Eine Schifffahrt auf dem Genfersee
Es gibt keinen schöneren Weg, die Pracht der Stadt zu erfassen, als vom Wasser aus. Wir empfehlen dir eine Fahrt mit den historischen Belle-Époque-Raddampfern. Wenn die Schaufelräder sanft ins Wasser schlagen und du an den luxuriösen Villen und Weinbergen vorbeigleitest, fühlt es sich an wie eine Reise in eine andere Zeit. Ob eine kurze Rundfahrt im Hafenbecken oder eine längere Tour Richtung Lausanne – der Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Alpen ist dein ständiger Begleiter.
Abdrift in die Wissenschaft: Ein Besuch im CERN
Nur eine kurze Tramfahrt vom Zentrum entfernt wartet das CERN, das weltweit größte Labor für Teilchenphysik. Hier wird den Geheimnissen des Universums auf den Grund gegangen. In der markanten Holzkugel „Globe of Science and Innovation“ und den interaktiven Ausstellungen tauchst du in die Welt der Atome und Quanten ein. Es ist faszinierend zu sehen, wo das World Wide Web erfunden wurde und wie gigantische Teilchenbeschleuniger funktionieren – ein absolutes Muss für Neugierige.
Der Salève: Genfs Balkon in den Alpen
Wenn du die Stadt von oben sehen willst, musst du technisch gesehen die Grenze nach Frankreich überqueren. Der Salève ist der Hausberg der Genfer und in wenigen Minuten mit der Seilbahn oder für Sportliche über Wanderwege erreichbar. Oben angekommen, liegt dir Genf buchstäblich zu Füßen: Du siehst den Jet d’Eau wie einen kleinen weißen Faden im Blau des Sees glitzern. Es ist der perfekte Ort für ein Picknick, eine kleine Wanderung oder um Gleitschirmfliegern bei ihren Starts zuzusehen.
Flanieren und Baden: Die Promenade und Bains des Pâquis
Ein Spaziergang entlang des Quai du Mont-Blanc gehört zum Pflichtprogramm. Hier mischen sich Einheimische unter die Touristen, Straßenkünstler spielen Musik und die Blumenbeete leuchten in allen Farben. Wenn die Sonne brennt, mach es wie die Genfer: Pack die Badesachen ein und verbringe den Nachmittag in den Bains des Pâquis. Hier kannst du direkt im See schwimmen, die Sauna nutzen oder einfach nur die entspannte Atmosphäre auf den Holzstegen genießen.
Uhrmacher-Workshop: Zeitgeschichte hautnah
Genf ist die Welthauptstadt der Uhren. Wenn du nicht nur das Patek Philippe Museum besuchen möchtest (das übrigens eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen beherbergt), kannst du in speziellen Workshops selbst Hand anlegen. Einige Ateliers bieten Kurse an, in denen du die faszinierende Mechanik eines Uhrwerks kennenlernst und unter Anleitung erfahrener Uhrmacher selbst kleinste Rädchen zusammensetzt.
Veranstaltungen in Genf
Praktische Reiseinformationen
Anreise & Transport: Schnell und effizient
Genf ist hervorragend vernetzt. Wenn du mit dem Flugzeug am Flughafen Genf (GVA) landest, bist du in nur 7 Minuten mit dem Zug am Hauptbahnhof Cornavin im Stadtzentrum.
Unser Tipp: Wenn du in einem Hotel, einer Jugendherberge oder auf einem Campingplatz im Kanton Genf übernachtest, erhältst du die Geneva Transport Card. Damit fährst du während deines gesamten Aufenthalts kostenlos mit Bussen, Trams, den gelben Wassertaxis (Mouettes) und dem Zug innerhalb der Stadt.
Währung & Bezahlen: Franken statt Euro
In der Schweiz zahlst du mit dem Schweizer Franken (CHF). Zwar akzeptieren viele Geschäfte und Restaurants in Grenznähe auch Euro, allerdings oft zu einem schlechteren Kurs und das Wechselgeld gibt es in Franken zurück. Kartenzahlung (Kreditkarte oder Debitkarte) ist fast überall Standard und absolut problemlos.
Strom & Stecker: Die Sache mit den drei Pins
In der Schweiz werden Steckdosen vom Typ J verwendet. Diese haben drei Löcher in einer flachen, sechseckigen Form. Die flachen Eurostecker (Typ C) passen meistens hinein, aber für die dickeren Schukostecker (Typ F) benötigst du unbedingt einen Reiseadapter.
Sprache: „Bonjour“ in der Westschweiz
Genf liegt in der Romandie, hier spricht man Französisch. Ein freundliches „Bonjour“ oder „Merci“ öffnet viele Türen. Da die Stadt durch die UNO und das CERN sehr international geprägt ist, kommst du mit Englisch fast überall perfekt durch den Alltag.
Sicherheit & Trinkwasser
Genf gilt als eine der sichersten Städte der Welt. Du kannst dich auch abends bedenkenlos in den meisten Vierteln bewegen. Ein weiterer Pluspunkt: Das Wasser aus den zahlreichen Brunnen in der Stadt hat Trinkwasserqualität – du kannst deine Flasche also jederzeit kostenlos mit frischem, kühlem Alpenwasser auffüllen.
Wo kann man in Genf übernachten?
Genf bietet eine breite Palette an Unterkünften, von luxuriösen Fünf-Sterne-Hotels bis hin zu gemütlichen Boutique-Hotels und preisgünstigen Hostels.
Das Hotel d’Allèves liegt zentral und ist ein ideal für Reisende, die die historische Atmosphäre genießen möchten.
Es gibt aber noch viele andere Hotels in Genf.
FAQ
Ist Genf wirklich so teuer?
Ja, die Preise für Unterkunft und Gastronomie sind hoch. Mit der kostenlosen Geneva Transport Card und einem Picknick am See (oder Fondue in den Bains des Pâquis) lässt sich das Budget aber gut schonen.
Wie komme ich am besten zum Jet d’Eau?
Du kannst einfach am Ufer entlang spazieren oder eine der gelben Mouettes (Wassertaxis) nutzen, die dich quer über das Hafenbecken bringen.
Lohnt sich ein Ausflug zum UN-Hauptquartier?
Absolut! Du solltest Führungen jedoch frühzeitig online buchen, da diese sehr beliebt und oft schnell ausverkauft sind.















