Nürnberg: Zwischen Kaiserpracht und Lebkuchen-Duft
Nürnberg ist weit mehr als nur eine geschichtsträchtige Kulisse – es ist eine Stadt, die den Spagat zwischen mittelalterlicher Romantik und lebendiger Moderne meistert. Wenn du oben auf der Kaiserburg stehst und der Blick über die roten Ziegeldächer der Altstadt schweift, verstehst du sofort, warum diese Stadt über Jahrhunderte hinweg das Herz des Heiligen Römischen Reiches war. Ein Ort, der zum Entdecken, Genießen und Innehalten einlädt.
Quick-Facts & Beste Reisezeit
Hier ist das Wichtigste für deine Planung im Frankenland.
Nürnberg auf einen Blick (Quick-Facts)
Mobilität: Nürnberg hat ein tolles U-Bahn-Netz (sogar fahrerlose Bahnen!), aber die Altstadt erkundest du am besten komplett zu Fuß.
Franken, nicht Bayern: Ein wichtiger Hinweis – die Nürnberger sind stolze Franken. Erwähne das lieber nicht zu laut mit dem „bayerischen“ Lebensgefühl, sonst gibt es ein freundliches Augenrollen.
Kulturstadt: Von Dürer bis zu den Meistersingern – Nürnberg ist seit Jahrhunderten ein Zentrum für Kunst und Handwerk.
Wann ist die beste Reisezeit?
Advent: Der Christkindlesmarkt ist ein Bucket-List-Event. Es ist voll, aber die Atmosphäre ist einmalig.
Mai/Juni: Perfekt für das Klassik Open Air im Luitpoldhain – eines der größten Picknick-Konzerte Europas. Im Mai findet außerdem die „Blaue Nacht“ statt.
September: Das Altstadtfest bietet fränkische Gemütlichkeit pur ohne den ganz großen Touristenrummel.
Unser Tipp: Wenn du im Sommer kommst, solltest du unbedingt in einen der Biergärten auf der Stadtmauer gehen. Es gibt kaum etwas Entspannteres, als im Schatten der alten Befestigungsanlagen ein kühles Rotbier zu trinken.
Die Top-Highlights: Kaiserpracht und Fachwerk-Idylle
Nürnberg hat eine der beeindruckendsten Altstädte Deutschlands. Hier sind die Orte, die du unbedingt besuchen solltest:
Die Kaiserburg
Sie ist das unübersehbare Wahrzeichen der Stadt. Über Jahrhunderte hinweg war sie eine der wichtigsten Kaiserpfalzen des Heiligen Römischen Reiches.
Vom Garten der Kaiserburg aus kann man die Stadtmauer betreten. Wer wissen will, warum Nürnberg nie erobert wurde, dem sei die Tour „Verteidigungskorridore und geheime Gänge unter der Burg“ an Herz gelegt.
Unser Tipp: Du musst nicht unbedingt für alles Eintritt bezahlen. Der Burggarten und die Außenanlagen sind frei zugänglich und bieten dir einen fantastischen Blick über die Dächer der Altstadt mit dem Albrecht-Dürer-Haus.
Handwerkerhof
Gegenüber vom Bahnhof und innerhalb der Stadtmauer befindet sich der Handwerkerhof im ehemaligen Waffenhof. Hier werden vergangene Zeiten lebendig. Du kannst zahlreichen Handwerkern bei der Arbeit über die Schultern schauen und in ihren Geschäften u.a. Blechspielzeug, Töpferei- und Zinn-Artikel sowie Lederwaren kaufen. Und natürlich auch Nürnberger Lebkuchen. Für Speis und Trank ist ebenfalls bestens gesorgt.
Die Weißgerbergasse
Für uns ist das die schönste Gasse der Stadt. Hier stehen fast zwanzig historische Fachwerkhäuser in einer Reihe, die den Krieg wie durch ein Wunder fast unbeschadet überstanden haben.
Unser Tipp: In der Gasse findest du tolle kleine Cafés und Handwerksbetriebe. Nimm dir Zeit für ein Foto – es ist das wohl fotogenste Motiv Nürnbergs!
Schöner Brunnen, St. Sebaldus und der Christkindlmarkt
Am Hauptmarkt befindet sich der „Schöner Brunnen“ mit seiner gotischen Kirchturmspitze. Der Legende nach geht ein Wunsch in Erfüllung, wenn man den den goldenen Ring dreimal nach rechts dreht, während man sich etwas wünscht. Den schwarzen Ring auf der anderen Seite drehen übrigens meistens nur die Einheimischen – man sagt, er bringt Kindersegen!
Auf der anderen Seite des Hauptmarkts beeindruckt die St. Sebaldus-Kirche durch ihre gotische Architektur. Sie zählt zu den wichtigsten sakralen Gebäuden Nürnbergs. Besonders beeindruckend ist der „Engelsgruß“ von Veit Stoss.
In der Vorweihnachtszeit steht Nürnberg ganz im Zeichen des weltweit bekannten Christkindlmarktes. Hier wird es sehr international und man hört Sprachen aus aller Herren Länder.
Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Nürnberg ist sich seiner dunklen Vergangenheit sehr bewusst. Das Dokumentationszentrum im unvollendeten Rohbau der Kongresshalle ist eine der wichtigsten Aufarbeitungsstätten zur NS-Zeit.
Unser Tipp: Auch das umliegende Gelände am Dutzendteich ist riesig. Du kannst dort spazieren gehen und die gewaltigen Dimensionen der Architektur auf dich wirken lassen. Es ist ein sehr bewegender Ort.
Die Felsengänge (Untergrund-Tour)
Nürnberg ist unterkellert wie kaum eine andere Stadt. Die riesigen Labyrinthe wurden früher zur Bierlagerung genutzt und dienten im Krieg als Schutzbunker.
Unser Tipp: Buche eine geführte Tour durch die Historischen Felsengänge. Es ist kühl, dunkel und extrem spannend zu hören, was sich unter deinen Füßen in der Altstadt alles abspielt.
Insider-Tipps & Stadtteile: Zwischen „GoHo“ und Gemütlichkeit
Wenn du die klassischen Sehenswürdigkeiten gesehen hast, solltest du dich in die Viertel wagen, in denen das moderne Nürnberger Leben stattfindet.
Gostenhof – Das „Nürnberger Soho“ (GoHo)
Gostenhof hat sich vom Arbeiterviertel zum absoluten Trendbezirk entwickelt. Es ist bunt, laut, multikulturell und voller kreativer Energie.
Unser Tipp: Schlendere durch die Straßen rund um den Petra-Kelly-Platz. Hier findest du wunderbare Vintage-Läden, kleine Ateliers und die vielleicht besten Cafés der Stadt (wie das Café Kiosk). Es ist der perfekte Ort, wenn du Lust auf urbanes Flair hast.
Johannis – Gärten und Fachwerkglück
Dieses Viertel liegt direkt vor den Toren der Stadtmauer und ist bekannt für seine Ruhe und Schönheit.
Unser Tipp: Besuche die Hesperidengärten. Das sind kleine, barocke Gartenanlagen, die sich hinter den Fassaden der Häuser verbergen. Ein echter Ruhepol! Gleich daneben liegt der St. Johannis Friedhof, der mit seinen kunstvollen Grabplatten und Rosenbüschen als einer der schönsten Friedhöfe Europas gilt.
Die Insel Schütt & Wöhrder Wiese
Mitten durch Nürnberg fließt die Pegnitz. Die Insel Schütt und die angrenzende Wöhrder Wiese sind die grünen Lungen der Stadt.
Unser Tipp: Im Sommer ist die Wöhrder Wiese der Treffpunkt für alle Nürnberger. Schnapp dir ein Getränk, setz dich ans Wasser und schau dem bunten Treiben zu.
Kulinarik: Rostbratwurst, Schäufele und Rotbier
Die fränkische Küche ist herzhaft und ehrlich. In Nürnberg wirst du garantiert nicht hungrig nach Hause gehen!
Die Nürnberger Rostbratwurst
Sie ist klein (fingerlang), würzig und hat eine geschützte geografische Angabe.
Die Bestellung: Wenn du es eilig hast, bestellst du am Imbiss „Drei im Weggla“ (drei Bratwürste im Brötchen). Im Restaurant bestellst du sie meist zu sechst, acht oder zwölfen mit Sauerkraut oder Kartoffelsalat.
Unser Tipp: Probier sie auch mal als „Blaue Zipfel“ – dabei werden die Würste in einem Essigsud mit Zwiebeln gegart. Ein ganz besonderer Geschmack!
Das Schäufele
Das ist das Nationalgericht der Franken: Die flache Schweineschulter mit Knochen und einer herrlich krachenden Kruste.
Unser Tipp: Ein echtes Schäufele muss so zart sein, dass das Fleisch fast von alleine vom Knochen fällt. Dazu gibt es meistens einen ordentlichen Kloß und viel Soße.
Das Nürnberger Rotbier
Nürnberg hat eine jahrhundertealte Brautradition, und das Rotbier ist die lokale Spezialität. Es ist untergärig, malzig und hat eine wunderschöne kupferrote Farbe.
Unser Tipp: Geh in die Hausbrauerei Altstadthof direkt am Fuße der Burg. Dort wird das Rotbier noch ganz traditionell gebraut – und man kann dort auch den hauseigenen Bierbrand probieren.
Praktische Reise-Informationen & Shopping
Shopping-Tipps
Breite Gasse & Karolinenstraße: Hier findest du die großen Ketten.
Handwerkerhof: Direkt gegenüber vom Hauptbahnhof. Es ist zwar touristisch, aber die kleinen Werkstätten (Töpfer, Glasbläser, Lebküchner) in den Fachwerkhäuschen sind trotzdem einen Besuch wert.
Unser Tipp: Für individuelle Geschenke solltest du in die kleinen Läden in der Altstadt-Nord (rund um den Weinmarkt) schauen.
Mobilität
Nürnberg ist kompakt. Die U-Bahn ist super, aber du kannst fast alles innerhalb der Stadtmauer in 15 bis 20 Minuten zu Fuß erreichen.
Wo kann man in Nürnberg übernachten?
Unser Lieblingshotel in Nürnberg ist das Sheraton Carlton. Es liegt außerhalb der Stadtmauern in der Nähe des Hauptbahnhofs. Dort bekommt man ein wunderbares Frühstück und aus dem Wellness-Bereich hat man herrliche Ausblicke auf Nürnberg.
Ebenfalls sehr gut ist das Holiday Inn Nürnberg City Centre. Es liegt innerhalb der Stadtmauern im südwestlichen Teil der Altstadt in der Nähe vom Ludwigstor.
Es gibt natürlich noch viele weitere Hotels in Nürnberg.
Ausflugsziele in der Umgebung: Fachwerk-Träume und Felsenwelten
Nürnberg liegt ideal, um innerhalb von 30 bis 60 Minuten in völlig andere Welten einzutauchen.
Bamberg – Das „Fränkische Rom“
Bamberg gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist für uns eine der schönsten Städte Deutschlands. Sie blieb im Krieg fast völlig unversehrt.
Das Highlight: Das Alte Rathaus, das mitten in den Fluss Regnitz gebaut wurde, und der imposante Kaiserdom.
Anreise: Mit dem Regionalexpress bist du in nur 35 bis 45 Minuten von Nürnberg aus dort.
Unser Tipp: Du musst unbedingt ein Rauchbier in der historischen Brauerei Schlenkerla probieren. Aber Vorsicht: Der erste Schluck schmeckt für viele nach flüssigem Schinken – man sagt, erst das zweite Glas schmeckt so richtig gut!
Die Fränkische Schweiz
Wenn du Sehnsucht nach Natur hast, ist dieses Mittelgebirge dein Ziel. Es ist berühmt für seine markanten Felsformationen, tiefen Höhlen und die höchste Brauereidichte der Welt.
Anreise: Mit der Regionalbahn fährst du bis Forchheim oder Ebermannstadt (ca. 40 Min.).
Unser Tipp: Wandere zur Burg Gößweinstein oder besuche die Teufelshöhle in Pottenstein. Danach solltest du in einem der winzigen Dörfer einkehren – das Bier und das Essen sind dort unglaublich günstig und gut.
Rothenburg ob der Tauber
Dieses Städtchen ist der Inbegriff deutscher Romantik und weltweit bekannt. Die begehbare Stadtbefestigung und die verwinkelten Gassen sind absolut magisch.
Anreise: Mit dem Zug dauert es etwa 1 Stunde und 15 Minuten (Umstieg in Steinach).
Unser Tipp: Auch wenn es sehr touristisch ist: Ein Besuch bei Käthe Wohlfahrt (Weihnachtsdorf) ist ein Erlebnis für sich. Probier außerdem einen „Schneeballen“ – ein lokales Gebäck aus mürben Teigstreifen.
FAQ: Deine Fragen zu Nürnberg
Gibt es die Elisenlebkuchen nur an Weihnachten?
Zum Glück nicht! In spezialisierten Bäckereien wie Fraunholz oder Wicklein kannst du die berühmten Lebkuchen das ganze Jahr über kaufen. Sie sind ein tolles Mitbringsel.
Was ist die „Blaue Nacht“?
Das ist ein riesiges Kulturereignis im Mai, bei dem die ganze Altstadt in blaues Licht getaucht wird und Museen sowie Höfe bis spät in die Nacht ihre Türen öffnen. Wenn du zu dieser Zeit da bist: Unbedingt Tickets sichern!
























