Pisa, gelegen in der italienischen Region Toskana, ist weltweit bekannt für ihren Schiefen Turm. Doch die Stadt hat noch viel mehr zu bieten als nur dieses eine Bauwerk. Die reiche Geschichte, beeindruckende Architektur und die lebendige Atmosphäre machen Pisa zu einem lohnenden Reiseziel.

Die Universität von Pisa, eine der ältesten Universitäten Europas, ist das pulsierende Herz der modernen Stadt. Mit Zehntausenden von Studierenden (fast die Hälfte der Einwohner) sorgt sie für eine junge und dynamische Atmosphäre. Die Studierenden beleben die Straßen, Bars und Cafés und tragen maßgeblich zur kulturellen und intellektuellen Entwicklung bei.

Obwohl Pisa für seine romanische Architektur berühmt ist, hat es sich auch der modernen Kunst und Kultur geöffnet. Der Palazzo Blu (Blaue Palast) am Arno ist ein wichtiges Kulturzentrum. Er beherbergt nicht nur eine Dauerausstellung, sondern zeigt auch regelmäßig hochkarätige Wechselausstellungen mit Werken von Künstlern wie Dalí, Miró oder Picasso, was ihn zu einem Hotspot für zeitgenössische Kunst macht.

Ein modernes Projekt, das Tradition und Freizeit verbindet, ist die Öffnung der historischen Stadtmauern. Besucher können nun auf den restaurierten Mauern spazieren gehen und dabei neue Perspektiven auf die Stadt und ihre Denkmäler genießen.

Die Geschichte Pisas ist reich und komplex, geprägt von ihrer Rolle als Seemacht, strategischem Handelszentrum und schließlich als Teil des Großherzogtums Toskana und des modernen Italiens.

Pisa entstand als etruskischer Hafen im 6. Jahrhundert v. Chr. Die Stadt, damals „Pise“ genannt, lag strategisch günstig an der Mündung des Arno und war ein wichtiges Zentrum für Schiffbau und Handel. Sie schloss sich früh mit Rom zusammen und spielte eine Rolle im Krieg gegen Karthago. 180 v. Chr. wurde sie eine römische Kolonie und ein wichtiger Flottenstützpunkt.

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches geriet Pisa unter die Herrschaft der Langobarden und Franken, verlor jedoch nie ganz seine Bedeutung. Im 11. Jahrhundert erlebte die Stadt einen dramatischen Aufstieg zur mächtigsten Seerepublik im Mittelmeer, neben Venedig, Genua und Amalfi.

Pisas Macht basierte auf seiner Handelsflotte und seinen militärischen Erfolgen. Es gelang der Stadt, die Sarazenen (islamische Eroberer) in mehreren Schlachten zu besiegen und wichtige Handelsrouten im Mittelmeer und im Osten zu sichern. Diese Vormachtstellung führte zu enormem Reichtum.

Der Höhepunkt dieser Blütezeit ist am berühmten Domplatz, der „Piazza dei Miracoli“ (Platz der Wunder), sichtbar. Der Dom, das Baptisterium und der berühmte Schiefe Turm wurden ab 1063 als Symbole des Triumphes und des Reichtums Pisas erbaut. Die Bauwerke zeigen eine einzigartige Mischung aus romanischen, byzantinischen und islamischen Einflüssen, die die Weltoffenheit der Stadt widerspiegelten.

Im 13. und 14. Jahrhundert führten Rivalitäten mit den Nachbarstädten, insbesondere mit Genua und Florenz, zum Niedergang Pisas. Die Niederlage gegen Genua in der Seeschlacht bei Meloria 1284 war ein entscheidender Schlag, der die pisanische Seemacht brach.

Nach weiteren Kriegen und internen Auseinandersetzungen mit Lucca und Florenz verlor Pisa 1406 seine Unabhängigkeit an Florenz. Die Stadt wurde von den Florentinern belagert und musste sich schließlich der Herrschaft der Medici-Familie unterwerfen.

Unter der Herrschaft der Medici erlebte Pisa eine Phase des Wiederaufbaus und der kulturellen Erneuerung. Die Medici waren Patrone der Kunst und Wissenschaft, und die Universität von Pisa wurde neu belebt und gefördert. Dennoch verlor die Stadt ihren alten Glanz und blieb im Schatten der aufstrebenden Hauptstadt Florenz.

Pisa blieb ein wichtiges Zentrum für Wissenschaft und Bildung. Der berühmteste Sohn der Stadt, Galileo Galilei, wurde hier geboren und studierte an der Universität von Pisa, wo er seine bahnbrechenden Experimente zur Physik durchführte. Auch der Mathematiker Leonardo Fibonacci stammte aus Pisa.

Nach dem Ende der Medici-Herrschaft fiel Pisa an die Habsburger-Lothringer. Im Zuge des Risorgimento schloss sich Pisa 1860 dem neu gegründeten Königreich Italien an. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt durch Bombenangriffe schwer beschädigt, konnte aber in der Nachkriegszeit wieder aufgebaut werden und entwickelte sich zu einer lebendigen Universitäts- und Touristenstadt, die von ihrer glorreichen Vergangenheit zehrt.

Die Piazza dei Miracoli, auch bekannt als „Platz der Wunder“ (vom italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio benannt), ist ein atemberaubendes architektonisches Ensemble. Es spiegelt die architektonische und künstlerische Blütezeit Pisas im 11. bis 14. Jahrhundert wider und gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe.

Hier befinden sich die berühmtesten Bauwerke der Stadt:

  • Der Schiefe Turm von Pisa (Torre Pendente)
  • Der Dom von Pisa (Duomo di Santa Maria Assunta)
  • Das Baptisterium (Battistero di San Giovanni)
  • Der Monumentale Friedhof (Camposanto Monumentale)
Der Schiefe Turm von Pisa, im Italienischen Torre pendente di Pisa, ist der freistehende Glockenturm (Campanile) der Kathedrale von Pisa. Er ist das bekannteste Symbol der Stadt und ein einzigartiges Beispiel der romanischen Architektur.

Der Bau des Turms begann am 9. August 1173. Er dauerte in drei Phasen fast 200 Jahre, bis er 1372 fertiggestellt wurde.

Schon kurz nach Baubeginn, als die dritte Etage erreicht war, begann sich der Turm zu neigen. Die Ursache war der weiche, lehmige und sandige Untergrund, der auf der Südseite nachgab. Der Bau wurde daraufhin für fast 100 Jahre unterbrochen, was dem Boden Zeit gab, sich zu verfestigen und den Einsturz zu verhindern.

Der Turm ist 55,86 Meter hoch und besteht aus weißem Carrara-Marmor. Er ist ein Meisterwerk der pisanischen Romanik und zeichnet sich durch seine aufwendigen Verzierungen aus.

Der Turm besteht aus einem zylindrischen Unterbau, der von sechs Stockwerken mit umlaufenden Säulengalerien gekrönt wird. Jedes Stockwerk ist von 30 Säulen umgeben, die durch Bögen miteinander verbunden sind. An der Spitze befindet sich die Glockenstube, die sieben Glocken beherbergt.

Über die Jahrhunderte nahm die Neigung des Turms stetig zu und erreichte bis in die 1990er-Jahre einen kritischen Winkel von 5,5 Grad. Der drohende Einsturz führte zu umfangreichen, jahrzehntelangen Ingenieurarbeiten. Unter der höheren, nördlichen Seite des Fundaments wurde Erde entfernt, um den Turm in die Gegenrichtung sacken zu lassen. Zusätzlich wurden Stahlseile und Bleigewichte zur Stabilisierung eingesetzt. Die Maßnahmen waren erfolgreich. Die Neigung wurde auf 3,97 Grad reduziert und der Turm für die nächsten 200 Jahre als stabil erklärt.

Heute ist der Schiefe Turm von Pisa wieder für Besucher geöffnet und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Welt. Er ist nicht nur ein architektonisches Wunder, sondern auch ein Symbol für die Fähigkeit der Menschheit, aus Fehlern zu lernen und scheinbar Unmögliches zu meistern.

Der Dom von Pisa, offiziell „Cattedrale di Santa Maria Assunta“, ist das Herzstück der Piazza dei Miracoli und ein Meisterwerk der romanischen Architektur, das als Prototyp des einzigartigen pisanischen Romanikstils gilt.

Der Bau des Doms begann im Jahr 1063. Er wurde mit den enormen Reichtümern finanziert, die Pisa durch seine Seeherrschaft und den Sieg über die Sarazenen bei Palermo erbeutet hatte.

Der Architekt Buscheto entwarf eine Kathedrale, die byzantinische, islamische, klassische und frühmittelalterliche Elemente zu einem einzigartigen Stil vereint. Dieser Stil zeichnet sich durch die Verwendung von polychromem (mehrfarbigem) Marmor, blinden Arkaden und offenen Galerien aus.

Die Fassade, die dem Schiefen Turm zugewandt ist, ist besonders beeindruckend. Sie besteht aus vier Reihen von Marmorarkaden, die sich über dem Portal erheben und der Kathedrale eine filigrane und zugleich majestätische Optik verleihen. Die Bronzetüren am Hauptportal, die 1602 geschaffen wurden, zeigen Szenen aus dem Leben der Jungfrau Maria.

Der Dom hat einen kreuzförmigen Grundriss mit einem fünfschiffigen Langhaus und einem dreischiffigen Querhaus. Die ovale Kuppel über der Vierung ist ein ungewöhnliches Element der romanischen Architektur und weist auf islamische Einflüsse hin.

Das herausragendste Kunstwerk im Inneren ist die monumentale Kanzel, die von Giovanni Pisano zwischen 1302 und 1310 geschaffen wurde. Sie ist ein Meisterwerk der italienischen Gotik und zeigt biblische Szenen mit einer unglaublichen Detailtreue und dramatischen Ausdruckskraft.

Im Dom befinden sich weitere bedeutende Werke, darunter das riesige Mosaik „Christus Pantokrator“ in der Apsis, das von Cimabue begonnen wurde, und das Grabmal Kaiser Heinrichs VII.

Das Baptisterium von Pisa, auch Battistero di San Giovanni genannt, ist ein prächtiges Bauwerk auf der Piazza dei Miracoli und die größte Taufkirche Italiens. Es ist ein herausragendes Beispiel für den Übergang von der romanischen zur gotischen Architektur.

Der Bau des Baptisteriums begann im Jahr 1152. Es wurde von Diotisalvi begonnen, aber erst im 14. Jahrhundert fertiggestellt. Die architektonischen Stile spiegeln diese lange Bauzeit wider: Der untere Teil ist rein romanisch, während der obere Teil gotische Elemente aufweist.

Das Äußere des Baptisteriums zeigt eine harmonische Mischung aus romanischen und gotischen Elementen. Die untere Ebene ist von Arkaden und Säulen im pisanischen Romanik-Stil umgeben, ähnlich der Fassade des Doms. Die obere Ebene und die Kuppel sind im gotischen Stil gestaltet und von Statuen und Fialen gekrönt.

Die Kuppel ist ein ungewöhnliches, kegelförmiges Element und ist nicht vollständig mit Marmor bedeckt, was zum berühmten Echo und zur Akustik des Gebäudes beiträgt.

Das Innere des Baptisteriums ist schlicht, aber eindrucksvoll. Es hat einen großen zylindrischen Raum mit einem zentralen Taufbecken.

Die berühmteste Skulptur im Inneren ist die sechseckige Kanzel, die zwischen 1255 und 1260 von Nicola Pisano geschaffen wurde. Sie gilt als eines der wichtigsten Kunstwerke, die den Übergang von der mittelalterlichen zur Renaissance-Kunst markieren. Die Reliefs der Kanzel zeigen Szenen aus dem Leben Jesu und sind berühmt für ihre klassische und naturalistische Darstellung.

Das Baptisterium ist weltweit für seine außergewöhnliche Akustik bekannt. Die zylindrische Form und die offene Kuppel erzeugen ein beeindruckendes Echo. Dieses Phänomen wird von den Besuchern oft durch Gesang oder kurze Sprechgesänge demonstriert.

Der Monumentale Friedhof von Pisa, bekannt als Camposanto Monumentale, ist das vierte und letzte Monument auf der Piazza dei Miracoli. Er ist ein Kreuzgang-Friedhof, der den Platz auf seiner Nordseite abschließt und eine Atmosphäre der Ruhe und des Nachdenkens schafft, die im Kontrast zu den belebten anderen Monumenten steht.

Der Name „Camposanto“ (heiliges Feld) stammt von der Legende, dass die pisanische Erzbischof Ubaldo Lanfranchi während des Vierten Kreuzzugs 1203 Schiffsladungen mit Erde vom Berg Golgatha in Jerusalem mitbrachte. Diese Erde soll die Eigenschaft haben, innerhalb von 24 Stunden Leichen in Skelette zu verwandeln.

Der Bau des heutigen Gebäudes begann 1277 und wurde 1464 vollendet. Der Architekt war Giovanni di Simone.

Der Camposanto hat die Form eines rechteckigen Kreuzgangs (Cloister) mit einem großen Innenhof. Der gotische Baustil ist durch eine elegante, von blinden Arkaden unterbrochene Außenmauer und eine Reihe von Spitzbogenfenstern gekennzeichnet, die zum Innenhof hin geöffnet sind.

Ursprünglich waren die Wände des Kreuzgangs mit einer der bedeutendsten Zyklen mittelalterlicher Fresken in Europa bedeckt. Sie stammten von Künstlern wie Buonamico Buffalmacco und Benozzo Gozzoli. Die berühmtesten Fresken, die oft als die bemerkenswertesten ihrer Zeit angesehen werden, waren „Der Triumph des Todes“, „Das Jüngste Gericht“ und „Die Hölle“, die eine lebhafte und moralische Darstellung des menschlichen Schicksals lieferten.

Der Camposanto beherbergte auch eine beeindruckende Sammlung römischer Sarkophage, die im Mittelalter zur Dekoration und zur Bestattung prominenter Bürger genutzt wurden.

Im Juli 1944 wurde der Camposanto von einer alliierten Bombe getroffen, die das Dach zerstörte und die Fresken durch das Feuer und die herabfallenden Trümmer schwer beschädigte. Nach dem Krieg begann eine akribische und jahrzehntelange Restaurierungsarbeit. Die Fresken, die vor dem Bombardement abgelöst worden waren, wurden mühevoll restauriert. Die Hauptzyklen „Der Triumph des Todes“ und „Das Jüngste Gericht“ sind heute wiederhergestellt und an ihrem ursprünglichen Platz zu sehen.

Der Camposanto ist heute nicht nur ein Friedhof, sondern ein Museum. Er ist eine bewegende Erinnerung an die Vergänglichkeit des Lebens und die Zerbrechlichkeit der Kunst, aber auch ein Zeugnis der menschlichen Fähigkeit zur Wiederherstellung und Bewahrung des kulturellen Erbes.

Die Altstadt von Pisa ist weit mehr als nur die berühmte Piazza dei Miracoli. Sie ist ein faszinierendes Labyrinth aus engen Gassen, historischen Plätzen und eleganten Promenaden am Fluss Arno, das die Geschichte der Stadt als Seerepublik und intellektuelles Zentrum widerspiegelt.

Die beiden Uferpromenaden des Flusses Arno, die Lungarni, sind das Herzstück des alten Pisa. Sie sind gesäumt von eleganten Palazzi, die einst den reichen Händlerfamilien gehörten.

Die Ponte di Mezzo verbindet die beiden Teile der Altstadt. Von ihr hat man einen der schönsten Ausblicke auf die historischen Gebäude am Flussufer.

Santa Maria della Spina ist eine kleine, aber exquisite gotische Kirche am südlichen Ufer des Arno, die aussieht wie ein Juwel. Ihre filigranen Verzierungen machen sie zu einem der schönsten Beispiele gotischer Architektur in Italien.

Der Piazza dei Cavalieri (Platz der Ritter) war einst das politische Zentrum des mittelalterlichen Pisa und wurde später von Giorgio Vasari für den Orden der Ritter von St. Stephan neu gestaltet.

Der Palazzo della Carovana ist ein bedeutender Renaissance-Palast auf der Piazza dei Cavalieri in Pisa. Er wurde vom berühmten Architekten und Maler Giorgio Vasari im Auftrag von Cosimo I. de‘ Medici entworfen und zwischen 1562 und 1564 erbaut. Er beherbergt heute die Scuola Normale Superiore di Pisa, eine der renommiertesten Universitäten Italiens.

Die Università di Pisa, eine der ältesten in Europa, sorgt für eine lebendige und jugendliche Energie.

Der botanische Garten Orto Botanico di Pisa, der 1544 gegründet wurde, ist einer der ältesten akademischen botanischen Gärten der Welt. Er ist eine grüne Oase der Ruhe und bietet eine Sammlung von Pflanzen aus aller Welt.

Die Altstadt ist in vier historische Viertel unterteilt, die jeweils ihre eigene Identität haben: Santa Maria, San Francesco, Sant’Antonio und San Martino. Diese Viertel sind bekannt für ihre malerischen Gassen, versteckten Piazzen und kleinen Kirchen.

Pisa ist weit mehr als nur der berühmte Schiefe Turm. Die Stadt ist ein historisches und kulturelles Zentrum der Toskana, das eine reiche Geschichte als Seemacht und als intellektueller Treffpunkt aufweist. Ihre Kunst und Kultur sind stark von ihrer Blütezeit als maritime Republik im Mittelalter geprägt.

Museo Nazionale di San Matteo: Dieses Museum ist die bedeutendste Sammlung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunst in der Region. Es befindet sich in einem ehemaligen Benediktinerkloster am Fluss Arno und beherbergt Meisterwerke der Pisaner Schule sowie Werke von Künstlern wie Donatello und Masaccio. Die Sammlung umfasst Skulpturen und Gemälde vom 12. bis zum 16. Jahrhundert.

Museo delle Sinopie: Direkt an der Piazza dei Miracoli gelegen, bietet dieses einzigartige Museum einen Einblick in den Schaffensprozess von Fresken. Es zeigt die sogenannten „Sinopien“, die originalen Vorzeichnungen, die unter den Fresken des Monumentalfriedhofs (Camposanto Monumentale) gefunden wurden. Die Zeichnungen wurden nach der Zerstörung durch eine Bombe im Zweiten Weltkrieg gerettet und ermöglichen einen direkten Vergleich der Entwürfe mit den fertigen Werken.

Palazzo Blu: Dieses Kulturzentrum am Arno ist bekannt für seine charakteristische blaue Fassade. Es beherbergt eine Dauerausstellung mit Kunst aus Pisa und der Toskana, die vom 14. bis zum 20. Jahrhundert reicht. Der Palazzo Blu ist auch ein wichtiger Veranstaltungsort für hochkarätige Wechselausstellungen mit international bekannten Künstlern.

Museo dell’Opera del Duomo: Dieses Museum befindet sich in der Nähe des Doms und des Schiefen Turms und bewahrt die Originalkunstwerke des Domkomplexes. Dazu gehören Skulpturen, architektonische Relikte und Kunstwerke von berühmten Künstlern wie Giovanni Pisano, die ursprünglich den Dom, das Baptisterium und den Schiefen Turm schmückten.

Museo delle Navi Antiche di Pisa (Museum der antiken Schiffe): Dieses archäologische Museum in der Nähe des Hauptbahnhofs ist in einem historischen Gebäude untergebracht, in dem einst Werkstätten des Medici-Hofs waren. Es präsentiert eine einzigartige Sammlung von Schiffsresten und Artefakten, die bei Ausgrabungen in den 1990er Jahren entdeckt wurden. Die Funde geben einen faszinierenden Einblick in die römische Schiffbaukunst und das Leben im antiken Hafen von Pisa.

Pisa ist eine Stadt mit einem lebendigen Veranstaltungskalender. Viele Events spiegeln die reiche Geschichte und die studentisch geprägte Kultur wider.

Historische und traditionelle Feste

Giugno Pisano (Pisanischer Juni): Der Juni ist in Pisa der festlichste Monat des Jahres, gewidmet dem Schutzpatron der Stadt, San Ranieri.

Luminara di San Ranieri (16. Juni): Dies ist das Highlight des Giugno Pisano. Am Vorabend des Festtages werden alle Gebäude entlang des Flusses Arno mit über 100.000 Kerzen illuminiert. Das Spektakel ist atemberaubend und endet mit einem großen Feuerwerk.

Palio di San Ranieri (17. Juni): Am Tag nach der Luminara findet auf dem Arno eine historische Ruderregatta statt, bei der die vier historischen Stadtviertel mit mittelalterlich gestalteten Booten gegeneinander antreten.

Gioco del Ponte (Ende Juni): Dieses historische Spektakel ist ein Wettstreit zwischen den beiden Stadtteilen „Mezzogiorno“ (Süden) und „Tramontana“ (Norden) auf der Ponte di Mezzo, der zentralen Brücke über den Arno. Zwei rivalisierende Teams versuchen, einen Wagen über die Brücke in das gegnerische Territorium zu schieben – ein beeindruckender Kraft- und Geschicklichkeitswettbewerb.

Kultur, Kunst und Musik

Ausstellungen im Palazzo Blu: Der „Blaue Palast“ am Arno ist ein kulturelles Zentrum, das regelmäßig hochkarätige Kunstausstellungen von weltberühmten Künstlern wie Miró, Dalí oder Picasso veranstaltet.

Pisa Jazz Festival: Pisa hat eine lebendige Jazz-Szene, die im Rahmen des Pisa Jazz Festivals gefeiert wird. Konzerte finden an verschiedenen Orten in der Stadt statt, unter anderem auch im Palazzo Blu.

Konzerte und Aufführungen: Pisa bietet das ganze Jahr über zahlreiche musikalische Veranstaltungen. Beliebte Orte sind der Palazzo dei Congressi, das Teatro Verdi und Open-Air-Bühnen wie die Piazza dei Cavalieri, wo im Sommer auch Konzerte und Shows stattfinden.

Weitere Events

Märkte und Volksfeste: Die Stadt veranstaltet regelmäßig Märkte, wie zum Beispiel den Fest Food Festival, und Volksfeste, die die lokalen Traditionen und Produkte feiern.

Veranstaltungen der Universität: Durch die vielen Studenten gibt es eine Fülle von Veranstaltungen, von Theateraufführungen über Konferenzen bis hin zu studentischen Festivals.

Nacht-Erlebnisse auf den Stadtmauern: Neuere Events wie die „Night Experience“ auf den restaurierten Stadtmauern ermöglichen es, die Stadt bei Nacht aus einer einzigartigen Perspektive zu erleben.

Die toskanische Küche ist berühmt für ihre Einfachheit und Qualität. In Pisa sollte man unbedingt Folgendes probieren:

Cecina: Ein dünner, glutenfreier Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl.

Pappa al pomodoro: Eine herzhafte Brotsuppe mit Tomaten.

Ribollita: Eine dicke Gemüsesuppe mit altem Brot.
Wildschwein (cinghiale): Oft als Ragù mit Pasta serviert.

Dazu passt ein Glas lokaler Chianti-Wein.

In Pisa gibt es mehrere gute Möglichkeiten zum Einkaufen, die von traditionellen Einkaufsstraßen bis zu modernen Einkaufszentren reichen.

Die Corso Italia ist die wichtigste Einkaufsstraße in Pisa und verbindet den Bahnhof mit dem Stadtzentrum. Hier befinden sich nationale und internationale Ketten sowie kleinere, unabhängige Boutiquen und Schmuckgeschäfte.

Die Borgo Stretto ist eine der ältesten und charmantesten Straßen Pisas. Sie ist von Arkaden gesäumt und beherbergt gehobene Geschäfte, Boutiquen, Cafés und historische Patisserien.

Etwas außerhalb des Stadtzentrums, aber gut erreichbar, gibt es größere Einkaufszentren mit einer breiteren Auswahl an Geschäften, z.B. das Centro commerciale Pisanova, das Polo San Giusto oder das Centro dei Borghi.

Pisa bietet auch einige schöne Orte zur Erholung, die eine willkommene Abwechslung zum Sightseeing darstellen.

Orto Botanico di Pisa (Botanischer Garten): Er gilt als der älteste botanische Garten der Welt und ist eine grüne Oase der Ruhe, die zur Universität Pisa gehört. Hier kann man seltene Pflanzen, Gewächshäuser und alte Bäume bewundern.

Giardino Scotto: Dieser Park liegt am Ufer des Flusses Arno und wurde auf den Ruinen einer alten Festung errichtet. Er ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Hier gibt es einen Spielplatz und große Rasenflächen, die sich perfekt für ein Picknick oder einfach zum Entspannen im Schatten eignen.

Parco Naturale di Migliarino San Rossore Massaciuccoli: Nur wenige Kilometer von Pisa entfernt erstreckt sich dieses weitläufige Naturschutzgebiet. Man kann hier die Natur in vollen Zügen genießen, an Seen picknicken, durch Wälder wandern und sogar Tiere wie Wildpferde oder Hirsche beobachten.

Die Stadtmauer: Ähnlich wie in Lucca kann man auch in Pisa auf Teilen der mittelalterlichen Stadtmauer spazieren gehen. Von oben hat man einen schönen Blick auf die Altstadt und die umliegende Landschaft.

Erholung am Meer

Marina di Pisa und Tirrenia: Diese Küstenorte sind mit dem Bus oder dem Auto leicht von Pisa aus zu erreichen. Sie bieten Sandstrände, Restaurants und Bars. Tirrenia ist bekannt für seine Pinienwälder und Golfplätze und eignet sich ideal für einen entspannten Tag am Meer.

Viareggio: Ein etwas weiter entferntes, aber sehr beliebtes Ziel. Die Stadt ist bekannt für ihre breiten Sandstrände, ihren malerischen Hafen und ihre Promenade im Liberty-Stil. 

Anreise nach Pisa

Der Flughafen Pisa (Galileo Galilei Airport, PSA) ist gut angebunden und liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Ein Shuttle-Zug, der „PisaMover“, verbindet den Flughafen direkt mit dem Hauptbahnhof Pisa Centrale.

Pisa ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Von den meisten großen Städten in Italien (z.B. Florenz, Rom, Mailand) gibt es direkte Zugverbindungen nach Pisa.

Die Stadt ist über die Autobahnen A11 und A12 erreichbar. Beachtet jedoch, dass die Altstadt eine verkehrsberuhigte Zone (Zona a Traffico Limitato, ZTL) ist. Am besten parkt ihr außerhalb des Zentrums und nutzt öffentliche Verkehrsmittel oder geht zu Fuß.

Fortbewegung in Pisa

Das öffentliche Verkehrsnetz in Pisa ist hauptsächlich auf Busse und eine spezielle Zugverbindung zum Flughafen ausgerichtet. Die Stadt ist relativ kompakt, weshalb viele Orte auch gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sind.

Busse: Das städtische Bussystem wird hauptsächlich von Autolinee Toscane (früher CPT) betrieben. Die wichtigsten Linien für Touristen sind die LAM (Linee ad Alta Mobilità).

LAM Rossa (Rote Linie): Verbindet den Flughafen und den Hauptbahnhof (Pisa Centrale) mit der berühmten Piazza dei Miracoli (dem Platz mit dem Schiefen Turm).

LAM Blu (Blaue Linie): Fährt vom Bahnhof in den östlichen Teil der Stadt.

LAM Verde (Grüne Linie): Verbindet die Parkplätze im Norden mit dem Stadtzentrum und dem Dom.

Die Busse fahren tagsüber in der Regel von etwa 6:00 bis 21:00 Uhr. Es gibt auch Nachtbuslinien, die bis Mitternacht verkehren.

PisaMover: Eine sehr effiziente und beliebte Verbindung ist der PisaMover, ein automatischer Shuttle-Zug, der den Flughafen Pisa mit dem Hauptbahnhof Pisa Centrale verbindet.

Einzeltickets: Bustickets können an Tabakläden, Kiosken oder in den Ticketbüros gekauft werden und sind in der Regel günstiger, wenn man sie im Voraus erwirbt. Der Kauf direkt beim Busfahrer ist meist teurer.

Tageskarten: Für längere Aufenthalte sind Tageskarten erhältlich, die sich lohnen, wenn man den Bus häufiger nutzen möchte.

Handy-Tickets: Es ist auch möglich, Tickets per SMS oder über eine offizielle App des Verkehrsbetreibers zu kaufen, was eine bequeme Alternative darstellt.

Pisa Card

Der Kauf der Pisa Card kann sich lohnen, vor allem, wenn man viele Museen und andere Sehenswürdigkeiten besuchen will.

Bezahlen in Pisa

Die Währung in Italien ist der Euro.

Kartenzahlung mit Kredit- und Debitkarten ist in den meisten Geschäften, Restaurants und Hotels weit verbreitet und wird in der Regel akzeptiert. Es ist jedoch ratsam, immer etwas Bargeld für kleinere Ausgaben wie zum Beispiel in kleinen Cafés, auf Märkten oder für Trinkgelder dabei zu haben.

Sicherheit in Pisa

Pisa gilt generell als eine sichere Stadt, aber wie in vielen touristischen Zentren gibt es auch hier eine erhöhte Gefahr durch Kleinkriminalität.

Das größte Problem in Pisa sind Taschendiebstähle. Sie treten besonders in den überfüllten Bereichen auf, wo viele Menschen zusammenkommen, um Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.

Das Prato dei Miracoli Residenza d’Epoca ist eine absolute Empfehlung. Die Lage könnte kaum besser sein.

Es gibt aber auch noch viele andere Hotels in Pisa.

Im Frühling (April–Juni) sind die Temperaturen angenehm (20–28 °C). Es gibt viel Sonnenschein, aber es noch nicht überfüllt.
Es ist perfekt zum Sightseeing, für Spaziergänge durch die Altstadt und Ausflüge in die Toskana.

Der Sommer (Juli–August) ist sehr heiß (oft über 30 °C). Es gibt viele Touristen, vor allem rund um den Schiefen Turm.
Der Sommer ist ideal, wenn du auch ans Meer fahren möchtest (Strände von Marina di Pisa, Tirrenia, Viareggio)

Im Herbst (September–Oktober) gehen die Temperaturen auf 22–27 °C zurück. Es ist weniger voll als im Sommer.
Es ist eine gute Zeit für Kultur, Essen und die Weinregionen in der Nähe.

Der Winter (November–März) ist relativ mild (10–15 °C), aber regnerischer.
Es gibt wenig Touristen. Einige Sehenswürdigkeiten haben kürzere Öffnungszeiten.

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