Bari: Das pulsierende Herz Apuliens zwischen Tradition und Meer
Bari ist kein Museum, Bari ist pures Leben. Wenn du durch die engen Gassen der Altstadt spazierst, den Duft von frisch gebackener Focaccia in der Nase hast und dem Stimmengewirr der Einheimischen lauschst, verstehst du sofort den Zauber dieser Stadt. Es ist dieser magische Kontrast aus tief verwurzelter Spiritualität, lautem Straßenleben und der sanften Brise der Adria, die Bari so unvergleichlich macht. Hier tauchst du ein in das echte, unverfälschte Süditalien.
Quick-Facts & Beste Reisezeit
Währung: Euro
Sprache: Italienisch (und der sehr charmante baresische Dialekt).
Fortbewegung: Die Altstadt und das Zentrum erkundest du am besten zu Fuß. Für Ausflüge ins Umland ist die Bahn (Trenitalia & Ferrovie del Sud Est) ideal.
Beste Reisezeit
Mai, Juni und September sind perfekt.
Im Juli und August ist es sehr heiß und voll, da ganz Italien Urlaub am Meer macht.
Die Top Highlights – Warum du sie nicht verpassen darfst
Bari Vecchia (Die Altstadt)
Bari Vecchia ist das Herz und die Seele der Stadt. Es ist ein faszinierendes Labyrinth aus weißen Gassen, in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Setz dich einfach in ein kleines Café auf der Piazza Mercantile und beobachte das Treiben. Es ist der Ort, an dem sich das Leben auf der Straße abspielt – Wäsche hängt zwischen den Häusern, Kinder spielen Fußball und die Nachbarn tauschen sich lautstark aus. Es ist laut, chaotisch und absolut charmant.
Die Piazza Mercantile ist einer der zentralen Plätze in der Altstadt und ein lebhafter Treffpunkt mit historischem Charme. Sie kombiniert Geschichte, Kultur und das süditalienische Lebensgefühl. Historisch war sie der Hauptplatz der Stadt und diente als Handels- und Verwaltungszentrum.
Rund um den Piazza Mercantile befinden sich verschiedene historische Gebäude, u.a. der
- Palazzo del Sedile, einst Sitz des Stadtrates. Heute beeindruckt es durch seine elegante Fassade.
- Der Palazzo della Dogana diente als Zollhaus für Waren. Dieses Gebäude stammt aus der Zeit, als Bari ein wichtiges Handelszentrum war.
- Die Colonna della Giustizia (Säule der Gerechtigkeit) ist ein historisches Symbol auf der Piazza. Diese marmorne Säule wurde früher genutzt, um säumige Schuldner und Gesetzesbrecher öffentlich zur Schau zu stellen. Sie war eine Art mittelalterlicher Pranger. Die Säule erinnert an die strenge Rechtsprechung und die Bedeutung von Ordnung in Bari.
Die Piazza ist umgeben von Restaurants, Cafés und Bars, die ideal sind, um die apulische Küche zu genießen oder einfach das Treiben zu beobachten. Besonders abends bietet der Platz mit stimmungsvoller Beleuchtung eine romantische Atmosphäre. Oft treten Straßenmusiker und Künstler auf und machen den Platz noch lebendiger.
Basilika San Nicola
Die Basilika des Heiligen Nikolaus ist eine beeindruckende Kirche mit großer religiöser, historischer und kultureller Bedeutung. Sie ist eines der bedeutendsten Beispiele romanischer Architektur in Süditalien.
Die Krypta unterhalb des Hauptschiffs beherbergt die Reliquien des Heiligen Nikolaus, welche 1087 von Myra (in der heutigen Türkei) nach Bari gebracht wurden.
Die Atmosphäre im Inneren ist trotz der vielen Besucher andächtig und beeindruckend. Die schlichte Schönheit des Steins und die historischen Schätze machen einen Besuch unvergesslich.
Lungomare Nazario Sauro
Diese Promenade ist eine der längsten und schönsten Italiens. Sie verbindet die historische Altstadt mit dem modernen Teil und bietet einen spektakulären Blick auf das türkisfarbene Meer.
Ein Spaziergang hier, besonders zum Sonnenuntergang, ist der Inbegriff des mediterranen Lebensgefühls. Spüre die Meeresbrise, beobachte die Fischer und genieße die entspannte Atmosphäre, die Bari am Abend verströmt.
Insider-Tipps & Stadtviertel
Bari ist eine Stadt, die sich dir erst auf den zweiten Blick ganz öffnet. Während viele Touristen nur die Basilika besuchen und dann weiter nach Polignano fahren, verstecken sich die wahren Schätze in den kleinen Momenten des Alltags.
Bari Vecchia – Das lebendige Labyrinth
Die Altstadt ist heute sicher und einladend, hat aber ihren wilden Kern behalten. Hier wird nicht nur Pasta gemacht, hier wird das Leben auf die Straße verlagert. Unser Tipp für dich: Geh am späten Nachmittag in die Nähe der Piazza Mercantile. Hier treffen sich die älteren Herren zum Kartenspielen und Diskutieren – ein Schauspiel, das besser ist als jedes Theaterstück.
Murat – Das schicke Mailand des Südens
Dieses Viertel wurde im 19. Jahrhundert schachbrettartig angelegt. Es ist das Mekka für Shopping-Begeisterte. Die Via Sparano ist die exklusivste Meile, aber schau unbedingt in die Parallelstraßen, dort findest du kleine, inhabergeführte Boutiquen und fantastische Schreibwarenläden.
Madonnella – Das versteckte Juwel
Zwischen dem Zentrum und dem Stadtstrand liegt dieses Viertel mit seinen prächtigen Fassaden aus der Zeit des Art Déco und des Rationalismus. Hier ist es deutlich weniger touristisch, die Cafés sind günstiger und man spürt eine angenehm nostalgische Atmosphäre.
Unsere Insider-Tipps für dich:
Der „Baresische Kuss“ am Molo San Nicola: Geh morgens zum alten Hafen (Porto Vecchio). Hier klopfen die Fischer ihre Oktopusse auf die Steine, um sie zart zu machen.
Unser Tipp für dich: Trau dich an den Stand von „N’derre a la Lanz“. Die Einheimischen essen hier rohen Tintenfisch mit einem Spritzer Zitrone und trinken dazu ein eiskaltes Peroni-Bier – und das schon um 10 Uhr morgens. Es ist das ultimative Bari-Erlebnis!
Santa Maria del Carmine & der Blick von oben: In der Altstadt gibt es viele kleine Kirchen, aber diese hat oft eine besondere Ruhe. Wenn du Glück hast, kannst du von den umliegenden Terrassen der Cafés (wie z. B. beim Santa Maria Café) einen Blick über die Dächer der Altstadt werfen, der fast schöner ist als von der offiziellen Burgmauer.
Street-Art in der Unterführung: Wenn du von Murat in Richtung des Viertels Libertà gehst, schau dir die Wandbilder in den Unterführungen an. Bari hat eine wachsende Street-Art-Szene, die den rauen Charme der Stadt perfekt einfängt.
Abendessen bei einer „Nonna“: Es gibt mittlerweile kleine „Home Restaurants“ in Bari Vecchia. Du isst buchstäblich im Wohnzimmer einer Familie. Es gibt keine Karte, sondern das, was heute frisch auf dem Markt war. Achte auf Schilder wie „Cucina Casalinga“ oder frag einfach in der Via delle Orecchiette nach – oft ergibt sich ein Tipp von selbst.
Der Palazzo Fizzarotti: Ein privater Palast in der Corso Vittorio Emanuele II. Er sieht von außen schon prächtig aus, aber die Innenräume im venezianisch-neogotischen Stil sind atemberaubend. Man kann manchmal Führungen buchen – ein absoluter Geheimtipp für Architektur-Fans.
Kulinarische Genüsse
Bari zu besuchen, ohne ständig zu essen, ist praktisch unmöglich. Der Duft von frittiertem Teig und frisch gekochter Tomatensauce verfolgt dich durch jede Gasse.
Die unangefochtenen Stars der Stadt:
Orecchiette con Cime di Rapa: Das Herzstück der baresischen Küche. Die kleinen „Öhrchen“ fangen die Sauce aus Stängelkohl, viel Knoblauch, Olivenöl und einem Hauch Peperoncino perfekt auf. Oft werden noch Sardellen hineingeschmolzen, was für eine unglaubliche Geschmackstiefe sorgt.
Focaccia Barese – Ein Heiligtum: Das ist kein einfacher Snack, das ist eine Religion. Die echte Focaccia aus Bari wird in runden Blechen mit viel Olivenöl gebacken, hat einen Rand aus knusprigem Boden und ist oben weich, belegt mit frischen Kirschtomaten und schwarzen Oliven (Vorsicht, die Kerne sind oft noch drin!).
Unser Tipp für dich: Geh zur Panificio Fiore in der Altstadt. Dort riecht es seit über 100 Jahren nach Glück.
Tiella (Riso, Patate e Cozze): Ein Gericht, das die Seele Baris widerspiegelt. Reis, Kartoffeln und Miesmuscheln werden in einem Tontopf geschichtet und im Ofen gebacken. Es ist die perfekte Kombination aus den Produkten des Hinterlandes und dem Meer.
Crudo di Mare: Bari ist die Hauptstadt des rohen Fischs. Während man in Japan Sushi isst, isst man hier Allievi (kleine Tintenfische), Seeigel oder Garnelen – pur, nur mit etwas Zitrone.
Streetfood – Baris wahre Stärke
Sgagliozze: Wenn es dunkel wird, stellen die Frauen in der Altstadt ihre Gaskocher raus. Sgagliozze sind goldgelb frittierte Polenta-Quadrate, die nur mit grobem Salz bestreut werden. Sie sind heiß, fettig und das beste Comfort Food der Welt.
Popizze: Kleine frittierte Pizzateig-Bällchen. Es gibt sie pur (salzig) oder in Zucker gewälzt als süße Variante.
Panzerotto Fritto: Eine halbmondförmige Teigtasche, gefüllt mit Tomate und schmelzendem Mozzarella, die goldbraun frittiert wird. Unser Tipp für dich: Iss den Panzerotto niemals im Stehen, während du redest – die heiße Füllung schießt beim ersten Biss gerne heraus! Die beste Strategie: leicht vorgebeugt essen.
Was du dazu trinkst
Peroni Bier: In Bari trinkt man kein Craft Beer, man trinkt Peroni. Es gehört zum Stadtbild wie die Stadtmauer. Am besten eiskalt aus der kleinen 0,33l-Flasche („Peroncino“).
Primitivo & Salice Salentino: Wenn es Wein sein soll, dann die kräftigen Roten aus der Region. Sie sind dunkel, schwer und passen hervorragend zu den herzhaften Nudelgerichten.
Aktivitäten und Ausflüge in die Umgebung
Aktivitäten
Bari bietet dir weit mehr als nur Sightseeing; die Stadt lädt dazu ein, das apulische Lebensgefühl aktiv aufzusaugen. Ein absolutes Muss ist ein Spaziergang auf der Lungomare Nazario Sauro. Diese prachtvolle Uferpromenade ist eine der längsten Italiens und besonders zum Sonnenuntergang der Treffpunkt für Einheimische. Wenn du es sportlicher magst, kannst du dir ein Fahrrad leihen und die Küstenstraße entlang bis zum Stadtstrand Pane e Pomodoro fahren.
Für Kulturliebhaber ist ein Besuch im Teatro Petruzzelli, einem der größten Opernhäuser Italiens, ein Highlight. Wir empfehlen dir, vorab eine Führung zu buchen, um die prunkvolle Innenausstattung zu bewundern. Wenn du tiefer in die Geschichte eintauchen möchtest, bietet sich ein geführter Rundgang durch die unterirdischen Ruinen von Bari Sotterranea an, die direkt unter dem Castello Svevo und der Kathedrale liegen.
Ausflüge in die Umgebung
Bari ist der perfekte Ausgangspunkt, um die Schätze Apuliens und der Basilikata zu entdecken. Dank der guten Zugverbindungen und der zentralen Lage erreichst du einige der spektakulärsten Orte Süditaliens in kurzer Zeit.
Alberobello – Das Dorf der Trulli
Etwa 55 Kilometer südlich von Bari liegt die UNESCO-Welterbestätte Alberobello. Der Ort ist weltberühmt für seine Trulli – weiße Rundhäuser mit kegelförmigen Steindächern.
Besonders im Viertel Rione Monti stehen über 1.000 dieser einzigartigen Bauten. Besuche auch die Trullo-Kirche Sant’Antonio.
Mit dem Auto benötigst du ca. eine Stunde. Alternativ fahren die Busse und Züge der Privatbahn Ferrovie del Sud Est (FSE) regelmäßig ab Bari Centrale (Dauer ca. 1,5 bis 2 Stunden).
Unser Tipp: Komm so früh wie möglich am Morgen oder bleibe bis zum Abend, wenn die Tagestouristen weg sind. Dann entfalten die beleuchteten Gassen einen ganz besonderen Zauber.
Matera – Die Stadt aus Stein
Matera liegt in der benachbarten Region Basilikata und zählt zu den ältesten bewohnten Städten der Welt. Die berühmten Sassi (Höhlensiedlungen) sind tief in den Kalkstein gehauen.
Das historische Zentrum teilt sich in den Sasso Barisano und den Sasso Caveoso. Du kannst dort Felsenkirchen mit byzantinischen Fresken besichtigen und das komplexe System der unterirdischen Zisternen (Palombaro Lungo) bestaunen.
Mit dem Auto fährst du etwa eine Stunde. Mit der Schmalspurbahn Ferrovie Appulo Lucane (FAL) gelangst du in ca. 1 Stunde und 45 Minuten von Bari nach Matera Centrale.
Unser Tipp: Trage unbedingt festes Schuhwerk! Die Wege in den Sassi bestehen aus unebenem Kopfsteinpflaster und vielen Treppen, die bei Feuchtigkeit rutschig sein können.
Polignano a Mare & Monopoli
Wenn du Sehnsucht nach dem Meer hast, liegen diese beiden Küstenperlen nur eine kurze Zugfahrt entfernt.
Polignano a Mare
Spektakulär auf steilen Klippen gelegen. Der Blick von der Brücke Lama Monachile auf die berühmte Bucht ist das Fotomotiv schlechthin.
Monopoli
Besticht durch einen charmanten alten Fischerhafen und eine wunderschöne Altstadt mit weißen Gassen. Hier findest du auch tolle Bademöglichkeiten in kleinen Buchten südlich der Stadt.
Praktische Reiseinformationen
Anreise: Der Flughafen Bari (BRI) liegt nur etwa 10 km vom Zentrum entfernt und ist sehr gut angebunden.
Fortbewegung: Bari ist ideal, um zu Fuß erkundet zu werden. Für Ausflüge ins Umland (wie Alberobello oder Polignano) ist der Bahnhof Bari Centrale dein Ausgangspunkt.
Wo kann man in Bari übernachten?
Das Seagull-Apartment liegt etwas außerhalb. Bis zum Park & Ride Parkplatz Vittorio Veneto sind es ca. 8 km. Das ist nur etwas für dich, wenn du mit dem Auto unterwegs bist. Dafür bietet es aber reichlich Platz und 2 sichere Autoabstellplätze hinter hohen Mauern.
Mitten im Geschehen ist das Apulia Re‘ Aparthotel & Suites in der Nähe des Hauptbahnhofs. Perfekt, wenn du mit der Bahn in Bari ankommst. Und falls du mit dem Auto anreist, kannst du vorab einen Parkplatz reservieren.
Es gibt aber auch viele andere Hotels in Bari.
FAQ
Ist Bari für Touristen sicher?
Ja, absolut. Die Stadt hat sich in den letzten 20 Jahren stark gewandelt. Die Altstadt ist heute ein touristisches Highlight, man sollte lediglich die übliche Vorsicht vor Taschendieben walten lassen.
Brauche ich ein Auto in Bari?
Für die Stadt selbst definitiv nicht. Auch viele Küstenorte sind toll mit dem Zug erreichbar.
Nur wenn du tief in das Hinterland Apuliens (z.B. ins Itria-Tal) willst, ist ein Mietwagen sinnvoll.
































