Prag – Die Goldene Stadt an der Moldau
Stell dir vor, du spazierst über jahrhundertealtes Kopfsteinpflaster, während der Morgennebel noch träge über der Moldau hängt und die gotischen Türme der Stadt in ein goldenes Licht getaucht werden. Prag ist nicht einfach nur eine Hauptstadt; es ist ein lebendiges Geschichtsbuch, das an jeder Ecke eine neue Erzählung bereithält.
Ob du dich in den verwinkelten Gassen der Altstadt verlierst, die majestätische Prager Burg bestaunst oder in einem der urigen Kellergewölbe bei einem frisch gezapften Pilsner das Leben genießt – Prag zieht jeden in seinen Bann. Doch abseits der bekannten Postkartenmotive wartet eine moderne, pulsierende Metropole mit einer aufregenden Kunstszene und hippen Vierteln darauf, von dir entdeckt zu werden.
Quick-Facts & Beste Reisezeit
Währung: Tschechische Krone (CZK), Kartenzahlung ist fast überall möglich.
Beste Reisezeit
Mai, Juni und September bieten das beste Wetter für Erkundungen.
Der Dezember ist wegen der prachtvollen Weihnachtsmärkte auf dem Altstädter Ring legendär.
Anreise
Der Flughafen Václav Havel ist gut angebunden. Mit dem Bus 119 kommst du günstig zur nächsten Metrostation.
Auch die Anreise mit der Bahn zum Hauptbahnhof (Hlavní nádraží) ist entspannt, da dieser direkt im Zentrum liegt.
Mit dem Auto benötigst du von Berlin oder München ca. 4 Stunden, von Frankfurt ca. 5 Stunden. In der Stadt lass das Auto besser stehen. Prag hat eines der besten ÖPNV-Systeme der Welt. Mit der Metro und den charmanten roten Straßenbahnen kommst du überall hin.
Tipp: Hol dir die App „Lítačka“. Dort kannst du Tickets direkt auf dem Handy kaufen und Routen planen.
Die Top-Highlights
Die Prager Burg (Hradschin) – Ein Rekordbauwerk
Sie ist nicht nur das Symbol der Stadt, sondern laut Guinness-Buch der Rekorde auch das größte geschlossene Burgareal der Welt.
Veitsdom: Die gotische Kathedrale beherbergt die tschechischen Krönungsinsignien. Achte auf die wunderschönen Glasfenster – eines davon wurde vom berühmten Jugendstil-Künstler Alfons Mucha gestaltet.
Goldenes Gässchen: In den winzigen, bunten Häusern wohnten früher Burgwachen und Alchemisten. In Haus Nr. 22 schrieb Franz Kafka für einige Zeit an seinen Werken.
Wachablösung: Täglich um 12:00 Uhr findet im ersten Burghof die große zeremonielle Wachablösung mit Fanfaren statt – ein tolles kostenloses Spektakel.
Die Karlsbrücke – Geschichte auf Schritt und Tritt
Die Brücke wurde bereits 1357 von Karl IV. in Auftrag gegeben. Man sagt, dem Mörtel wurden Eier beigemischt, um die Konstruktion stabiler zu machen.
Die 30 Statuen: Die Brücke wird von zwei Reihen barocker Statuen gesäumt. Die wichtigste ist die des Hl. Johannes von Nepomuk.
Unser Tipp: Berühre das Bronzerelief zu Füßen der Nepomuk-Statue. Die Legende besagt, dass es Glück bringt und dafür sorgt, dass du nach Prag zurückkehrst.
Beste Zeit: Um die Brücke fast für dich allein zu haben, lohnt sich ein Spaziergang zum Sonnenaufgang. Die Lichtstimmung über der Moldau ist dann magisch.
Altstädter Ring & Astronomische Uhr (Orloj)
Der Platz ist das historische Herz der Stadt und wirkt wie eine Freilichtbühne.
Das Spektakel: Zu jeder vollen Stunde (zwischen 9:00 und 23:00 Uhr) versammeln sich Menschenmassen vor der astronomischen Uhr am Rathaus. Dann setzen sich die zwölf Apostel in Bewegung, der Tod läutet eine Glocke und am Ende kräht ein goldener Hahn.
Die Symbolik: Die Uhr zeigt nicht nur die Zeit, sondern auch die Stellung von Sonne und Mond im Tierkreis sowie den altböhmischen Kalender an.
Aussichtspunkt: Fahr mit dem Aufzug auf den Rathausturm. Von oben hast du den klassischen 360-Grad-Blick über die roten Dächer der Altstadt.
Wallenstein-Garten: Barocke Pracht & Pfauen-Parade
Versteckt hinter den hohen Mauern des Senatsgebäudes in der Malá Strana liegt eine der beeindruckendsten Parkanlagen Prags. Sobald du durch das unscheinbare Tor trittst, lässt du den Trubel der Stadt hinter dir und tauchst in eine Welt aus Symmetrie, Kunst und Natur ein.
Die Sala Terrena: Das Herzstück ist die monumentale, offene Gartenhalle mit ihren 32 mythologischen Fresken. Hier finden im Sommer oft kostenlose Konzerte statt.
Die mysteriöse Tropfsteinwand: Ein echtes Kuriosum! Diese künstliche Wand (Grotta) sieht aus wie eine Wand aus schmelzenden Gesichtern und Monstern. Schau genau hin – erkennst du die versteckten Tiere im Gestein?
Die tierischen Bewohner: Halte die Augen offen nach den stolzen Pfauen, die hier frei herumlaufen – mit etwas Glück siehst du sogar den seltenen weißen Pfau. Im Teich ziehen zudem riesige Kois ihre Runden.
Das Jüdische Viertel (Josefov)
Nur wenige Schritte vom Altstädter Ring entfernt liegt eines der am besten erhaltenen jüdischen Areale in Europa.
Der Alte Jüdische Friedhof: Ein tief beeindruckender Ort mit tausenden übereinander geschichteten Grabsteinen.
Synagogen: Die Altneu-Synagoge ist eine der ältesten aktiven Synagogen der Welt. Der Legende nach soll auf ihrem Dachboden der Golem von Prag ruhen.
Insider Tipps & Stadtteile
Prag ist in Bezirke unterteilt (Prag 1, Prag 2, etc.), aber die Namen der historischen Viertel verraten viel mehr über ihren Charakter.
Letná (Prag 7) – Der Logenplatz der Stadt
Dieses Viertel liegt auf einem Hügel gegenüber der Altstadt und ist das Revier der Locals und Kreativen.
Das Flair: Weite Parks, hippe Cafés und eine entspannte Atmosphäre.
Unser Tipp: Geh in den Letná Biergarten. Es ist einer der schönsten der Stadt. Von den Holztischen aus hast du einen Postkartenblick auf die Moldaubrücken, während du ein günstiges, frisch gezapftes Bier genießt. Perfekt für den Sonnenuntergang!
Metronom: Dort, wo früher das riesige Stalin-Denkmal stand, tickt heute ein riesiges Metronom – ein beliebter Treffpunkt für Skater.
Vinohrady (Prag 2) – Eleganz und Genuss
Der Name bedeutet „Weinberge“, und tatsächlich wurde hier früher Wein angebaut. Heute ist es eines der begehrtesten Wohnviertel.
Das Flair: Prachtvolle Jugendstilfassaden, schattige Alleen und eine unglaubliche Dichte an fantastischen Restaurants und Weinbars.
Riegrovy sady: Ein weiterer Park mit toller Aussicht und einem riesigen Public-Viewing-Biergarten im Sommer.
Unser Tipp: Besuch den Náměstí Míru (Friedensplatz). Die neugotische St.-Ludmila-Kirche ist wunderschön, und rund um den Platz findest du einige der besten Frühstücksspots der Stadt.
Karlín (Prag 8) – Das moderne Prag
Früher ein Industrieviertel, hat sich Karlín nach dem Hochwasser von 2002 zum modernsten Stadtteil entwickelt.
Das Flair: Loft-Architektur trifft auf gemütliche Nachbarschaft. Hier findest du die beste Kaffeekultur der Stadt (Specialty Coffee).
Kasárna Karlín: Eine alte Kaserne, die in ein Kulturzentrum mit Kino, Pool (ohne Wasser, aber mit Sand!) und Bar umgewandelt wurde. Ein absoluter Insider-Spot.
Die Kleinseite (Malá Strana) – Barocker Zauber
Direkt unterhalb der Burg gelegen, fühlt man sich hier wie in einer anderen Zeit.
Das Flair: Kopfsteinpflaster, versteckte Gärten und verwinkelte Gassen.
Der Geheimtipp: Besuche den Vrtba-Garten. Er ist einer der schönsten Barockgärten Europas, liegt aber versteckt hinter einem unscheinbaren Tor. Von den oberen Terrassen hast du einen der besten (und ruhigsten) Blicke über die roten Dächer der Stadt.
Must-See: Die John-Lennon-Mauer. Ein ständig wechselndes Kunstwerk aus Graffiti und Friedensbotschaften – ein Symbol für Freiheit und Rebellion.
Kulinarik: Von deftiger böhmischer Küche bis zur New-Wave-Kaffeekultur
Trdelník, Gulasch und Co. – Das musst du probieren
Die tschechische Küche ist herzlich und sättigend. Aber Achtung: Nicht alles, was nach „Tradition“ aussieht, ist es auch!
Der Trdelník-Mythos: Du wirst ihn an jeder Ecke riechen – diesen süßen Hefeteig mit Zimt und Zucker. Fun Fact: Er ist gar nicht typisch tschechisch, sondern kommt eher aus Ungarn. Schmecken tut er trotzdem! Probier ihn am besten klassisch ohne Eis-Füllung.
Svíčková: Das ist das wahre Nationalgericht – Rinderlendenbraten in einer Sahnesauce mit Wurzelgemüse, Preiselbeeren und hausgemachten Semmelknödeln. Ein Gedicht!
Chlebíčky: Die typischen belegten Brötchen sind der perfekte Snack für zwischendurch. Bei Libeřské lahůdky bekommst du sie so authentisch wie bei einer tschechischen Oma.
Die besten Biergärten und historischen Brauhäuser
In Tschechien ist Bier mehr als nur ein Getränk – es ist Kulturgut.
Wenn du wissen willst, wie ein perfekt gezapftes Pilsner (Pilsner Urquell) schmeckt, geh ins Lokál. Es gibt mehrere Filialen in der Stadt. Das Ambiente ist schlicht, das Bier Weltklasse und das Essen ehrlich.
U Fleků ist das älteste Brauhaus Prags. Ja, es ist touristisch, aber das dunkle Eigenbräu und die Atmosphäre in den verwinkelten Räumen muss man einmal erlebt haben.
Der Letná Biergarten ist im Sommer unschlagbar. Du sitzt unter Bäumen und hast einen Panoramablick über die gesamte Stadt.
Insider-Tipps für moderne Cafés und Brunch-Spots
Prag erlebt gerade einen echten „Specialty Coffee“-Boom.
In der EMA Espresso Bar gibt es vielleicht den besten Kaffee der Stadt. Perfekt für einen schnellen Koffein-Kick am Morgen.
Wenn du es prunkvoll magst ist das Café Savoy goldrichtig. Ein wunderschönes Deckenfresko aus der Neorenaissance trifft auf exzellentes Frühstück. Bestell unbedingt die heiße Schokolade!
Das Restaurant Eska in Holešovice kombiniert moderne nordische Einflüsse mit alten tschechischen Traditionen (wie im Feuer gebackene Kartoffeln).
Aktivitäten
Prag bietet dir weit mehr als nur Sightseeing. Um die Stadt richtig zu erleben, solltest du aktiv werden:
Über den Dächern auf dem Petřín-Hügel
Wenn du dem Trubel der Altstadt entkommen willst, ist der Petřín-Hügel der perfekte Ort für dich.
Der Aufstieg: Du kannst entweder gemütlich mit der Standseilbahn hochfahren oder durch die Obstgärten hinaufwandern.
Der Aussichtsturm: Oben angekommen, erwartet dich der „kleine Eiffelturm“. Wenn du die Stufen erklimmst, hast du einen der spektakulärsten Ausblicke über ganz Prag.
Unser Tipp: Besuche das dortige Spiegelkabinett. Es ist ein charmanter, nostalgischer Spaß, der dich garantiert zum Lachen bringt.
Eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn
Anstatt den modernen Bus zu nehmen, solltest du die historische Linie 42 nutzen.
Das Erlebnis: Diese Hop-On-Hop-Off-Linie wird mit historischen Wagen aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie und der Ersten Republik betrieben. Sie klappert die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ab und bietet dir ein tolles Retro-Gefühl.
Kunst und Kultur bei DOX
Wenn du dich für zeitgenössische Kunst interessierst, musst du nach Holešovice zum DOX Centre for Contemporary Art.
Das Highlight: Auf dem Dach des Museums thront das „Gulliver-Luftschiff“ – eine riesige, begehbare Holzkonstruktion, die als Leseraum und Diskussionsort dient. Ein absolut beeindruckendes Fotomotiv!
Ein Spaziergang am Moldau-Ufer (Náplavka)
Besonders an Samstagen ist das Ufer unterhalb der Vyšehrad-Festung der Place-to-be.
Die Atmosphäre: Hier findet ein großer Bauernmarkt statt, auf dem du regionale Spezialitäten direkt am Wasser genießen kannst.
Abends: Im Sommer verwandeln sich die in die Ufermauer eingebauten Kammern („Kobyly“) in kleine Bars und Galerien mit einer einzigartigen Atmosphäre.
Den Vyšehrad erkunden
Während alle zur Burg stürmen, ist diese zweite Festung oft viel ruhiger.
Warum es sich lohnt: Du findest hier die wunderschöne St.-Peter-und-Paul-Kirche und den Ehrenfriedhof, auf dem berühmte Tschechen wie Antonín Dvořák begraben liegen. Die Aussicht von den alten Festungsmauern auf die Moldau ist unschlagbar.
Vor der Reise: Was du wissen musst
Anreise und Fortbewegung in der Stadt
Der Flughafen Václav Havel ist gut angebunden. Mit dem Bus 119 kommst du günstig zur nächsten Metrostation. Auch die Anreise mit der Bahn zum Hauptbahnhof (Hlavní nádraží) ist entspannt, da dieser direkt im Zentrum liegt.
Mit dem Auto benötigst du von Berlin oder München ca. 4 Stunden, von Frankfurt ca. 5 Stunden. In der Stadt lass das Auto besser stehen. Prag hat eines der besten ÖPNV-Systeme der Welt. Mit der Metro und den charmanten roten Straßenbahnen kommst du überall hin.
Tipp: Hol dir die App „Lítačka“. Dort kannst du Tickets direkt auf dem Handy kaufen und Routen planen.
Währung, Sprache und wichtige Apps
Geld: Auch wenn Tschechien zur EU gehört, wird mit Tschechischen Kronen (CZK) bezahlt. Kartenzahlung ist fast überall Standard, aber für kleine Kneipen solltest du immer ein paar Münzen dabeihaben.
Sprache: Mit Englisch und oft auch Deutsch kommst du in den Touristenvierteln problemlos durch. Ein „Dobrý den“ (Guten Tag) oder „Děkuji“ (Danke) öffnet dir aber sofort die Herzen der Locals.
Nützliche Helfer: Neben der Lítačka-App ist Mapy.cz oft genauer als Google Maps, besonders wenn du auch mal zu Fuß in Parks oder Hinterhöfen unterwegs bist.
Praktische Tipps für deinen Aufenthalt
Sicherheit und typische Touristenfallen vermeiden
Prag ist grundsätzlich eine sehr sichere Stadt, aber wie in jeder Metropole gibt es ein paar Dinge, auf die du achten solltest:
Geldwechsel: Meide die Wechselstuben in der Nähe der Karlsbrücke oder des Altstädter Rings. Viele verlangen versteckte Gebühren. Nutze lieber offizielle Geldautomaten bekannter Banken oder geh zu „Honest Exchange“ – die sind fair.
Taxis: Steig niemals einfach in ein Taxi am Straßenrand. Nutze Apps wie Uber oder Bolt. Da siehst du den Preis vorher und erlebst keine bösen Überraschungen bei der Abrechnung.
Taschendiebe: An Orten wie der Astronomischen Uhr zur vollen Stunde solltest du deine Tasche vorne tragen. Klassischer Hotspot, wenn alle nach oben schauen!
Wo kann man in Prag übernachten?
Unsere Hotelempfehlung für Prag ist das Unitas Hotel. Es befindet sich in ruhiger Lage in einem ehemaligen Kloster, 250 m von der Karlsbrücke entfernt. Zudem verfügt es über sichere Parkplätze im Innenhof. Da die Anzahl der Parkplätze begrenzt ist, ist eine Reservierung ist erforderlich.
Alternativ bietet sich das Hotel CUBE Prague an. Es liegt in der Nähe von Prager Rathaus mit astronomischer Uhr, Altstädter Ring und Nationalmuseum.
Es gibt auf beiden Seiten der Moldau sehr viele Hotels in Prag. Da ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei. Wenn ihr mit dem Auto anreist, achtet darauf, wo ihr parken könnt und was es kostet. Nicht alle Hotels haben eigene Parkplätze.
Fazit: Prag wartet auf dich
Prag ist weit mehr als nur eine Kulisse für schöne Urlaubsfotos. Es ist eine Stadt, die dich einlädt, langsamer zu gehen, in Hinterhöfe zu blicken und die Mischung aus alter Geschichte und moderner Lässigkeit aufzusaugen. Egal, ob du wegen der Architektur, des Biers oder der versteckten Kunstgalerien kommst – Prag wird dich mit Sicherheit nicht nur einmal sehen.
Pack deine bequemsten Schuhe ein, lass dich treiben und finde deine ganz eigene Lieblingsgasse in dieser magischen Stadt. Na shledanou v Praze – Auf Wiedersehen in Prag!








































